Ein Buch namens Zimbo - Goldt, Max

Max Goldt 

Ein Buch namens Zimbo

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Produktbeschreibung zu Ein Buch namens Zimbo

"Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet." (Daniel Kehlmann)

«Warum ich, obwohl ich schlecht lesen kann, begonnen habe zu schreiben, kann ich nicht gut sagen. Weiß nicht hat sich so ergeben. Spät hat es sich ergeben: Als ich mein erstes Stück Literatur verfasste, das über einen Songtext, ein Gedicht oder einen Sketch hinausging, war ich knapp dreißig. Ich dachte wohl: Mal sehen, ob es möglich ist, der Neigung meines Temperaments zum Schieben einer ruhigen Kugel für ein, zwei Tage einen Riegel vorzuschieben und dem ständigen Gedankengang, an dem ich mich meist erfreue, selten auch mal leide, einen irgendwie gearteten Prosaklumpen abzutrotzen. Das Stück hieß Zehn hoch achtundfünfzig und es ging darin, soweit ich mich entsinne, ums Universum und um meine Hose. Genaueres kann ich nicht sagen, denn ich würde schwitzen wie nach dem Genuss eines stark gewürzten asiatischen Gerichtes, wenn ich mir den Text noch einmal anschauen müsste. Was ich danach geschrieben habe: Auch schwer zu sagen, doch glaube ich, unter anderem einen hoffentlich verzeihlichen Hang zur hoffentlich nicht allzu platten Gesellschaftskritik entwickelt zu haben, wobei ich Gesellschaftskritik nie mit System- oder Regierungskritik verwechseln wollte, denn Gesellschaftskritik, die das Grölen von Fußballfans in Bahnhöfen ganz unerwähnt lässt, ist keine.» (Max Goldt, aus der Dankesrede zum Kleist-Preis)

Produktinformation


  • Verlag: Rowohlt, Berlin
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 160 S.
  • Seitenzahl: 197
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 134mm x 20mm
  • Gewicht: 290g
  • ISBN-13: 9783871346651
  • ISBN-10: 3871346659
  • Best.Nr.: 26390572

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Aha, der Knigge und Ovids Liebeskunst also. Das sind die Vorbilder, die Burkhard Müller dem Autor der hier versammelten Texte schmeichelnd unterstellt, wenn er konstatiert, Max Goldt gehe es um die sanfte Kontrolle und Korrektur seiner Mitmenschen. Etwa, wenn Goldt sich den Vorzügen der Umhängetasche widmet oder der Beleuchtung in Hotelzimmern, in denen man überhaupt nicht mehr lesen kann. Stets kommt für Müller dabei scheinbar Offensichtliches zu seinem Recht, wird Naheliegendes betont und zum Bedenken angeregt. Und wenn Goldt dabei manchmal unnötig kompliziert und kauzig wird, so hat Müller Nachsicht: Es ist bloß das wilde Fuchteln des einsamen Rufers um Aufmerksamkeit.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.11.2009

Kann ein Kühlschrank Gänse braten?
Hier steht ein Schiedsrichter der Sitten, doch er ist ganz allein: Ein neuer Band von Max Goldt
Etwa alle zwei Jahre bündelt Max Goldt seine Texte aus der „Titanic” zu Büchern, denen er wunderliche Titel wie „Der Krapfen auf dem Sims” oder „Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens” gibt. Dass diese Bücher sich als eine so anregende wie schwankende Erscheinung darbieten, weist auf eine Fehlstelle in unserer Gesellschaft hin: Allein kraft persönlicher Idiosynkrasie und privaten Spleens erfüllt Goldt eine Aufgabe, für die er unbedingt mehr institutionelle und soziale Rückendeckung bekommen müsste. In seiner mitabgedruckten Kleistpreis-Rede erwägt er die verschiedenen Rollenzuweisungen, die an ihm schon ausprobiert worden sind – Dichter, Satiriker, Kolumnist, Alltagsbeobachter –, und findet sie allesamt unbefriedigend. Zu Recht. Das Amt, das er versieht, ließe sich zureichend nur als das eines Schiedsrichters der Sitten beschreiben.
Dieser sollte, was er meint, beispielhaft in seinem Stil verkörpern, der idealerweise gelassen und elegant wäre. Da Goldt aber so unübersehbar auf eigene Faust operieren …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.11.2009

