Die Pythagoras-Morde - Martínez, Guillermo

Guillermo Martínez 

Die Pythagoras-Morde

Roman. Ausgezeichnet mit dem Premio Planeta 2003

Aus d. Span. v. Angelica Ammar
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Produktbeschreibung zu Die Pythagoras-Morde

In Oxford wird ein Mathematikstudent Zeuge einer Reihe von Morden, die einem logischen Muster zu folgen scheinen. Der Täter hinterlässt jedes Mal eine Botschaft. Sein Professor und er versuchen die Identität des Serienmörders aufzudecken.

Produktinformation


  • Verlag: Heyne
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 206 S.
  • Seitenzahl: 208
  • Heyne Bücher Nr.50375
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 118mm x 16mm
  • Gewicht: 192g
  • ISBN-13: 9783453503755
  • ISBN-10: 3453503759
  • Best.Nr.: 23327508
"Einer der besten Kriminalromane der letzten Jahre." Il Mundo

"Einer der besten Kriminalromane der letzten Jahre." Il Mundo

"Sehr gut komponiert und in höchstem Maß unterhaltsam." The Times

"Die Mischung aus Krimi und mathematischer Logik sorgen für ein packendes Lesevergnügen." The Guardian

"Guillermo Martínez ist ein neuer Conan Doyle ... ein Rätselkrimi auf höchst elegantem Niveau." Tobias Gohlis, Die Zeit

"Guillermo Martínez ist ein neuer Conan Doyle ... ein Rätselkrimi auf höchst elegantem Niveau."

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Tobias Gohlis bespricht den Kriminalroman "Die Pythagorasmorde" von Guillermo Martinez und beschwert sich dabei bitter über die Härten seines Berufs als Kritiker von Krimis, weil er ja nichts verraten darf. Nur soviel wagt er über die Handlung des Buch verlauten zu lasen, dass es sich um einen Mathematiker dreht, der lebenslang mit dem Beweis des "Unvollständigkeitssatzes" Gödels anhand von "Kriminaluntersuchungen" zu Serienmördern beschäftigt ist und nun mit dem Mord an seinem Schüler konfrontiert ist. Der argentinische Autor hat mit seinem Kriminalroman zugleich eine "Poetologie" des Krimis sowie ein "Essay über die Grenzen des menschlichen Verstehens" vorgelegt, stellt der Rezensent begeistert fest. Er feiert Martinez als einen "neuen Conan Doyle" und ist hingerissen vom "Tempo", dem "Anspielungsreichtum" und der "philosophischen Raffinesse" dieses Krimis. Hier ist die "gelungenste mathematisch mögliche Widerlegung des laufenden Serienkillerschwachsinns" und die Wiederbelebung des "Rätselkrimis auf höchst elegantem Niveau" zu entdecken, jubelt der Rezensent begeistert.

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
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(c) bunkverlag
Nur weil ich ein paar verschenkte Semester lang Mathemaik studiert habe, bekomme ich jetzt solche Bücher auf den Schreibtisch. Die Handlung: Ein argentinischer Doktorand kommt nach Oxford und rutscht unversehens in eine Mordserie, die nach mathematischen Prinzipien aufgebaut scheint. Das Ganze ist leidlich spannend, es gibt einen originellen Schluss, und Guillermo Martínez verfällt nie in Culture-Clash-Klischees vom heißblütigen Südamerikaner und verknöcherten Briten. Aber! "Die Pythagoras-Morde" ist als Roman einfach zu korrekt, zu schematisch, zu öde als dass man sich dafür interessieren würde, wer denn nun die Bevölkerung des Unistädtchens dezimiert. Wer Mathe schon in der Schule langweilig fand - hier sieht er sich bestätigt. (fis)
Guillermo Martinez wurde 1962 in Bahia Blanca geboren und lebt seit 1985 in Buenos Aires. Er ist promovierter Mathematiker und verbrachte einen Teil seiner Doktorandenzeit an der Universität in Oxford. "Die Pythagoras-Morde", für den er 2003 den Premio Planeta erhalten hat und mit dem er wochenlang die argentinische Bestsellerliste anführte, ist sein erster Roman, der ins Deutsche übersetzt wurde.

