Jugend im Dritten Reich - Klönne, Arno

Arno Klönne 

Jugend im Dritten Reich

Die Hitler-Jugend und ihre Gegner

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Jugend im Dritten Reich

"Wer die Jugend hat, hat die Zukunft", verkündete das NS-Regime und stützte sich bei seiner Machtausübung auf einen weit verbreiteten Jugendmythos. Wie weit sich dieses Bild mit der Wirklichkeit deckte, untersucht Arno Klönne in seinem Buch, das seit langem als das Standardwerk zum Thema gilt. Es wird hiermit in einer aktualisierten und erweiterten Fassung neu vorgelegt. "Einen besseren Kenner der Materie gibt es nicht", schrieb die "Süddeutsche Zeitung" über den Paderborner Soziologen, der sich "seit einem halben Jahrhundert mit der Jugendbewegung, vor allem auch mit der Hitlerjugend" beschäftigt und mit diesem Buch die "Bilanz langjährigen Forschens" vorlegt. Klönne informiert anhand zahlreicher Dokumente und zeitgenössischen Berichte über Formen, Realität und Wirksamkeit faschistischer Jugenderziehung, über die Organisation und Funktion, Leitbilder und Praktiken der HJ sowie über jugendliche Gegenmilieus, oppositionelle Jugendkulturen und organisierten wie nichtorganisierten Jugendwiderstand.

»Wer die Jugend hat, hat die Zukunft«, verkündeten die Nazis. Bei ihrer Machtausübung stützten sie sich auf einen weit verbreiteten Jugendmythos. Ihr Herrschaftssystem nahm Jungen und Mädchen in historisch einmaliger Weise in seinen Dienst, um sie zu »Garanten der Zukunft« des großdeutschen Imperiums heranzuziehen. Wichtigster Träger dieses Konzepts war die »Hitlerjugend«. Als Staatsjugendorganisation prägte sie die junge Generation aufs nachhaltigste, stieß bei einer Minderheit aber auch auf Opposition und Widerstand. In seinem Standardwerk informiert Arno Klönne anhand zahlreicher Dokumente und zeitgenössischer Berichte über: Formen und Realität faschistischer Jugenderziehung; Organisation und Funktion, Leitbilder und Praktiken der HJ; Wehrerziehung und Jugend im Krieg; die soziale Demagogie in der NS-Jugendpolitik; widerständige Jugendkulturen und jugendliche Widerstandsgruppen.


Produktinformation

  • Verlag: Papyrossa Verlagsges.
  • 2008
  • 3., aktualis. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 327 S.
  • Seitenzahl: 327
  • Best.Nr. des Verlages: 261, 261-2
  • Deutsch
  • Abmessung: 203mm x 138mm x 28mm
  • Gewicht: 380g
  • ISBN-13: 9783894382612
  • ISBN-10: 3894382619
  • Best.Nr.: 11271642
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.03.2004

Im Gleichschritt
In der Hitlerjugend kollidierten Drill und Widerstand
ARNO KlÖNNE: Jugend im Dritten Reich – Die Hitlerjugend und ihre Gegner. PapyRossa Verlag, Köln 2003. 328 Seiten, 7,95 Euro.
Einen besseren Kenner der Materie gibt es nicht: Arno Klönne, emeritierter Soziologie-Professor in Paderborn, beschäftigt sich seit einem halben Jahrhundert mit der Jugendbewegung, vor allem auch mit der Hitlerjugend (HJ). Schon früh hat er die Gegenmilieus zur nationalsozialistischen Staatsjugend in den Blick genommen. Diese konnten sich unter dem Terrorsystem zwar nicht entfalten oder gar zusammenfinden, erlangten aber doch soviel Gewicht, dass sie von diesem als Bedrohung empfunden und brutal unterdrückt wurden.
Aber auch die HJ selbst erscheint bei genauerem Hinsehen nicht als die monolithische Organisation, als die sie gern hingestellt wird. Hitlers Vision, in einer Rede von 1938 geäußert, wurde allenfalls in Ansätzen Wirklichkeit: „Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn nun diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen und oft zum erstenmal überhaupt eine frische Luft bekommen …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Einen besseren Kenner der Materie gibt es nicht", rühmt Friedemann Bedürftig den emeritierten Soziologen Arno Klönne. Angesichts seiner nun vorliegenden Bilanz langjährigen Forschens schreibt der Rezensent: "Die Erfassung der Jugend gelang nicht entfernt so 'total', wie Hitler sich das gewünscht hat.". Klönne sichte neben "Gegenmilieus zur nationalsozialistischen Staatsjugend" selbst in der HJ noch "passiven Widerstand". Während der Autor aufzeige, wie und warum die anfänglich große Attraktivität der Jugendorganisationen zu erodieren begann, dürfen der Einfluss und die möglichen Nachwirkungen von Drill und Propaganda nicht unterschätzt werden, so der Rezensent, der hier aber nicht kenntlich macht, ob er seinen eigenen Standpunkt oder den des Autors referiert. Zwar hätten diese "Dispositionen" nach Kriegsende glücklicherweise "ein unerschöpfliches materielles Betätigungsfeld im Aufbau" gefunden, so Klönne. Dennoch befürchte er Nachwirkungen in Form von "Ellenbogengesinnung, Fremdenfeindlichkeit" und "anderen Giften".

© Perlentaucher Medien GmbH
Dr. phil. Arno Klönne, geboren 1931, ist Professor für Soziologie an der Universität Paderborn.

5 Marktplatz-Angebote für "Jugend im Dritten Reich" ab EUR 8,00

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