Im Sparadies der Friseure - Droste, Wiglaf

Wiglaf Droste 

Im Sparadies der Friseure

Eine kleine Sprachkritik

Herausgeber: Bittermann, Klaus / Illustrator: Jamiri
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Produktbeschreibung zu Im Sparadies der Friseure

Die sprachkritischen Kolumnen sind nicht belehrend, sondern zeigen einfach nur den Wahnsinn des Neusprechs, der sich immer mehr in die Alltagssprache einschleicht

Produktinformation


  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 126mm x 16mm
  • Gewicht: 200g
  • ISBN-13: 9783893201327
  • ISBN-10: 3893201327
  • Best.Nr.: 25634340
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.08.2010

Kaffee Togo
mit Tucholsky
„Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf“, steht bei Kurt Tucholsky. Dummerweise wird diese Waffe meist gegen einen gerichtet, und zwar von den Bösen. Zurückschießen wäre da reine Notwehr für jeden, der wie Wiglaf Droste eine „dünne Ohrenhaut“ besitzt. Doch wenn Droste seine Sprache entsichert, fließen eben nicht Blut oder Galle, sondern Weisheit und Witz. „Wer Unfug als solchen erkennt, hat ihn bereits dingfest gemacht und muss sich nicht benehmen, als gäbe es eine Meldepflicht für schlechte Laune“, schreibt der fröhliche Sprachkritikerin seinen gesammelten Glossen „Im Sparadies der Friseure“. Ein schönes Beispiel für sprachzivilen Ungehorsam fern von „Sprachschutzstaffeln“ und „kernseifenem Deutsch“, geben, so Droste, etwa jene, diesich dumm stellen und einen „Kaffee Togo“ bestellen. Damit bremsen sie den angeberischen „Coffee to go“aus. Christopher Schmidt
Wiglaf Droste: Im Sparadies der Friseure. Eine kleine Sprachkritik. Goldmann Verlag, München 2010. 160 S., 7,95 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Schon lustig, meint Rezensent Gustav Seibt, der sich in seiner Rezension kurz fasst.  Erstaunlicherweise verbinde Wiglaf Droste in seinen Texten, was eigentlich nicht zusammenpasst: die polemische Schärfe des Satirikers und die den Urteilenden immer mit einbeziehende Perspektive des Humoristen. Oder, vielmehr, so recht verbinde er das gerade nicht. Darum steht es, findet Seibt, nebeneinander, was durchaus zu Nachfragen und zum Widerspruch reizt. Warum Droste auf Mobilfunkquassler schimpft, für Raucher aber alles Verständnis hat, das begreift Seibt nicht. Ohne Resümee schließt die insgesamt eher lustlose Rezension.

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Mitten in seinem neuen Buch merkt Wiglaf Droste anlässlich des öffentlichen Schauens von Fußballspielen an, dass "Public Viewing" auf Deutsch gar nicht "Öffentliches Anschauen" heißt, sondern vielmehr das öffentliche Aufbahren eines Leichnams meint. So wie in diesem Beispiel nimmt Droste sich immer wieder falsch gebrauchter Begrifflichkeiten an, und er stellt fest, dass den Deutschen jede Sprache recht sei, um sich falsch, inhaltsarm oder idiotisch auszudrücken. Sprachkritik aber ist bei ihm nie Kritik um ihrer selbst Willen: Da "Im Sparadies der Friseure" vor allem Kolumnen aus dem Europameisterschaftsjahr 2008 zusammenfasst, kann man noch viel mehr über Fußballanhänger und deren unerträglich dumpf-nationalistisches Auftreten lesen. Vom Fußballplatz geht's dann nach Afghanistan und von dort in den nächsten Bahnhofskiosk: Überall findet Droste enervierende Themen und schreibt sich das Genervtsein von der Seele. Er betreibt Sprachkritik als Gesellschaftskritik und verpackt diese in wunderbare Textkleinode. Manchmal kommt er dabei einen Tick zu selbstgerecht daher. Aber nur manchmal. (jw)

»Hochprozentig, abgründig, sehr böse und sehr lustig.« Die Welt
Wiglaf Droste, geboren 1961, lebt in Berlin. Er schreibt u.a. in der "tageszeitung", der "Weltwoche" und in "junge welt".
Er ist viel unterwegs, am liebsten mit dem Essener Spardosen-Terzett, mit dem er die CD "Für immer" aufgenommen hat. Gemeinsam mit Vincent Klink gibt Wiglaf Droste die Zeitschrift "Häuptling Eigener Herd" heraus. Hin und wieder erscheint eine Auswahl seiner Kolumnen als Buch. Für seine Kolumnen in der taz und im Kritischen Tagebuch beim WDR erhielt der Schriftsteller, Lyriker und Satiriker 2003 den Ben-Witter-Preis. 2005 wurde Wiglaf Droste mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis geehrt. In der Begründung der Jury heißt es unter anderem:
"Mit Blick auf die deutsche Literaturgeschichte sind Vergleiche zu Autoren wie Robert Gernhardt oder Kurt Tucholsky angebracht und begründbar. Droste hat seine Vorgänger jedoch nicht kopiert, sondern einen eigenen, unverwechselbaren Ton gefunden. Seine kompromisslosen, häufig mit zynischem Gestus vorgetragenen Satiren und Glossen sind sprachliche Kabinettstückchen von hohem literarischen Rang." Von März bis Juli 2009 war Droste der 29. Stadtschreiber zu Rheinsberg in Brandenburg.

Blick ins Buch "Im Sparadies der Friseure"

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