Stadt der Diebe - Benioff, David
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David Benioff 

Stadt der Diebe

Roman

Aus dem Amerikanischen von Ursula-Maria Mössner
Broschiertes Buch
 
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Stadt der Diebe

Mit Stadt der Diebe gelang David Benioff ein modernes erzählerisches Meisterwerk, das Kritiker wie Leserschaft gleichermaßen in seinen Bann zog. Es ist ein fesselnder Abenteuerroman und zugleich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, die eine schier unlösbare Aufgabe zu erfüllen haben: Im belagerten, ausgehungerten Leningrad sollen sie ein Dutzend Eier auftreiben.

"Ein unwiderstehliches Buch von einem außergewöhnlichen Geschichtenerzähler." -- Khaled Hosseini

"Der Amerikaner David Benioff hat einen wunderbaren, packenden Roman über die Kraft der Freundschaft geschrieben. Eine Abenteuergeschichte für Erwachsene: komisch, traurig - und vor allem von der ersten bis zur letzten Zeile spannend und unterhaltsam. ... Kann man bereits im Januar von einem der schönsten Bücher des Jahres sprechen? Man kann. Das hier ist nämlich schwer zu toppen." -- Stern

"Dieser Mann sieht nicht nur aus wie ein Hollywood-Star, er ist einer. ... Und wenn Sie jetzt noch diesen Roman lesen, werden Sie den Namen Benioff ohnehin nicht mehr vergessen. ... Dass ein Drehbuchautor dieser Klasse eine gute Story erzählen kann, hatte ich erwartet. Dass er es mit so viel Zärtlichkeit tut, hat mich überzeugt." -- Brigitte


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2010
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 381 S.
  • Seitenzahl: 384
  • Heyne Bücher Nr.40715
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 120mm x 29mm
  • Gewicht: 320g
  • ISBN-13: 9783453407152
  • ISBN-10: 3453407156
  • Best.Nr.: 27946932
»Ein unwiderstehliches Buch von einem außergewöhnlichen Geschichtenerzähler.« (Khaled Hosseini)

»Benioff zeigt uns, in welch wunderbar tragikomischer Welt wir leben.« (The New York Times Book Review)

"Dieser Mann sieht nicht nur aus wie ein Hollywood-Star, er ist einer. ... Und wenn Sie jetzt noch diesen Roman lesen, werden Sie den Namen Benioff ohnehin nicht mehr vergessen. ... Dass ein Drehbuchautor dieser Klasse eine gute Story erzählen kann, hatte ich erwartet. Dass er es mit so viel Zärtlichkeit tut, hat mich überzeugt."

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Höchst angetan äußert sich Rezensentin Wiebke Porombka über den neuen Roman von David Benioff, der aus ihrer Sicht nämlich handwerklich und dramaturgisch "derart gut gemacht" ist, dass man sich seiner Wirkung kaum entziehen könne. Der Roman spiele im von den Deutschen belagerten und ausgehungerten Leningrad des Jahres 1942 und habe eine klassische Grundkonstellation: zwei Superhelden vollbringen gegen die Besatzer das Unvorstellbare, wobei es sich hier um einen "sprilligen" Teenager und einen frauenaufreißenden, angesichts der Lage "absurd gut gelaunten" Romanautor handele. Beide träfen sich in der Todeszelle, lesen wir. Natürlich darf die Rezensentin nichts Genaues verraten. Trotzdem deutet sie einigen Aberwitz und Hochspannung beim Zustandekommen des Happy-Ends an. Der Roman beeindruckte sie aber auch durch präzise Recherche, weshalb das "immens fesselnde" Buch auch ein höchst ernstzunehmender Roman über Brutalität und Irrsinn des Zweiten Weltkrieges sei.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.01.2009