Im Vorbeigehen

Wenn uns im Vorbeigehen etwas auffällt, gehen wir in der Regel daran vorbei. Wo kämen wir hin, wenn jeder an jeder Straßenecke stehenbliebe, um etwa einem besonders elegant verwendeten Konjunktiv zu lauschen. Wenn Max Goldt im Vorbeigehen etwas auffällt, geht er in der Regel daran vorbei. Nun ist er aber jemand, der "etwas Erinnertes zunächst im Hirnkasten verschließt, damit es Verbindungen mit anderem, was dort gärt und lagert, eingehen kann" und dann, "wenn der Tag gekommen ist", reizende Texte daraus baut. So beschreibt er, wie ihm in den achtziger Jahren "das wahrhaftige Preußen" in Gestalt der Diseuse Blandine Ebinger begegnete: "plötzlich saß es winzig vor mir und verlangte, dass ich gerade stehe und lauter singe!" Ein anderer quälend komischer Text handelt von Arnold Stadlers These, Glück sei literarisch nicht interessant. Besonders elegant zeigt sich Goldt bei der Sprachkritik. Apropos: In keinem der vierundzwanzig Aufsätze findet sich ein Hinweis darauf, warum "Zimbo" ein guter Name für ein Buch sein sollte. Aber ginge es uns etwas an, hätte Goldt es mitgeteilt. Weitergehen! (Max Goldt: "Ein Buch namens Zimbo. Sie werden kaum ertragen, was Ihnen mitgeteilt wird". Rowohlt Verlag, Berlin 2009. 199 S., geb., 17,90 [Euro].) edie

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Max Goldts Stammchinese wartet nicht nur seit Jahren mit einer defekten Herrentoilette auf, er hat auch kulinarisch Dinge drauf, die jeden bedenkenlosen Fleischesser laut auflachen lassen. Bei diesem Chinesen nämlich wird das Gericht Mapo-Tofu mit zehn bis zwanzig Gramm gehacktem Schweinefleisch pro Portion - und jetzt kommt's: gewürzt! Goldt aber, der Meister der kurzen Prosa, regt sich weder über ein fehlendes Pissoir auf noch über ein vermeintliches vegetarisches Gericht, nein, er - und das macht ihn so unvergleichbar - sinniert über das Wort "genial" nach. Er mag dieses Modewort überhaupt nicht. Er, meint Goldt, würde also, wenn "genial" nicht so ein gängiges Modewort wäre, "die Idee, Fleisch für ein ansonsten fleischloses Gericht zu verwenden, gern als ,genial ernährungsunideologisch' bezeichnen". Ich weiß ja nicht, ob Goldt es so sieht, aber ich würde diese geniale Wendung mit dem Titel eines seiner früheren Bücher kommentieren wollen: "Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens". Und zwar am vermeintlich wichtigen Thema. Im "Buch namens Zimbo" sind die Texte versammelt, die Max Goldt in den letzten drei Jahren vornehmlich in der Titanic veröffentlichte. (jw)
Max Goldt, geb. 1958 in Göttingen, siedelt 1977 nach dem Abitur nach Berlin über, wo er eine Fotografenausbildung beginnt. Er bricht diese jedoch ab und widmet sich der Musik. Auf den Wogen der Neuen Deutschen Welle schwimmt er als Frontmann der Gruppe 'Foyer des Arts', die er zusammen mit Gerd Pasemann 1981 gründet. Er ist als Musiker ebenso erfolgreich wie als Autor. Als Musiker hat er zahlreiche Schallplatten veröffentlicht, teils im Duo, teils solo; als Autor schreibt er seit 1989 für das Satire-Magazin Titanic. Max Goldt lebt und arbeitet in Berlin. 2006 erhielt er den "Max und Moritz-Preis" in der Kategorie "Bester Szenarist" und 2008 den "Kleist-Preis".

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Kundenbewertungen zu "Ein Buch namens Zimbo" von "Max Goldt"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von yanshuv aus luxemburg am 05.06.2011 ***** ausgezeichnet
Max Goldt beherrscht, nein zelebriert die hohe Kunst, auf äusserst gepflegtem Sprachniveau höheren Unsinn zu destillieren. In lässig-elegantem Plauderton schwadroniert er vor sich hin, gelangt vom hundertsten ins tausendste und wieder zurück, nicht ohne überraschende Abstecher und Schnörkeleien, und der Leser folgt ihm etwas verwirrt, doch fasziniert, denn dieser Unsinn hat Methode, dahinter steckt ein kluger, welterfahrener, hochkultivierter Kultur- und Gesellschaftskritiker.
Die wertvollen Stücke werden hier würdig präsentiert: im quittengelben Einband mit leuchtend blauem Lesebändchen, Vorsatzblätter in demselben schönen Blau. Das Buch ist eine Zierde des Bücherregals und wird immer wieder gerne herausgenommen werden, denn Max Goldt ist nicht nur ein amüsanter, geistreicher Plauderer, sondern ein origineller Denker, dazu ein sarkastischer Kultur- und Gesellschaftskritiker und vor allem ein begnadeter Stilist.
Achtung, Suchtgefahr.

