Das Gesetz der Neun - Goodkind, Terry

Das Gesetz der Neun

Roman. Deutsche Erstausgabe

Terry Goodkind 

Übersetzung: Holz, Caspar
Broschiertes Buch
 
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Das Gesetz der Neun

Die Erfolgsgeschichte geht weiter!
Alex Rahl ist einer der aufstrebenden jungen Künstler der USA. Doch als er an seinem 27. Geburtstag Jax Amnell kennen lernt und sie davor bewahrt, überfahren zu werden ändert sich sein ruhiges Leben schlagartig. Plötzlich haben es Männer von einer Bösartigkeit, die er sich bislang nicht einmal vorstellen konnte, auf Alex abgesehen. Die Erklärung, die ihm Jax dafür anbietet, ist absolut unglaubwürdig. Schließlich gibt es keine Magie und parallelen Welten, oder?


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 542 S. 183 mm
  • Seitenzahl: 542
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37646
  • Deutsch
  • Abmessung: 184mm x 128mm x 45mm
  • Gewicht: 460g
  • ISBN-13: 9783442376469
  • ISBN-10: 3442376467
  • Best.Nr.: 29523993
Terry Goodkind wurde 1948 in Omaha, USA, geboren und war nach seinem Studium zunächst als Rechtsanwalt tätig. Terry Goodkind lebt in Neuengland.

Leseprobe zu "Das Gesetz der Neun" von Terry Goodkind

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Leseprobe zu "Das Gesetz der Neun" von Terry Goodkind

Für Jeri, die Liebe meines Lebens, die stets für mich da ist. In Augenblicken der Schwäche gibt sie mir Kraft, in Momenten der Stärke schenkt sie mir ihr besonderes Lächeln. Niemand weiß so gut wie sie, was mich an diesen Punkt geführt, zu diesem Buch befähigt, auf diesen neuen Weg gebracht hat. Hätte sie mich nicht auf jedem meiner Schritte begleitet, wäre ich nicht, was ich bin, könnte ich all das, was ich tue, niemals erreichen. Sie macht mich zu einem ganzen Menschen.

Dieses Buch ist ihr gewidmet.

Als Erstes stach ihm die Piratenflagge ins Auge, die oben auf dem Lastwagen des Klempnereibetriebs wehte. Nur mit Mühe schien sich der weiße Totenschädel mit den gekreuzten Knochen auf der flatternden schwarzen Fahne halten zu können, als der offene Laster bei dem mutmaßlichen Versuch, die Ampelphase noch zu schaffen, auf die Kreuzung raste. In Schräglage bog er um die Kurve; weiße PVC-Röhren rollten über seine geriffelte Aluminium-Ladefläche und erzeugten dabei das harte Klacken aneinanderschlagender Knochen. Bei dem Tempo, das er an den Tag legte, schien der Laster Gefahr zu laufen umzukippen.

Alex sah zu der einzigen Person hinüber, die mit ihm am Bordstein wartete. In wirre Gedanken versunken hatte er die einzelne Frau, die ein Stück weiter rechts vor ihm stand, bisher gar nicht bemerkt. Er erinnerte sich nicht einmal, aus welcher Richtung sie gekommen war. Von ihren Armen glaubte er hauchfeine Dampfwölkchen in die frostige Luft aufsteigen zu sehen.

Da er das Gesicht der Frau nicht sehen konnte, wusste er nicht, ob sie den Lastwagen wahrnahm, der auf sie beide zuraste. Allerdings erschien es ihm kaum vorstellbar, dass sie nicht wenigstens den unter Vollgas aufheulenden Dieselmotor hörte.

Als die Bahn des Lasters keinen Zweifel mehr daran ließ, dass er die Kurve nicht schaffen würde, packte Alex die Frau am Oberarm und riss sie nach hinten.

Mit quietschenden Reifen rumpelte der Laster über die Bordsteinkante, genau dort, wo Alex und die Frau eben noch gestanden hatten. Die vordere Stoßstange schoss vorbei und verfehlte sie nur um Zentimeter. Hinter ihm stieg eine schmutzige Staubwolke auf, Klumpen von Gras und Erde flogen vorüber.

Hätte Alex gezögert, wären sie jetzt beide tot.

Auf der weißen Tür, gleich über dem Namen Jolly Roger Klempnereibetriebe, war das Abbild eines fröhlich dreinblicken- den Piraten zu sehen, mit einer feschen schwarzen Klappe über dem einen Auge und einem gemalten Funkeln in einem seiner lächelnden Mundwinkel. Alex warf ihm einen wütenden Blick zu.

Als er den Kopf hob, um zu sehen, was für ein Irrer hinter dem Steuer saß, begegnete er stattdessen dem starren, düsteren Blick seines stämmigen Beifahrers. Er hätte tatsächlich ein Pirat sein können mit seinem krausen Bart und dem mächtigen dunklen Haarschopf. Aus seinen Augen, hinter den schmalen Schlitzen über seinen feisten, pockennarbigen Wangen, sprach blanke Wut.