Zwischen den Fronten
David Benioffs vorzüglich anzügliche Abenteuerstory

Die Erinnerungen des Großvaters, der Zweite Weltkrieg, Russland: der Roman will sich offenbar vom Trauma nähren. Der Autor wird den Opa vom Kampf berichten lassen oder sein eigenes Los als jahrelanger Adressat der alten Geschichten weitergeben, indem er den Leser mit ins U-Boot holt. Das zumindest verspricht das Gerüst von "Stadt der Diebe". Der Roman hält dieses Versprechen nicht, glücklicherweise. Denn der Großvater, vom schreibgewandten, aber -blockierten Enkel zur inspirierenden Kriegsberichterstattung gezwungen, will partout nicht ins Detail gehen. Und so beendet er die private Geschichtsstunde (und damit die Einleitung des Buchs) mit einem einleuchtenden "David, du bist der Schriftsteller. Denk dir was aus."

Dieser David, das ist David Benioff, ein ehemaliger Türsteher, der heute als Autor ("25th Hour") in New York lebt, wo er 1970 als Sohn von Stephen Friedman, dem früheren Chef von Goldman Sachs, geboren wurde. Mit seiner Filmstarfrau Amanda Peet wohnt Benioff zuweilen auch in Los Angeles, wo er sich regelmäßig mit Bond-Regisseur Marc Foster trifft, der …

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David Benioff, geboren 1970, debütierte 2002 mit dem Roman "25 Stunden" (Heyne), der von Spike Lee mit Edward Norton und Philip Seymour Hoffman in den Hauptrollen verfilmt wurde. Seither arbeitet er als Drehbuchautor, adaptierte "Drachenläufer" für das Kino und schrieb unter anderem das Drehbuch zu "Troja". Er lebt mit seiner Familie in New York.

Leseprobe zu "Stadt der Diebe" von David Benioff

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Leseprobe zu "Stadt der Diebe" von David Benioff

Mein Großvater, der Messerstecher, tötete zwei Deutsche, bevor er achtzehn war. Ich erinnere mich nicht, dass es mir jemand erzählt hätte - ich schien es einfach schon immer zu wissen, so wie ich wusste, dass die Yankees bei Heimspielen Nadelstreifen trugen und auswärts Grau. Aber ich wusste es nicht von Geburt an. Wer erzählte es mir? Nicht mein Vater, der niemals ein Geheimnis verriet, und nicht meine Mutter, die davor zurückscheute, unangenehme Dinge zu erwähnen, alles Grausame, Kranke oder Hässliche. Auch nicht meine Großmutter, die jedes Volksmärchen aus der alten Heimat kannte - hauptsächlich schaurige: über Kinder, die von Wölfen verschlungen und von Hexen geköpft wurden -, in meinem Beisein aber nie über den Krieg sprach. und ganz gewiss nicht mein Großvater selbst, der lächelnde Hüter meiner frühesten Erinnerungen, der stille, schwarzäugige, schlanke Mann, der mich bei der Hand hielt, wenn wir die Straße überquerten, der auf einer Parkbank seine russische Zeitung las, während ich den Tauben nachlief und mit abgebrochenen Zweigen Pharaoameisen ärgerte.

Ich wuchs zwei Blocks von meinen Großeltern entfernt auf und sah sie fast jeden Tag. Sie hatten eine kleine Versicherungsgesellschaft, die sie von ihrer Wohnung in Bay Ridge aus betrieben und deren Kunden in erster Linie ebenfalls russische Einwanderer waren. Meine Großmutter war ständig am Telefon und verkaufte. Niemand konnte ihr widerstehen. Sie ließ ihren Charme spielen oder jagte den Leuten Angst ein, aber so oder so, die Leute kauften. Mein Großvater arbeitete am Schreibtisch und erledigte den ganzen Papierkram. Als ich klein war, saß ich oft auf seinem Schoß und betrachtete den Stumpf seines linken Zeigefingers, der abgerundet und glatt war, die beiden obersten Glieder so sauber abgetrennt, dass man hätte meinen können, er sei ohne sie zur Welt gekommen. Wenn Sommer war und die Yankees spielten, übertrug ein Radio (nach seinem siebzigsten Geburtstag ein Farbfernseher, den ihm mein Vater schenkte) das Spiel. Er verlor nie seinen Akzent, er ging weder jemals zur Wahl noch hörte er je amerikanische Musik, aber er wurde ein glühender Anhänger der Yankees.

