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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 08.08.2010 |
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Und es wird sich erheben der König des Südens gegen die Könige des Nordens und wird ihre Länder wie eine Überschwemmung überfluten; sie werden zerschmettert werden und ihre Völker vernichtet. Denn es kommt Tedd Deireáth, die Zeit des Endes, eine Schwertzeit und Beilzeit, die Zeit der Verachtung, die Zeit der Weißen Kälte und der Wolfsstürme. Sechs Tage nach der Schlacht auf der Brücke. Rittersporn, Geralt, Regis, Milva und Cahir sind immer noch auf der Suche nach den Druiden, um zu erfahren wo sich Ciri aufhält. Aber eine Prophezeiung verheißt Geralt nichts Gutes. Er wird sie finden, um sie sofort wieder zu verlieren. Und das für immer, unwiderruflich und er wird alle seine Gefährten verlieren. Die Welt die er kennt wird aufhören zu existieren und wiedergeboren werden. Wenn es in jener Nacht jemandem gelungen wäre, sich zu der in mitten der Sümpfe verborgenen Hütte mit dem eingesackten und moosbewachsenen Strohdach zu schleichen, wenn er durch die Spalten in den Fensterläden gelugt hätte, hätte er im spärlich erhellten Inneren einen graubärtigen Greis in einem Schafspelz und ein aschblondes Mädchen erblickt, dessen Gesicht von einer Narbe auf der Wange entstellt war. Doch das war nicht möglich. Niemand konnte das sehen. Die Hütte war im Röhricht des Sumpflandes verborgen. In einer ewig in Nebel gehüllte Einöde, in die sich niemand wagte. Hier nun der vierte Band der Saga um den Hexer Geralt und sein Schicksalskind, Ciri, die Schwalbe, das Löwenjunge von Cintra. Die Geschichte spielt zwischen dem Winteräquinoktium (22. oder 23. September) bis in die dritte Novemberwoche hinein. Unglaublich verschachtelt, poetisch und geschickt wird diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und von verschiedenen Zeitpunkten aus erzählt. Zum einen erzählt Ciri ihre Erlebnisse einem alten Einsiedler, Teils werden sie ein Jahr später vor einem Tribunal rückblickend erzählt, teils berichten Protagonisten nur wenige Monate und Tage zurückliegende Erinnerungen und diese Blickwinkel werden ineinander verschränkt und verschachtelt. Aus diesen verschiedenen Erzählungen, die von den unterschiedlichsten Personen erzählt werden, erschließt sich dem Leser nach und nach das Gesamtbild der Geschichte ohne dass es jedoch jemals unübersichtlich und verwirrend werden würde. Trotz der verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven, die teils mitten in Abschnitten von einem Satz zum nächsten wechseln, wird die Geschichte doch fast linear erzählt. Eine ungewöhnliche, meisterliche Erzählweise, die ich so noch nie erlebt und gelesen habe. Sehr lebendig, Abwechslungsreich und doch anspruchsvoll. Das Geheimnis das Ciri umgibt wird immer mehr gelüftet, aber nicht so weit, dass man wirklich wüsste was es damit schlussendlich auf sich hat und haben wird. Der Humor kommt diesmal auch nicht zu kurz. Sapkowskis Humor ist teilweise sehr schwarz und dezent (Regis nennt sein Maultier Drakuul (S. 101)) und erschließt sich teils nur aus dem Zusammenhang. Fazit: Sapkowskis erzählweise ist meisterlich, ungewöhnlich und poetisch, voll schwarzem Humor und doch spannend. Diese Geschichte ist ohne die Vorkenntnisse der 3 Vorgängerbände nicht zu verstehen und es gibt auch keine Zusammenfassung am Anfang, daher ist von einem Querseinstieg in die Reihe nur dringend abzuraten. Die Reihe: Der letzte Wunsch Das Schwert der Vorsehung Das Erbe der Elfen Die Zeit der Verachtung Feuertaufe Der Schwalbenturm Die Dame vom See |
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Bewertung von Feenfeuer - Fantasy Blog am 02.08.2010 |