Offenbar war der hünenhafte Kerl stinksauer, weil Alex und die Frau es gewagt hatten, ihrem Abstecher abseits der Straße im Weg zu sein. So wie er die Tür aufstieß, ließ er keinen Zweifel daran, dass er die Absicht hatte zuzuschlagen.

Der Kerl schien einem Alptraum entsprungen.

Alex spürte eine kalte Woge Adrenalin durch seinen Körper schießen, als er in Gedanken seine nächsten Schritte choreogra- phierte. Der Beifahrer, offenbar gewillt, sich aus dem noch rollenden Lastwagen zu werfen, würde ihn erreicht haben, ehe der Fahrer sich einmischen konnte, somit stand es eins gegen eins - zumindest für kurze Zeit. Alex wollte nicht glauben, dass dies tatsächlich passierte, und doch war es so, und er wusste, dass er damit fertig werden musste.

Von kalter Wut gepackt wappnete er sich gegen das Unvermeidliche. Alles verlangsamte sich, bis jeder Schlag seines Herzens eine Ewigkeit zu dauern schien. Er sah die Armmuskeln des Mannes hervortreten, als dieser die Tür aufhielt. Als Reaktion darauf spannten sich auch Alex' Muskeln an, bereit, sich der Gefahr zu stellen. Ein Kokon aus Stille legte sich um seinen Verstand.

Just als der stämmige Beifahrer sein Bein aus der offenen Beifahrertür herausschwang, wurde seine Aufmerksamkeit von einem blinkenden Blaulicht und dem plötzlichen Aufheulen einer Sirene abgelenkt. Ein Streifenwagen schoss mit quietschenden Reifen quer über die Kreuzung, in einem Stil, der die Vermutung nahelegte, dass die Kapriolen des Lastwagens den Ärger seiner Besatzung erregt hatten. Er hatte, von einer Hecke verdeckt, am Rand der Einfahrt des Parkplatzes gegenüber gestanden. Im Vorüberrasen hatten die beiden Männer das geparkte Einsatzfahrzeug, das den Verkehr beobachtete, offenbar nicht bemerkt. Der seinen Gedanken nachhängende Alex ebenfalls nicht.

Der Lautsprecher erwachte knackend zum Leben. "Fahren Sie rechts ran!"

Schlagartig schien die Welt wieder über ihn hereinzustürzen.

Eine Wolke aus Staub hinter sich wurde der weiße Lastwagen des Klempnereibetriebs langsamer und rollte ein Stück weiter vorn vom Gehweg runter, dicht gefolgt von dem schwarzweißen Streifenwagen. Kaum war er zum Stillstand gekommen, sprangen zwei Streifenpolizisten aus ihrem Wagen, die Hände einsatzbereit auf den Waffen, und näherten sich dem Laster von zwei Seiten gleichzeitig. Auf ihr lautstarkes Kommando stiegen beide Männer vorsichtig mit erhobenen Händen aus. Augenblicke später hatten die Beamten sie draußen und ließen sie die Hände auf den vorderen Kotflügeln ihres Wagens abstützen.

Alex fühlte die Anspannung aus seinen Muskeln weichen. Bis er zittrige Knie bekam.

Als er seinen wütenden Blick von den Männern abwandte, die gerade durchsucht wurden, bemerkte er, dass die Frau ihren Blick auf ihn geheftet hatte. Ihre Augen waren von der satten Farbe seiner feinsten Zobelhaarpinsel. Für ihn war vollkommen klar, dass sich hinter diesen sinnlichen braunen Augen, mit denen sie ihre Umgebung taxierte, ein scharfer Verstand verbarg.

Ihr Blick glitt langsam zu seiner groben Hand hinunter, die ihren Oberarm noch immer fest umklammert hielt. Er hatte sie nach hinten ziehen und in Sicherheit bringen wollen, damit der Beifahrer ihr nichts antun konnte, aber die Polizisten waren ihm zuvorgekommen.

Sie hob den Blick und erteilte ihm einen stummen Befehl.

"Tut mir leid", sagte er und ließ ihren Arm los. "Sie wären um ein Haar von Piraten überfahren worden."

Sie erwiderte nichts.

Mit seiner flapsigen Bemerkung hatte er dem Beinaheunfall etwas von seinem Schrecken nehmen wollen, doch nach ihrem ungerührten Gesichtsausdruck schien sie nicht im Geringsten amüsiert. Er hoffte, dass er ihr nicht wehgetan hatte; manchmal war er sich seiner eigenen Kräfte nicht bewusst.

Da er nicht wusste, wohin mit seinen Händen, fuhr Alex sich durch sein dichtes Haar und schob die andere Hand in seine Hosentasche.

