Kindliches Lesevergnügen
Während es von vielen Jugendbuch-Klassikern nur noch verkürzte und
versimpelte Ausgaben gibt, haben sich nun Insel-Verlag und vor
kurzem auch dtv an die Neuauflage von Mark Twains „Huckleberry
Finns Abenteuer” gemacht, in jeweils neuer Übersetzung und unter
Beibehaltung der gesellschaftskritischen Passagen und ironischen
Formulierungen, selbst wenn sie nur von Erwachsenen verstanden
werden. Diese erwartet das Vergnügen, ein kindliches Leseerlebnis
zu wiederholen und sich klar zu werden, mit wie wenig Personal und
schlichter Ausstattung man einen phantasievollen Plot entwickeln
kann. Lore Krüger hat für dtv noch eigene, unnötige
Kapitelüberschriften ergänzt, Friedhelm Rathjen blieb bei Insel
näher am Original, was andererseits oft zu etwas knorrigen
Formulierungen führt, ergänzte dafür aber sehr hilfreiche
Anmerkungen. mau
Mark Twain: Huckleberry Finn. Insel Verlag, Frankfurt am Main und
Leipzig 2009. 503 S. mit Anmer- kungen. 11,90 Euro.
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Mark Twain, geb. am 30.11.1835 in Florida (Missouri). Sein eigentlicher Name ist Samuel Longhorne Clemens. Der Vater starb 1847 und Twain musste im Alter von zwölf Jahren die Schule abbrechen und begann eine Lehre als Schriftsetzer. Mit 17 Jahren ging er nach New York, dann nach Philadelphia, wo er die ersten Reiseskizzen schrieb. Von 1857-60 war er Lotse auf dem Mississippi, nahm am Sezessionskrieg auf der Seite der Konföderierten teil und war 1861 Silbersucher in Nevada. 1864 lebte er in San Francisco, 1866 als Reporter auf Hawaii und 1867 als Reisender in Europa und Palästina. Er gründete einen Verlag, musste aber 1894 Konkurs anmelden und ging auf Weltreise, um mit Vorträgen seine Schulden abzutragen. Mark Twain starb am 21.4.1910 in Redding (Connecticut).
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