Der König verneigt sich und tötet - Müller, Herta

Herta Müller 

Der König verneigt sich und tötet

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Produktbeschreibung zu Der König verneigt sich und tötet

Das eindrucksvolle Bild einer Lebenserfahrung unter absoluter Herrschaft: Herta Müller, die bedeutende und sprachmächtige Autorin, wuchs auf im Rumänien unter der Diktatur Ceausescus. Hier erfuhr sie Sprache als Instrument der Unterdrückung, aber auch als Möglichkeit des Widerstands und der Selbstbehauptung gegenüber der totalitären Macht. Und dieses Sprachbewusstsein stellt sie neben Erinnerungen an die Kindheit in den Mittelpunkt ihrer poetischen und politischen Selbstbefragung.

Produktinformation


  • Verlag: Hanser
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 203 S.
  • Seitenzahl: 208
  • Best.Nr. des Verlages: 505/20353
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 135mm x 21mm
  • Gewicht: 347g
  • ISBN-13: 9783446203532
  • ISBN-10: 3446203532
  • Best.Nr.: 11798658
"Herta Müllers Bücher entfachen einen poetischen Sturmlauf hinter der Stirn des Lesers. ... Herta Müllers Sprache ist aus einem anderen Holz geschnitzt als das verwöhnte Zierpflänzchen weiter Teile der deutschen Gegenwartsliteratur. Sie ist, wie die titelgebende Schachfigur ihrer jüngsten Essays, aus dem Stoff der zugleich feinsten und gröbsten Zweideutigkeit, Zug um Gegenzug der König, der sich verneigt und tötet." (Aus der Laudatio zum Joseph-Breitbachpreis, Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.11.2003

Milchdistel und Stachelrippe
Existenzerkundung: Herta Müllers Essayband „Der König verneigt sich und tötet”
„Viele deutsche Schriftsteller”, schreibt Herta Müller, „wiegen sich in dem Glauben, dass die Muttersprache, wenn's darauf ankäme, alles andere ersetzen könnte. Obwohl es bei ihnen noch nie darauf angekommen ist, sagen sie: SPRACHE IST HEIMAT.” Im Unterschied zu den meisten deutschen Schriftstellern ist es bei Herta Müller sehr wohl „darauf angekommen”. Deshalb reagiert sie so allergisch auf Floskeln, die den Graben zuschütten zwischen ihrer Sprache und jenen, die niemals mit dem Ernstfall einer Diktatur in Berührung kamen. Seit fünfzehn Jahren lebt sie jetzt in Deutschland, hat nicht mehr mit Verfolgung zu rechnen, selten mit Kritik, wohl aber mit Gönnern, die ihr etwa die Gabe des „fremden Blicks” bescheinigen, weil sie eben aus Rumänien kommt.
Herta Müller will nicht interkulturell vereinnahmt, nicht als Exotin bestaunt und nicht von Leuten verstanden werden, die sie nicht verstehen können. Was will sie dann? Sie will auf einer Erfahrung insistieren, die so anders ist als die irgendeines (west-) deutschen Kollegen …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.10.2003

Himmel essen Seele auf
Der Irrlauf im Kopf: Herta Müller wendet sich erneut ihrer rumänischen Kindheit zu / Von Heinrich Detering

Ein Buch wie dieses entzieht sich der literarischen Kritik. Eine Überlebende, die unter einer barbarischen Diktatur gequält, erniedrigt und endlich aus dem Land gejagt worden ist, deren Erinnerungen versehrt sind durch Bilder von "Verhören, Zwangspsychiatrie, Erschießen auf der Flucht, Haft, Folter, Mord", die lebenslang das Bild jenes Geheimpolizisten nicht los wird, der "Menschenjagd an mir praktizierte", die sich noch nach der Flucht verfolgt fühlt von Drohungen wie dem hier zum entsetzlichen Leitmotiv geronnenen Fluch "Wir kriegen dich, wo immer du bist", und die noch immer nicht vergessen kann, wie sie diesem "Scheißleben ein Ende zu machen" versuchte - eine solche Schriftstellerin scheint gegen alle Erwägungen zu Stil und Komposition ihrer Texte immun.