Ende der neunziger Jahre machte ein Versicherungskonzern meinen Großeltern ein Angebot für ihre Gesellschaft. Nach allgemeiner Aussage war es ein faires Angebot, also verlangte meine Großmutter das Doppelte. Bestimmt wurde lange und heftig gefeilscht, aber ich hätte dem Konzern gleich sagen können, dass es pure Zeitverschwendung war, mit meiner Großmutter zu feilschen. Am Ende bekam sie, was sie verlangte, und wie es so Brauch war, verkauften meine Großeltern ihre Wohnung und zogen nach Florida.

Sie kauften ein kleines Haus an der Golfküste, ein Flachdach-Meisterwerk, 1949 von einem Architekten erbaut, der Berühmtheit erlangt hätte, wenn er nicht im gleichen Jahr ertrunken wäre. Das nüchterne und majestätische Haus aus Stahl und Beton, auf einer einsamen Klippe mit Blick auf den Golf gelegen, ist nicht gerade das, was man sich für ein Ehepaar im Ruhestand vorstellt, aber die beiden zogen ja nicht in den Süden, um in der Sonne zu schrumpeln und zu sterben. An den meisten Tagen sitzt mein Großvater an seinem Computer und spielt mit alten Freunden online Schach. Meine Großmutter, der die Untätigkeit schon wenige Wochen nach dem Umzug auf die Nerven ging, kreierte für sich eine neue Stelle an einem College in Sarasota, wo sie russische Literatur braun gebrannten Studenten nahebringt, die (meinem einzigen Besuch ihres Unterrichts nach zu schließen) völlig verstört auf ihre Flüche, ihren beißenden Sarkasmus und ihre fehlerfrei aus dem Gedächtnis zitierten Puschkin-Verse reagieren.

Jeden Abend essen meine Großeltern auf der Terrasse ihres Hauses und blicken über das dunkle Wasser Richtung Mexiko. Sie schlafen bei offenen Fenstern, wo sich die Nachtfalter an den Fliegengittern die Flügel lädieren. im Gegensatz zu anderen Ruheständlern, denen ich in Florida begegnet bin, haben sie keine Angst vor Kriminalität. Die Haustür ist für gewöhnlich unverschlossen, und sie haben auch keine Alarmanlage. Sie tragen im Auto keine Sicherheitsgurte; sie tragen in der Sonne kein Sonnenöl auf. Sie haben beschlossen, dass nichts außer Gott selbst sie umbringen kann, und dabei glauben sie nicht einmal an ihn.

Ich lebe in Los Angeles und schreibe Drehbücher über mutierende Superhelden. Vor zwei Jahren wurde ich gebeten, einen autobiografischen Essay für eine Fachzeitschrift der Drehbuchautoren zu schreiben, und mitten in der Arbeit wurde mir klar, dass ich ein äußerst eintöniges Leben geführt hatte. Nicht, dass ich mich beklagen will. Selbst wenn sich das Resümee meines Daseins langweilig liest - Schule, College, Gelegenheitsjobs, Universität, Gelegenheitsjobs, wieder Universität, mutierende Superhelden -, so war es doch schön, auf der Welt zu sein. Aber als ich mich mit dem Essay herumschlug, stellte ich fest, dass ich keine Lust hatte, über mein eigenes Leben zu schreiben, nicht einmal fünfhundert Wörter lang. ich wollte über Leningrad schreiben.

