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Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Roman. Ausgezeichnet mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar 2009
- Einband: Buchleinen
- Buch mit Leinen-Einband
Videoclip zu "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten"
Produktinformation
- Verlag: Kiepenheuer & Witsch
- 2008
- Ausstattung/Bilder: 2008. 148 S.
- Seitenzahl: 160
- Deutsch
- Abmessung: 197mm x 123mm x 22mm
- Gewicht: 277g
- ISBN-13: 9783462040418
- ISBN-10: 3462040413
- Best.Nr.: 23844367
Produktbeschreibung zu "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten"
Kurzbeschreibung
Beschreibung
Es ist das Jahr 1917. Lenin besteigt n i c h t den plombierten Waggon von Zürich nach St. Petersburg. Die russische Revolution findet n i c h t statt. Stattdessen erlebt die Schweiz einen kommunistischen Umsturz, und die Geschichte des 20. Jahrhunderts entwickelt sich völlig anders als wir sie heute kennen.Christian Kracht beginnt sein neues Werk mit der präzisen Sprache einer Kriegsberichts-Kolportage, nur, dass sich allmählich Elemente des Unwirklichen einschleichen und sich die uns bekannten Parameter mehr und mehr verschieben.So erzählt dieser zunächst historisch anmutende Roman die Geschichte eines Politkommissars, der einen Mord aufklären soll und zur Reduit, zur großen Schweizer Bergfestung, in das Herz der Finsternis, reist.Der poetische Zauber, mit dem sich Christian Krachts düster-schillernder Zukunftsentwurf in fast filmischen Bildern wie ein - durch einen alten Projektor ratternder - Dokumentarfilm auf die Netzhaut des Lesers projiziert, liegt vor allem darin, dass er zwar innerhalb uns bekannter Koordinaten, jedoch in einer uns vollkommen fremden Welt spielt. Einer Welt, in der die Schweiz ein sozialistisches Imperium ist, eine Kolonialmacht, die sich im immerwährenden Krieg befindet. Zugleich Polit-Thriller, Science-Fiction und historischer Roman, führt uns "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" in eine betörend fremde Welt, an dessen Ende nur die Kraft der Liebe steht.
Detailinfo
15.10.2008
Ein schöner Albtraum ist sich selbst genug
Christian Krachts Antihistorienspiel "Ich werde hier sein
im Sonnenschein und im Schatten" / Von Dietmar Dath
Dieses Buch ist eine schlanke Schachtel voller vergifteter
Pralinen.
"Wir wurden auf den Krieg vorbereitet, der im kalten Norden
wütete, wir trugen Wintermützen unter der afrikanischen Sonne und
banden uns Filzstreifen um die Waden, um zu verhindern, dass der
Schnee, den wir alle noch nie gesehen hatten, in die Stiefel
drang." Der Tonfall ist beherrscht; das Lied von den schlimmen
Konsequenzen aller Handlungen singt leise (und ein wenig irr) in
ihm, nicht lauthals aus ihm heraus: "Ich hielt mir die
Schenkel fest, sie waren wie aus Kautschuk. Die Mine pochte unter
meinem Stiefel. Es gab keinen Gott. Wir wurden im Krieg geboren,
und im Krieg würden wir sterben." Die Sprache malt hier eine
Welt, die eigentlich gar nicht sprechen will, lieber schweigen:
"Als die Soldaten mich sahen, richteten sie ängstlich das
schwere Maschinengewehr auf mich. Es waren brave, sehr einfache
Männer, die das Dorf Meiringen vor deutschen Partisanen schützen
sollten, ohne jede politische Schulung, ohne …
20.09.2008
Die Sowjetrepublik von Schweizerisch-Salzburg
Totalitarismus-Nippes im schönsten, elegantesten Deutsch, das derzeit zu lesen ist: Christian Krachts neuer Roman
Was für ein Beginn! Die ersten Sätze von Christian Krachts neuem Roman „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten” üben eine magische Wirkung aus, die man in der vielgefeierten jungen deutschen Literatur sonst nicht erfährt. Hier muss man sich nicht einlesen, durch mühselig-langwierige Beschreibungen quälen oder trivialen Dialogketten irgendwelche Basisinformationen abnotieren.
Krachts Roman beginnt ganz leichtfüßig und ganz fremd, und mit ein paar Griffen ins Sprachklavier ist der Klang einer Welt geschaffen: „Es war die erste Nacht ohne das ferne Artilleriefeuer, es war die ganze Nacht still. Der Hund schlief auf dem steinernen Fußboden, und ich hörte seinen unregelmäßigen Atem. Er zuckte mit dem Pfoten, manchmal träumte ihm wohl. Ich lag im grauwollenen Nachthemd auf dem Holzbett, zerdrückte Flöhe und das andere Getier, das mir auf der Haut herumlief, und rauchte Zigaretten. Die Laken waren schmutzig und das Kissen roch nach Menschentalg, so konnte ich nicht …
Kundenbewertungen zu "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten"
Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 2 Bewertungen):




ausgezeichnet
- 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung von leseliebe aus senden am 04.11.2009
-




