Im Herbst der Volksparteien? - Walter, Franz

Franz Walter 

Im Herbst der Volksparteien?

Eine kleine Geschichte von Aufstieg und Rückgang politischer Massenintegration

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Produktbeschreibung zu Im Herbst der Volksparteien?

Die Hochzeit der deutschen Volksparteien war sicher zugleich die beste Zeit für die deutsche Gesellschaft im 20. Jahrhundert. Die Volkspartei, ein Produkt von historischen Lernprozessen und Ergebnis sozialer Veränderungen, integrierte unterschiedliche Schichten, Generationen, Kulturen - und sie pazifizierte den zuvor oft antagonistisch ausgetragenen Konflikt. Doch die Zeit der Volkspartei scheint sich dem Ende zuzuneigen: Ihre Fähigkeit zur gesellschaftlichen und politischen Integration schwindet, ihre Vermittlungsleistung zwischen Staat und Bürger mindert sich drastisch. Der Typus »Partei« schlechthin verliert massiv an Zuspruch, wird zunehmend weniger als Medium der Teilhabe genutzt.
Franz Walter beschreibt und analysiert den Auf- und Abstieg der Großparteien in Deutschland. Und er fragt nach Alternativen. Kann die Zivil- oder Bürgergesellschaft ersetzen, was den Parteien an Repräsentanz nicht mehr gelingt? Der bekannte Göttinger Parteienforscher schlägt einen weiten historischen Bogen, um in einem farbigen wissenschaftlichen Essay ein zentrales Problem der deutschen Politik zu diskutieren.

Produktinformation


  • Verlag: Transcript
  • 2009
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 132 S.
  • Seitenzahl: 136
  • X-texte zu Kultur und Gesellschaft
  • Deutsch
  • Abmessung: 225mm x 134mm x 17mm
  • Gewicht: 217g
  • ISBN-13: 9783837611410
  • ISBN-10: 3837611418
  • Best.Nr.: 25626083

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Das neue Buch "Im Herbst der Volksparteien?" des Göttinger Politologen Franz Walter empfiehlt Rainer Kühn vor allem Freunden der intensiven Textlektüre. Die historisch fundierten Analysen des Autors, die sich mit den Hintergründen des Niedergang der Volksparteien beschäftigen, findet der Rezensent "erfrischend" und "verständlich geschrieben", die Pointen erschließen sich aber nur bei genauem Lesen. Als Grund für den Untergang der Volksparteien sieht Walter das Schwinden des "Stamm-Milieus", wie Kühn berichtet. Das frühere "sozio-moralische Milieu" habe sich in ein "sozio-kulturelles Milieu" verwandelt, dessen Verhältnis zu den Volksparteien "einem marketingsstrategischen Ziegruppen-Verständnis" entspricht, bei dem die "Staatsbürger zu Kunden-Bürgern mutieren", so der Rezensent. Trotz der intensiven Untersuchung der historischen Bedingungen für soziale Veränderungen, sieht der Politologe noch keine Alternative, die fehlenden sozio-moralischen Grundlagen wie gemeinschaftliche Werthaltung und soziale Lebensumwelt zu ersetzen, wie Kühn feststellt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.02.2010

Ein einig Volk von Kunden
Franz Walter sieht schwarz für die Zukunft der Parteiendemokratie
Es gibt Parteienforscher in Deutschland, die Minuten nach Schließung der Wahllokale eloquent erklären können, warum alles so gekommen ist und wohin die politische Reise gehen wird. Nicht so Franz Walter. Der Göttinger Politologe publiziert zwar sehr viel (demnächst erscheint wieder ein Buch von ihm), nimmt sich allerdings für seine Überlegungen (etwas) Zeit und formuliert erst auf historisch abgesicherter Grundlage seine – oft erfrischend ungewöhnlichen – Analysen.
Jetzt hat er sich mit den längerfristigen Hintergründen des Niedergangs der Volksparteien beschäftigt. Das Buch ist essayistisch und verständlich geschrieben. Doch der schnelle Leser sollte sich vorsehen: Die Pointen erschließen sich nur beim genauen Lesen.
Politik im Sonderangebot
Im Grunde dreht sich das Buch um den zentralen Gedanken des Verfassungsrechtlers Ernst-Wolfgang Böckenförde, wonach der freiheitlich-säkulare (Parteien-) Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann. Zusammenhalt und Stabilität des Gemeinwesens beruhen vielmehr auf …

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"Wie alle guten Bücher vermag auch Im Herbst der Volksparteien eines anzuregen: Das Selber- und Weiterdenken." Rainer Kühn, Deutschlandfunk, 06.04.2009 "Franz Walter beschreibt und analysiert den Auf- und Abstieg der Großparteien in Deutschland. Und er fragt nach Alternativen. Kann die Zivil- oder Bürgergesellschaft ersetzen, was den Parteien an Repräsentanz nicht mehr gelingt? Der bekannte Göttinger Parteienforscher schlägt einen weiten historischen Bogen, um in einem farbigen wissenschaftlichen Essay ein zentrales Problem der deutschen Politik zu diskutieren." Daniel Haufler, Süddeutsche Zeitung/NDR-Liste "Sachbücher des Monats", 3 (2009) "Die Eule der Minerva beginnt ihren Flug in der Dämmerung, heißt es bei Hegel. Und so, wie man den Ertrag an Früchten am besten im Herbst erkennt, ist der Herbst auch nicht nur die Jahreszeit des Absterbens sondern eher noch die der Bestätigung des Gelingens, des Gewachsenen, des Gereiften. In diesem Sinne hat Franz Walter ein an Einsichten reiches Büchlein vorgelegt." Jürgen Busche, Cicero, 6 (2009) "Prof. Walter gelingt der exzellente Spagat zwischen wissenschaftlicher Präzision und Ansprache eines breiten Publikums. Daneben …

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Franz Walter (Prof. Dr.) ist Direktor des Instituts für Demokratieforschung an der Universität Göttingen. Er publiziert vor allem zur Geschichte und Entwicklung der deutschen Parteien, u.a. regelmäßig auf SPIEGEL ONLINE.

Leseprobe zu "Im Herbst der Volksparteien?"

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