Er räusperte sich, schlug einen ernsteren Ton an und versuchte es erneut. "Tut mir leid, wenn ich Ihnen wehgetan haben sollte, aber wenn ich Sie nicht aus dem Weg gezogen hätte, hätte der Lastwagen Sie erwischt."

"Das hätte Ihnen etwas ausgemacht?"

"Klar", erwiderte er leicht verwirrt. "Ich möchte nicht mitansehen, wie jemand bei einem solchen Unfall verletzt wird."

"Vielleicht war es ja gar kein Unfall."

Ihr Gesichtsausdruck war unergründlich. Er konnte nur raten, was sie damit meinte, und wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte.

In einem entlegenen Winkel seines Verstandes sah er noch immer ihr schemenhaftes Bild vor sich, wie sie am Bordstein gestanden hatte. Obwohl selbst in düstere Gedanken versunken, war ihm nicht entgangen, dass ihre Körpersprache nicht ganz stimmig gewesen war. Als Künstler hatte er einen Blick für die innere Haltung eines Menschen, ob im Ruhezustand oder in der Bewegung. Irgendetwas an ihrer Art zu stehen war außergewöhnlich gewesen.

Alex war nicht sicher, ob sie mit ihrer Entgegnung schlicht dasselbe bezweckt hatte wie er - dem pulsbeschleunigenden Beinaheunfall etwas von seinem Schrecken zu nehmen - oder ob sie seine Höflichkeit als aufdringlich empfand. Vermutlich hatte sich eine attraktive Frau wie sie ständig irgendwelcher Männer zu erwehren, die sie mit flotten Sprüchen anzumachen versuchten.

Das schwarze Samtkleid, das sich eng um ihren Körper schmiegte, war entweder hochmodisch oder seltsam unzeitgemäß und fehl am Platz - was, vermochte er nicht recht zu entscheiden. Das Gleiche galt für den langen, dunkelgrünen Überwurf, den sie über ihrer Schulter trug. Auch auf ihr üppiges, weiches sommerblondes Haar hätte beides zutreffen können.

Alex vermutete, dass sie sich auf dem Weg zu dem exklusiven Juweliergeschäft befunden hatte, der Hauptattraktion der gehobenen Regent-Passagen drüben auf der anderen Straßenseite. Deren schräge Glasfassade war hinter den Schatten der Eschen und Linden, verstreut über das weitläufige Gelände, das die luxuriöse Geschäftszeile vom Regent Boulevard trennte, gerade eben zu erkennen.

Er sah hinüber zu dem am Bordstein stehenden Lastwagen des Klempnerbetriebs. Die kreisenden Lichter des Streifenwagens tauchten den weißen Laster abwechselnd in blaues und rotes Licht.

Nachdem er dem Beifahrer Handschellen angelegt hatte, zeigte der Polizist auf den Bordstein und wies ihn an, sich neben den Fahrer zu setzen. Der tat es und schlug die Beine übereinander. Beide trugen dunkle, stark verschmutzte Arbeitskleidung. Obwohl die beiden die Anordnungen wortlos befolgten, wirkte keiner von ihnen auch nur im Mindesten eingeschüchtert.

Einer der Streifenbeamten kam auf Alex zu, während der andere in ein an seiner Hemdschulter festgeklemmtes Funkgerät sprach.

"Sie sind beide in Ordnung?", erkundigte sich der Beamte im Näherkommen, die Stimme immer noch angespannt vom Adrenalin. "Die haben Sie doch nicht erwischt, oder?"

Die Polizisten waren beide jung und wie Gewichtheber gebaut. Beide hatten einen Stiernacken. Die schwarzen, kurzärmeligen Hemden, die über ihren mächtigen Armen spannten, unterstrichen ihre kräftige Statur noch.

"Nein", erwiderte Alex. "Wir sind unverletzt."

"Freut mich zu hören. Sie haben geistesgegenwärtig reagiert. Einen Moment lang dachte ich, Sie beide würden überfahren."

Alex wies auf die Kerle in Handschellen. "Werden die in Gewahrsam genommen?"

Der Polizist musterte die Frau mit einem flüchtigen Blick, schüttelte dann den Kopf. "Nein, es sei denn, es liegt ein Haftbefehl gegen sie vor. Bei Typen dieses Schlags weiß man nie, mit wem man es zu tun hat, deswegen legen wir ihnen Handschellen an, bis sie überprüft werden können, zu unserer eigenen Sicherheit. Aber wenn mein Partner erst mal das Strafmandat ausgestellt hat, denke ich, werden sie kaum bei Laune sein, so eine Nummer noch einmal abzuziehen."

Dass zwei so kräftig gebaute Polizeibeamte wegen der Kerle in dem Lastwagen so besorgt waren, um ihnen Handschellen anzulegen, war ein gewisser Trost für Alex, den es beim Blick in die düsteren Augen des Beifahrers kalt überlaufen hatte.

Er blickte kurz auf die Dienstmarke und streckte die Hand aus. "Vielen Dank, dass sie genau im richtigen Moment gekommen sind, Officer Slawinski."

