Das Spukschloss / Die Saga vom Eisvolk Bd.7 - Sandemo, Margit

Margit Sandemo 

Das Spukschloss / Die Saga vom Eisvolk Bd.7

Roman. Mit e. Nachw. v. Gabriele Haefs

Ins Deutsche übertr. v. Sigrid Sæther
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Das Spukschloss / Die Saga vom Eisvolk Bd.7

Spannung, Romantik und ein Hauch nordischer Mystik!

Als dem jungen Tancred Paladin im Wald ein verängstigtes Mädchen begegnet, verliebt er sich zum ersten Mal in seinem Leben. Vollkommen von ihr fasziniert, muss er sie unbedingt wiedersehen. Auf der Suche nach ihr findet er ein Schloss, das nicht mehr existiert - und eine Frau, die schon lange tot ist. Ist dies alles nur ein Albtraum oder verliert er den Verstand? Oder spielt ihm womöglich das merkwürdige Erbe des Eisvolks einen Streich ...

'Margit Sandemos `Saga vom Eisvolk´ ist so typisch für die skandinavische Kultur wie Nils Holgersson, `Sofies Welt´ und das Neujahrsspringen auf dem Holmenkollen!' Gabriele Haefs


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 283 S.
  • Seitenzahl: 288
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37286
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 116mm x 23mm
  • Gewicht: 225g
  • ISBN-13: 9783442372867
  • ISBN-10: 3442372860
  • Best.Nr.: 25547909
"Margit Sandemos `Saga vom Eisvolk ist so typisch für die skandinavische Kultur wie Nils Holgersson, `Sofies Welt und das Neujahrsspringen auf dem Holmenkollen!" Gabriele Haefs

"Margit Sandemos `Saga vom Eisvolk¿ ist so typisch für die skandinavische Kultur wie Nils Holgersson, `Sofies Welt¿ und das Neujahrsspringen auf dem Holmenkollen!"
Margit Sandemo ist die meistgelesene skandinavische Autorin. Ihre Bücher wurden weltweit mehr als 40 Millionen Mal verkauft. Neben der Saga vom Eisvolk hat sie noch weitere Romanserien geschrieben sowie diverse Einzelromane. Margit Sandemo wurde 1924 geboren und lebt in Norwegen.

Leseprobe zu "Das Spukschloss / Die Saga vom Eisvolk Bd.7"

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In einer längst vergangenen Zeit, vor vielen hundert Jahren, wanderte Tengel der Böse hinaus in die Einöde, um seine Seele dem Teufel zu verkaufen.

Er wurde der Stammvater des Eisvolks.

Tengel wurden große irdische Reichtümer versprochen um den Preis, dass mindestens ein Kind aus jeder Generation in die Dienste Satans treten und böse Taten verüben sollte. Das Erkennungszeichen dieser Nachkommen sollten katzengelbe Augen sein, und sie sollten Zauberkräfte besitzen. Und eines Tages würde dem Eisvolk ein Kind mit größeren übernatürlichen Fähigkeiten geboren werden, als die Welt sie jemals gesehen hatte.

Dieser Fluch sollte auf der Sippe ruhen bis zu dem Tag, an dem der vergrabene Kessel mit dem Hexensud gefunden würde, mit dem Tengel der Böse den Fürsten der Finsternis heraufbeschworen hatte.

So berichtet es die Sage.

Ob sie wahr ist, weiß niemand.

Aber eines Tages im 16. Jahrhundert wurde dem Eisvolk einer dieser Verfluchten geboren. Er versuchte jedoch, das Böse zum Guten zu wenden, und wurde deshalb Tengel der Gute genannt. Von seiner Familie berichtet diese Saga, vor allem von den Frauen seiner Familie.

1. Kapitel Nach König Christians Tod wurde das Leben für seine und Kirsten Munks Töchter bedeutend schwieriger.

Sie waren von ihm sehr überlegt mit den Männern verheiratet worden, die er selbst an die Spitze des Reiches gestellt hatte. Anna Christina, die älteste Tochter, hatte er mit Franz Rantzau verlobt, der zuvor von ihm zum Reichsmarschall befördert worden war. Aber noch bevor die Hochzeit stattfinden konnte, starben beide sehr jung.

Die unsympathische Sofie Elisabeth, die zweite Tochter, war von ihm mit Christian von Pentz - Gouverneur, Statthalter und Amtmann - verheiratet worden. Er war wohl auch so eine Art dänischer Außenminister - wenn ein solcher Titel existiert hätte.

Leonora Christina heiratete den bedeutendsten und ehrgeizigsten von allen, Corfitz Ulfeldt, der jetzt Reichsmarschall und der Erste im Reich war. Leonora Christina war damit schon lange die Erste Dame Dänemarks.

Elisabeth Augustas Mann, Hans Lindenov, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer absoluten Null.

Christiane dagegen hatte mehr Glück. Ihr Mann, Hannibal Sehested, wurde ein sehr erfolgreicher Statthalter in Norwegen.

Und Hedwig heiratete den obersten Beamten von Bornholm, Ebbe Ulfeldt. Aber auch er merkte bald, dass seine Frau eine Tochter von Kirsten Munk war.

Hannibal Sehestad beschrieb seine Ehefrau und deren Schwestern einmal so: "Das sind doch Teufelsweiber. Der Satan sollte meine Frau und die restliche Brut von Kirsten Munk holen."

