Die russische Literatur und die russische Küche waren immer eng
miteinander verbunden. Allen, die die russische Literatur kennen,
sind die Oblomowsche Schmauserei bei Gontscharow, das Menü zur
Feier des Frühjahrs bei Tschechow und die Mahlzeiten bei Tolstoj im
Gedächtnis. Im Volksbewusstsein der Russen hat sich die Vorstellung
erhalten, dass die vielfältige Kultur Russlands tief in der
Alltagsgeschichte der Menschen verwurzelt ist.
'Die Poesie der russischen Küche' lädt den Leser zu einer
literarisch-kulinarischen Reise durch die Sprachlandschaften der
bedeutendsten Autoren Russlands ein und präsentiert 190 Rezepte aus
der vielfältigen russischen Küche - von Suppen, Vorspeisen und
Salaten über Fleischgerichte, Teigwaren und Gebäck bis zu
Süßspeisen, Getränken und Aphrodisiaka.
Der I.R. zeichnende Rezensent ist begeistert und voll der Anerkennung für die Unternehmung der Autorin Tatjana Kuschtewskaja. Diese habe die klassische russische Literatur nach Beschreibungen von Mahlzeiten jeder Art durchforstet. Jedoch hat sich die Autorin nicht mit "sinnlich-apppetitanregenden Schilderungen" zufrieden gegeben, so unser Rezensent, sondern darüber hinaus den Ehrgeiz bewiesen, mit konkreten Rezepten aufzuwarten, für die sie einiges an Rechercheaufwand betrieben habe. Das Ergebnis, so der hochzufriedene Rezensent, ist eine "ebenso lesenswerte wie praktisch-nützliche Anthologie".
Tatjana Kuschtewskaja, geboren 1947 in der Turkmenischen SSR in der Wüstenoase Dargan-Ata, verbrachte ihre Kindheit in der Ukraine. Sie studierte Musikpädagogik an der Musikhochschule von Artjomowsk (Diplom) und arbeitete acht Jahre lang als Musikpädagogin in Jakutien.
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