"Keine Ursache", erwiderte der und schüttelte Alex' Hand. Nach seinem kraftvollen Griff zu urteilen stand er noch immer unter Strom. Doch abrupt drehte Officer Slawinski ab, denn er hatte es eilig, zu den Piraten zurückzukehren.

Der noch immer auf der Bordsteinkante hockende Fahrer war schmächtiger als der kräftige Beifahrer, verströmte aber die gleiche Boshaftigkeit. Mit steinerner Miene beantwortete er die Fragen des vor ihm stehenden Beamten, während dieser das Strafmandat ausstellte.

Die beiden Polizisten tauschten sich kurz aus, offenbar über ihre Anfrage wegen eines Haftbefehls, denn Officer Slawinski nickte, löste dann die Handschellen des Beifahrers und wies ihn an, wieder in den Lastwagen zu steigen. Nachdem er hineingeklettert war, legte er einen behaarten Arm ins Seitenfenster, während der andere Polizist daranging, dem Fahrer die Fesseln abzunehmen.

Im großen, rechteckigen Seitenspiegel des Lasters sah Alex, dass der Mann ihn aus seinen dunklen Augen düster musterte. Es waren Augen, die in einer zivilisierten Welt fehl am Platz schienen. Allerdings, sagte sich Alex, wirkten zwangsläufig alle abgenutzten Baufahrzeuge in einem eben erst erbauten, eleganten Stadtviertel wie diesem fehl am Platz, auch wenn es jede Menge davon gab. Tatsächlich erinnerte er sich, den Wagen der Jolly Roger Klempnereibetriebe schon einmal gesehen zu haben.

Es war noch gar nicht lange her, da hatte sein eigenes bescheidenes Haus - eines von mehreren, in der Abgeschiedenheit bewaldeter Hügel und Maisfelder errichteten Wohnhäusern ganz in der Nähe - am Stadtrand gestanden, mittlerweile jedoch waren sie alle von der sich immer weiter ausbreitenden Stadt geschluckt worden. Jetzt wohnte er in einer angesagten Gegend, wenn auch nicht unbedingt in einer gefragten Straße oder in einem erstrebenswerten Haus.

Einen Augenblick lang stand Alex wie versteinert da und starrte in das schmierige, bärtige Gesicht, das ihn im Außenspiegel beobachtete.

Dann ging ein Grinsen über das Gesicht des Mannes.

Es war das boshafteste Grinsen, das Alex je gesehen hatte.

Als eine Windbö die schwarze Flagge oben auf der Fahrerkabine erfasste, zeigte ihm der Totenschädel ebenfalls sein düsteres Feixen.

In diesem Moment bemerkte er, dass die Frau, unempfänglich für das Treiben, ihn beobachtete. Als die Ampel auf Grün sprang, machte Alex eine Handbewegung.

"Würden Sie mir gestatten, Sie sicher über die Straße zu geleiten?", fragte er im Tonfall übertriebener Galanterie.

Zum ersten Mal ging ein Lächeln über ihr Gesicht. Kein strahlendes Lächeln oder eines, das in Lachen auszubrechen drohte, eher ein schlichtes, bescheidenes Verziehen der Lippen, das besagte, diesmal hatte sie das heitere Wesen seiner Worte verstanden.

Und doch schien es die Welt an diesem für ihn ansonsten so bedrückenden Tag mit Schönheit zu erfüllen.

"Ich würde Sie gern irgendwann einmal malen - natürlich nur, wenn Sie Interesse haben", sagte Alex, während sie den breiten Boulevard überquerten.

"Malen, mich?", erwiderte sie und zog ganz leicht die Brauen hoch. Es war ein berückend feminines Mienenspiel, das zu einer Erklärung einlud.

"Ich bin Künstler."

Mit einem Blick auf den Straßenverkehr, der linker Hand vor der Kreuzung zum Erliegen gekommen war, vergewisserte er sich, dass es nicht noch einmal skrupellose Baufahrzeuge auf sie abgesehen hatten. Doch da nun ein Streifenwagen mit kreisenden Lichtern am Rinnstein stand, fuhr jeder alsbald vorsichtig weiter.

Er war froh, die Piratenklempner endlich hinter sich zu lassen. Offenbar hegten diese Typen einen Groll gegen ihn und die Lady. Alex verspürte einen kurzen Anflug von Ärger angesichts der Ungerechtigkeit ihrer streitsüchtigen Haltung ihm gegenüber.

"Dann malst du also Porträts?", fragte sie.

Alex zuckte mit den Achseln. "Gelegentlich."

Porträts waren nicht sein Spezialgebiet, brachten ihm aber ab und zu ein wenig Geld ein. Und wenn er die Gelegenheit bekäme, diese Frau zu malen, würde er sogar umsonst arbeiten. In Gedanken analysierte er bereits die Schwünge und Flächen ihrer Gesichtszüge, versuchte sich vorzustellen, ob es ihm jemals gelingen könnte, ein so bezauberndes Gesicht angemessen wiederzugeben. Er würde ein solches Werk niemals beginnen, solange er nicht das sichere Gefühl hatte, es perfekt hinzubekommen.