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In den Sümpfen von Pereplut bricht Ciri, das Löwenjunge von Cintra, zusammen, auf matschigem Boden, im Nirgendwo aus Schilf und dunklem Wasser. Als Falka war sie mit der Rattenbande gereist, hatte geplündert und gefeiert, ein wildes und vermeintliches freies Leben geführt. Doch an die Fersen der Ratten hat sich ein gnadenloser und berüchtigter Jäger geheftet... Nach "Das Erbe der Elfen", "Die Zeit der Verachtung" und "Feuertaufe" legt Andrzej Sapkowski mit „Der Schwalbenturm“ den vierten Roman der Hexer-Saga und den sechste Band der Serie und Geralt von Riva vor. Die Handlung der Romans knüpft, mit geringem zeitlichem Abstand, an die Geschehnisse des Vorgängers an und entwickelt sich zu einem hochspannenden Intrigengewirr mit abenteuerlichen Schicksalswegen. Ein Pfad des Buches zeichnet das Erlebte von Ciri nach, erzählt in einer kleinen Sumpfhütte in der Region Ebbing und nach nur wenigen Worten aus der Feder des Autors entblättert sich dessen ganzes Können auf höchst sympathische und atmosphärische Weise. Sapkowski schwenkt gerade zu munter zwischen den Perspektiven, so widmet er sich dem erzähltem Wort aus Ciris Mund, welches nicht selten vor Zynismus und Enttäuschung trieft, um den Leser übergangslos in Handlungen und blutige Schauplätze aus Ciris Erinnerungen zu katapultieren und diesen die Blickwinkeln ihrer Verfolgen und Bandengefährten gegenüber zu stellen. Ein gelungenes Spiel aus gegensätzlichen Interessen und Motivationen, Hintergedanken und offenkundigem Handeln, führt der Autor zu einer dramatischen Kollision, in deren Zentrum das Löwenjunge von Cintra steht. Der zweite wesentliche Pfad dem die Geschichte um den mythischen, vielfach verleugneten Schwalbenturm folgt, beherbergt die Verzweiflung und den Rachewillen des Hexers und seiner illustren Gefährtengruppe. Freunde des Barden Rittersporn werden hier voll auf ihre Kosten kommen, denn jener Frauenschwarm und begnadete Musikant eröffnet einen Blick in seine Memoiren und erzählt von seinem Abenteuer mit Geralt und ihrer Suche nach Cintras Thronerbin. Diese entwickelt sich in „Der Schwalbenturm“ gewohnt hochspannend und stets als Seilakt, nah der totalen Katastrophe. Andrzej Sapkowski gehört zu den Autoren, die ihre Figuren wirklich leben lassen. Problemlos wechselt er die Rollen, schlüpft von Perspektive zu Perspektive und gestaltet diese, in schlichtweg jedem einzelnen Fall, so authentisch, das eine Steigerung nicht möglich wäre. Wie gewohnt finden sich auch in „Der Schwalbenturm“ keine strahlenden Helden, kein plattes Gut-Böse Schema, ganz im Gegenteil, kehrt die Menschlichkeit der Charaktere auch deren dunkle Seiten an die Oberfläche und Sapkowski beleuchtet diese ausgiebig. Gespickt mit fabelhaften Wesen und Erscheinungen, der alten Prophezeiung einer Zeit der Wolfstürme, rasanter Action, die nicht klinisch steril wirkt, sondern offenlegt was Schwert, Pfeil und Beil anrichten, gewitzten Dialogen und einer beispiellosen feinen Emotionalität, die das Tiefe der Figuren berührt, ohne eine Gefühlsduselei zu werden, hat Sapkowski mit seinem Roman einmal mehr bewiesen wie Fantasy der Extraklasse funktioniert und sie doch unnachahmbar geschrieben. Für Fans des Hexers und seiner Abenteuer, sowie so ein Muss, für alle Fantasy Interessierten ist die Geralt Saga ein Lesetipp, der einer Verpflichtung nah kommt. Andrzej Sapkowski verbindet bekannte Elemente aus Mythologie und Fantasy in einem eigenwilligen Mix, zu einer brillanten Erzählung, mit welcher der Autor dem Genre seinen Horizont öffnet. Andrzej Sapkowskis „Der Schwalbenturm“ – Abenteuer Fantasy, die vergleichslos existiert, eine Ausnahme bildet und mehr als nur zu überzeugen weiss. Ein Roman, der in seiner brutalen Welt nicht beschönigt und doch schöne Momente zu streuen weiss, der fesselt und bannt, zum Lachen und zum Schaudern führt, mit einer Geschichte, die sich nicht um Konventionen schert und deshalb weit heraussticht. |
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