Schiller - Hage, Volker

Volker Hage 

Schiller

Vom Feuerkopf zum Klassiker

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Produktbeschreibung zu Schiller

"Volker Hage spürt in 'Schiller. Vom Feuerkopf zum Klassiker" mit viel Sinn für feine (Zwischen-)Töne und zahlreichen Zeitzeugnissen [...] einem Menschen nach, der mit seinen Werken sein eigenes Denkmal für die Nachwelt hinterließ." -- literturmarkt.info

"Der Schiller, der da bei Hage lebendig wird, hätte einer von uns sein können." -- Cicero

Friedrich Schiller: heute einer unserer großen Klassiker. Doch als 1782 die 'Räuber' uraufgeführt werden, betritt ein Feuerkopf die Literaturlandschaft, ein aufbrausender Streiter für Freiheit und Leidenschaft. Zum 250. Geburtstag erzählt der Literaturredakteur Volker Hage das rasante Leben Schillers und zeichnet das mitreißende Porträt einer 'feurigen Seele'.Mitreißend geschriebener Überblick für alle, die sich schnell informieren wollen.

Produktinformation


  • Verlag: Btb; Spiegel-Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 90 S.
  • Seitenzahl: 96
  • btb Bd.74009
  • Deutsch
  • Abmessung: 184mm x 117mm x 8mm
  • Gewicht: 106g
  • ISBN-13: 9783442740093
  • ISBN-10: 3442740096
  • Best.Nr.: 26268181
"Der Schiller, der da bei Hage lebendig wird, hätte einer von uns sein können."

"Der Schiller, der da bei Hage lebendig wird, hätte einer von uns sein können."
Volker Hage, geboren 1949 in Hamburg, kam nach Stationen bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Zeit" zum "Spiegel", wo er seit 1992 als Literaturredakteur arbeitet. Er hatte Gastprofessuren in Deutschland und den USA inne. Als Herausgeber und Autor zahlreicher Bücher hat er die deutsche sowie die internationale Literaturentwicklung kritisch beobachtet und kommentiert. Er ist einer der bekanntesten Literaturkritiker im deutschsprachigen Raum.

Leseprobe zu "Schiller" von Volker Hage

III. Freundschaft oder: »Exzeß der Bilderstürmerei« (S. 37-38)

Wieder spielt ein Brief eine wichtige Rolle, ein ausführlicher Brief und ein mutiger dazu: an jenen Kollegen, der ihn in früheren Zeiten so auffallend gemieden hat - Goethe. Schiller schreibt ihn kurz vor dessen 45. Geburtstag. Der Jüngere wagt es, ungebeten ein Psychogramm des anderen zu entwerfen, den anderen gegen die eigene Künstlerpersönlichkeit abzugrenzen. »In Ihrer richtigen Intuition liegt alles und weit vollständiger, was die Analysis mühsam sucht«, schreibt er, der sich selbst zu den eher analytischen Menschen zählt, »und nur weil es als ein Ganzes in Ihnen liegt, ist Ihnen Ihr eigener Reichtum verborgen.« So lautet der Brief von Jena nach Weimar, im August 1794. Und weiter:

Geister Ihrer Art wissen daher selten, wie weit sie gedrungen sind und wie wenig Ursache sie haben, von der Philosophie zu borgen, die nur von Ihnen lernen kann. Diese kann bloß zergliedern, was ihr gegeben wird, aber das Geben selbst ist nicht die Sache des Analytikers, sondern des Genies, welches unter dem dunkeln, aber sichern Einfluß reiner Vernunft nach objektiven Gesetzen verbindet.

Das klingt schmeichelhaft und ist auch durchaus so gemeint, und doch verbindet sich für Schiller eine lange Leidensgeschichte mit dieser Beobachtung: Goethe hat er stets für den vom Schicksal Begünstigten gehalten, denjenigen, dem alles zufällt, was er selbst sich mühsam erarbeiten muss, dem die Gunst (auch die finanzielle) eines Fürsten Leben und Arbeit erleichtert, der spontan gestalten kann, was Schiller sich abstrakt ableiten und dann literarisch umsetzen muss. Für ihn ist Goethe lange der Unerreichbare gewesen, längst zu Ruhm und Ruf gekommen, als der Jüngere seinen Weg eben erst begann.

Und nun? Schiller gewinnt Goethe nicht nur für die Mitarbeit an seinem neuen Zeitschriftenprojekt »Die Horen«, er gewinnt ihn für den Rest seines Lebens als Gesprächspartner und brüderlichen Gegenpart. Goethe nämlich schreibt postwendend zurück, dankbar, begeistert: »Zu meinem Geburtstage, der mir diese Woche erscheint, hätte mir kein angenehmer Geschenk werden können als Ihr Brief, in welchem Sie, mit freundschaftlicher Hand, die Summe meiner Existenz ziehen und mich, durch Ihre Teilnahme, zu einem emsigen und lebhafteren Gebrauch meiner Kräfte aufmuntern.

Reiner Genuß und wahrer Nutzen kann nur wechselseitig sein, und ich freue mich, Ihnen gelegentlich zu entwickeln: was mir Ihre Unterhaltung gewährt hat, wie ich von jenen Tagen an auch eine Epoche rechne, und wie zufrieden ich bin, ohne sonderliche Aufmunterung, auf meinem Wege fortgegangen zu sein, da es nun scheint, als wenn wir, nach einem so unvermuteten Begegnen, miteinander fortwandern müßten.«"

Leseprobe zu "Schiller" von Volker Hage

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