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Bewertung von Ansprechpartner aus Köln am 06.08.2010 ***** ausgezeichnet
Immer wieder erinnere ich mich gerne an die Zeiten meines Titanic-Abonnements zurück, verdanke ich doch eben diesem die Zurkenntnisnahme meinerseits Max Goldt gegenüber. Das dort zu Lesende erreichte meist zweiseitiges Volumen und somit leider herzlich oft viel zu wenig, um die Dauer bis zum Erscheinen des folgenden Heftes überbrücken zu können. Also kündigte ich mein Abo, investierte das hierdurch wieder vakante Geld in ein Buch namens "Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau" und überlegte, warum ich dies nicht schon vorher getan habe. Immerhin dauerte meine Abonnementzeit ganze 7 Jahre, dies entspricht einem Equivalent von gut und gerne 35 Büchern von Max Goldt; wenn es denn soviele zu kaufen gäbe.
Mangels ausreichender Anzahl zu erwerbenden Goldt´schen Bücher, habe ich es mir zu Angewohnheit gemacht, immer mal wieder im Buchhandel, ob ich mein sauer Erspartes zwischenzeitlich nicht doch wieder in ein neu zu erwerbendes Buch von Max Goldt investieren kann. Das jüngste Schauen brachte den neuen Titel "Ein Buch namens Zimbo" zum Vorschein. Wirklich allzu gerne möchte ich dieses Buch hiermit anpreisen und zum Kauf animieren. Zum Inhalt gibt es nicht viel Neues zu schreiben: Kurzweilig, Interessant und gut! Also nicht "aufmüpfig" sein und zugreifen!

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leichte Gebrauchsspuren 8,95 2,50 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung ARVELLE Buch- und Medienversand e.K. 99,6% ansehen
wie neu 9,82 2,20 Banküberweisung camelthorntree 100,0% ansehen
gebraucht; gut 10,00 2,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Buchhandlung Vaternahm 99,8% ansehen
gebraucht; sehr gut 10,50 2,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Buchhandlung Vaternahm 99,8% ansehen
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Ein Buch namens Zimbo

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Produktinformation
  • Verlag: Rowohlt, Berlin
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 160 S.
  • Seitenzahl: 197
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 134mm x 20mm
  • Gewicht: 290g
  • ISBN-13: 9783871346651
  • ISBN-10: 3871346659
  • Best.Nr.: 26390572

Leseprobe zu "Ein Buch namens Zimbo"

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Produktbeschreibung zu "Ein Buch namens Zimbo"

Kurzbeschreibung

"Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet." (Daniel Kehlmann)

Beschreibung

«Warum ich, obwohl ich schlecht lesen kann, begonnen habe zu schreiben, kann ich nicht gut sagen. Weiß nicht hat sich so ergeben. Spät hat es sich ergeben: Als ich mein erstes Stück Literatur verfasste, das über einen Songtext, ein Gedicht oder einen Sketch hinausging, war ich knapp dreißig. Ich dachte wohl: Mal sehen, ob es möglich ist, der Neigung meines Temperaments zum Schieben einer ruhigen Kugel für ein, zwei Tage einen Riegel vorzuschieben und dem ständigen Gedankengang, an dem ich mich meist erfreue, selten auch mal leide, einen irgendwie gearteten Prosaklumpen abzutrotzen. Das Stück hieß Zehn hoch achtundfünfzig und es ging darin, soweit ich mich entsinne, ums Universum und um meine Hose. Genaueres kann ich nicht sagen, denn ich würde schwitzen wie nach dem Genuss eines stark gewürzten asiatischen Gerichtes, wenn ich mir den Text noch einmal anschauen müsste. Was ich danach geschrieben habe: Auch schwer zu sagen, doch glaube ich, unter anderem einen hoffentlich verzeihlichen Hang zur hoffentlich nicht allzu platten Gesellschaftskritik entwickelt zu haben, wobei ich Gesellschaftskritik nie mit System- oder Regierungskritik verwechseln wollte, denn Gesellschaftskritik, die das Grölen von Fußballfans in Bahnhöfen ganz unerwähnt lässt, ist keine.» (Max Goldt, aus der Dankesrede zum Kleist-Preis)

