Leseprobe zu "Die Frau, die ihr Gehalt mal eben verdoppelt hat . . ."
Liebe Leserin, lieber Leser!
Dies ist ein Buch, das Geschichten von Coachings erzählt, also von Menschen mit Veränderungswünschen, von Gesprächen, von Beratung, von Strategiedebatten, von Methoden und Techniken, von praktischen Vorschlägen und ihrer tatsächlichen Umsetzung. Geschichten von Suchenden und Handelnden, Zweifelnden und Zielstrebigen. Von ganz normalen Menschen, die zum Teil verblüffende Erfahrungen im Coaching gemacht haben. Nicht immer verläuft ein Coaching so spektakulär wie in der Geschichte der Frau, die ihr Gehalt eben mal verdoppelt hat. Aber es ist immer eine spannende Geschichte zu sehen, was Menschen ins Coaching einbringen, welche Wandlungen sie durchlaufen und was dabei herauskommen kann.
Wir, fünf erfolgreiche Coaches aus Deutschland - Theresia Volk, Ursu Mahler, Andrea Lienhart, Dr. Petra Bock und Sabine Asgodom - lieben unseren Beruf. Denn er beinhaltet das Edelste, was wir uns vorstellen können: Die Arbeit mit Menschen. So unterschiedlich unsere Ansätze und Methoden sind, wir alle arbeiten mit dem gleichen positiven Menschenbild: Es ist spannend und lohnend, Menschen dabei zu helfen, ihr Leben aktiv zu gestalten, um so mehr Zufriedenheit und Lebensglück zu gewinnen. Konsequent lassen wir uns von Ansätzen des Coachings leiten, die Herz und Hirn, Intuition und Ratio, Gefühle und Denkansätze, Mitgefühl und Pragmatismus verbinden.
Wir wollen, dass dieses Buch wie ein Energieschub auf Sie wirkt. Bei privater oder beruflicher Neuorientierung soll es Ihnen helfen, durch unsere Beispiele Ihre Träume in erreichbare Ziele umzusetzen. Die Menschen, von denen Sie lesen werden, haben das geschafft.
Wir erzählen Ihnen 25 authentische Geschichten aus unserem Coaching-Alltag, von Frauen und Männern, Jüngeren und Älteren, Erfolgreichen und Erfolgsuchenden.
Sie werden sich wie auf dem dritten Stuhl am Coachingtisch fühlen, hautnah und ganz dabei. Natürlich haben wir alle Angaben so verändert, dass die Menschen nicht wiederzuerkennen sind und ihre Anonymität gewahrt bleiben. Die Geschichten sind ein Lehrbeispiel dafür, was Coaching bringen kann.
Was eigentlich ist Coaching?
Coaching bedeutet nicht Therapie. Coaching ist eine moderne Form der Begleitung. Es geht nicht darum, langfristig anhaltende, tiefe persönliche Probleme zu analysieren, sondern es geht darum, bei ganz konkreten Veränderungswünschen sehr schnell und effektiv, manchmal in nur wenigen Stunden, den Dialog, den Rat, die kluge Fragestellung und die Expertise des Coaches zu bieten.
Längst hat sich Coaching als eine weit verbreitete Möglichkeit der Unterstützung etabliert und ist nicht mehr Führungskräften, Künstlern oder Spitzensportlern vorbehalten. Coaching hilft Menschen:
- die Probleme mit Vorgesetzten oder Kunden haben; - die nach der Familienphase wieder in den Beruf zurückkehren wollen; - die erfolgreicher werden wollen; - die ihre Lebensbalance wiederfinden wollen; - die mehr Geld verdienen wollen; - die den Sinn in ihrer Arbeit wiederfinden wollen; - die sich mit anderen Menschen besser verstehen wollen; - die sich selbstständig machen wollen; - die sich von Zuhause abnabeln wollen; - die sich besser organisieren wollen; - die Ziele erkennen und erreichen wollen; - die selbstbestimmter leben wollen; - die etwas verändern wollen.