- ausgezeichnet
- ein buch mit grosser,klarer sprache .es beinhaltet eine erdrückende atmosphärische dichte.eine vision bei der es einem kalt über den rücken läuft.
- War diese Bewertung für Sie hilfreich?

(Inhalt anstößig?)
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- 5 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung von regina aus hohmann am 01.09.2008
-




- ausgezeichnet
- Allein schon die Idee ist umwerfend. Was treibt bloß einen Autor in so brillante Denktiefen? Diese Vielschichtigen Erzählebenen beeidnrucken mich sehr. Gerne würde ich den Autor privat kennenlernen. Die wenigen bekannten Fotos strahlen eine tiefe Erotik aus. Männlichkeit in natürlichster Anmutung. Ja – ich habe mich verliebt. In Krachts Sprache ebenso wie in sein Chrisma. Wann sehen wir uns?
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(Inhalt anstößig?)
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13.10.2008
Etwas argwöhnisch betrachtet Rezensent Roman Bucheli Christian
Krachts neues Buch, welches seiner Meinung nach genauso gut von
einem skurrilen Zufallsgenerator hätte produziert werden können.
Den "neuen großen Schweiz-Roman, wie die FAS jubelte, sieht
Bucheli darin jedenfalls nicht, sondern eher "eine große
Albernheit. Krachts Alternativ-Geschichts- und Endzeitroman
zeichnet eine stalinistische Schweizer Sowjetrepublik, die, mit
Ostafrika verbündet, seit 96 Jahren für eine gerechte Welt kämpft,
informiert Bucheli. Vor allem die Deutschen seien in diesem
Szenario schwer zu besiegen, und so antizipieren die Sowjets
furchtvoll eine Niederlage. Bucheli fragt, ob diese Thematik nicht
vielleicht eine geheime Abneigung der Schweiz gegen die Deutschen
parodieren soll. Als Beitrag zur aktuellen Debatte im Verhältnis
der Nachbarländer zueinander hätte er dem Roman mehr Bedeutung
beigemessen. Doch Kracht wirkt auf ihn einfach zu
"anspruchslos und offenkundig desinteressiert, als dass
Bucheli die Handlung weiter analysieren möchte. Sprachlich konnte
Bucheli dem Buch auch nichts abgewinnen.
© Perlentaucher Medien GmbH

Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Bis 1917 lebte Lenin im Schweizer Exil, dann wurde er vom Deutschen Reich nach Russland gebracht, um dort die Revolution voranzutreiben. Was aber, wenn das alles gar nicht passiert wäre? Wenn Lenin in der Schweiz geblieben wäre und von dort versucht hätte, den Sozialismus aufzubauen? Christian Kracht hat mit "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" eine Dystopie geschrieben, einen Science-Fiction-Roman, dessen Basis in der Vergangenheit wurzelt: Die Welt ist in einzelne Blöcke zerfallen, der amerikanische Doppelkontinent zerfleischt sich selbst, Russland ist unbewohnbar, die sozialistische Schweiz kämpft seit Jahrhunderten gegen das faschistische Deutschland. Mittendrin ein Krimi: Ein Parteikommissar soll in Neu-Bern einen Mord aufklären und verfolgt den Verdächtigen ins Gebirge, in eine sagenumwobene Alpenfestung. Kracht weiß, wo er klauen darf, die literarisch aufgeladene Kriegsberichterstattung erinnert an Ernst Jünger, das Bild der Bergfestung kommt aus Dürrenmatts "Der Winterkrieg in Tibet", der ewig währende Krieg taucht in Orvells "1984" auf, die dystopische Krimihandlung entstammt Richard Harris' "Fatherland", was zudem auf Krachts Frühwerk …
Autorenporträt zu "Christian Kracht"
Christian Kracht, geb. 1966, ist Schweizer. Er lebt in Bangkok und arbeitet dort an einem neuen Roman.
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