Eine Frau wie diese wollte er nur in absoluter Vollkommenheit wiedergeben, sie auch nur im Mindesten zu verändern war schlichtweg undenkbar.

Er deutete zu dem niedrigen, eleganten Gebäudekomplex hinüber, der hinter dem schillernden Laub gerade eben zu erkennen war. "Ich habe ein paar Arbeiten von mir in der Galerie."

Sie blickte zu der angezeigten Stelle, beinahe so, als erwartete sie, die Galerie selbst dort zu sehen.

"Eigentlich bin ich gerade auf dem Weg dorthin. Wenn Sie einige meiner Arbeiten sehen möchten, die Galerie liegt ein kleines Stück hinter dem Regent-Juweliergeschäft.

Seine Stimme verstummte. Plötzlich kam ihm seine Aufschneiderei albern vor. Eine Frau wie sie interessierte sich wahrscheinlich nur für das exklusive Juweliergeschäft oder die Boutiquen. Warum er dies vermutete, wusste er nicht - schließlich trug sie keinerlei Schmuck. Wahrscheinlich befürchtete er, dass sie sich gar nicht für Kunst interessierte - jedenfalls nicht für seine.

"Ich würde deine Arbeiten gerne sehen."

Er sah zu ihr hinüber. "Wirklich?"

Sie nickte und strich sich eine wellige, blonde Haarsträhne aus dem Gesicht.

Alex spürte das stumme Vibrieren seines Handys in seiner Hosentasche, das ihm den Eingang einer weiteren SMS ankündigte. Innerlich seufzend überquerte er schnurstracks den nahezu verlassenen Parkplatz. Es war früher Vormittag, die meisten Leute kamen erst gegen Mittag. Ein paar Dutzend teure Autos in glänzenden gedeckten Farbschattierungen von Silber, Rot und Bernstein parkten in einer Gruppe rings um den Haupteingang.

Nach dem Eingang der Nachricht hörte sein Handy auf zu vibrieren. Ganz bestimmt wieder Bethany. Bevor er sie einige Wochen zuvor kennen gelernt hatte, hatte er nicht einmal gewusst, dass sein Telefon Textnachrichten empfangen konnte. Nachdem er zum zweiten Mal mit ihr ausgewesen war, war sie dazu übergegangen, ihm SMS zu schicken. Sie waren von quälender Belanglosigkeit. Er las sie kaum noch. Gewöhnlich erkundigte sie sich nach Dingen wie: ob er denn auch an sie denke. Dabei kannte er sie kaum. Was sollte er darauf erwidern? Dass sie ihm kein einziges Mal in den Sinn gekommen war?

Ohne auch jetzt weiter an sie zu denken, hielt er der Frau die gläserne Schwingtür auf. Es war nicht die Sorte Einkaufspassage, die sich an ein finanziell zurückhaltendes Publikum richtete. Sie schlüpfte mit einer Eleganz und einem Selbstvertrauen durch die Eingangstür, wie sie nur aus der Vertrautheit mit solchen Orten entstand.

Bevor sich die Tür wieder schloss, warf Alex einen Blick über den Parkplatz, durch die den Straßenrand säumenden Linden zu dem weißen Lastwagen hinüber, der noch immer vor dem Streifenwagen am Bordstein stand. Die Männer im Fahrerhaus konnte er nicht erkennen.

Als sie die gedämpfte, eindrucksvolle Abgeschiedenheit im Innern betraten, stellte er zu seiner Überraschung fest, dass seine Begleiterin kaum mehr als flüchtiges Interesse für die glitzernden Verlockungen des Regent-Juweliergeschäfts zeigte. Beim Schlendern durch die Hallen bedachte sie jedes der exklusiven Geschäfte mit dem gleichen kühl abwägenden Blick. Im Bekleidungsgeschäft gab es, das wusste Alex, außer vielleicht einem Schal nichts für weniger als einen vierstelligen Betrag zu kaufen. Die Frau überflog die Kombinationen im Schaufenster mit nicht mehr Interesse als die Schuhe in der nächsten oder die Handtaschen in der übernächsten Auslage.

Alex fiel auf, dass andere Frauen sie mit abschätzigen Blicken musterten. Sie betrachtete die anderen Frauen ebenfalls, allerdings auf völlig andere Art. Während diese ihren gesellschaftlichen Status einzuschätzen versuchten, beurteilte sie sie nach ^ räumlichen Kriterien und bestimmte ihre Entfernung, ehe sie kurz ihre Gesichter musterte, wie um zu sehen, ob sie sie wiedererkannte.

"Hier entlang, um diese Ecke", lenkte Alex ihre Aufmerksamkeit auf sich.

