Schostakowitsch - Meyer, Krzysztof

Krzysztof Meyer 

Schostakowitsch

Sein Leben, sein Werk, seine Zeit

Übersetzer: Kozlowski, Nina
Broschiertes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Schostakowitsch

Der polnische Komponist C.Meyer gibt eine umfassende und detaillierte Darstellung von Schostakowitschs Leben und Werk. Mit umfangreichem Anhang (Werksverzeichnis, Literatur).

Mehr als jedes andere kompositorische Lebenswerk der Musikgeschichte wurzelt Schostakowitschs Schaffen im politischen Umfeld seiner Epoche. Fast jedes seiner größeren Werke antwortet auf Ereignisse in seinem Land - von der Oktoberrevolution bis zum 2. Weltkrieg. Der programmatische Gehalt der Werke Schostakowitschs war allerdings bislang nicht vollständig erhellt, trotz zahlreicher Kommentare des Komponisten selbst und seiner Freunde. Vieles blieb unklar - auch in seinem Leben und seinem Verhältnis zum sowjetischen Regime, das ihn zweimal heftig angriff und in tiefe Krisen stürzte.
Der Autor, ein Freund des Komponisten und intimer Kenner seines Werkes, hat das Verdienst, eine erste und umfassende Synthese der widersprüchlichen Informationen zu geben, die uns überliefert sind. Die andere, entscheidende Leistung dieser Biographie ist, das Leben und Schaffen Schostakowitschs in einen Zusammenhang mit den musikalischen Strömungen seiner Epoche zu stellen.

Produktinformation


  • Verlag: Atlantis Musikbuch; Schott Music, Mainz
  • 2008
  • Überarb. Neuausg.
  • Ausstattung/Bilder: Überarb. Neuausg. 2008. 601 S., m. Notenbeisp., 53 Fotos auf Taf.
  • Seitenzahl: 608
  • Serie Musik
  • Best.Nr. des Verlages: SEM 8376
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 121mm x 37mm
  • Gewicht: 664g
  • ISBN-13: 9783254083760
  • ISBN-10: 3254083768
  • Best.Nr.: 07700247
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.02.1996

Der Volksheld ist ironisch
Eine Biographie und eine Briefausgabe zu Dmitri Schostakowitsch

Dmitri Schostakowitsch war bedenklich und bedrohlich in die Machtmechanismen des Stalinismus verstrickt, in das prekäre "Tauwetter" unter Nikita Chruschtschow und in die partielle Rückkehr in stalinistische Willkür unter Leonid Breschnew. Als sowjetischer Vorzeigekünstler propagandistisch ausgenutzt, andererseits 1936 (in der "Prawda") und 1948 unmittelbar von der Staatsspitze verdammt, lernte Schostakowitsch ein doppelzüngiges Lavieren zwischen Opportunismus und Unabhängigkeit. Die Freiheit der eigenen Tonsprache erkaufte er sich mit Zugeständnissen an den Optimismus des staatstragenden "sozialistischen Realismus" in offiziösen Feierstücken und Reden (auch im Ausland), in manchen Film- und Ballettmusiken.

Nicht selten manövrierte er in einem Werk auf zwei Ebenen - etwa im leer-pompösen Finale der fünften Sinfonie, das vom Regime als Gehorsamsnachweis, von vielen Zuhörern aber als ironisches Aufbegehren wider die Tyrannei verstanden werden konnte. Ähnlich trickreich spendete Schostakowitsch gewissen Staatsfunktionären übertriebenes Lob, das …

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Krzysztof Meyer, geboren in Krakau, studierte Komposition u. a. bei Krzysztof Penderecki und Witold Lutoslawski. 1966 Dozent an der Krakauer Musikhochschule, seit 1987 Professor für Komposition an der Musikhochschule Köln.

