Petersburger Novellen - Gogol, Nikolai W.

Nikolai W. Gogol 

Petersburger Novellen

Der Newskijprospekt; Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen; Die Nase; Der Mantel. Nachw. u. Zeittaf. v. Jurij Murasov

Aus d. Russ. v. Josef Hahn
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Produktbeschreibung zu Petersburger Novellen

Romantische Phantastik und sozialkritischer Realismus kennzeichnen jene berühmten vier Erzählungen Nikolaj Gogols, die als >Petersburger Novellen< in die Literaturgeschichte eingegangen sind. Bereits der Titel zeigt an, daß man den Meister der Groteske an einem ungewohnten Schauplatz findet: seiner virtuosen Darstellung der bäuerlichen und provinziellen Welt in >Die Toten Seelen< folgt jetzt die Beschreibung der Großstadt als Symbol der Moderne. In der Novelle >Der Newskijprospekt< (1835) schildert Gogol die sich im Lauf des Tages verändernde Physiognomie der legendären Prachtstraße Petersburgs und läßt die Diskrepanz zwischen mondän-glückversprechendem Schein und seelenloser Wirklichkeit offenkundig werden. Mag das Absurde in den tagebuchartigen >Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen< (1935) noch durch den fortschreitenden Prozeß der geistigen Verwirrung des Titularrates Popristschin motiviert erscheinen, so ist es in der berühmten Novelle >Die Nase< (1836/42) bereits zur inhumanen »Realität« geworden. Den Abschluß der >Petersburger Novellen< bildet >Der Mantel< (1842), Gogols reifstes Meisterwerk, »eine Groteske, in der sich die Mimik des Lachens mit der Mimik der Trauer abwechselt« (B. Ejchenbaum).

Produktinformation


  • Verlag: Dtv
  • 2009
  • 6. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 181 S.
  • Seitenzahl: 192
  • dtv Taschenbücher Bd.12948
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 120mm x 11mm
  • Gewicht: 167g
  • ISBN-13: 9783423129480
  • ISBN-10: 3423129484
  • Best.Nr.: 09879298
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.04.2009

Bin ich auch nicht betrunken?
Ikonographie des Irrenhauses: Gogols "Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen", neu übersetzt von Peter Urban, spielen auf Goya an

Komik, die tragisch wirkt, fehlt bei Nikolai Gogol fast nie. Thomas Mann nannte den heute vor zweihundert Jahren Geborenen "komisch aus Realismus, aus Leid und Mitleid, aus tiefster Menschlichkeit, aus satirischer Verzweiflung". Nicht nur Tschitschikows Idee, russischen Gutsbesitzern Karteileichen abzuhandeln, weil die verstorbenen Leibeigenen noch auf staatlichen Steuerlisten stehen und so weiter hohe Einkünfte versprechen, zeugt von schalkhafter Gerissenheit. Gogol verdankte den grotesken Einfall zu den "Toten Seelen" zwar seinem Freund Puschkin, im tragisch-komischen Sujet hatte er sich da aber bereits bewährt. Unter den Erzählungen, die 1835 zu Beginn des Romanprojekts gerade vorlagen, glänzen besonders "Die Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen".

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"Seit Gogol ist die russische Literatur komisch,- komisch aus Realismus, aus Leid und Mitleid, aus tiefster Menschlichkeit, aus satirischer Verzweiflung, auch aus einfacher Lebensfrische; aber das gogolisch komische Elemente fehlt nirgends und in keinem Fall." Thomas Mann

»Seit Gogol ist die russische Literatur komisch,- komisch aus Realismus, aus Leid und Mitleid, aus tiefster Menschlichkeit, aus satirischer Verzweiflung, auch aus einfacher Lebensfrische; aber das gogolisch komische Elemente fehlt nirgends und in keinem Fall.« Thomas Mann
Nikolai Wassiljewitsch Gogol wurde am 1. April 1809 in Welikije Sorotschinzy (Poltawa), Ukraine, geboren. Der Sohn eines ukrainischen Gutsbesitzers siedelte 1828 nach St. Petersburg über und versuchte sich als Beamter und Lehrer. Mit seinen ersten volkstümlichen Erzählungen erwarb sich Gogol 1831/32 große Anerkennung. 1848 unternahm Gogol eine Pilgerreise nach Jerusalem. Vier Jahre später starb er in Moskau.

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