Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit - Feyl, Renate

Renate Feyl 

Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit

Roman

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Produktbeschreibung zu Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit

Caroline von Wolzogen - Schriftstellerin in Schillers Schatten

Caroline von Wolzogen (1763-1847) war Schriftstellerin. Zudem war sie die Schwägerin Friedrich Schillers. Sie musste erfahren, was es bedeutet, mit einem Genie in der Familie zu leben und an seiner Seite den eigenen Weg als Schriftstellerin zu finden. Sie war es, die mit ihrer Biografie über ihren Schwager den Grundstein zu Schillers Nachruhm legte.



Zwei Dinge prägten das Leben der Caroline von Wolzogen: ihre schriftstellerische Arbeit und die Nähe zu ihrem Schwager Friedrich Schiller. Er liebte die Schwestern von Lengefeld, heiratete, weil Caroline ablehnte, Charlotte und wollte dennoch beide um sich haben - Charlotte für das alltäglich Praktische und Caroline für das geistig Höhere. Caroline, in zweiter Ehe mit Geheimrat von Wolzogen verheiratet, musste sich im Schatten ihres genialen Schwagers ihren eigenen Weg als Schriftstellerin bahnen. Ihr Roman "Agnes von Lilien" erregte großes Aufsehen. Sie wurde von Goethe geschätzt, von Wilhelm von Humboldt bewundert. Sie schrieb die Biografie Friedrich Schillers, Renate Feyl schreibt auch das, was Caroline aus Rücksicht auf die Zeitgenossen verschweigen musste.

Produktinformation


  • Verlag: HEYNE
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 318 S.
  • Seitenzahl: 336
  • Diana-Taschenbücher Nr.255
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 118mm x 30mm
  • Gewicht: 300g
  • ISBN-13: 9783453211124
  • ISBN-10: 345321112X
  • Best.Nr.: 10355070
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.07.1999

Widerwillige Geschöpfe
Caroline von Wolzogen im "sanften Joch der Vortrefflichkeit"

Dieser Roman über das Leben der Schriftstellerin Caroline von Wolzogen ist eigentlich ein Schiller-Buch. Eigentlich war Caroline von Lengefeld - so zeigt es der Roman - die Auserwählte Schillers, trat ihn aber an die ältere Schwester Charlotte ab, wohl wissend, daß der Himmelsstürmer auf Erden ein Hausmütterchen brauchte, aber auch, weil sie schon - in erster unglücklicher Ehe - verheiratet war. Schillers "Geschöpf" sollte Caroline sein, aber das war der heißeste Wunsch einer Frau, die selbst literarisch-schöpferische Ambitionen hatte, nun eben nicht.

Später erhoffte sich Schiller eine Art ménage à trois: Charlotte für Leib und Seele, für Tisch und Bett, Caroline für den Geist. Sie war in der Tat die bessere Gesprächspartnerin für Schiller, folgte ihm auch bei seiner Annäherung an die Philosophie Kants, ohne ihm zu Hause die Pantoffeln nachzutragen. Sie heiratete nach der Scheidung ihren Vetter Wilhelm von Wolzogen, der einer der einflußreichsten Männer am Weimarer Hof werden sollte. Und sie wurde zur treuesten Sachwalterin Schillers, sorgte …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ute Stempel lobt in ihrer Rezension gleich vorneweg die in Berlin lebende Philosophin Renate Feyl als "im besten Sinne kultivierte" Schriftstellerin, die ihre Romane über schreibende Frauen nie aus der "Nabelschau" schreibe - eine Eigenart, die Stempel offenbar schon oft bei feministischen Autorinnen aufgestoßen ist. Die in diesem Buch vorgestellte Schriftstellerin Caroline von Wolzogen hatte sich Ende des 18. Jahrhunderts mit einem Roman, "Agnes Lilien", einen Namen gemacht, der - erst anonym in "Die Horen" veröffentlicht, von den Brüdern Schlegel für ein Werk Goethes gehalten wurde. Caroline war außerdem die Schwägerin Schillers, was Feyl die Möglichkeit gibt, die Geschichte dieser früh Emanzipierten vor dem Hintergrund der "Kultur der Goethezeit" (armer Schiller!) zu erzählen. Caroline war eine Frau von "regellosem Wesen", deren "nervöse Umtriebigkeit" sie daran hinderte, sich mit einem Leben als demütig-stilles Eheweib zu begnügen. Schiller hat dann ja auch lieber die konventionellere jüngere Schwester geheiratet. Gleichzeitig habe Caroline - und hier folge ihr die Autorin - nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie Schiller viel zu verdanken hat. So "leichthändig" erzählt, macht Literaturgeschichte "endlich wieder Spaß", resümiert eine begeisterte Ute Stempel.

© Perlentaucher Medien GmbH
Renate Feyl wurde 1944 in Prag geboren. Nach dem Studium der Philosophie begann sie, sich mit Essays und Romanen einen Namen zu machen. Bekannt wurde sie durch ihr 1981 in der DDR, 1983 in der BRD erschienenes Buch "Der lautlose Aufbruch. Frauen in der Wissenschaft". Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Spezialgebiet sind biografische Romane über bedeutende historische Persönlichkeiten.

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