Friedrich Glauser wurde bekannt durch seine Kriminalromane, aber
das eigentliche Zentrum seines Schaffens sah er in den Erzählungen
und Novellen. Die vierbändige Edition des Limmat Verlags machte
Glauser erstmals zugänglich und sichtbar. Das Spektrum der Texte
reicht von frühen, auf Französisch erschienenen Erzählungen bis hin
zu Romanfragmenten aus der Zeit kurz vor seinem Tod in Nervi, von
autobiografischen Berichten zu Kritiken und Essays, von
atmosphärisch dichten Feuilletons zu fein ausgesponnen Novellen.
Der Reichtum der Themen und Gattungen ist enorm und lässt Glausers
Entwicklung und schriftstellerische Physiognomie in neuem Licht
erscheinen.
Friedrich Glauser, geb. am 4. Februar 1896 in Wien. Die Mutter war Österreicherin, der Vater Schweizer. Sein Leben war von Rastlosigkeit geprägt, unzählige Orte und Stationen säumten seinen Weg: Schulen in der Schweiz und in Österreich, Erziehungsheime, Gefängnisse und Psychiatrische Kliniken. Friedrich Glauser lebte in Frankreich, Belgien und Italien, war lange Zeit morphiumsüchtig, verbrachte einige Jahre in der Fremdenlegion und nahm teil an der Dadaismus-Bewegung in Zürich. Er starb am 8. Dezember 1938 in Nervi bei Genua.