Leseprobe zu "Die Pythagoras-Morde" von Guillermo Martínez

Jetzt, da soviel Zeit vergangen und alles längst vergessen ist, da mich in einer lakonischen Mail aus Schottland die Nachricht von Seldoms Tod ereilt hat, glaube ich das Versprechen, das er mir nie abverlangte, brechen und die Wahrheit über die Ereignisse erzählen zu können, die im Sommer 1993 die englische Presse mit makabren bis sensationslüsternen Titeln füllten, auf die Seldom und ich jedoch, vielleicht aufgrund der mathematischen Konnotation, immer nur als die Reihe oder die Oxfordreihe Bezug nahmen. Die Todesfälle ereigneten sich in der Tat alle innerhalb der Grenzen von Oxfordshire, zu Beginn meines Aufenthaltes in England, und mir kam das zweifelhafte Privileg zuteil, den ersten aus allernächster Nähe zu sehen.

Ich war zweiundzwanzig, ein Alter, in dem so gut wie alles noch entschuldbar ist; ich hatte gerade mein Studium an der Universität von Buenos Aires mit einer Arbeit in Algebraischer Topologie abgeschlossen und begab mich zu einem einjährigen Aufenthaltsstipendium nach Oxford, mit dem heimlichen Vorsatz, mich der Logik zu widmen oder jedenfalls das berühmte Seminar von Angus Macintire zu besuchen. Meine künftige Studienbetreuerin, Emily Bronson, hatte die Vorbereitungen für mein Kommen mit srupulser Sorgfalt in allen Details getroffen. Sie war Professorin und Fellow des St. Anne's, aber in den vor meiner Abreise gewechselten Mails hatte sie mir nahegelegt, von der Unterbringung in den eher ungemütlichen Zimmern des Colleges abzusehen und statt dessen, sollte mein Stipendiengeld es erlauben, lieber ein Zimmer mit eigenem Bad, einer kleinen Küche und separatem Eingang im Haus von Mrs. Eagleton zu mieten, der, wie sie mir versicherte, überaus freundlichen und zurüchaltenden Witwe eines ehemaligen Professors von ihr. Ich überschlug mein Budget, wie immer äußerst optimistisch, und sendete einen Scheck mit der ersten Monatsmiete als Vorauszahlung, die einzige von der Vermieterin geforderte Formalität. Zwei Wochen später fand ich mich im Flugzeug über dem Atlantik wieder, in diesem Zustand der Ungläubigkeit, der mich seit jeher auf allen Reisen befallen hat; wie bei einem Salto ohne Netz erscheint es mir stets eine wesentlich wahrscheinlichere, sogar schlüssigere Hypothese - Occams Rasiermesser hätte Seldom dazu gesagt -, daß irgendein Unfall mich in letzter Minute in meine Ausgangsposition zurück- oder direkt auf den Meeresgrund befördert, als mir vorzustellen, daß ein ganzes Land und die gigantische Maschinerie, die mit jedem Neuanfang verbunden ist, sich tatsächlich vor mir auftun würden. Und dennoch durchbrach das Flugzeug am nächsten Morgen pünktlich um neun Uhr ruhig die Nebelbank, und unzweifelhaft wirklich tauchten die grünen Hügel Englands unter einem plötzlich matteren, oder vielleicht sollte ich sagen schwächeren Licht auf; zumindest kam es mir vor, als würde das Licht, je tiefer wir gingen, an Substanz verlieren, wie gefiltert dünner und kraftloser werden.