Die Schwestern waren alle davon überzeugt, zur Crème de la Crème Dänemarks zu gehören. Aber dann bestieg ihr Halbbruder Frederik III. den Thron, zusammen mit der sehr jungen Königin Sofie Amalie.

Frederik führte eine umfassende Säuberung durch. Zuerst entließ er Christian von Pentz, mit dem er sich schon als junger Prinz überworfen hatte, und verbot ihm, sich bei Hofe zu zeigen.

Dann kam Ebbe Ulfeldt an die Reihe. Seine Amtsführung wurde untersucht, und es zeigte sich, dass er die Bauern aufs Gröbste schikanierte. Auch er wurde verabschiedet.

Als ob alle diese Kränkungen noch nicht genug gewesen wären, wurde allen Töchtern von Kirsten Munk das Recht genommen, sich Gräfin zu nennen - und es wurde ihnen verweigert, mit ihren Kutschen in den Schlosshof zu fahren, ein Recht, das nur den ersten Damen des Reiches zustand.

Die Töchter tobten. Kirsten Munk tobte. Und die Großmutter, Ellen Marsvin, die seit dem Tode Christian IV. Schwarz trug, murmelte auch das eine oder andere in ihren Bart. Sie starb übrigens 1649 und musste somit die weiteren Demütigungen ihrer Enkelinnen nicht mehr erleben.

Die größte Demütigung jedoch traf Leonora Christina. Erstens war sie die Frau von Corfitz Ulfeldt, der im Verborgenen mit dem neuen König ständig darüber im Streit lag, wer nun eigentlich das Land regierte. Zum anderen tobte zwischen ihr und der jungen Königin Sofie Amalie von Braunschweig ein rücksichtsloser Streit, wer die Erste Dame sei. Dieser eiskalte und bittere Kampf dauerte bis zu ihrem Tode.

Eigentlich hatte der König es auf Corfitz Ulfeldt abgesehen. Aber erst nahm er sich Hannibal Sehested vor. Sehested war eigentlich ein Mann des Königs, aber der Reichsrat wollte ihn nicht länger als Statthalter in Norwegen haben. Als es sich dann zeigte, dass er im Laufe der Jahre ein Sechstel aller norwegischen Güter und mehrere Bergwerke an sich gebracht hatte und dass große Schätze, die Dänemark zustanden, dort niemals angekommen, sondern in Sehesteds eigener Tasche gelandet waren - ja, da konnte der König seine Augen nicht mehr vor der Wahrheit verschließen.

Damit war Hannibal Sehesteds Laufbahn bis auf Weiteres zu Ende.

Aber es war Ulfeldt, der König Frederik ein wirklicher Dorn im Auge war.

So wie auch der Königin Leonora Christina.

Im Januar 1649 erhielt Cecilie Paladin eines Tages Besuch von Leonora Christina.

Die Königstochter war sehr gereizt. Es gelang ihr nicht einmal, sich ruhig hinzusetzen.

"Dieses deutsche Frauenzimmer!", schnaubte sie und meinte Königin Sofie Amalie. "Sie tut alles, um mich unterzukriegen. Aber mein lieber Mann hat noch etwas in der Hinterhand. Er reist jetzt in die Niederlande, Markgräfin, und dort wird er Absprachen treffen, die ganz Dänemark, das neue Königspaar eingeschlossen, zeigen werden, wer den klügsten Kopf hat. Wir werden schon sehen, wer am besten dazu geeignet ist, hier zu regieren!"

"Soso, der Reichsrat hat also diese Reise beschlossen?"

"Der Reichsrat? Ein Reichsmarschall von Corfitzens Format braucht von niemandem Ratschläge. Ich fahre natürlich mit ihm, und er wird von einem glänzenden Gefolge begleitet werden. Darum komme ich auch zu Euch, Markgräfin Paladin. Ihr seid mir gegenüber immer gut, loyal und treu gewesen. Mein Mann braucht einen persönlichen Hofherrn, einen jungen Pagen, der ihm die ganze Zeit über aufwarten kann. Und gerade jetzt, wo diese Deutsche am Hof ihre Ränke schmiedet, gibt es so wenige, denen man vertrauen kann. Wir haben sofort an Euren Sohn Tancred gedacht. Er hat eine glänzende Ausbildung, was die Hofetikette betrifft, und er sieht ja so gut aus ..."

Cecilie schossen mehrere Gedanken gleichzeitig durch den Kopf. Eigentlich hatte sie keine Lust, ihren Sohn für dieses riskante Vorhaben auszuleihen. Ihr Sohn sollte nicht in den Konflikt zwischen dem König und dem Reichsmarschall - oder zwischen deren Ehefrauen - verwickelt werden. Auf der anderen Seite war sie fast seit Leonora Christinas Geburt deren Kindermädchen gewesen .

Cecilie verhielt sich bezüglich des Machtkampfes zwischen der Königin und Leonora Christina recht neutral. Beide Frauen waren, intellektuell gesehen, sehr begabt. Leonora Christina war außerdem schön, charmant und weltgewandt, während die Königin über Jugend, Anmut und ihren hohen Rang verfügte. Die Mitglieder des Hauses Braunschweig-Lüneburg galten als begabt, energisch und leidenschaftlich - und Sofie Amalie war da keine Ausnahme.

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