Leseprobe zu "St. Germain - Alchemie" von Elizabeth Cl. Prophet
Wer war der geheimnisvolle "Wundermann Europas"?
Das Ende des 18. Jahrhunderts markierte das Ende der alten Ordnung in Frankreich. Ein Mann versuchte den Übergang so sanft wie möglich zu machen: der Graf von Saint Germain, in Europa als der "Wundermann" bekannt.
Er verzauberte die Aristokratie mit Jugendelixieren, Juwelen und Zauberkunststücken, um ihre Aufmerksamkeit für ein ernsteres Thema zu gewinnen: Er wollte sie nämlich vor der bevorstehenden Revolution und dem darauf folgenden Blutbad warnen. Gleichzeitig setzte er seine Kräfte ein, um den wissenschaftlichen Erkenntnisstand zu erweitern.
In diesem Jahrhundert arbeitet Saint Germain weiterhin für die Freiheit und Erleuchtung der Menschheit. Er diktierte Mark L. Prophet und Elizabeth Clare Prophet Formeln, dank derer die Leser Alchemie für ihre eigene Befreiung praktizieren können.
Die Leser werden lernen, wie man Gegenstände aus einer universellen Energiequelle materialisiert, aber der Hauptzweck der Alchemie besteht nicht darin, Reichtum zu erzeugen oder Blei in Gold zu verwandeln. Alchemie ist eine sehr effektive Methode, sich selbst zu transformieren. Sie ist so machtvoll, dass die von Saint Germain übermittelten Prinzipien dieses Buch zum größten aller Selbsthilfebücher machen.
Seine Grundbotschaft lautet: Kein Mensch ist machtlos. Niemand muss Opfer der Umstände sein. Alle können ihr Schicksal ändern. Jeder Mensch kann sein Leben, sein Land und unseren Planeten verändern.
Saint Germain sagt uns wie. Er enthüllt Geheimnisse, die er seit Jahrhunderten anwendet, und Techniken, die wir heute benutzen können, um seine Errungenschaften zu duplizieren.
Er erklärt, wie Jesus Alchemie einsetzte, um auf dem Wasser zu wandeln, Brot und Fische zu vervielfachen, Wasser in Wein zu verwandeln und andere "Wunder" zu vollbringen. Und er erklärt, wie jeder Mensch - mentale Bilder erschaffen kann, um Gegenstände zu materialisieren - darunter auch ein Malteserkreuz aus Amethyst, - sich Energie nutzbar machen kann, um Materie zu beeinflussen, - lernen kann, seine Gefühle zu kontrollieren, - sich endgültig von Ängsten befreien kann, - jünger aussehen und mehr Energie haben kann, - eine Wolke unbegrenzter Energie erschaffen kann, um sein Leben zu verändern, seine Bestimmung zu erfüllen und unseren Planeten zu heilen.
Dieses Buch erhellt nicht nur und inspiriert, es legt dem Leser die Schlüssel zur Transformierung des Selbst in die Hand. Diese werden aber nichts nützen, wenn man nicht die alchemistischen Formeln anwendet, die in diesem Buch enthüllt werden und die in dem Akronym "TRY" (Versucht es!) verschlüsselt sind.
Der Wundermann Europas Wären Sie so gütig, mir zu sagen, ob sich Ihr Vater im Jahre 1710 in Venedig aufhielt?", sagte Gräfin de Georgy.
"Nein, Madam", antwortete der Graf völlig unbekümmert, "es ist sehr viel länger her, dass ich meinen Vater verloren habe. Aber ich selbst habe Ende des letzten und Anfang dieses Jahrhunderts in Venedig gelebt. Ich hatte damals die Ehre, Ihnen aufzuwarten ..."
"Vergeben Sie mir, aber das ist unmöglich, denn der Graf von Saint Germain, den ich damals kannte, war mindestens 45 Jahre alt, und Sie sind zumindest äußerlich in eben diesem Alter."
