Das rote Zimmer - Strindberg, August

August Strindberg 

Das rote Zimmer

Schilderungen des Lebens als Künstler und Schriftsteller. Roman. Nachw. v. Peter Henning

Übersetzung: Renate Bleibtreu
Buch mit Leinen-Einband
 
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Das rote Zimmer

Zum 100. Todestag August Strindbergs. - Sein durchschlagender erster Romanerfolg in neuer Übersetzung
Inmitten der Umbruchstimmung zu Beginn der Industrialisierung hielt August Strindberg einer verunsicherten schwedischen Gesellschaft den Spiegel vor. Mit seinem ersten großen Erfolgsroman setzte der Autor dank treffender Bilder und entlarvender Dialoge einen Meilenstein des Naturalismus.
Stockholm, um 1870: Arvid Falk, ein gutgläubiger junger Mann, beendet sein als nutzlos empfundenes Beamtendasein. Als Journalist und Schriftsteller will er fortan Wahrheit und Fortschritt dienen. Doch wohin der Sinnsuchende sich auch wendet, er trifft auf Machtdünkel und Manipulation: Ein Verleger erkauft sich seine Erfolge bei den Kritikern, bigotte Bürgersfrauen verlangen wohlgefällige Almosenempfänger, Zeitungen, egal welcher Couleur, sind den Mächtigen hörig. Auf Gleichgesinnte trifft Arvid in einem Künstlerkreis, der im Roten Zimmer eines berühmten Restaurants zusammenkommt. Aber hier unterliegen die hehren Absichten nur allzu oft den knurrenden Mägen.
August Strindberg schildert die Desillusionierung eines Idealisten. Seine scharfe Beobachtungsgabe, die ironische Zuspitzung weisen weit über die Epoche hinaus.


Produktinformation

  • Verlag: Manesse
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 570 S. 155 mm
  • Seitenzahl: 570
  • Manesse Bibliothek der Weltgeschichte
  • Deutsch
  • Abmessung: 158mm x 98mm x 27mm
  • Gewicht: 287g
  • ISBN-13: 9783717522386
  • ISBN-10: 3717522388
  • Best.Nr.: 34505313

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Mit Vergnügen hat Rezensent Wolfgang Schneider August Strindbergs satirisch gesellschaftskritisches Durchbruchswerk "Das Rote Zimmer" gelesen, welches dank der exzellenten Neuübersetzung von Renate Bleibtreu erst in seinem ganzen boshaften Witz erstrahlt, so der Kritiker. Und so folgt Schneider hier amüsiert Strindbergs Helden Arvid Falk auf seinem Weg vom Idealisten zum bürgerlichen Lehrer durch verschiedene gesellschaftliche Milieus und lernt im Theater, im Parlament, in der Börse und im Armenviertel Egoisten und Heuchler aller Art kennen. Insbesondere Strindbergs bildhafte und überspitzte Charakterzeichnungen, etwa eines Gottesmannes, der mit missionarischen Schriften das große Geld verdient, haben den Rezensenten beeindruckt und manchen Wiedererkennungseffekt hervorgerufen. Im Gegensatz zu alten Übersetzungen gelinge es Renate Bleibtreu auch Strindbergs Parodierung des Jargons von Businessmännern oder Gassenjungen treffend wiederzugeben, lobt der Kritiker voller Anerkennung.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.05.2012

Der Mond ist eine Glaskugel und die Erde voller Hubbel

Es ist schade um die Menschen, aber ihnen ist mit Wissenschaft und Religion ebenso wenig zu helfen wie mit Kunst: Das Universum des August Strindberg lässt sich in drei neuen Büchern vermessen.

Das rote Zimmer" ist Strindbergs Durchbruchswerk aus dem Jahr 1879. Gleichzeitig mit Ibsens "Nora" läutete der Roman die skandinavische Moderne ein. Der dreißigjährige Autor hatte bereits erste, schwierige Schritte als Dramatiker unternommen und als Journalist seine Nase in verschiedene soziale Biotope gesteckt. In diesem Roman verarbeitet er seine Erfahrungen und liefert das furiose Panorama einer durch und durch korrupten Gesellschaft. Es ist ein Buch, auf das Kafkas Urteil passt: "Der ungeheure Strindberg ... Diese Wut, diese im Faustkampf erworbenen Seiten."

Arvid Falk heißt der autobiographisch zugeschnittene Held. Gleich zu Beginn gibt er eine bequeme Beamtenlaufbahn auf, um sich als Literat auf die Spur der Wahrheit zu setzen. Nach dem Motiv der feindlichen Brüder wird ihm als Kontrastfigur der Großhändler Carl Nikolaus Falk gegenübergestellt, ein Repräsentant der Stockholmer …

Weiter lesen

»Das Rote Zimmer zu lesen ist manchmal so, wie an den Türen von Nachbarn zu lauschen. Was hört man da? Wie viel Kraftaufwand, ach, doch nötig ist, um geschmeidig durchs Leben zu gleiten - oder man hört Strindbergs Lachen.«

"Strindberg zeichnet ein kritisches und parodistisches Bild der Gesellschaft seiner Zeit." (NZZ am Sonntag (CH), 08.04.2012)
August Strindberg, geboren 1849 in Stockholm, starb 1912.

Leseprobe zu "Das rote Zimmer" von August Strindberg

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