Als er sie ansprach, erwiderte sie seinen Blick mit einer konzentrierten Anteilnahme, die Respekt und Interesse verhieß. Unvorstellbar, dass sie ihm jemals eine SMS schicken würde.

Sie ließ sich von ihm um die Ecke der mit ausladenden, in den rosafarben gesprenkelten Granitboden eingelassenen Metallstreifen verzierten Passage führen. An einer Kreuzung erhob sich ein Stuckbogen. Dort bog Alex in eine sonnendurchflutete Passage ein. Das durch die Oberlichter einfallende Licht spielte über die von Philodendren und einer Ansammlung von lachsfarbenen Hibiskuspflanzen überquellenden Blumenkübel.

Vor dem mit einer kunstvoll verzierten Goldeinfassung umrandeten Schaufenster der Galerie blieben Alex und sie stehen. Die Einfassung, die an einen Bilderrahmen erinnern sollte, schuf das passende Ambiente für einige wenige teurere und gefragtere Werke, die unmittelbar dahinter ausgestellt waren.

Alex deutete durch die Fensterscheibe. "Hier ist es."

Ein Anflug von Missbilligung ging über ihr Gesicht. "Soll das etwa heißen, dass du das da gemalt hast?"

Ihr Blick war auf das mitten auf der übervollen Fläche ausgestellte, monumentale Werk gerichtet. Geschaffen war es von einem gewissen R. C. Dillion, einem Künstler aus dem mittleren Westen, der auf dem besten Weg war, zu einer nationalen Größe zu werden. Angeblich gehörte er zu den Vorreitern eines neuen Realismus in der Kunst.

"Nein, nicht das", sagte Alex. Er beugte sich vor und zeigte an den sich im Schaufenster drängenden, abstrakten Werken vorbei auf eine kleine, auf einer Staffelei stehende Landschaftsszene unmittelbar vor der Rückwand. "Das dort hinten ist eins von meinen. Die Gebirgslandschaft mit den Fichten links im Vordergrund."

Zu seiner Erleichterung sah Alex, dass Mr. Martin, der Galerieinhaber, wenigstens einen kleinen Spot auf das Bild gerichtet hatte, statt es einfach an die Wand gelehnt auf den Fußboden zu stellen, wie er es sonst mitunter tat. Die kleine Lampe ließ die sonnenbeschienene Lichtung inmitten der stillen Kathedrale aus Bäumen aufleben.

"Sehen Sie, welches ich meine?", fragte er mit einem Seitenblick auf die Frau.

Überrascht öffnete sie leicht den Mund. "Es ist wunderschön, Alexander."

Alex erstarrte.

Er war sich ganz sicher, dass er seinen Namen noch nicht erwähnt hatte! Das wusste er so genau, weil er schon seit geraumer Zeit auf den passenden Moment wartete, ohne so zu klingen, als wolle er sie anmachen.

Schließlich dämmerte ihm, dass sie wahrscheinlich schon früher in der Regent-Passage gewesen war und dabei die Galerie aufgesucht haben musste. Das ergab durchaus einen Sinn, schließlich war die Galerie bei wohlhabenden Damen bekannt - auch wenn diese seinen Arbeiten gewöhnlich keine Beachtung schenkten. Neben seinen Bildern war sein Werdegang mitsamt einem Foto von ihm angebracht. Er signierte seine Arbeiten mit der ausgeschriebenen Form seines Namens - Alexander -, und so war er auch in seiner Biografie aufgeführt. Daher musste sie seinen Namen kennen.

Sie sah auf und musterte unverwandt sein Gesicht. "Wieso hast du dieses Motiv gemalt?"

Alex zuckte mit den Achseln. "Ich mag den Wald."

Ihre Augen schienen noch klarer zu werden, so als hätte das, was sie in dem Bild erblickte, eine geweihte Bedeutung für sie. "Nein, ich meinte, wieso hast du diese spezielle Stelle im Wald gemalt?"

"Ich weiß nicht. Ich habe sie einfach nach der Fantasie gemalt."

Sie schien etwas sagen zu wollen, wandte sich aber stattdessen wieder herum und starrte durch die Schaufensterscheibe, offensichtlich vor Ergriffenheit um Worte verlegen.

Alex wollte gerade fragen, wieso ihr ausgerechnet diese Landschaft so viel zu bedeuten schien, als sein Handy klingelte. Er wollte nicht drangehen, aber die Frau starrte ins Schaufenster und war so sehr vom Anblick seines Bildes in Anspruch genommen, dass er sich zur Seite drehte und das Handy aufklappte.

"Hallo?"

"Alex, ich bin's", sagte Bethany.

"Oh, hi", antwortete er über das Handy gebeugt mit leiser Stimme.

"Hast du meine SMS nicht bekommen?"

"Tut mir leid, aber ich bin heute noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen. Ich hab dir doch gesagt, ruf einfach an, wenn du etwas zu sagen hast."

