Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein, 3 Audio-CDs - Heller, André

André Heller 

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein, 3 Audio-CDs

Gelesen vom Autor. 196 Min.

Sprecher: Heller, André
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Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein, 3 Audio-CDs

André Heller greift Szenen und Begebenheiten seiner Kindheit auf und verwandelt sie in die Geschichte eines Jungen mit funkelnder Phantasie. In einem Asbest Anzug als erster Mensch in das Innere des Vesuvs hinabzusteigen, um in der glühenden Lava nach Feuerfischen zu suchen - das ist einer von Pauls Plänen. Ein anderer: Weltmeister im Unsichtbarsein.
André Heller schreibt eine poetische Erinnerung an die schillernde Gesellschaft des Wiener Großbürgertums, eine Zuckerbäckerdynastie und einen Jungen. Paul nimmt sich vor, einmal ein eleganter Hundling zu werden, ein solch freier Mensch wie sein skurriler Onkel aus New York. Als Pauls Vater, der Süßwarenfabrikant und Kommerzialrat Roman Silberstein, zu Tode kommt, reisen die jüdischen Onkel aus Übersee an und übertreffen einander im Schildern von Anekdoten aus dem merkwürdigen Leben der Silbersteins. Aus dieser mondänen und sonderbaren Familie, in der die versunkene k. u. k. Welt weiterlebt, siedelt Paul über in das selbstgeschaffeneReich des Unsichtbaren, der vorüberhuschenden Träume und fernen Zukunftsvisionen: »Geboren wird man als Entwurf zu einem Menschen, und dann muss man Zeit seines Lebens aus sich einen wirklichen Menschen machen.«


Produktinformation

  • ISBN-10: 3829122055
  • Best.Nr.: 24144399
  • Laufzeit: 196 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.10.2008

Ein Glasauge auf Exkursion
André Heller schreibt eine groteske Familiengeschichte
André Heller – bei diesem Namen stellen sich erst mal skeptische Gefühle ein. Man erinnert sich an die breit gestreuten Aktivitäten dieses spezifisch österreichischen Tausendsassas, an Filme, Chansons und Zirkusspiele, die alle eins gemeinsam haben: Sie behandeln „Poesie” als einen isolier- und exponierbaren Gegenstand, etwas, das man bestellen kann und dann serviert bekommt wie eine Süßspeise im Kaffeehaus. Noch die Präzisionskunst chinesischer Artisten wusste er in sekundären Kitsch zu verwandeln, indem er sie als „begnadete Körper” vermarktete. Und wenn ein Buch von ihm anhebt: „Diese Erzählung greift einige Themen und Begebenheiten auf, die meine Kindheit für mich bereithielt. Die Oberhand beim Schreiben hatte allerdings die Phantasie” – dann macht man sich auf das Schlimmste gefasst. Diese Phantasie wird schon die rechte sein! Man rechnet mit ihr wie mit einem Löffel Schlagobers auf einem trockenen Kuchen.
Solche Erwartungen erfüllen sich indes nur teilweise. Den Erlebnissen und Träumereien des elfjährigen Ich in einer österreichischen …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.02.2009

Lasst uns also schweigen
Menschwerdung: André Heller erzählt sein Trauma

Einmal hat der Vater nach Einnahme von Opiumtropfen zum Sohn gesagt: "Exzellenz, die Hummeln fliegen in meinem Kopf auf unschöne Weise." Dies, so berichtet der Ich-Erzähler Paul Silberstein lakonisch, sei der netteste Satz gewesen, den der Vater jemals an ihn gerichtet habe. War André Hellers Vater tatsächlich ein solch lieblos-sadistischer Tyrann, als den er den Kommerzialrat Roman Silberstein in seinem autobiographisch gefärbten Buch "Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein" zeichnet? Seine Erzählung greife einige Themen und Begebenheiten auf, die seine Kindheit für ihn bereitgehalten habe, gibt Heller in einer Vorbemerkung dem Leser die Richtung an. Die Oberhand beim Schreiben, so fügt er freilich hinzu, habe aber die Phantasie behalten.

Könnte es anders sein? Ein André Heller lässt nicht einfach die Ereignisse seiner Jugend dokumentarisch-nüchtern Revue passieren. Magier, der er ist, reichert er seine Erinnerung mit allen Farben an, die seine Phantasiepalette bereithält. Selbst im Jesuitenkollegium Attweg, jenem falschen Ort mit den falschen Leuten, …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Eine Teufelsaustreibung in eigener Sache nennt Hans Riebsamen Andre Hellers Erzählung. Dass es Heller mit diesem autobiografisch gefärbten Buch über die Loslösung eines Sohnes vom Vater nicht nur gelingt, das Drama seiner eigenen Jugend zu erzählen, sondern dem Ganzen auch echt Heller'schen Zauber und Wiener Morbidität und das Komische der Tragödie angedeihen zu lassen, macht den Text für Riebsamen zum Genuss. Echt Wiener Leichenbegängnisse, Jesuiten-Internat - schlimmer geht's nimmer. Doch bei Heller, darauf kann sich der Rezensent verlassen, wird noch das größte Trauma zu Poesie.

© Perlentaucher Medien GmbH
André Heller wurde 1947 in Wien geboren. Er publizierte verschiedene Bücher, darunter die Prosabände "Die Ernte der Schlaflosigkeit in Wien" und "Auf und davon", es folgten der Roman "Schattentaucher", der Erzählungsband "Schlamassel" und "Als ich ein Hund war. Liebesgeschichten und weitere rätselhafte Vorfälle". Der Autor lebt heute in Wien, am Gardasee und in Marokko.

Mehr zum Künstler unter: www.andreheller.com

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