In den 25 Mutmachgeschichten werden Sie aber nicht nur sehen, wie in Coachings gearbeitet wird, und wie Menschen Veränderungen positiv bewältigen können, sondern wir verraten und erklären Ihnen darüber hinaus unsere favorisierten und in vielen Jahren bewährten Profi-Methoden, die Sie für sich nutzen können: entweder für ein Selbstcoaching, mit dem Sie für sich selbst auf gute Lösungen kommen, oder für Gespräche mit Freunden oder Kollegen, denen Sie als "ehrenamtlicher" Coach zur Verfügung stehen können.
Auch Coachingkollegen werden sicher Ansätze finden, die sie in ihrer Arbeit bestätigen oder bereichern.
Wir wünschen Ihnen Freude bei den spannenden Geschichten und Erfolg beim Ausprobieren der einen oder anderen Coaching-Methode.
Sabine Asgodom, München Dr. Petra Bock, Berlin Andrea Lienhart, Freiburg Ursu Mahler, München Theresia Volk, Augsburg Mitten ins Herz Karriere okay, Ehe kaputt Coach: Sabine Asgodom Ein herrlicher Frühlingstag, die Sonne scheint warm in mein Coaching-Zimmer. Ich blättere noch einmal durch den Fragebogen, den mir Anne Michels zur Vorbereitung geschickt hat. Die Kielerin wird in wenigen Minuten kommen, 45 Jahre alt, Unternehmensberaterin, äußerst erfolgreich. Ich freue mich auf zwei spannende Stunden. Ihr Fragebogen zeigt, dass sie seit Jahren sehr gut im Geschäft ist, eine gut gebuchte Freiberuflerin mit einem Umsatz von einer viertel Million Euro. Ich habe mir nach dem Vorgespräch ihre Homepage angeschaut, sehr professionell! Zurzeit betreut sie ein Düsseldorfer Kommunikations-Unternehmen in einem schwierigen Change-Prozess. Das heißt, sie ist montags bis freitags in Düsseldorf. Ihr Mann arbeitet in Kiel im öffentlichen Dienst, versorgt den Haushalt. Sie haben keine Kinder.
Ich blättere auf die letzte Seite des Fragebogens, warum kommt sie noch mal ins Coaching? Ach ja, sie möchte weiter an ihrer Karriere arbeiten. Schon beim ersten Durchlesen habe ich mich gewundert: Sie geht doch ganz stringent ihren Weg, was will sie von mir? Ich erinnere mich an ähnliche Klientinnen, die manchmal nur die Bestätigung wollen, dass sie alles richtig machen. Manche wollen eine Art Absolution für ihren Weg, der oft ehrgeizig und tough ist. Also, ich bin gespannt. Ich schiebe das Flipchart zurecht, lege dicke Stifte bereit.
Es klingelt um Punkt zehn. Meine Mitarbeiterin führt Frau Michels herein, eine schmale, gut gekleidete Frau. Sie ist sehr blass, ihr glattes, brünettes Haar wirkt vernachlässigt, glanzlos. Und sie hat die traurigsten Augen, die ich seit langem gesehen habe. Scheu betritt sie den Raum, schaut mich bei der Begrüßung nur kurz an, dann senkt sie den Blick. Seltsam, ich hatte sie mir ganz anders vorgestellt, selbstbewusster, mit einer professionellen Ausstrahlung. Wir sprechen ein bisschen über die Anreise, das Wetter, dies und das. Ich schenke ihr Kaffee ein, ein Glas Wasser. Sie schaut mich beim Sprechen kaum an. Ich bemerke an ihr einen bräunlich verfärbten Schneidezahn, der meine Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Wie immer zu Beginn eines Coachings erläutere ich den geplanten Ablauf: Ich habe auf Grund des Vorgesprächs und des Fragebogens Arbeitsblätter vorbereitet, die wir je nach Gesprächsverlauf nutzen werden, ich werde ein Coaching-Protokoll führen, sprich, ich schreibe mit, sie kann einfach erzählen, spinnen, reden. Sie nickt nur.Ich bitte sie, von ihrem aktuellen Auftrag zu erzählen. Sie berichtet von dem Erfolg, den sie hat, wie gut die Dinge laufen, dass ihr Auftraggeber sie schätzt, dass man ihr sogar eine feste Stelle in dem Unternehmen angeboten hat.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20