Minderheiten in Bedrängnis - Dönninghaus, Victor

Victor Dönninghaus 

Minderheiten in Bedrängnis

Sowjetische Politik gegenüber Deutschen, Polen und anderen Diaspora-Nationalitäten 1917-1938. Habil.-Schr.

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Minderheiten in Bedrängnis

Stalins Politik gegenüber den nichtrussischen Nationalitäten gehört zu den zentralen Themen der sowjetischen Geschichte. Im Mittelpunkt des Buches stehen einige der von Stalin als 'fluktuierende nationale Gruppen' bezeichneten Streuminoritäten, die über keine eigenen Territorien verfügten: die nationalen Minderheiten des Westens (Deutsche, Polen, Letten, Litauer, Esten, Finnen u. a.). Der zeitliche Rahmen der Untersuchung umfasst die Periode von 1917 bis 1938 - eine Zeit der Transformation der traditionellen Gesellschaft und der Schaffung eines administrativen Kommandosystems stalinistischen Typs. Anhand von umfangreichem Quellenmaterial aus russischen Archiven werden die Grundlinien, Entscheidungsmechanismen und Funktionsweisen der sowjetischen Politik gegenüber den nationalen Minderheiten des Westens (in erster Linie gegenüber den Deutschen) auf den höchsten Ebenen analysiert.

Victor Dönninghaus, geboren 1964, ist Privatdozent für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg/Br.


Produktinformation

  • Verlag: Oldenbourg
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 693 S. m. 32 Tab. u. 19 Abb. auf Taf.
  • Seitenzahl: 693
  • Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa Bd.35
  • Deutsch
  • Abmessung: 239mm x 170mm x 48mm
  • Gewicht: 1405g
  • ISBN-13: 9783486588729
  • ISBN-10: 3486588729
  • Best.Nr.: 24144308

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Durchaus interessant findet Rezensent Jörg Baberowski, wie sich Victor Dönninghaus in diesem Buch der Verfolgung nationaler Minderheiten in der Sowjetunion nähert. Besonders scheinen ihm die theoretischen Überlegungen einzuleuchten, mit denen der Autor erklärt, wie in der kommunistischen Sowjetunion nicht nur Klassen, sondern Nationen zu Feinden werden konnten. Zumindest geht Baberowski ausführlich auf die ideologischen Rechtfertigungen oder Verbrämungen der Moskauer Politik ein, über die Deportation der deutschen, finnischen und polnischen Minderheiten selbst und was Dönninghaus in seinem Buch darüber schreibt, erfahren wir nichts. Abschließend bemängelt er den "blutleeren Stil" des Buchs, das seine interessanten Aspekte in einer Überfülle von trockenen Informationen verberge.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.03.2010

Zum Todfeind erklärt
Nationale Minderheiten im Fadenkreuz des sowjetischen Sicherheitsapparates

Mehrere Millionen Deutsche, Tschetschenen und Tataren wurden während des Zweiten Weltkrieges aus ihrer Heimat vertrieben und nach Zentralasien deportiert, weil Stalin gegen sie den Vorwurf erhoben hatte, mit dem Kriegsgegner gemeinsame Sache zu machen. Wie aber war es möglich, dass Nationen kollektiv Verrat übten? Und warum glaubten ausgerechnet Kommunisten, die die Welt doch einst in Kategorien des Sozialen wahrgenommen hatten, dass nicht nur Klassen, sondern auch Nationen zu Feinden werden konnten? Und warum wurden Menschen, die ihnen angehören mussten, nicht nur deportiert, sondern auch getötet? Darauf versucht Victor Dönninghaus eine Antwort zu geben.

Von Anbeginn waren die Bolschewiki davon überzeugt, dass Menschen nicht nur einer Klasse, sondern auch einer Nation angehörten. In ihrem Verständnis war die Nation eine Abstammungsgemeinschaft, deren Stabilität überhaupt nicht davon abhing, ob sich jemand zu ihr bekannte. Sie wollten die Nation vielmehr in den Dienst des sozialistischen Staatsbildungsprojekts stellen. Ohne die …

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"Das Werk bietet eine in jeder Hinsicht lohnende und beeindruckende Lektüre." Waldemar Schmidt, Politische Studien, 425, 60. Jg. Mai/Juni 2009 "...der Untersuchung, die als eine quellennahe und akribische Institutionengeschichte einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der sowjetischen Minderheiten darstellt." Anke Hillbrenner, Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, 1/2011

"Das Werk bietet eine in jeder Hinsicht lohnende und beeindruckende Lektüre." Waldemar Schmidt, Politische Studien, 425, 60. Jg. Mai/Juni 2009 "...der Untersuchung, die als eine quellennahe und akribische Institutionengeschichte einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der sowjetischen Minderheiten darstellt." Anke Hillbrenner, Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, 1/2011
Victor Dönninghaus, geboren 1964, ist stellv. Direktor des DHI Moskau.

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