"Madame", gab der Graf lächelnd zur Antwort, "ich bin sehr alt."
"Aber dann müssten Sie ja beinahe 100 Jahre alt sein." "Das ist nicht unmöglich", antwortete Saint Germain.
Er war der Wundermann Europas - das wissen wir. Aber war er der verlorene dritte Sohn des Prinzen Franz II. Räköczi, des abgesetzten ungarischen Herrschers? Oder hatte er sich - als der aufgestiegene Meister Saint Germain - einen Körper materialisiert, um vorzutäuschen, dass er von königlichem ungarischem Blut sei? Seine Geburt, sein Tod und seine wahre Identität sind geheimnisumwittert.
Aber eines ist sicher: Er wurde an den Königshöfen häufig gesehen - manchmal aber war er unsichtbar. Man sah ihn "spurlos verschwinden", als er die Privatgemächer des Königs und der Königin in Versailles verließ. Ohne Zweifel sind die Taten des Grafen Saint Germain Ausrufezeichen in den Tagebüchern der Großen des 18. Jahrhunderts.
In den höfischen Memoiren von Madame de Pompadour, dem Landgrafen Karl von Hessen-Kassel und Madame d'Adhemar wird er als "außergewöhnlicher Mann" erwähnt. Er wird als schlank und wohlproportioniert beschrieben, von mittlerer Statur, mit angenehmen Gesichtszügen und faszinierenden Augen, die alle in ihren Bann zogen, die sie genauer betrachteten. Er trug an jedem Finger Diamanten - wie auch auf seinen Schuhschnallen. Selbst nach seiner bemerkenswerten Unterhaltung mit der Gräfin de Georgy im Jahre 1767 alterte er nicht.
Madame d'Adhemar begegnete ihm 1789. "Es war tatsächlich er ... Ja! Er sah genauso aus wie 1760, während ich voller Falten und den üblichen Zeichen des Alters war."
Alterslos. Geheimnisvoll. Scheinbar gab es nichts, was er nicht konnte. Er wurde als großer Philosoph, Diplomat, Wissenschaftler, Heiler, Künstler und Musiker verehrt. Er kannte geschichtliche Ereignisse so gut, dass es schien, er habe die Ereignisse, von denen er erzählte, selbst miterlebt. Madame de Pompadour erinnerte sich: "Manchmal erzählte er Anekdoten vom Hofe der Valois [französisches Königshaus von 1328 bis 1589] oder von noch früher lebenden Fürsten in einer solchen Detailliertheit, dass er beinahe den Eindruck erweckte, als sei er Augenzeuge der Ereignisse gewesen, von denen er berichtete."
Sein Wissen erstreckte sich aber nicht nur auf Geschichte, sondern auch auf Geografie. "Er hatte die ganze Welt bereist", schrieb die Pompadour, "und der König lieh ihm bereitwillig sein Ohr, wenn er von seinen Reisen nach Asien und Afrika erzählte und Geschichten von den Höfen Russlands, der Türkei oder Österreichs zum Besten gab."
Er sprach mindestens zwölf Sprachen so fließend, dass er überall als Einheimischer aufgenommen wurde. Zu diesen Sprachen gehörten Französisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch und verschiedene Sprachen des Ostens. "Die Gelehrten und die Professoren der Orientalistik verifizierten die Berichte des Grafen Saint Germain", schrieb eine Gräfin am Hofe Ludwigs des XV.
"Die Ersteren sahen, dass er die Sprachen des Homer und des Virgil besser beherrschte als sie selbst, mit den Letzteren unterhielt er sich auf Sanskrit, Chinesisch und Arabisch auf eine Weise, die zeigte, dass er sich über längere Zeit in Asien aufgehalten haben musste."
Er hielt sich mit General Clive 1755 in Indien auf, wo er - wie er sagte - lernte, Juwelen zu verschmelzen.