In dieser Sammlung von Essays und Vorträgen, in denen sie den Zusammenhängen zwischen der eigenen Biographie und ihrem literarischen Werk nachgeht, bezieht Herta Müller einmal in die lange Reihe der Verletzungen durch Gleichgültigkeit oder …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Nicht im konventionellen Sinne ist dies eine Autobiografie, stellt die Rezensentin Sibylle Cramer fest: vielmehr erzählt Herta Müller in einem "multiplen, variativen" Collage-Verfahren ihre Biografie als die Geschichtes ihres Lebens mit der Sprache. Hineingeboren ist sie in eine bäuerliche Umgebung, in der die Namen fest an die Dinge gebunden sind, Sprache steht unterm Generalverdacht der bloßen Verdopplung. Müller aber entdeckt, mit Schrecken, das "Niemandsland" zwischen Ding und Wort und tauft die Dinge um. Hier liegt, so Cramer und so die Autorin selbst im Titel-Essay "Der König verneigt", der Ursprung ihrer Poesie. In der Diktatur werde der Unterschied zwischen Reden und Schweigen zur Sache von "Verfolgung, Widerstand, Verrat". Die Summe dieser Autobiografie aus Einzelstücken finde sich im ungesicherten Verhältnis der Dichterin zur Sprache, in einer, wie Cramer formuliert, Angst "vor der Elastizität, der tendenziellen Unzucht und dem repressiven Lärm der Wörter." Ohne explizit zu werten, lässt die Rezensentin an der herausragenden Qualität dieser hoch reflexiven Erzählung von einer fortgesetzten Sprachmenschwerdung nicht den geringsten Zweifel.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ein sprachanalytisches Kunstwerk, das in eine Welt hinter den Wörtern führt."
Sibylle Cramer, Frankfurter Rundschau, 20.09.03

"Herta Müllers Bücher entfachen einen poetischen Sturmlauf hinter der Stirn des Lesers. ... Herta Müllers Sprache ist aus einem anderen Holz geschnitzt als das verwöhnte Zierpflänzchen weiter Teile der deutschen Gegenwartsliteratur. Sie ist, wie die titelgebende Schachfigur ihrer jüngsten Essays, aus dem Stoff der zugleich feinsten und gröbsten Zweideutigkeit, Zug um Gegenzug der König, der sich verneigt und tötet."
Aus der Laudatio zum Joseph-Breitbachpreis
Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung, 27.09.03

"Das Bestürzende ihrer Essays liegt im Geheimnis ihrer schönen Sprache. Jedes ihrer Wörter ist ernst, das heißt, sie wiegen schwerer als das ganze Buch."
Michael Naumann, Die Zeit, 05.02.04

"Dass Müller die Leser auf fantastische, oft beängstigende Pfade mitnimmt, ist ein wunderbares Geschenk: Wann kann man schon Sprache so genießen, wie gerade erschaffen, und zugleich klug darüber nachdenken."
Simone Dattenberger, Münchner Merkur, 16.12.03

"Diese Essays ergänzen einerseits das Romanwerk der Autorin in intensiver Auseinandersetzung mit dem psychologischen und sprachlichen Auswirkungen politischer Repression. Aber vor allem sind es stilistisch eigenwillige und selbständige kleine Kunstwerke, die Lesevergnügen bewirken [...]."
Ruth Klüger, Literaturen, 05/04
Herta Müller, geb. 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf/Rumänien, studierte 1973-76 deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes Buch 'Niederungen' lag danach 4 Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1989-2001 Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland. Seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 2006 den Würth-Preis für Europäische Literatur für ihr literarisches Gesamtwerk, den

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