Meine Studienbetreuerin hatte mir genaueste Angaben gemacht, welchen Bus ich in Heathrow nehmen mußte, um direkt nach Oxford zu gelangen, und sich mehrmals entschuldigt, daß sie mich bei meiner Ankunft nicht persönlich würde empfangen können, da sie die Woche über in London an einem Algebra-Kongreß teilnahm. Das störte mich nicht im geringsten, sondern schien mir geradezu ideal: Ich würde ein paar Tage für mich haben, um mir selbst eine Vorstellung von der Umgebung zu machen und die Stadt zu erkunden, bevor meine Pflichten begannen. Ich hatte nicht viel Gepäck, und als der Bus schließlich angekommen war, überquerte ich von der Haltestelle aus mit meinen Taschen problemlos den Platz, um mir ein Taxi zu nehmen. Es war Anfang April, aber angesichts des eisigen Windes, gegen den die ziemlich blasse Sonne nicht viel ausrichtete, war ich froh, meinen Mantel angelassen zu haben. Fast alle Besucher des auf dem Platz ausgerichteten Jahrmarktes waren dafür, wie mir auffiel, in kurzen Ärmeln, ebenso wie der pakistanische Taxifahrer, der mir die Tür aufhielt. Ich gab ihm Mrs. Eagletons Adresse und fragte ihn beim Losfahren, ob ihm nicht kalt sei. "Überhaupt nicht; es ist doch Frühling", entgegnete er und zeigte als unwiderlegbaren Beweis freudig auf die fahle Sonne.

Das schwarze Taxi setzte sich feierlich in Bewegung und fuhr auf die Hauptstraße zu. Dort bog es links ab, und ich konnte zu beiden Seiten durch halboffene Holztore und Eisengitter die adretten Gärten und makellosen, glänzenden Rasen der Colleges sehen. Wir kamen an einem kleinen Friedhof mit moosbewachsenen Grabsteinen vorbei, der eine Kirche säumte. Das Taxi fuhr ein Stück die Banbury Road hoch und bog dann in den Cunliffe Close ein, die Adresse, die ich notiert hatte. Die Straße wand sich jetzt durch einen beeindruckenden Park; grünumrankt erhoben sich in ruhiger Eleganz große alte Villen, die unvermittelt an viktorianische Romane denken ließen, an Nachmittagstees, Kricketpartien und Spaziergänge durch den Garten. Wir verfolgten die Hausnummern entlang des Gehwegs, obwohl es mir angesichts des Betrags auf meinem Scheck unwahrscheinlich erschien, daß die Adresse zu einer dieser Villen gehörte. Am Ende der Straße entdeckten wir schließlich eine Reihe wesentlich bescheidenerer, aber immer noch hübscher Häuschen, die mit ihren länglichen Holzbalkonen etwas Sommerliches an sich hatten.

Das erste war Mrs. Eagletons Haus. Ich lud meine Taschen aus, stieg die kleine Eingangstreppe hoch und klingelte. Aus den Publikationsdaten ihrer Doktorarbeit und ihren ersten Artikeln hatte ich geschlossen, daß Emily Bronson mindestens fünfundfünfzig Jahre alt sein mußte, und ich fragte mich, wie alt dann wohl die Witwe eines ehemaligen Professors von ihr war. Als die Tür aufging, blickte ich in das kantige Gesicht und die dunkelblauen Augen eines großen, schlanken Mädchens, das nicht viel älter war als ich und das mir lächelnd die Hand gab. Wir sahen uns an, beide angenehm überrascht, obwohl es mir vorkam, als wiche sie vorsichtshalber ein wenig zurück, nachdem sie ihre Hand befreit hatte, die ich wohl einen Augenblick länger als schicklich festgehalten hatte. Sie nannte ihren Namen, Beth, und versuchte, mit nur mäßigem Erfolg, meinen nachzusprechen, während sie mich in ein freundliches Wohnzimmer mit einem rot-grauen Rautenteppich führte. Aus einem geblümten Sessel streckte Mrs. Eagleton mir mit einem innigen Begrüßungslächeln die Arme entgegen. Sie war eine alte Dame mit blitzenden Augen und lebhaften Bewegungen, deren weißes, flaumiges Haar sorgfältig zu einer eleganten Welle frisiert war. Während wir das Wohnzimmer durchquerten, fiel mein Blick auf den zusammengeklappten Rollstuhl, der hinter dem Sessel lehnte, und die Wolldecke mit dem Schottenmuster, die ihre Beine bedeckte. Ich gab ihr die Hand und spürte die etwas zittrige Zerbrechlichkeit ihrer Finger. Sie hielt meine einen Moment lang herzlich umfaßt und klopfte mit der Linken leicht auf meinen Handrücken, während sie mich nach meiner Reise fragte und ob ich das erste Mal in England sei. Erstaunt sagte sie:

