Nach "Graue Ritter" und "Schwarze Adepten"
schickt Ben Counter erneut die härteste Truppe der Space Marines in
den Kampf. Nach einer Schlacht gegen die Mächte des Chaos wird der
Grey Knight Alaric gefangen genommen. Als Gladiator muss er nun um
sein Leben kämpfen. Seine einzige Chance ist eine geheimnisvolle
Waffe, mit der er die Chaosgötter besiegen und sich befreien kann
...
Leseprobe zu "Dämonenhammer / Warhammer 40,000 - Grey Knights Bd.3"
Boden und Wände des Lazarettbunkers waren dunkelgrün gestrichen, daher sah das Blut aus wie dunkles Wasser, das sich unter den Betten sammelte.
"Er ist hinten", sagte die Feldärztin. Ihr Gesicht war grau vor Erschöpfung, aber die Augen hatten einen wachen Ausdruck.
"Dann sollten wir uns beeilen", erwiderte Oberst Dal'Tharken.
Die Feldärztin führte den Oberst durch die Reihen der Betten, in denen die Verwundeten entweder unter Einwirkung von Schmerzmitteln halb bewusstlos dahindämmerten oder Grimassen schnitten, während sich ein Sanitäter mit ihren Wunden beschäftigte. Einigen gelang ein Nicken oder gar ein Salut, als der Oberst an ihnen vorbeiging, und er erwiderte ihre Grüße mit kurzem Augenkontakt. Die meisten wachen Männer konzentrierten ihre Aufmerksamkeit jedoch auf den Mann, der dem Oberst folgte. Er war riesig und mit Geschützmetall gerüstet, was die Hathraner vor ihrer Landung auf dieser Welt noch nie gesehen hatten. Tatsächlich war er jemand, den nur die wenigsten je zuvor aus der Nähe gesehen hatten. Er schien den wenigen in dem Bunker noch verbliebenen Platz vollkommen in Beschlag zu nehmen.
"Drei sind zurückgekommen", fuhr die Feldärztin fort, während sie einen neugierigen Blick auf die gerüstete Gestalt hinter dem Oberst warf. "Einer ist durchgekommen. Wir mussten die anderen verbrennen." Sie war kurz angebunden und sachlich, als sei ihr Mitgefühl längst verbraucht.
Oberst Dal'Tharken brauchte nicht zu fragen, wie es dem Überlebenden ging. Im hinteren Teil des Bunkers stand eine Reihe Betten mit Insektennetzen, die in dem arktischen Klima von Sarthis Majoris nutzlos waren. Dennoch reichten sie aus, um eine Barriere zu schaffen zwischen den Genesenden und den Schwerstverwundeten, also denjenigen, die noch nicht begriffen hatten, dass sie eigentlich schon tot waren. Zudem schützten sie vor dem Anblick des Leidens ringsumher. Der Überlebende der Patrouille würde sterben, und zwar bald.
"Falls es eine Rolle spielt - er ist nicht in der Verfassung zu reden", fuhr die Feldärztin fort.
"Ist er bei Bewusstsein?"
"Mal ja, mal nein."
"Das muss reichen."
Die Feldärztin schlug das Netz vor einem Bett an der Rückseite des Bunkers zurück. Gestank nach verbranntem Fleisch und Haar stieg von dem Bett auf.
"Arsch auf dem Goldenen Thron", fluchte der Soldat, der dort lag. "Ich muss wirklich in der Tinte sitzen."
"Soldat Slohane?"
"Zu Befehl."
"Offizier anwesend."
"Bitte um Verzeihung, ich kann nicht salutieren."
Soldat Slohane fehlte ein Großteil des Unterkiefers. Er war durch eine provisorische Prothese ersetzt worden, die gerade so beweglich war, dass sie ihm zu reden gestattete. Auf der verwundeten Seite war das Gesicht rohes Fleisch. Eine Kompresse war über die Ruine eines Auges geklebt. Seine Uniformjacke war weggeschnitten worden, und eine Wunde hatte einen Großteil seiner Brust verschluckt. Es lag eine durchsichtige Schicht Gelhaut auf der Wunde, um die Blutung zu stillen, aber die Verletzung war viel zu schwer, um Slohane retten zu können.