"Du bist so albern, Alex", erwiderte sie mit einer Fröhlichkeit in der Stimme, die er als blanke Heuchelei empfand. "Wieso denn keine SMS? Sei nicht so altmodisch. Das macht doch jeder."

"Ich nicht. Also, was gibt es?"

"Tja, wenn du die Nachrichten gelesen hättest, mit der ich mir so viel Mühe gegeben habe, wüsstest du das. Ich habe die Absicht, dich heute Abend auszuführen und dich ordentlich betrunken zu machen. Schließlich hast du doch Geburtstag."

Sie klang gekränkt. Das interessierte Alex wirklich nicht. Auch hatte er kein Interesse daran, sich zu betrinken oder diesen so trüben Tag auf sonst irgendeine Weise zu feiern. Dass sie dies annahm, vergrätzte ihn zusätzlich.

Bethany begann sich in die Vorstellung zu verrennen, dass sich zwischen ihnen weit mehr abspielte, als tatsächlich der Fall war. Er hatte sie ein paar Mal ausgeführt, das hatte gereicht, um zu erkennen, dass sie eigentlich nichts gemeinsam hatten. Die Treffen waren vergleichsweise kurz und belanglos gewesen. Ohnehin wusste er nicht, was sie in ihm sah. Zwischen ihnen wollte einfach nicht der Funke überspringen. Sie mochte kostspielige Dinge, Alex war nicht wohlhabend. Sie feierte gern, Alex nicht.

Zudem langweilte sie seine Kunst.

"Tut mir leid, Bethany, aber lass mich deine SMS lesen, dann ruf ich dich wieder an."

"Also Er ließ das Handy zuschnappen und wandte sich wieder zu der Frau herum. Erneut musterte sie ihn auf diese eigentümliche Art, auf die er sich keinen Reim zu machen wusste.

"Tut mir leid." Zur Erklärung hielt er das Telefon kurz in die Höhe, ehe er es wieder in seiner Hosentasche verschwinden ließ.

Sie blickte über ihre Schulter auf sein Bild. "Mir auch. Meine Zeit ist abgelaufen", sagte sie und wandte sich vom Schaufenster ab, um ihn anzusehen. "Ich muss jetzt erst einmal fort."

"Wirklich? Na ja, ich könnte doch wenigstens Das Handy klingelte erneut. Er wünschte, er hätte es ausgeschaltet.

Sie lächelte abermals ihr Lächeln, verzog dabei auf betörende Weise ihre Lippen. Eine Braue hochgezogen deutete sie auf seine Tasche. "Du solltest besser mit ihr sprechen, sonst wird sie womöglich noch wütender."

"Das ist mir wirklich egal."

Doch Alex wusste, dass Bethany nicht aufgeben würde, also holte er das klingelnde Handy aus seiner Tasche und bat die Frau mit erhobenem Finger: "Würden Sie mich bitte einen Augenblick entschuldigen?"

Die Frau warf einen letzten Blick durch das Schaufenster, wandte sich dann nachdenklich wieder zu ihm herum. Ihre plötzlich ernste Miene machte ihn sofort stutzig.

Das Handy hörte im selben Moment auf zu klingeln, als es auf Mailbox umschaltete. "Nimm dich vor Spiegeln in Acht", brach sie schließlich das Schweigen. "Sie können dich durch Spiegel beobachten."

Eine Gänsehaut kroch Alex' Arme hoch.

Fast hätte er das Handy fallen lassen, als es abermals klingelte.

"Was?"

Sie starrte ihn nur mit ihrem unergründlichen Blick an.

"Bitte", sagte er, "könnten Sie einfach eine Sekunde warten?"

Sie verschmolz mit den Schatten zwischen den Geschäften, als wollte sie ihm Gelegenheit geben, ungestört zu telefonieren.

Er wandte sich ab und klappte das Handy auf. "Was ist denn?"

"Alex, bist du eigentlich noch nie "Hör zu, ich bin gerade mit etwas Wichtigem beschäftigt. Ich rufe dich zurück."

Ohne Bethanys Einverständnis abzuwarten, ließ er das Handy zuschnappen und wandte sich wieder herum zu der Stelle, wo die Frau im Schatten der Mauernische wartete.

Sie war verschwunden. Einfach ^ verschwunden.

Alex reckte den Hals und ließ den Blick suchend über die durch die Hallen schlendernde, gut gekleidete Kundschaft schweifen. Es waren meist Frauen, aber die eine, die er suchte, sah er nicht.

Wie hatte sie nur so schnell untertauchen können?

Im Trab lief er zum Eingangsbogen und warf einen Blick zurück zu dem gediegenen Regent-Juweliergeschäft, aber auch dort war sie nirgends zu sehen. Ihr plötzliches Verschwinden war nicht nur merkwürdig, es war zum Verzweifeln. Wenigstens nach ihrem Namen hatte er sie fragen wollen.

