Seit einigen Jahren befindet sich die Freie Wohlfahrtspflege in
einem grundlegenden Transformationsprozeß. Dessen politische
Zielsetzung besteht vor allem darin, die bisherigen Aufwendungen
für den sozialen Dienstleistungsbereich zu begrenzen bzw. zu senken
- das erscheint beschlossen und im Kern nicht mehr verhandelbar. In
der konkreten Umsetzung dieser neuen Vorgaben ergeben sich jedoch
erhebliche Probleme, und die Verbände geraten mehr und mehr ins
Dilemma, weil ihre unternehmerischen und sozialanwaltschaftlichen
Funktionen zunehmend miteinander in Konflikt geraten. Auch die
Personalpolitik steht vor dem Widerspruch, daß sie einerseits
Personal(kosten) einsparen muß, um den neuen Vorgaben gerecht zu
werden, damit jedoch andererseits die wichtigste Ressource des
sozialen Sektors untergräbt. In dieser explorativen Studie wird der
Weg der deutschen Verbändewohlfahrt in die Sozialwirtschaft
analysiert und nach den Auswirkungen auf die Beschäftigten gefragt.
Sie basiert auf Experteninterviews auf Bundes- und Länderebene,
Fallstudien zur Einführung des Kontraktmanagements, Gesprächen mit
leitenden Mitarbeiter/inne/n und Beschäftigtenvertretungen sowie
einer schriftliche Befragung von Fachkräften der Sozialen Arbeit
Heinz-Jürgen Dahme, Dr. rer. soc., Jg. 1949, ist Professor für Verwaltungswissenschaft am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen der Hochschule Magdeburg-Stendal. Forschungsschwerpunkte: Sozialverwaltung, Soziale Dienste, Kommunale Sozialpolitik.