Nach Hause schwimmen - Lappert, Rolf

Rolf Lappert 

Nach Hause schwimmen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Schweizer Buchpreis 2008

Gebundenes Buch
 
2 Kundenbewertungen
**** ausgezeichnet
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Nach Hause schwimmen

Wilbur, gerade mal 1,50 Meter groß, ist wirklich kein Glückskind: Seine irische Mutter stirbt bei der Geburt, sein schwedischer Vater macht sich aus dem Staub, und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Erst als seine Großeltern ihn nach Irland holen, erfährt er, was Heimat ist. Doch das Glück währt nicht lang: Sein bester Freund kommt in die Erziehungsanstalt, und seine Großmutter Orla stirbt bei einem Unfall. Auch wenn er gern so stark wäre wie Bruce Willis: Er ist und bleibt ein Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei: Wilbur muss endlich lernen, zu leben - ob er will oder nicht. Rolf Lappert hat einen großen Roman über das Erwachsenwerden eines kleinen, an der Welt verzweifelnden Jungen geschrieben, der durch seine bezwingende Komik mitreißt.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 543 S.
  • Seitenzahl: 544
  • Best.Nr. des Verlages: 505/20992
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 153mm x 41mm
  • Gewicht: 760g
  • ISBN-13: 9783446209923
  • ISBN-10: 3446209921
  • Best.Nr.: 23320848

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

"Ungeheuer" und "furchtbar traurig" war Rolf Lapperts neuer Roman für Rezensenten Guido Graf. Nicht nur die Dramatik der Handlung, auch die Intensität des Erzählstils haben Graf tief beeindruckt. Der Schweizer Autor hat ein Buch geschrieben, was sich am ehesten der US-amerikanischen Tradition des Entwicklungsromans beziehunsgweise Bildungsromans zuordnen lasse. Eine schlichtweg ergreifende tour de force biete also die Darstellung des 20-jährigen Wilbur, dem in seinem Leben so ziemlich alles widerfahren ist, was schieflaufen kann. In einer Suizidanstalt lernt der abgeklärte und bindungsängstliche Junge die Angestellte Aimee kennen, die ihm laut Graf schlussendlich "die Kraft verleiht, nach Hause zu schwimmen, zu sich selbst". Der Leser wird emotional herausgefordert, meint Graf, und vom Autor in den Bann gezogen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.03.2008

„Ich bin schon so gut wie tot”
In seinem köstlichen Roman „Nach Hause schwimmen” beutelt Rolf Lappert seinen Helden sehr, um den Leser zu unterhalten
Ein weißes Pferd in karger Seelandschaft – so konkret und zauberhaft wie sein Cover ist der ganze Roman. „Nach Hause schwimmen” ist entschlossen unzeitgemäß und doch nicht altmodisch. Während sich andere Autoren geradezu überschlagen, um ihre Zeitgenossenschaft unter Beweis zu stellen, nimmt sich Rolf Lappert alle Zeit der Welt, um seine Geschichte zu erzählen, die in den weiten Landschaften der USA, Irlands und Schwedens spielt und es überhaupt nicht eilig hat. Der Schweizer Autor, der auch Drehbücher schreibt, besitzt sämtliche Tugenden eines wirklich guten Handwerkers. Sein Roman ist ein Meisterstück in dem Sinne, wie es auch ein Musikinstrument sein kann: mit Geduld, Übung, Ausdauer und Kenntnis hergestellt, bleibt es darauf angewiesen, dass ein anderer es zum Klingen bringt. Sein Erfolg wird davon abhängen, wie viele Leser es noch gibt, die der Hektik der Gegenwart entkommen wollen, um sich ganz dem Fluss einer gut erzählten Geschichte zu überlassen, die an keiner Stelle verrät, wie sie …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.08.2008

Es ist nicht schön, allein zu sein

Tag der Rache, Tag der Sünden, wird das Weltall sich entzünden: Rolf Lappert zeichnet eindrücklich nach, wie im hochbegabten Wilbur, der in der Gesellschaft keinen Platz findet, der Zorn heranreift.

