Dyskalkulie sowie Rechenschwierigkeiten werden meist als Störung
oder Entwicklungssverzögerung des mathematischen Denkens von
Kindern und Jugendlichen definiert, die zu beständigen
Minderleistungen im Mathematikunterrricht führen. Dieser
defizitorientierten Sichtweise entsprechen dann spezielle
Trainingsprogramme, mit denen diese Störungen behoben werden
sollen. Das Buch will demgegenüber ganz neue Wege gehen. Nicht die
Defizite der Kinder sind hier Ausgangspunkt. Vielmehr wird nach den
Bedingungen und Merkmalen erfolgreichen Mathematiklernens insgesamt
gefragt. Berücksichtigt werden hier die individuellen Lern- und
Leistungsvoraussetzungen der Schüler ebenso wie die Kompetenzen der
Lehrkräfte, die Fragen der Mathematikdidaktik gleichermaßen wie
Aspekte der Unterrichtsinhalte und der Mathematik selbst. Deutlich
wird dabei, dass für lern- und rechenschwache Kinder keine anderen
Vorgehensweisen, Verfahren und Methoden notwendig sind als für
Kinder ohne Rechenschwierigkeiten.