"Wir hatten nicht erwartet, daß Sie so jung sein würden, nicht wahr, Beth?"

Beth, die an der Tür stehengeblieben war, lächelte stumm; sie hatte einen Schlüssel von der Wand genommen, und nachdem ich auf drei oder vier weitere Fragen geantwortet hatte, schlug sie ruhig vor:

"Großmutter, meinst du nicht, daß wir ihm jetzt sein Zimmer zeigen sollten? Er muß schrecklich müde sein."

"Natürlich", sagte Mrs. Eagleton. "Beth wird Ihnen alles erklären. Und wenn Sie heute abend noch nichts anderes vorhaben, würden wir uns freuen, Sie zum Essen einzuladen."Ich ging hinter Beth nach draußen. Die Eingangstreppe setzte sich in einer Spirale nach unten fort und führte auf eine kleine Tür zu. Beth duckte sich ein wenig beim Eintreten, und ich folgte ihr in einen großen, ordentlichen Raum, der trotz des Tiefparterres durch zwei hohe, fast unter der Decke gelegene Fenster ausreichend Licht bekam.

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Kundenbewertungen zu "Die Pythagoras-Morde" von "Guillermo Martínez"

Durchschnittliche Kundenbewertung 3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** gut
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von Xirxe aus Hannover am 07.03.2011 ***** sehr gut
Oxford - Hort des Wissens und der Bildung. Selbst Serienmörder hinterlassen hier nicht einfach nur ihre Toten, sondern in diesem Fall auch Nachrichten mit kryptischen Zeichen, die gezielt Seldom, einem berühmten Mathematiker, zugespielt werden. Nichts scheint die Toten miteinander zu verbinden, außer diesen Nachrichten und der Tatsache, dass alle bereits wesentlich länger lebten als ihnen die Medizin vorhergesagt hatte. Gemeinsam mit Seldom macht sich der argentinische Mathematikgaststudent, der das erste Opfer fand, bei dem er zur Untermiete lebte, auf die Suche nach dem Täter.
Entsprechend ihrer Profession verläuft die Suche nach streng mathematisch-philosophisch-logischen Gesichtspunkten unter Heranziehung u.a. der Thesen Gödels und Wittgenstein. Doch keine Angst: Auch für mathematisch Nicht-Vorbelastete ist dies alles gut nachvollziehbar und so manche/r wird entdecken, dass Mathematik alles andere ist als nur graue Theorie.
Spannend, überraschend und auch noch lehrreich - so muss ein Rätselkrimi sein!
PS: Wer in einem Lesekreis des Krimis Lösung gemeinsam errätseln will, sollte bis Kapitel 24 lesen. Im 25. wird die ganze Wahrheit offengelegt.

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Bewertung von Bookworm am 03.10.2009 ***** weniger gut
Ich war etwas enttäuscht von diesem Buch. Es will nicht so recht Spannung aufkommen und auch das überraschende Ende hilft nicht über den trägen Plot hinweg. Schade!

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