Inhaltsangabe

Vorwort
Zur Familiengeschichte
Kindheit
Erste Kontakte mit der Musik
Oktoberrebolution
Erster Unterricht
Die Pädagogen am Konservatorium
Schwere Lebensbedingungen
Arbeit im Kino
Kollegen am Konservatorium
Klavier
und Kompositionsstudien
Erste Konzerte und Kompositionen
Diplom und Triumph der Symphonie Nr. 1
Die russische künstlerische Avantgarde
Auswitung der kommunistischen Machtstrukturen auf das Kulturleben
Schostkowitsch als Pianist
Teilnahme am I. Chopin
Wettbewerb
Assafjew und Sollertinski
Schöpferische Wxperimente: Sonate und Aphorismen für Klavier, Symphonie Nr. 2
Die Nase
Entstehung und Bühnenschicksal der Oper
Theater
und Filmmusik
Symphonie Nr. 3
Die Ballette "Das goldene Zeitalter" und "Der Bolnzen"
Die Beziehungen zwischen dem Komponisten und der sowjetischen Staatsmacht
Heirat mit Nina Warsar
Fasziniert von SSoschtschenko
Welterfolg der Oper "Lady Macbeth von Mzensk"
Kulturpolitik nach 1932
Die Position von Schostakowisch
Neuer Versuch mit einer Oper: Das Märchen vom Popen
Klaviermusik: Präludien und Klavierkonzert
Cellosonate
Ballett "Der helle Bach"
Reise in die Türkei
"Chaos statt Musik"
Offizielle Verdammung Schostakowitschs
Der große Tenor
Symphonie Nr. 4
Zusammenarbeit mit Jewgeni Mrawinski und neuer Triumpf
Symphonie Nr. 5
Schostakowitsch als Pädagoge
Suche nach Einfachheit
Streichquartett Nr. 1
Symphonie Nr. 6
Instrumentierung von Mussorgskis Boris Godunow
Klavierquintett
Beginn des deutsch
sowjetischen Krieges
Aufenthalt im belagerten Leningrad
Symphonie Nr. 7
Intensive Arbeit in Moskau: Die Spieler, Sechs Romanzen, Klaviersonate Nr. 2, Symphonie Nr. 8
Wettbewerb für eine neue sowjetische Hymne
Sollertrinskis Tod
Streichquartett Nr. 2
Symphonie Nr. 9
Streichquartett Nr. 3
Umzug nach Moskau
Kampf mit den "Kosmopoliten" und den "Formalisten"
Die Resolution des ZK der KPdSU Über die Oper "die große Freundschaft"
Beratung und I. Kongreß des Komponistenverbands
Verurteilung Schostakowitschs
Am Sche3ideweg
Jüdische Lieder
Reise nach Amerika zur Kulturkongreß
Das Lied von den Wäldern und weitere Kompromisse gegenüber den Machthabern
Feierlichkeiten aus Anlaß des Bach
Jahres
Präludien und Fugen
Stalins Tod
Symphonie Nr. 10
Das Triumvirat" im Kreml und die Anfänge der Entstalinsierung
Stärkung von Schostkowitschs Position: Aufführung des Streichquartetts Nr. 4
Streichquartett Nr. 5
Violinkonzert
Tor seiner Frau
Tod seiner Mutter
Beginn des "Tauwetters" unter Chruschtschow
II. Kongreß des russischen Kompoinistenverbands
"Wideruf" der Resolution von 1948
Zweite Ehe
Die Kinder
Symphonie Nr. 11
Eine Operette und die Neuorchestrierung von Mussorgskis "Chowanschtschina"
Überwindung der Schaffenskrise
Konzert für Violoncello Nr. 1
Streichquartett Nr. 7
Satiren
Streichquartett Nr. 8
Teilnahme am "Warschauer Herbst"
Reise in die Vereinigten Staaten
Eintritt in die Partei
Symphonie Nr. 12
Entstalinisierung nach dem XXII. Parteitag der KPdSU
Strawinskys Besuch in der Sowjetunion
Aufführung der Symphonie Nr. 4
Symphonie Nr. 13
Aufführung von Katerina Ismailowa
Schostakowisch heiratet Irina Supinskyja
Reisen und Konzerte
Straichquartette Nr. 9 und Nr. 10
Die Hinrichtung des Stephan Rasin
Festivals in Edinburgh und Gorki
Letzter Auftritt als Pianist
Herzinfarkt und Rekonbaleszenz
60. Geburtag
Gesundheitliche Problem
Sieben Romanzen nach Worten von A. Blok
Violinkonzert Nr. 2
Hinwedung zur Zwölftonmusik
Streichquartett Nr. 12
Die letzten beiden Symphonien
Die Breschnew
Ära
Tod der Freunde
Verschlechterung des Gesundheitszustands
Letzte Werke
Tod
Persönliche Erinnerungen an den Menschen Schostakowitsch
Anhang: Anmerkungen
Bibliographie
Schostakowitschs Ämter, Würden, Preise und Auszeichnungen
Inhaltsangaben
Werkverzeichnis und
register
Bildnachweis
Personenregister

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Kundenbewertungen zu "Schostakowitsch" von "Krzysztof Meyer"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von Saxe am 09.11.2010 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch ist die beste Biografie Schostakowitschs, die es zur Zeit gibt. Meyer stellt den Menschen Schostakowitsch und seine Werke in seine Zeit, zitiert Zeitgenossen, Dokumente und Schostakowitsch selbst. Herausgekommen ist ein Werk, bei dem man noch einmal das Jahrhundert durchschreitet und dabei die Lebenssituiation in der damlaigen Sowjetunion quasi miterlebt. Meyer gelingt ein spannendes Buch, welches durch Notenbeispiele und viele interessante Fotos ergänzt wird. Außerdem hängt ein ausführliches Werkverzeichnis an und eine Inhaltsangabe der Opern Schostakowitschs. Sehr lesenswert sind Meyers persönliche Begegnungen mit dem sonst eher scheuen Komponisten, die eigenartig berühren. Manchmal aber gerät die Einschätzung der Werke durch Meyer sehr subjektiv (modern- nicht modern), was man aber durch eine eigene Meinungsbildung zu den Werken ersetzen kann. Alles in allem: Unbedingt lesenswert! Übrigens auch als Hardcover sehr zu empfehlen ( bei Lübbe erschienen).

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