17.11.2009

Im Vorbeigehen

Wenn uns im Vorbeigehen etwas auffällt, gehen wir in der Regel daran vorbei. Wo kämen wir hin, wenn jeder an jeder Straßenecke stehenbliebe, um etwa einem besonders elegant verwendeten Konjunktiv zu lauschen. Wenn Max Goldt im Vorbeigehen etwas auffällt, geht er in der Regel daran vorbei. Nun ist er aber jemand, der "etwas Erinnertes zunächst im Hirnkasten verschließt, damit es Verbindungen mit anderem, was dort gärt und lagert, eingehen kann" und dann, "wenn der Tag gekommen ist", reizende Texte daraus baut. So beschreibt er, wie ihm in den achtziger Jahren "das wahrhaftige Preußen" in Gestalt der Diseuse Blandine Ebinger begegnete: "plötzlich saß es winzig vor mir und verlangte, dass ich gerade stehe und lauter singe!" Ein anderer quälend komischer Text handelt von Arnold Stadlers These, Glück sei literarisch nicht interessant. Besonders elegant zeigt sich Goldt bei der Sprachkritik. Apropos: In keinem der vierundzwanzig Aufsätze findet sich ein Hinweis darauf, warum "Zimbo" ein guter Name für ein Buch sein sollte. Aber ginge es uns etwas an, hätte Goldt es mitgeteilt. Weitergehen! (Max Goldt: "Ein Buch namens Zimbo. Sie werden kaum ertragen, was Ihnen mitgeteilt wird". Rowohlt Verlag, Berlin 2009. 199 S., geb., 17,90 [Euro].) edie

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

06.11.2009

Kann ein Kühlschrank Gänse braten?
Hier steht ein Schiedsrichter der Sitten, doch er ist ganz allein: Ein neuer Band von Max Goldt
Etwa alle zwei Jahre bündelt Max Goldt seine Texte aus der „Titanic” zu Büchern, denen er wunderliche Titel wie „Der Krapfen auf dem Sims” oder „Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens” gibt. Dass diese Bücher sich als eine so anregende wie schwankende Erscheinung darbieten, weist auf eine Fehlstelle in unserer Gesellschaft hin: Allein kraft persönlicher Idiosynkrasie und privaten Spleens erfüllt Goldt eine Aufgabe, für die er unbedingt mehr institutionelle und soziale Rückendeckung bekommen müsste. In seiner mitabgedruckten Kleistpreis-Rede erwägt er die verschiedenen Rollenzuweisungen, die an ihm schon ausprobiert worden sind – Dichter, Satiriker, Kolumnist, Alltagsbeobachter –, und findet sie allesamt unbefriedigend. Zu Recht. Das Amt, das er versieht, ließe sich zureichend nur als das eines Schiedsrichters der Sitten beschreiben.
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Kundenbewertungen zu "Ein Buch namens Zimbo" von "Max Goldt"

Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 2 Bewertungen):
5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen *****
ausgezeichnet
Bewertung von yanshuv aus luxemburg am 05.06.2011
*****
ausgezeichnet
Max Goldt beherrscht, nein zelebriert die hohe Kunst, auf äusserst gepflegtem Sprachniveau höheren Unsinn zu destillieren. In lässig-elegantem Plauderton schwadroniert er vor sich hin, gelangt vom hundertsten ins tausendste und wieder zurück, nicht ohne überraschende Abstecher und Schnörkeleien, und der Leser folgt ihm etwas verwirrt, doch fasziniert, denn dieser Unsinn hat Methode, dahinter steckt ein kluger, welterfahrener, hochkultivierter Kultur- und Gesellschaftskritiker.
Die wertvollen Stücke werden hier würdig präsentiert: im quittengelben Einband mit leuchtend blauem Lesebändchen, Vorsatzblätter in demselben schönen Blau. Das Buch ist eine Zierde des Bücherregals und wird immer wieder gerne herausgenommen werden, denn Max Goldt ist nicht nur ein amüsanter, geistreicher Plauderer, sondern ein origineller Denker, dazu ein sarkastischer Kultur- und Gesellschaftskritiker und vor allem ein begnadeter Stilist.
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*****
ausgezeichnet
Immer wieder erinnere ich mich gerne an die Zeiten meines Titanic-Abonnements zurück, verdanke ich doch eben diesem die Zurkenntnisnahme meinerseits Max Goldt gegenüber. Das dort zu Lesende erreichte meist zweiseitiges Volumen und somit leider herzlich oft viel zu wenig, um die Dauer bis zum Erscheinen des folgenden Heftes überbrücken zu können. Also kündigte ich mein Abo, investierte das hierdurch wieder vakante Geld in ein Buch namens "Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau" und überlegte, warum ich dies nicht schon vorher getan habe. Immerhin dauerte meine Abonnementzeit ganze 7 Jahre, dies entspricht einem Equivalent von gut und gerne 35 Büchern von Max Goldt; wenn es denn soviele zu kaufen gäbe.
Mangels ausreichender Anzahl zu erwerbenden Goldt´schen Bücher, habe ich es mir zu Angewohnheit gemacht, immer mal wieder im Buchhandel, ob ich mein sauer Erspartes zwischenzeitlich nicht doch wieder in ein neu zu erwerbendes Buch von Max Goldt investieren kann. Das jüngste Schauen brachte den neuen Titel "Ein Buch namens Zimbo" zum Vorschein. Wirklich allzu gerne möchte ich dieses Buch hiermit anpreisen und zum Kauf animieren. Zum Inhalt gibt es nicht viel Neues zu schreiben: Kurzweilig, Interessant und gut! Also nicht "aufmüpfig" sein und zugreifen!
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Perlentaucher-Notiz zur SZ-Rezension