Meine Großeltern holten mich in Sarasota am Flughafen ab; ich bückte mich, um ihnen einen Kuss zu geben, und sie lächelten zu mir hoch, in Anwesenheit ihres hünenhaften amerikanischen Enkels (mit einem Meter achtundachtzig bin ich tatsächlich ein Hüne neben ihnen) wie immer leicht verwirrt. Auf dem Heimweg kauften wir auf dem örtlichen Fischmarkt eine Makrele; mein Großvater grillte sie mit nichts weiter als Butter, Salz und frischer Zitrone. Wie jedes Gericht, das er zubereitete, schien es unglaublich einfach zu sein, brauchte nur zehn Minuten und schmeckte besser als alles, was ich in dem Jahr in L. A. gegessen hatte. Meine Großmutter kocht nicht; sie ist in unserer Familie berühmt für ihre Weigerung, etwas Komplizierteres zuzubereiten als einen Teller Cornflakes.

Nach dem Abendessen zündete sich meine Großmutter eine Zigarette an, und mein Großvater schenkte drei Gläser selbst gemachten Schwarze-Johannisbeeren-Wodka ein. Wir hörten dem Chor der Zikaden und Grillen zu, blickten hinaus auf den schwarzen Golf und schlugen nach vereinzelten Moskitos.

"Ich habe ein Tonbandgerät mitgebracht. ich dachte, wir könnten vielleicht über den Krieg reden."

Ich glaubte zu sehen, dass meine Großmutter kurz die Augen verdrehte, während sie Zigarettenasche ins Gras schnippte.

"Was?"

"Du bist vierzig Jahre alt. Auf einmal interessiert dich das?"

"Ich bin vierunddreißig." ich schaute meinen Großvater an, und er lächelte mich an. "Was ist los? Wart ihr Nazis? Wollt ihr eure Nazi-Vergangenheit verheimlichen?"

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Kundenbewertungen zu "Stadt der Diebe" von "David Benioff"

10 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 10 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 01.09.2011 ***** ausgezeichnet
Eibn Buch die man weiter empfelen MUSS! Ich habe so viele Freude bei sene lektüre erlebt so dass ich alle Leseraten sagen muss: Sucht ihr gute Literatur? dann nichts wie ran an diesen Buch!!!

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Bewertung von Sven am 20.07.2011 ***** ausgezeichnet
Ein sehr spannendes Buch, das man eigentlich nicht mehr weglegen möchte.
Ich habe es in kürzester Zeit gelesen und war danach traurig weil es "nur" ca.400 Seiten hat.
Schade, daß die besten Bücher immer so schnell vorbei sind!

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Readingmouse aus Landau am 02.01.2011 ***** ausgezeichnet
Ein super tolles, interessant verfasstes Buch über da (über)Leben im 2. Weltkrieg. Faszinierende Informationen über die Hintergründe des Krieges und die auch unter schlimmsten Lebensbedingungen existierende Liebe. Ein ganz besonderes Buch, dass einem aufzeigt, wie lebenswichtige Freundschaft ist. Ich konnte das Buch nicht weglegen, musste es an einem Stück lesen! Super empfehlenswert, gerade jetzt zur Winterzeit.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Juergen aus Landshut am 11.12.2010 ***** ausgezeichnet
Super, mit Stadt der Diebe ist David Benioff trotz der Tragik und des Irrsins des Krieges ein amüsanter aber trotzdem nachdenklich machender Roman gelungen.