Er hatte nicht erwartet, dass ihm so schnell die Zeit ausgehen würde. Jetzt hatte er seine Chance verpasst.

Vielleicht aber auch nicht. Immerhin hatte sie davon gesprochen, sie müsse "jetzt erst einmal" fort.

Er fragte sich, was sie damit gemeint haben mochte.

Ihm entfuhr ein tiefer Seufzer. Vermutlich gar nichts. Wahrscheinlich hatte sie nur höflich sein wollen. Vermutlich wollte sie ihn einfach ebenso loswerden, so wie er Bethany loswerden wollte.

Aber irgendwie schien das nicht alles zu sein. Da war noch irgendetwas anderes im Gange, er wusste nur nicht, was.

In der vom Scharren der Schritte und von gedämpften, von unbeschwertem Lachen unterbrochenen Gesprächen erfüllten Halle hatte er plötzlich das Gefühl, sich das Ganze nur eingebildet zu haben.

Ein Gedanke, gegen den er sich an ausgerechnet diesem Tag der Tage nach Kräften sperrte.

Auf einmal kamen ihm die Regent-Passagen sehr leer und sehr einsam vor. Seine Stimmung, die sich gerade ein wenig zu heben begonnen hatte, sank wieder auf den Nullpunkt.

Kundenbewertungen zu "Das Gesetz der Neun" von "Terry Goodkind"

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Bewertung von horrorbiene am 26.01.2011   sehr gut
(Rezension gekürzt) Dieses Buch ist nicht Teil der Serie „Das Schwert der Wahrheit“, obwohl Layout, abgedruckte Karte und Namen der Protagonisten diesen Eindruck erwecken. Das Buch ist ein (bis jetzt) für sich stehender Roman, der jedoch das Ende von Konfessor spoilert.

Dieses Buch ist definitiv anders als „Das Schwert der Wahrheit“. Es spielt nicht nur in einer anderen Zeit und einer anderen Welt, nein ich würde sogar so weit gehen, dieses Buch nicht mehr in das Fantasy-Genre einzuordnen. Das einzige phantastische an diesem Werk ist die Verbindung zwischen den parallelen Welten und der Tatsache, dass Goodkind die Feder führt. Stattdessen ist es ein wirklich actiongeladener Thriller. Zwischendurch ist es sogar so actiongeladen, brutal, gewalttätig und dabei durch den typischen Goodkindschen Schreibstil detailverliebt und ausführlich, dass ich spätestens bei der Absicht der Protagonisten nach Bangor, Maine zu reisen dachte, ich läse einen Stephen King. Denn war die Atmosphäre erst einmal aufgebaut, war sie stets bedrohlich. Im Mittelteil des Buches ist es so spannend, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann. Das mag auch daran liegen, da dieser eine Handlungsabschnitt auch recht lang anhält und man weiter lesen muss, um zu wissen, wie sich die Situation auflöst. Diese ist dann wieder voller Action, bei der der muskulöse, gutaussehende weibliche Hauptcharakter nackt kämpft, doch komischerweise ist Goodkind bei dem Aspekt nicht so detailverliebt wie sonst.
Der Gegenspieler Randell Cain, der nicht nur Jax’ Welt bedroht sondern auch offensichtlich in Alex’ Welt für Morde zu Verantwortung gezogen werden müsste, wird nur erwähnt und agiert nicht selbst. Dies lässt ihn nebulös erscheinen und erhöht zusätzlich zum hohen Tempo die Spannung.
Im Original ist „The Law of Nines“ übrigens, im Gegensatz zur deutschen Ausgabe, als Thriller veröffentlicht worden.

Mal wieder ein Punkt der mich bei vielen Büchern stört, stört auch hier. Im Original heißt das Buch „The Law of Nines“. Im Text ist stets die Rede von dem „Gesetz der Neunen“. Wieso um alles in der Welt, heißt dieses Buch bloß „Das Gesetz der Neun“? Darüber hinaus finde ich einen Aspekt der Übersetzung etwas eigenwillig. Zu Beginn des Buches siezt Alex Jax stets, andersrum verwendet sie das vertraute „du“. Bekanntlich kann man dies im Englischen nicht unterscheiden. Diese ständige Diskrepanz hat mich gestört, doch zum Glück hat sich das nach Aufbauen des Vertrauens gelegt. Doch die beiden haben dies nie thematisiert und daher wundert mich diese Übersetzung schon ein wenig.

Fazit: Wer High-Fantasy oder Heroic-Fantasy à la „Das Schwert der Wahrheit” erwartet, wird sicher etwas enttäuscht sein, denn „Das Gesetz der Neun“ ist ein actionreicher Thriller mit typisch Goodkindschen Aspekten. Dieser ist jedoch so temporeich, brutal und spannend, dass es sich dennoch lohnt ihn zu lesen. Was aus altbekannten Protagonisten wurde, wird hier nur oberflächlich beschrieben, doch das macht es für Nicht-Kenner der Serie ebenfalls lesenswert.

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