Heimkehr in ein kaltes Land - Melchert, Monika

Monika Melchert 

Heimkehr in ein kaltes Land

Anna Seghers in Berlin 1947 bis 1952

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Heimkehr in ein kaltes Land

Vierzehn Jahre hatte die Schriftstellerin Anna Seghers im Exil verbracht. Im Frühjahr 1947 kehrte sie nach Berlin zurück, eine Unbekannte, von deren Welterfolg Das siebte Kreuz hier niemand wusste. Sie kam nicht nur in ein zerstörtes Land, sie kam, wie sie fand, auch in ein fremdes Land. Und sie war ganz allein, der Mann noch in Mexico City, die beiden Kinder in Paris. Sie fühle sich, schrieb sie an Freunde in aller Welt, wie in die Eiszeit geraten, so kalt undversteinert komme ihr alles vor. Wärme spendeten nur die Gefährten: Helene Weigel und Bertolt Brecht, die Schauspielerin Steffie Spira, die Schriftstellerfreunde Jeanne und Kurt Stern und Berta Waterstradt. Und Halt gab auch die Arbeit, der mühsame und manchmal verzweifelte Kampf gegen die Verheerungen in den Köpfen apathischer Menschen. Die Autorin, profunde Kennerin von Leben und Werk der Seghers, erzählt von den ersten Jahren, die Anna Seghers wieder auf deutschem Boden verbrachte, ihren Plänen, Wünschen, Sehnsüchten, dem Misstrauen, das sie umgab, den Irritationen,Ängsten und den Hoffnungen, an denen sie trotz allem festhielt.


Produktinformation

  • Abmessung: 217mm x 151mm x 22mm
  • Gewicht: 375g
  • ISBN-13: 9783942476171
  • ISBN-10: 3942476177
  • Best.Nr.: 33374463
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.01.2012

Paris wäre besser gewesen
Anna Seghers' Rückkehr aus dem Exil in die DDR

Am 22. April 1947 traf Anna Seghers, nach langer Schiffsreise von Mexiko nach Europa, mit einem französischen Militärzug wieder in Berlin ein. Bis 1950 blieb sie im Westteil der Stadt wohnen und behielt den mexikanischen Pass, der ihr das Reisen zu den Kindern nach Paris erleichterte. Erst dann gab sie beides auf Drängen der SED auf und bezog eine kleine Wohnung im wenig zerstörten Stadtteil Adlershof, weitab von den Zentren der Macht. Innerlich war sie noch längst nicht in dieser Stadt angekommen, und dies nicht allein wegen der grauen Trümmerlandschaft. "Ich habe das Gefühl, ich bin in die Eiszeit geraten, so kalt kommt mir alles vor", schrieb sie 1948 an Georg Lukács, dem es in Budapest kaum besserging.

Sie musste lange auf ihren Mann László Radványi warten, einen marxistischen Wirtschaftswissenschaftler, der in der mexikanischen Hauptstadt nicht von seinen Lehraufgaben an der Universität freikam. Den wahren Grund, die Arbeit für den sowjetischen Geheimdienst, hat seine Frau vermutlich nie erfahren, dafür den anderen, eine Geliebte, die er 1952 nach Berlin …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Manchmal reicht ein Satz, um alles über eine Person zu sagen. Laut Hans-Jörg Rother kommt die Autorin dieser Leistung durchaus nahe. So schmal Rother Monika Melcherts Band über Anna Seghers' Nachkriegs-Rückkehr nach Berlin auch in der Hand liegt, so freundlich, kritisch und treffend führt der flüssig geschriebene Text den Rezensenten durch die für Seghers so schwierigen Jahre. Allerdings bleiben auch weiße Flecken, die der Rezensent selber ausmalen muss, so betreffend Seghers' Verhältnis zu Laszlo Radvanyi. Dazu liefert das kenntnisreiche Buch Rother wiederum genügend Anregungen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Leseprobe zu "Heimkehr in ein kaltes Land"

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