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Bewertung von mama aus Bad Berka am 16.09.2010 ***** ausgezeichnet
Leningrad im Kriegswinter 1942, eine von den Deutschen ausgehungerte Stadt. Lew und Kolja sind zwei junge Männer, die wie alle anderen ums Überleben kämpfen. Der eine plündert, der andere desertiert - auf beide Vergehen steht die Todesstrafe. Doch sie bekommen eine Chance: Sie sollen in 6 Tagen 12 Eier besorgen, dafür bleiben sie am Leben. Eine rasante Suche beginnt. Lew und Kolja hören von einem Huhn auf dem Dach, welches sich als Hahn entpuppt. Sie entkommen Kannibalen, verlassen die Stadt, treffen Partisanen, werden verhaftet und....
und sie werden Freunde, in einer Zeit, wo man jemanden braucht, wenn man kaum noch ertragen kann, was man sieht und erlebt.
David Benioff erzählt die Geschichte seines Großvaters, mal spannend, mal komisch; mit Bildern, die erschüttern, aber immer glaubhaft. Fast unvorstellbar erweist sich diese Zeit für Leute, die nicht wissen, was es heißt, ums nackte Überleben zu kämpfen - und das jeden Tag. Die Geschichte von Lew und Kolja zieht den Leser vollkommen in ihren Bann. Man fühlt mit ihnen und sieht die Welt durch ihre Augen - ungeschönt, ehrlich, aber nicht ohne Hoffnung.
Wie gesagt, 12 Eier in 6Tagen!

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Bewertung von Gudi aus Saarland am 14.08.2010 ***** ausgezeichnet
super Schmöker, ohne Langeweile

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Bewertung von olgica am 17.06.2010 ***** ausgezeichnet
Russland 1942. Der Winter ist streng und aufgrund des Krieges gibt es so gut wie nichts mehr zu Essen. Die Menschen ernähren sich von Brot aus Sägemehl und den so genannten Büchereilebkuchen, kleine Riegel aus Buchleim. Auf der Suche nach Nahrung stößt der 17jährigen Lew auf die Leiche eines abgestürzten deutschen Soldaten. Als er diesen durchsucht, wird er festgenommen. Im Krestygefängnis lernt er den wenige Jahre älteren Deserteur Kolja kennen. Die beiden rechnen fest damit exekutiert zu werden, denn in diesen schweren Zeiten wird so gut wie jeder Verstoß mit dem Tode bestraft. Aber der Oberst bietet ihnen einen Tausch an: Ihr Leben gegen 12 Eier. Die sollen die beiden für den Hochzeitskuchen der Tochter des Obersts besorgen. Eine unmögliche Aufgabe in der ausgehungerten Stadt.

David Benioff erzählt mit großer Spannung von den Erlebnissen zweier junger Männer im Krieg. Durch die Einleitung, in der ein Mann seine Großeltern bittet ihm vom Krieg zu erzählen, entsteht der Eindruck es handle sich um eine wahre Begebenheit. Doch bestätigt wird dies nicht, wie es sonst bei Zeitzeugenberichten üblich ist. Doch aufgrund der sehr realistischen Darstellung des Krieges und auch dessen Folgen für die Zivilbevölkerung liegt die Vermutung sehr nahe, dass sich die Geschehnisse tatsächlich so zugetragen haben. Stellenweise herrscht große Brutalität, doch auch Humor kommt nicht zu kurz und die Bedeutung wahrer Freundschaft zieht sich durch die ganze Lektüre. Ein stimmiger Abenteuerroman der sich an keine bestimmte Zielgruppe richtet.

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Bewertung von Kristina König aus Herford am 22.05.2010 ***** ausgezeichnet
In "Stadt der Diebe" erzählt David Benioff die Geschichte seines Großvaters. Lew Beniow hat während der Belagerung Leningrads durch die Deutschen während des Zweiten Weltkrieges Unvorstellbares gesehen und erlebt. Sein Enkel findet sensible und eindringliche Worte, um diese fassbar zu machen.

David Benioffs Ton ist leicht und voller Humor, der die Tragik und Grausamkeiten dieser Geschichte erträglich macht. Sein wundervoller Stil unterstreicht die klúgen Aussagen des Romans.

Als Leserin habe ich ganz beiläufig eine Menge über die russische Kultur, Geschichte und Seele gelernt.

Dunkelheit und Humor sind hier auf einzigartige Weise miteinander verzahnt. Die Charaktere leben, sind begreifbar und plastisch, fein herausgearbeitet und eigenwillig. ´Selbst die Nebenfiguren zeichnet Benioff eindrücklich.

