Traumnovelle - Schnitzler, Arthur

Arthur Schnitzler 

Traumnovelle

Mit einem Essay v. Hilde Spiel
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Traumnovelle

Als 1926 die wohl vieldeutigste von Arthur Schnitzlers Erzählungen zum erstenmal erschien, durchlief die Wiener Gesellschaft ein Schauder. Die Gnadenlosigkeit, mit der Schnitzler darin den Seelengrund eines gesitteten Ehepaares bloßlegt, schockierte die Gemüter mehr noch, als dies sein Reigen getan hatte. Und doch ist es nicht der Blick in den Abgrund der Triebwelt, ist es nicht die Schilderung vorgestellter oder vielleicht gar gelebter Orgien, was an dieser Novelle bis heute so schockiert und fasziniert. Es sind auch nicht die Träume, die Albertine und ihr Mann Fridolin sich wechselseitig beichten. Es ist die Erkenntnis, daß kein Traum nur "völlig Traum" ist. Nicht allein Schnitzlers Ehepaar dürfte davon "erwacht" sein.
Die Traumnovelle diente Stanley Kubrick zu seinem letzten Film: dem Welterfolg "Eyes Wide Shut" (1999) - als literarische Vorlage.


Produktinformation

  • Verlag: Insel, Frankfurt
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 107 S. m. Zeichn. v. Egon Schiele.
  • Seitenzahl: 112
  • Insel Bücherei Nr.1238
  • Best.Nr. des Verlages: 19238
  • Deutsch
  • Abmessung: 183mm x 122mm x 13mm
  • Gewicht: 200g
  • ISBN-13: 9783458192381
  • ISBN-10: 3458192387
  • Best.Nr.: 10862418
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.06.2004

Band 12
Der unheimliche Reiz der Maske
Arthur Schnitzlers „Traumnovelle”
Am Anfang liest ein Kind sich selbst in den Schlaf. Ein orientalischer Prinz, den Galeerensklaven zum Palast des Kalifen rudern, liegt unter einem dunkelblauen, sternenübersäten Nachthimmel auf dem Verdeck. Was sein Blick dabei erfasst, erfährt der Leser nie, denn nach einem Gedankenstrich fallen dem Kind die Augen zu - die Eltern, der Arzt Fridolin und seine Frau Albertine, lächeln einander an, nehmen ihr Gespräch wieder auf und geraten dabei in heikle Gefilde.
Den geheimnisvollen Nachthimmel, der sich über abgebrochenen Abenteuern wölbt, wird in Arthur Schnitzlers „Traumnovelle” (1926) das halbmoderne Wien, in dem man schon Telefon hat, aber noch Kutsche fährt, nicht mehr los. Alles steht hier unter dem Gesetz der Zweideutigkeit. Nichts gewinnt den scharfen Umriss, den die Novellenform verspricht, an die Stelle der einen unerhörten Begebenheit treten Episoden, immer neue Unterbrechungen, Abschweifungen. Der Erzählfaden, an dem sie aufgereiht sind, führt immer tiefer in das Labyrinth der Nacht hinein.
Das beginnt mit der …

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Arthur Schnitzler, geb. 15.5.1862 in Wien, versuchte bereits als Neunzehnjähriger seine ersten Dramen zu schreiben. Nach dem Studium der Medizin war er Assistenzarzt an der Allgemeinen Poliklinik und dann praktischer Arzt in Wien, bis er sich mehr und mehr seinen literarischen Arbeiten widmete. 1886 erscheinen die ersten Veröffentlichungen in Zeitungen, 1895 das erste Buch. Bei Arthur Schnitzler bildet stets der einzelne Mensch den Mittelpunkt seiner durchweg im Wien der Jahrhundertwende angesiedelten Stoffe. Er starb am 21.10.1931 als einer der bedeutendsten österreichischen Erzähler und Dramatiker der Gegenwart in Wien.

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