Als Wilbur geboren wird, stirbt die Mutter und der Vater verschwindet. Schlechte Startbedingungen, kann man wohl sagen. Seit je aber ist Mangel, nicht Überfluss Stoff für große Romane. Und so ist es wohl gerade diese Urszene, die Wilbur zum Helden in Rolf Lapperts viertem Roman "Nach Hause schwimmen" prädestiniert. Wer so elend in die Welt geworfen wird, dem prophezeien Psychologen Bindungsstörungen. Doch dem heute in Irland lebenden Autor, 1958 in Zürich geboren, liegt nichts an solchen Diagnosen. Selbst ein Weltreisender, breitet er die Geschichte mit epischer Geste über Amerika, Irland und Schweden aus. Fast wie ein Geschichtenerzähler am Lagerfeuer erfüllt Lappert diese Räume mit Leben, mit der Ruhe eines Erzählers, der weiß, dass er nicht viel Aufhebens machen muss, um seine Zuhörer zu fesseln. Es steckt in diesem Reden eine Zuversicht, als könnte irgendwann tatsächlich alles gesagt sein. Es birgt aber …

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"Lappert hat ein ungeheures, ein furchtbar trauriges Buch geschrieben, das zugleich - und nicht nur für Wilburs Geschichte - die Kraft verleiht, nach Hause zu schwimmen, zu sich selbst." Guido Graf, Frankfurter Rundschau, 17.09.08

»In diese Geschichte […] muss man sich fallen lassen.« Christina Kiesewetter, Westdeutsche Zeitung 19.02.2010
Rolf Lappert, geb. 1958 in Zürich, absolvierte eine Ausbildung zum Grafiker, bevor er sich entschloss, Schriftsteller zu werden. In den Achtzigerjahren unterbrach er für längere Zeit das Schreiben, gründete mit Freunden einen Jazzklub und reiste kreuz und quer durch Amerika. Zwischen 1996 und 2004 arbeitete er als Drehbuchautor, u.a. für eine Serie im Schweizer Fernsehen. Rolf Lappert lebt als Autor in Listowel, County Kerry, Irland.

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Kundenbewertungen zu "Nach Hause schwimmen" von "Rolf Lappert"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von s.h. aus Neudorf am 09.09.2010 ***** sehr gut
Kein Buch für zwischendurch: erstaunlich was ein junger Mensch in seinen ersten 2 Lebensjahrzehnten so alles erlebt und doch nicht daran zerbricht. Der Roman schildert vielfarbig und exakt vielfältige Charaktere und Situationen, sodass der Leser gar nicht anders kann als die Akteure zu mögen.
Ein niveauvolles Lesevergnügen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von peppermint_patty am 24.02.2009 ***** ausgezeichnet
Trotz des Umfangs habe ich dieses Buch in nur wenigen Tagen verschlungen. Die Geschichte ist sehr spannend und mitfühlend geschrieben.
Wie viele Schicksalsschläge kann ein Mensch aushalten ohne daran zu zerbrechen? Wilbur muß wirklich viel mitmachen, zerbricht aber im Endeffekt nicht daran, sondern faßt neuen Lebensmut. Somit ist das Buch eines, das Hoffnung macht. Man hat immer wieder die Chance, aus seinem Leben etwas zu machen, seine Ängste zu überwinden, sich zu ändern. Auch wenn der Hauptperson immer wieder schlechte Dinge passieren, hatte ich nie das Gefühl, daß mich der Inhalt in eine negative Stimmung reißt. Irgendwie war mir die ganze Zeit klar, daß die Geschichte gut ausgehen wird. Manche Stellen wurden von einem subtilen Humor begleitet - wer laut lachen will, ist mit diesem Buch allerdings nicht gut beraten.
Lappert beschreibt alle vorkommenden Personen ausführlich - und es kommen sehr viele Personen darin vor. Es ist kein 'schnelles' Buch - man muß sich einlassen auf die Schilderungen. Und findet im Endeffekt sehr viel Lebensweisheit in den Geschichten über die verschiedenen Charaktere.
Ich habe andere Rezensionen gelesen, in denen Lapperts Schreibstil mit dem John Irvings verglichen wird (einer der Hauptgründe für mich, dieses Buch zu lesen, da ich Irving sehr gerne lese). Dem würde ich aber nicht in allen Punkten zustimmen: Wilbur, die Hauptfigur des Romans erlebt zwar auch wie die in Irvings Romanen etwas, was nicht alltäglich ist, beide schreiben mehr oder minder 'Schelmenromane', aber Irvings Bücher sind durchzogen mit einem eher 'groben' Humor und viel Ironie - Lappert schreibt sensibler und feinfühliger. Beide zeichnen aber ihre Hauptfiguren so liebenswert, daß man gar nicht daran vorbei kann, diese zu mögen.
Lapperts Schreibstil gefällt mir sehr gut: nicht zu platt, aber auch nicht zu abgehoben - für mich sehr flüssig geschrieben. Obwohl ich am Anfang kurze Zeit brauchte, um die zweigeteilte Struktur der Erzählung zu erkennen, war der Erzählfluß insgesamt so gut gelungen, daß ich zu keiner Zeit Probleme hatte, die Geschichte zu verstehen.
Ich empfehle dieses Buch für ein langes verregnetes Wochenende, in dem man ganz in eine andere Welt versinken möchte - langsam und mit Bedacht.

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