Sein Roman ist schalkhaft, klug, aufwühlend und verstörend. Das Ende ist bitter-romantisch, auf eine sehr lakonische Art und Weise.

Jede Szene besitzt ein angemessenes Gewicht, nie wird Drama um des Dramas willen gemacht. Im Gegenteil: Die schlimmsten Szenen schildert der Autor besonders feinfühlig,deutet nur an, zeichnet sie unaufdringlich, fast schon schlicht. Gerade dadurch gewinnen sie Eindrücklichkeit.

Ich kann gerade kein neues Buch anfangen, da ich noch an "Stadt der Diebe" zu knabbern habe. Es ist stellenweise schwer verdaulich, aber gerade dadurch umso wertvoller. Die Figuren, die Stimmung, die Landschaftsbeschreibungen, das Geschehen selbst hat sich mir eingebrannt und wirkt noch nach.

"Stadt der Diebe" ist ohne Zweifel ein Highlight meines Lesejahres.

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Bewertung von Evil Knievel aus Leipzig am 15.02.2010 ***** ausgezeichnet
Absolut gutes Buch über die Sinnlosigkeit des Krieges. Durch die skurrile Aufgabe 12 Eier im ausgehungerten Leningrad zu besorgen beginnt die Freundschaft zwischen Lew und Kolja...
Zuviel möchte ich nicht verraten, nur dass es ein außergewöhnliches Buch ist, mit einer spannenden und mitreißenden Handlung. Der Leser ist hin und her gerissen zwischen Lachen, Entsetzen und Trauer. Selten ein Buch gelesen, dass innerhalb kurzer Zeit so viele Emotionen hervor ruft...
Sehr, sehr gutes Buch....nur zu empfehlen!!!

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Bewertung von Uli Geißler aus Fürth/Bay. am 31.12.2008 ***** ausgezeichnet
Bewegende Kriegserzählung über Mut, Freundschaft, Liebe und Tod

Die Belagerung Leningrads (St. Petersburg) ist der historische Hintergrund für diese wahrlich ergreifende und mitreißende Geschichte über die beiden Jungen Kolja (Soldat) und Lew (Zivilist). Als sie bei einer Feindesplünderung erwischt werden, schaffen sie es, einen Aufschub der drohenden Internierung oder sogar Erschießung zu entgehen. Sie sollen für die bevorstehende Hochzeit des Befehlshabers ein Dutzend Eier besorgen.

Voller Elan und trotz zahlreicher lebensbedrohlicher Niederschläge und drastischen Erfahrungen des unerbittlichen Krieges schlagen sich die beiden so ungleichen Kerle durch Tage und Nächte im belagerten Russland. Der Kontakt zu einer Gruppe Partisanen gerät zu einem schier unerträglich aufwühlenden Erlebnis, nicht nur aber auch, weil das Mädchen Vika im geschlechtslosen Militäroverall den jungen Lew unbewusst oder zumindest ungewollt den Kopf verdreht.

Benioff lässt die Leserschaft an dem kruden, unsinnigen und unmenschlichen Geschehen eines sinnlosen Krieges teilhaben, wirft einen in Kampfgetümmel, tödliches Gemetzel und wilde Schießereien und gleichzeitig in eine inbrünstige und unglaubliche Leichtigkeit sehnsüchtiger und zukunftsgewandter und pubertierender Schicksalsromantik.


Das Buch ist so außergewöhnlich, schnell zu lesen, bewegend, spannend, auch lustig aber auch traurig zu gleich. Man ist mitgerissen und ergriffen gleichermaßen, stiebt mit den Protagonisten über kalte Schneeflächen durch den gefährlichen Tag und die tiefbedrohliche Nacht, fliehend und stets hoffend auf wärmendes Licht, Geborgenheit, geteilte Freude, Freundschaft und vor allem an die ungeschönte, grundehrliche, alles überstehende Liebe. Trotz tragischen – wenn auch passenden - Endes ein mächtiger, aufbauender Roman.

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