Unterm Scheffel - Hart, Maarten 't

Unterm Scheffel

Roman

Maarten 't Hart 

Übersetzung: Seferens, Gregor
Gebundenes Buch
 
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Unterm Scheffel

Alexander Goudveyl blickt als Pianist auf eine ansehnliche Karriere zurück. Eines Abends wird der verheiratete Musiker nach einem Konzert von einer jungen Frau angesprochen. Sie interessiert sich für eines seiner Konzerte. Wenig später schon besucht sie ihn zu Hause, um diese Aufnahme persönlich bei ihm abzuholen. Unüberlegt und voller Leidenschaft stürzt sich Alexander in eine Affäre mit ihr. Doch während seine Liebe wächst, immer intensiver und unbedingter wird, kühlt die seiner Geliebten nur allzu rasch ab. Verzweifelt versucht er, die Kluft zwischen ihnen zu schließen. Immer weniger weiß Alexander, mit wem er es überhaupt zu tun hat mit einem zaghaften Mädchen oder einem weiblichen Don Juan, deren Liebe so schnell erlischt, wie sie entflammt ist.
09 
September. Hester und ich traten beim Voorhoutfestival auf. Nach unserem letzten Stück sagte sie: "Ich kann dich nicht nach Hause bringen, ich muss noch weiter nach Schiedam."
"Das macht nichts", sagte ich, "es fahren Straßenbahnen, Züge und Busse."
"Doch, das macht was", sagte sie, "das Mindeste, was ich für dich tun kann, ist, dich wieder nach Hause zu bringen, du trittst mit mir auf, damit ich mir etwas dazuverdienen kann. Du selbst brauchst das Geld überhaupt nicht."
"Nebenverdienste brauche ich nicht, aber deine Gesellschaft ist unbezahlbar", sagte ich.
"Ja, darum bin ich so arm."
Sie küsste mich auf die linke Wange. Eilig ging sie zum Parkhaus.
Das strahlende Spätsommerwetter hatte etwas Trügerisches. Es schien, als wäre Frühling. Der Himmel war hellblau. Im Westen, in weiter Ferne, schwebte ein Wölkchen, das aussah wie eine Männerhand.
Die Sonne schien auf mein Gesicht; ich schloss die Augen. Einen Moment lang war mir, als wäre ich noch jung. Dann dachte ich: Ich bin jet


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 288 S.
  • Seitenzahl: 284
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 120mm x 30mm
  • Gewicht: 439g
  • ISBN-13: 9783492054096
  • ISBN-10: 3492054099
  • Best.Nr.: 33353129
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.11.2011

Affäre mit alten Meistern
Zwischen Sylvia und Puccini: Maarten ’t Harts wunderbar stiller Musik-Roman „Unterm Scheffel“
Alexander Goudveyl war der Ich-Erzähler schon in „Das Wüten der ganzen Welt“, dem Roman, mit dem Maarten ’t Hart auch hierzulande zu einem der beliebtesten niederländischen Autoren wurde. Auch sonst wird den Fans manches bekannt vorkommen: Da treten wieder eine ganze Menge Tiere auf – vor seinem Durchbruch als Schriftsteller war ’t Hart Verhaltensbiologe –, wird über Kleingeisterei und Bigotterie gespöttelt und geht es natürlich auch wieder um Musik.
Doch muss man dem Piper Verlag unbedingt dafür danken, dass er den in den Niederlanden bereits 1991 erschienenen Roman „Onder de korenmaat“ nun auf Deutsch zugänglich macht. Denn „Unterm Scheffel“, so der wörtlich übersetzte Titel, ist nicht nur ein außergewöhnlich konzentriertes Buch von Maarten ’t Haart, in dem selbst die Standardmotive diesmal nur am Rande mitspielen. Es ist, um es gleich zu sagen, überhaupt eines jener wunderbaren Bücher, die es sich leisten können, sich auf eine äußerst einfache, zudem ziemlich altbekannte Geschichte zu …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Durchaus altmodisch ist diese Buch, daran lässt Rezensent Michael Stallknecht keinen Zweifel, dem dies aber sehr sympathisch ist. Maarten 't Hart erzählt in diesem Roman, der im niederländischen Original bereits 1991 erschien, die Geschichte einer Romanze zwischen einem Komponisten und einer jungen Tierärztin. Was die Liebe zwischen den beiden unmöglich macht, umreißt Stallknecht so: Die junge Sylvia mag Pop, Jeans und Kino, der alte Goudveyl Bach, Brahms, Schubert. Diese Differenz zwischen den beiden sorgt für sehr komische Passagen, und für tieftraurige. Als "Liebeserklärung an all jene , die noch nie ganz sicher in der Welt standen" preist Stallknecht dieses romantische Buch, das keine lauten Tönen kenne und für Männer einen sehr schönen Trost bereit halte: "Im Gegensatz zu jungen Frauen lieben alte Meister bedingungslos zurück."

