Ihr erstes Vivaldi Projekt erschien im Jahr 2007, nun legt die
Cellistin Sol Gabetta mit Teil zwei nach, begleitet von der 2010
gegründeten Capella Gabetta mit ihrem Bruder Andres als
Konzertmeister an der Geige. Das Ensemble setzt sich aus einer
handverlesenen Schar von Musikern der Gabetta-Geschwister zusammen,
darunter aus Ensemble-Mitgliedern des Kammerorchesters Basel, dem
Orchestre Baroques de Limoges und Il Giordano Armonico. Mit vier
Werken von Antonio Vivaldi, die alle während dessen Schaffenszeit
in Venedig entstanden, sowie dem Cello-Konzert in D-Dur von
Leonardo Leo und dem Konzert in d-Moll von Giovanni Benedetto
Platti, einer Weltersteinspielung, geben alle Konzerte einen
Einblick in die Musik in Italien des frühen 17. Jahrhunderts und
stammen, bis auf das Konzert von Leo, aus der Notensammlung des
Grafen Rudolf Franz Erwein von Schönborn, die im Schloss der
Familie nähe Würzburg lagert. Erstaunlich ist dabei die Ähnlichkeit
mancher Stücke wie das Allegro, dritter Satz aus dem Cellokonzert
in g-Moll mit einem Thema der "Vier Jahreszeiten" oder
der Sarabanda, dritter Satz aus der Sonate in g-Moll, mit der
Sarabande aus Johann Sebastian Bachs 2. Suite für Violoncello solo
oder der dritte Satz des Konzerts in d-Moll von Platti, das von
Vivaldi beeinflusste Themen aufgreift. Alle Musiker spielen auf
historischen Instrumenten, so auch Sol Gabetta, die ein
Barock-Cello neapolitanischer Schule von Ferdinando Gagliano aus
dem Jahr 1781 verwendet. Sie erweist sich als wahre Klangzauberin
mit ihrem sanften, warmen Sound, ihrem sicheren Strich und ihrer
inspirierten, lebendigen Interpretation. Birgit Schlinger
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