06.11.2009

Aha, der Knigge und Ovids Liebeskunst also. Das sind die Vorbilder, die Burkhard Müller dem Autor der hier versammelten Texte schmeichelnd unterstellt, wenn er konstatiert, Max Goldt gehe es um die sanfte Kontrolle und Korrektur seiner Mitmenschen. Etwa, wenn Goldt sich den Vorzügen der Umhängetasche widmet oder der Beleuchtung in Hotelzimmern, in denen man überhaupt nicht mehr lesen kann. Stets kommt für Müller dabei scheinbar Offensichtliches zu seinem Recht, wird Naheliegendes betont und zum Bedenken angeregt. Und wenn Goldt dabei manchmal unnötig kompliziert und kauzig wird, so hat Müller Nachsicht: Es ist bloß das wilde Fuchteln des einsamen Rufers um Aufmerksamkeit.

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(c) bunkverlag

Max Goldts Stammchinese wartet nicht nur seit Jahren mit einer defekten Herrentoilette auf, er hat auch kulinarisch Dinge drauf, die jeden bedenkenlosen Fleischesser laut auflachen lassen. Bei diesem Chinesen nämlich wird das Gericht Mapo-Tofu mit zehn bis zwanzig Gramm gehacktem Schweinefleisch pro Portion - und jetzt kommt's: gewürzt! Goldt aber, der Meister der kurzen Prosa, regt sich weder über ein fehlendes Pissoir auf noch über ein vermeintliches vegetarisches Gericht, nein, er - und das macht ihn so unvergleichbar - sinniert über das Wort "genial" nach. Er mag dieses Modewort überhaupt nicht. Er, meint Goldt, würde also, wenn "genial" nicht so ein gängiges Modewort wäre, "die Idee, Fleisch für ein ansonsten fleischloses Gericht zu verwenden, gern als ,genial ernährungsunideologisch' bezeichnen". Ich weiß ja nicht, ob Goldt es so sieht, aber ich würde diese geniale Wendung mit dem Titel eines seiner früheren Bücher kommentieren wollen: "Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens". Und zwar am vermeintlich wichtigen Thema. Im "Buch namens Zimbo" sind die Texte versammelt, die Max Goldt in den letzten drei Jahren vornehmlich in der Titanic veröffentlichte. (jw)

Autorenporträt zu "Max Goldt"

Max Goldt, geb. 1958 in Göttingen, siedelt 1977 nach dem Abitur nach Berlin über, wo er eine Fotografenausbildung beginnt. Er bricht diese jedoch ab und widmet sich der Musik. Auf den Wogen der Neuen Deutschen Welle schwimmt er als Frontmann der Gruppe 'Foyer des Arts', die er zusammen mit Gerd Pasemann 1981 gründet. Er ist als Musiker ebenso erfolgreich wie als Autor. Als Musiker hat er zahlreiche Schallplatten veröffentlicht, teils im Duo, teils solo; als Autor schreibt er seit 1989 für das Satire-Magazin Titanic. Max Goldt lebt und arbeitet in Berlin. 2006 erhielt er den "Max und Moritz-Preis" in der Kategorie "Bester Szenarist" und 2008 den "Kleist-Preis".

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