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Bewertung von Ritja aus Deutschland am 27.05.2012 |
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Der Lebemann Johann Friedrich von Allmen hat fast das gesamte Erbe (ein paar Millionnen) seines Vaters durchgebracht und muss nun immer wieder ein paar Erinnerungsstücke verkaufen, um nach außen seinen Ruf und seinen Schein aufrecht erhalten zu können. Was er als lebensnotwendig ansieht z.B. sein Diener Carlos, sein Piano, seine (oft) täglichen Besuche im Cafe und Restaurant oder sein Jahresabonnement in der Oper kann er nicht abstoßen und braucht er wie die Luft zum Atmen. Er kann nicht feilschen und er findet Schnäppchen unter seiner Würde. Bisher hat er es immer mit Charme und Haltung und einem großzügigen Trinkgeld geschafft, die Gläubiger in Schacht zu halten bis Döring kommt und es für ihn eng wird. Doch während eines Opernbesuches trifft er auf Jojo, die sich ihn nimmt wie sie will. Unangenehm für Allmen, doch auch eine Chance für ihn. Ich mag die Geschichten von Martin Suter. Auch dieses Buch fand ich wieder gut und schön geschrieben. Seine Art die Figuren dem Leser nahezubringen und die Lebensumstände zu beschreiben, gefallen mir sehr gut. Ich kann mich in die Figur hineinfühlen, mit ihnen fein tun ;-) und empört oder traurig sein. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch |
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Bewertung von R.E.R. am 05.06.2011 |
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“Alles Abgestandene der vergangenen Nacht hatte sich verflüchtigt, und das Muffige des Tages sich noch nicht festgesetzt. Es roch nach der fauchenden Lavazza, an der Gianfranco gerade die Milch für einen Cappuccino aufschäumte, den Croissants auf den Tresen und Tischchen und den Parfums und Eaux de Toilette der paar Müßiggänger und Flaneure, denen um diese Zeit das Viennois gehörte. Einer von ihnen las ein Buch. Ein englisches Paperback, dem er den Rücken gebrochen hatte, damit er es einhändig lesen konnte.” Dieser Mann ist Johann Friedrich Allmen, einstmals reicher Erbe eines Schweizer Grundstücksmaklers. Vom riesigen Vermögen seines Vaters ist nichts mehr übrig. Mit seinem treuen Diener Carlos lebt er im gläsernen Gartenhaus seiner ehemaligen Villa “Schwarzacker“. Seine Ausgaben deckt er mit kleinen Diebstählen wertvoller Antiquitäten, die er einem befreundeten Händler unter der Hand weiterverkauft. Durch die Bekanntschaft mit der reichen Industriellentochter Joelle gelangt er, unrechter Weise, in den Besitz einer wertvollen Jugendstilschale des Künstlers Galé. Einen Tag nachdem er diese seinem Hehler Jack Tanner veräußert hat, wird dieser ermordet in seinem Laden aufgefunden. Kurze Zeit später wird auch auf Allmen ein Mordanschlag verübt. Mit “Allmen und die Libellen” beginnt Martin Suter seine erste Kriminalserie. So zumindest lautet die Vorankündigung des Verlages. Kriminalromane sind mittlerweile zur austauschbaren Massenware geworden. Was der talentierte Schweizer hier vorlegt gehört keinesfalls zu dieser Kategorie. Die Lektüre dieses Buches erscheint wie die Reise in eine andere Zeit oder besser aus der Zeit heraus. Allmen, der elegante Held der Geschichte, hat etwas von einem Lord Peter Wimsey. Feine Kleidung und exzellente Manieren täuschen seine Umwelt darüber hinweg, dass von seinem einstigen Vermögen nichts mehr übrig ist. Dennoch wandelt dieser feinsinnige Mann seinen Lebensstil nicht. So serviert ihm sein Diener Maistortillas und Bohnen auf gestärktem Leinen mit Silberbesteck. Noblesse oblige. Auch seine sonstigen Gewohnheiten entsprechen eher denen eines englischen Landedelmannes als denen eines abgebrannten Kleinganoven. Der obligatorische Morgenkaffee im vornehm ergrauten Café Viennois. Was Suter hier beschreibt, mutet in der heute vorherrschenden hektischen Betriebsamkeit an, wie Relikte aus einer entschwundenen Welt. Privilegierte Nichtstuer und ihr geregelter Müßiggang Eine so harmonische Szenerie bekommt man heute in Bestsellern selten zu lesen. Schön, das es noch Schriftsteller gibt, die es lohnend finden eine solche herauf zu beschwören. Beim Lesen fasziniert nicht nur die Handlung obgleich sie auf eine gemütliche, fast beschauliche Art spannend ist. Allmen ist ein Gentleman der alten Schule. Diskret, zurückhaltend, wach und intelligent. Im Prinzip auch hochmoralisch und grundehrlich. Er bewahrt sich, trotz seiner Antiquitäten Gaunereien, ein reines Gewissen und auch eine lautere Seele. Sicher drängt es einen zu erfahren was es mit den wertvollen Schalen auf sich hat, wer auf Allmen geschossen hat und vor allem wie er der drohenden Gefahr entkommt. Dennoch verfolgt man das Geschehen nicht atemlos, sondern eher langsam und