Die Journalistin Lena Bach wird auf den Fall des 30-jährigen Tim
Burdenski aufmerksam. Das Leben des jungen Mannes, eines
sogenannten "Milleniumkindes", wurde seit seiner Geburt
von einem Fernsehteam dokumentiert. Jetzt ist er angeblich tot,
doch Tims Freundin Sophie hat Zweifel. Gemeinsam machen sich die
beiden Frauen auf die Suche nach Tim. Lena und Sophie finden
heraus, dass die Langzeitdokumentation grob verfälscht wurde und
Tim in Wahrheit hoch verschuldet war und in Armut lebte. Bei ihren
Recherchen stoßen sie auf eine Art Parallelgesellschaft im Berliner
Ghetto "Höllenberg", die schon lange nicht mehr auf die
Unterstützung der Regierung wartet und ihre eigenen Regeln
aufgestellt hat.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Wie schon bei "2030 - Aufstand der Alten" steht auch hier
die Journalistin Lena Bach im Zentrum des Geschehens und gerät in
ein mysteriöses Labyrinth aus Vertuschung und Verschweigen, in der
sich die Opfer einer Zwei-Klassen-Medizin auf eigene Faust zu ihrem
Recht verhelfen.
Lena Bach hat ein erfolgreiches Fernsehformat entwickelt, in dem
sie benachteiligten Menschen hilft. Sie schlüpft hierbei für eine
Weile in deren Rollen und versucht so beim lösen ihrer Probleme zu
helfen. Als Lena die Familie Gerdes kennenlernt, wird sie schon
bald in ein Geflecht von undurchsichtigen Machenschaften
verstrickt, welche ihre journalistische Neugier wecken. Sie möchte
dem Geheimnis auf den Grund gehen und entdeckt ein Netzwerk von
Menschen, die sich aus der Gesellschaft zurückgezogen und ein
eigenes Versorgungssystem aufgebaut haben. Sie wollen sich damit
von den untragbaren Lasten befreien, die der Staat den Menschen
aufbürdet, um ein längst nicht mehr funktionierendes Abgabesystem
aufrecht zu erhalten. Sie beschließt anstatt ihres
Unterhaltungsformats eine Dokumentation über die Zusammenhänge von
Generationengerechtigkeit, Unterhaltspflicht, Schattenwirtschaft
und Reformstau zu senden. Lena gerät immer tiefer in die
Schattenwelt und steht plötzlich sogar unter Mordverdacht ...
Vier Jahre nach dem Aufsehen erregenden Dreiteiler "2030 - Aufstand der Alten" zeigt das ZDF eine weitere "Doku-Fiction": Auch "2030 - Aufstand der Jungen" ist ein als Dokumentation produzierter Spielfilm.
Erneut nutzt Autor und Regisseur Jörg Lühdorff die Handlung, um mit Hilfe einer negativen Utopie auf aktuelle Fehlentwicklungen hinzuweisen. Hatte Journalistin Lena Bach (Bettina Zimmermann) in der ersten Geschichte noch einen Skandal aufgedeckt (pflegebedürftige alte Menschen wurden in afrikanischen Billigheimen entsorgt), so geht es diesmal stärker um eine Zustands-, oder richtiger gesagt: Missstandsbeschreibung der deutschen Gesellschaft in knapp zwanzig Jahren. Lühdorffs Szenario ist in der Tat beängstigend. Zentrales Thema des Films ist die medizinische Versorgung. Sie hat zwar enorme Fortschritte gemacht, ist aber auch entsprechend teuer geworden. Das Krankenkassensystem ist längst zu einer Zweiklassengesellschaft pervertiert. Ein ganzer Stadtteil Berlins, das heutige Schöneberg, hat sich in das rechtsfreie Refugium "Höllenberg" verwandelt. Die überwiegend jungen Aussteiger, die hier leben, erwarten vom Staat keine Hilfe mehr. Emotionaler Rahmen für diese düstere "Science Faction"-Handlung ist die als lange Rückblende erzählte Suche nach dem vermeintlich verstorbenen Tim (Barnaby Metschurat), der neben einigen anderen seit dem Tag seiner Geburt vor dreißig Jahren Hauptfigur einer Langzeitbeobachtung ist: Er war ein "Millenniums-Baby". Tims frühere Freundin Sophie (Lavinia Wilson) glaubt nicht an seinen Tod. Gemeinsam mit Lena Bach macht sie sich auf eine Spurensuche, die ein völlig anderes Bild von Tim ergibt. Während er für die Öffentlichkeit das abgesicherte Leben eines erfolgreichen Grafikdesigners führte, war er in Wirklichkeit völlig verschuldet. Schließlich fasste er den verzweifelten Entschluss, von der Bildfläche zu verschwinden. Dabei stand ihm der Pfleger Fischer (Ralph Herforth) zur Seite, der im Krankenhaus gefälschte Todesscheine ausstellt. Seine Schützlinge verlieren auf diese Weise zwar ihre Existenz, müssen aber auch keine Schulden mehr zurückzahlen. Als Fischer auf der Flucht vor der Polizei erschossen wird, kommt es im Ghetto zu einem Aufstand, der sich wie ein Lauffeuer durch die Republik verbreitet. Die Konzentration der Geschichte auf neunzig Minuten führt zwangsläufig dazu, dass einige komplexe Sachverhalte nur angerissen werden können. Andererseits ist der neue Film ungleich dichter als der erste. Gerade die "dokumentarischen" Szenen wirken so echt, dass Zufallseinschalter die Bürgerkriegsbilder ohne weiteres für authentisch halten werden. tpg.