Die großen Kontroversen in der Psychoanalyse waren das Jahresmotto
der Sigmund Freud-Vorlesungen 2007. Dieser Band thematisiert jenen
unabschließbaren, fruchtbaren Streit, der in bester
wissenschaftlicher Tradition auch die Geschichte der Psychoanalyse
von Anfang an durchzieht. Diese Auseinandersetzungen haben bis
heute eine essentielle Funktion bei der Generierung und Erprobung
theoretischer und klinischer Neuerungen. Folge davon sind nicht nur
die bekannten Abspaltungen. Im Feuer dieser wissenschaft lichen
Streits wird in der Psychoanalyse auch immer wieder
zusammengehalten, was in oft recht divergenten Schwerpunktsetzungen
entwickelt wird. Über Prüfung, Verwerfung oder aber Integration in
den schon bestehenden sperrigen Theoriekorpus formt sich, was man
in einem gegebenen Zeitraum unter Psychoanalyse versteht. Diese
Auseinandersetzungen werden von realen Personen in einer jeweils
ganz spezifischen individuellen, kulturellen und historischen
Situation ausgetragen. Das Wissen darum ist für das Verständnis der
Debatten unerlässlich.
CHRISTINE DIERCKS ist Fachärztin für Psychiatrie, Psychoanalytikerin in freier Praxis, Lehranalytikerin, Vorsitzende der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung sowie Mitglied des Seminars Psychoanalyse und Kino der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. SABINE SCHLÜTER, Studium der Geschichte und Publizistik, bis 2005 Programmleiterin für Gesundheitsberufe im Verlag Facultas, seither freie Lektorin für wissenschaftliche Publikationen, Kandidatin im Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse, Mitglied der Arbeitsgruppe Geschichte und Psychoanalyse an der Universität Wien.
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