© Perlentaucher Medien GmbH
Maarten 't Hart, geboren 1944 in Maassluis bei Rotterdam als Sohn eines Totengräbers, wuchs in streng protestantischem Milieu auf. Seit 1987 lebt er als freier Schriftsteller in Warmond bei Leiden. Seine zahlreichen Romane und Erzählungen machen Maarten 't Hart zu einem der meistgelesenen europäischen Gegenwartsautoren.

zt genauso alt wie Schumann, als er in Endenich eingewiesen wurde.
In der Nähe erklangen Mädchenstimmen. Fast widerwillig öffnete ich die Augen. Nicht weit entfernt von der improvisierten Terrasse, auf der ich saß, standen zwei junge Frauen.
"Sind Sie Alexander Goudveyl?", fragte die kleinere der beiden.
"Leugnen hat keinen Zweck", sagte ich, "aber sagen Sie es nicht weiter. "
War ich witzig? Die kleine Frau lachte lauthals, die größere lächelte. Vorsichtig schaute ich sie an, vorsichtig schaute sie zurück. Sie war ein eher dunkler Typ mit vielen widerspenstigen Locken. Unerschrocken sah ich sie weiter an. Was mich eigentlich bezaubert, ist klein, hat langes, glattes Haar und trägt einen Rock. Diese mädchenhafte Frau war groß. Sie trug eine Hose, eine blassgrüne Windjacke, und sie hatte Locken. Sie hatte ein hübsches ovales Gesicht mit fast feuerroten Wangen. Ihre Lippen waren kräftig. Unter ihrem Mund ragte ein kleines, aber unbeugsames Kinn hervor. Sie hatte eine zierliche kerzengerade Nase. Sie war bildschön, wobei Hester allerdings sagen würde: "Schöne Frauen? Ach, davon gibt es so viele."
In ihrem Gesicht gab es etwas, das nicht zu ihrem Liebreiz passte. Die ein klein wenig zu schräg stehenden Augen? Oder die allzu roten Wangen? Oder der kräftige, fleischige Kiefer? Ganz gleich, was es war erst diese Kleinigkeit machte sie unwiderstehlich. Es war, als gäbe ihr Gesicht ein Rätsel auf.
Sie nahm sich zusammen, wollte etwas sagen, doch mehr als ein Lächeln bekam sie nicht zustande. Ihre Verlegenheit übertrug sich auf mich. Auch ich wollte etwas sagen, mit zwei Scherzen beruhigen. Doch auch ich schaffte nicht mehr als ein Lächeln.
Sie gingen. Die Sonne schien noch immer auf mein Gesicht. Erneut schloss ich die Augen. Feurige Streifen und Kreise erschienen auf der Leinwand meiner Augenlider. Warum war mir plötzlich so schwindlig? Ich zitterte, als hätte ich Parkinson. Hastig öffnete ich die Augen; die Sonne war schuld, die viel zu warme Herbstsonne. Ich stand auf. Ich zitterte am ganzen Körper. Rasch setzte ich mich wieder hin. Ich hatte ein Gefühl, als machten sich unter meinem Zwerchfell Zahnschmerzen breit. Es war, als wäre ich in mir selbst gefangen. Vorsichtig versuchte ich aufzustehen. Es ging, aber es schien, als wären meine Arme und Beine eingeschlafen. In allen Gliedern spürte ich ein Prickeln. Als ich den Plein überquerte, bekam ich unvorstellbare Bauchschmerzen. Mir war, als hätte ein Schornsteinfeger einen Stoßbesen in meinen Magen geschoben, den er jetzt hin und her bewegte.
Das Gesicht der anderen Frau, die über mich gelacht hatte und die ich kaum angesehen hatte, konnte ich mir mühelos ins Gedächtnis rufen, doch das Gesicht der großen Frau schien radikal aus meiner Erinnerung gelöscht zu sein.
Was ich zu tun hatte, war klar. Ich musste sie wiederfinden. Einmal noch musste ich sie anschauen. Dann würde ich mir ihr Gesicht mit der zierlichen Nase, den erstaunlich roten


Kundenbewertungen zu "Unterm Scheffel" von "Maarten 't Hart"

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 04.10.2011   ausgezeichnet
Wieder einmal ein ganz großes Buch von einem der besten Schriftsteller der Gegenwart- ironisch, humorvoll und trotzdem tiefsinnig- so, wie man es von Maarten `t Hart gewöhnt ist...

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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