bedächtig. In dem Bewusstsein hier ein Buch zu genießen, wie ein gutes Glas Rotwein. Jedes Wort auskostend. “Carlos, darf man etwas unehrliches tun, wenn man in Not ist? Como no, war Carlos Art, ja zu sagen. Wenn man mit etwas Ehrlichem nicht aus der Not heraus kommt. Aber nur etwas Unehrliches. Nichts Kriminelles. Die Antwort kam rasch, wie die meisten von Carlos Antworten. Es war, als besäße er einen großen Vorrat an fixfertigen, abrufbaren Antworten auf alle Fragen des Lebens.” Mit Allmen und seinem Diener Carlos hat Martin Suter ein neues Duo am Kriminalfirmament aufgehen lassen, auf dessen weitere Abenteuer man sich unbändig freut. Zum einen um noch einige “fixfertige” Lebensratschläge zu bekommen. Zum andern weil es ein Genuss ist diese zu lesen. |
4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von Lisega am 12.03.2011 |
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| Martin Suters Romane haben mich bis jetzt immer bestens unterhalten – sein neuestes Buch „Allmen und die Libellen“ aber hat mich großteils leider nur gelangweilt. Diesen Johann Friedrich v. Allmen, vom Autor wohl als Protagonist einer Krimireihe erdacht und hier langatmig eingeführt, empfand ich nur als lächerlich, dermaßen überzeichnet ist sein Leben als ehemaliger Millionenerbe, der sein Vermögen längst durchgebracht hat und trotzdem weiter den Schein aufrechterhält. Selbst Taxifahren ist unter seiner Würde, er lässt sich im Cadillac durch die Stadt chauffieren. Die Figur konnte mich also schon nicht überzeugen, die Handlung leider auch nicht: Die Geschichte um die fünf Jugendstil-Glasschalen ist so dünn wie das Buch (195 sehr großzügig bedruckte Seiten), die Handlung plätschert die ersten 100 Seiten nur so dahin, erst zum Schluss hin kommt so etwas wie Spannung auf. Einzig Suters wie immer präzise und schnörkellose Sprache machen das Buch noch lesenswert. Mag sein, dass ein zweiter Band, in dem die Figuren schon als bekannt vorausgesetzt werden und sich Suter nicht mehr so mit der Beschreibung von Allmens Lebensumständen aufhält, besser wird. Richtiges Interesse an weiteren Fällen mit Allmen und seinem Faktotum Carlos wurde bei mir allerdings nicht geweckt. |
4 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Hexje aus Hessen am 07.02.2011 | |
| Wie alle Suter's spannend und mit viel Sprachgefühl erzählt. Entsprechend ruckzuck ausgelesen. Ein Krimi. |
1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von MaWiOr aus Halle am 03.01.2011 |
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Mit „Allmen und die Libellen“ eröffnet der Schweizer Bestseller-Autor Martin Suter eine Krimiserie. Held ist der elegante Gentleman Allmen, mit vollem Namen Johann Friedrich von Allmen. Der feinsinnige Lebemann und Kunstsammler, der zwar acht Sprachen spricht, aber auf großem Fuß lebt, hat das Millionenerbe seine Vaters durchbracht oder besser gesagt: verprasst. Die hochherrschaftliche Villa mit Anwesen und die väterliche Kunstsammlung musste er längst zu Geld machen. Das kann natürlich nicht ewig gut gehen und so ist der charmante Hochstapler über beide Ohren verschuldet und permanent pleite. Inzwischen ist nicht mehr die luxuriöse Villa sondern das Gewächshaus im Park sein Zuhause. Auch seinem Diener Carlos, einem schlitzohrigen Schuhputzer aus Guatemala, muss er den Lohn schuldig bleiben. Don John, wie ihn sein Butler nennt, beherrscht jedoch den Umgang mit Menschen, vor allem mit Geschäftspartnern, die längst zu seinen Gläubiger geworden sind. Da lernt Allmen in einer Nachtbar die heißhungrige Jojo kennen - mit wadenlangem grünen Nerz und kirschrotem Kussmund. Die platinblonde Fremde schleppt ihn in die See-Villa ihres Vaters ab. Hier entdeckt Allmen bei einem nächtlichen Rundgang eine umfangreiche Sammlung von Jugendstilgläsern, darunter fünft bezaubernde Jugendstilschalen. Jede von ihnen schmückt eine große Libelle und ist wohl ein Vermögen wert. Dazu ist jede mit einem Geheimnis behaftet. Die antiquarischen Schätze bringen Allmen und sein Faktotum Carlos auf eine brillante Geschäftsidee: sie gründen eine Firma mit dem klangvollen Namen „International Inquiries“ - natürlich mit Allmen als Geschäftsführer und Carlos als seinem persönlichen Assistenten. Sinn der Firma ist die Wiederbeschaffung von schönen Dingen und dieser Aufgabe widmet sich das selbst ernannte Ermittler-Duo mit Erfolg. Fazit: Mit dem heruntergekommenen Dandy Johann Friedrich von Allmen betritt ein neuer Serienheld die literarische Bühne. „Allmen und die Libellen“ ist der gelungene Start einer außergewöhnlichen Krimiserie mit zwei sympathischen Helden. Manfred Orlick |
9 von 11 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
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