So viel Blut war in das Bett und auf den Boden gelaufen, dass ihn allein der Blutverlust töten würde, selbst wenn seine Organe durchhielten.
Slohanes Auge richtete sich auf die Gestalt, die den Oberst um einiges überragte. Einen Moment lang schien sein Auge sie nicht richtig erfassen zu können, als sei sie zu groß für die Enge des Bunkers.
Slohane lächelte mit den Überresten seines Mundes. "Sie. Ha, ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen von euch sehen würde: einen Space Marine. Als ... als Kind dachte ich, ihr wärt nur Märchenfiguren."
Justiziar Alaric trat vor. In voller Servorüstung war er beinahe doppelt so groß wie ein normaler Mensch. Seine Rüstung bestand aus schmuckem Stahl, der mit Devotionalientexten in Gold verziert war, und einer der gewaltigen Schulterschützer trug ein Wappen in Gestalt eines schwarz-roten Felds mit einem vielzackigen Stern darin. Das Symbol eines von einem silbernen Schwert durchbohrten Buches zierte die andere Schulter. Alaric trug keinen Helm, und sein Gesicht wirkte trotz der Naben und dem Dienststecker in der Stirn viel zu menschlich für die Größe und die Verzierungen seiner Rüstung. Er hielt eine Hellebarde in der Hand, die lang genug war, um an die Bunkerdecke zu kratzen, und auf dem Rücken der anderen Hand war ein doppelläufiger Sturm-Bolter befestigt.
"Keine Märchenfiguren", sagte Alaric schlicht. "Wir sind aus demselben Grund hier wie Sie. Diese Welt ist es wert, gerettet zu werden."
"Was haben Sie gesehen, Soldat?", fragte der Oberst.
Slohanes Rücken bog sich durch, er hustete. Die feuchte Masse seiner beiden Lungenflügel war durch die Überreste seiner Brust zu sehen. "Sechs von uns sind draußen gewesen. Der Hauptmann sagte, wir würden . würden die Südroute nehmen, um die Bergausläufer noch vor der Dunkelheit zu erreichen. Am Tag zuvor muss es einen Erdrutsch gegeben haben, weil der Weg versperrt war, also haben wir den Bleichkamm umrundet." Slohane sah den Oberst an. "Wir hätten umkehren sollen."
Die Feldärztin nahm eine Handvoll von den Ausdrucken des Überwachungs-Cogitators. Sie warf dem Oberst einen vielsagenden Blick zu. Die unregelmäßigen Lebenszeichen auf dem Ausdruck bedeuteten, dass Slohane nicht mehr lange hatte.
"Fahren Sie fort, Soldat", sagte der Oberst.
"Plötzlich kamen ... Sachen aus der Erde", sagte Slohane. Er schaute zur Decke. Zu viel zog an seinem geistigen Auge vorbei, als dass er sich auf einen realen Anblick hätte konzentrieren können. "Hände und Gesichter. Sie fingen an zu schreien. Und da war auch Feuer. Der Hauptmann ist gestorben. Wir mussten ihn aufgeben. Er schmolz in den Boden. Tollen drehte durch und fing an zu schreien. Ich bin nur gelaufen, Herr Oberst. Weggerannt."
"Und dann?"
"Bin den Bleichkamm raufgelaufen. Ich stand in Flammen, glaube ich. Diese schwarzen Dinger kamen durch den Schnee nach oben. Dann war ich oben auf dem Kamm und hab geschossen, immer weiter. Das verdammte Gewehr war rotglühend. Dann bin ich über den Kamm vor allem geflohen. Ich habe mich nur einmal umgedreht."
Alaric kniete sich neben den Oberst, so dass er die Größe eines normalen Menschen hatte. "Was haben Sie gesehen?"
Slohane verdrehte die Augen. Plötzlich kamen ihm die Tränen. "Es waren Millionen", sagte er. "Millionen, die alle auf der anderen Seite des Bleichkamms standen."
"Menschen?", fragte Alaric.
"Menschen. Und Wesen. Große Wesen. Ungeheuer, die wie Tiere auf der Schlachtbank warteten.
4 Marktplatz-Angebote für "Dämonenhammer / Warhammer 40,000 - Grey Knights Bd.3" ab EUR 2,86