Makro- und Mediostruktur in Neologismenwörterbüchern
Neologismenlexikografie (Neografie), eine noch junge Teildisziplin
der Lexikografie, hat vor allem nach der Wende von 1989 in den
slavischen Sprachen einen enormen Impuls erhalten. Aufgrund der
Analyse von etwa 70 ein- und zweisprachigen
Neologismenwörterbüchern des Polnischen, Russischen, Tschechischen
und Deutschen wird ein Modell der wissenschaftlichen Neografie im
engen und weiten Sinne herausgearbeitet. Die Diskussion der makro-
und mediostrukturellen Fragen zeigt, dass die für die
Neologismenlexikografie spezifischen Aspekte wie Zusammenstellung
der Wörterbuchbasis und die Kriterien für die Stichwortauswahl
sowohl für gedruckte wie elektronische Neologismenwörterbücher
dieselbe Geltung haben. Als wesentlich erweist sich in der
Neografie das Aufzeigen der komplexen lexikalisch-semantischen
Verflechtungen der neuen Wörter untereinander und mit etablierten
Lexemen. Ein großes Potential stellt hier das elektronische Medium
dar, das eine einfachere Verknüpfbarkeit von Neologismen mit
anderen lexikografischen und nicht-lexikografischen Ressourcen
sowie die Entwicklung von individuellen Abfragemöglichkeiten
ermöglicht.
ist seit 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mainz und arbeitet dort im Bereich der fachsprachlichen Translationsdidaktik (Wirtschaft, Recht). 2010 wurde er im Fach Slavistik/Polnisch promoviert. Er ist Mitautor des 2007 erschienenen "Polnisch-deutschen Neologismenwörterbuches".