Niederungen - Müller, Herta

Herta Müller 

Niederungen

Sprecher: Diekhoff, Marlen; Müller, Herta; Kitzl, Albert
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Niederungen

Niederungen war Herta Müllers erstes Buch, und doch sofort ein ''mitreißendes literarisches Meisterstück, das zugleich einen weißgrauen Fleck auf der Landkarte erschließt'' (F.C. Delius). In eindringlichen Szenen beschreibt Herta Müller das Leben der deutschsprachigen Banatschwaben im kommunistischen Rumänien. Sie beschreibt es als eine düstere Anti-Idylle in einer Enklave, die von Angst und Hass geprägt ist, von Intoleranz und Unbeweglichkeit. Die dichte, poetische Sprache entwirft ein Dorfleben, das nichts Heimeliges hat, und eine Heimat, die kein Zuhause ist.


Produktinformation

  • ISBN-10: 3899036220
  • Best.Nr.: 28008921
  • Laufzeit: 206 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.03.2010

Drückend
Herta Müller liest aus den „Niederungen”
Als dieses Buch im Jahr 1982 in Bukarest erschien, lebte die in Nitzkydorf geborene Autorin noch im kommunistischen Rumänien. Vier Jahre hatte das Manuskript beim Verlag gelegen, nur eine stark zensierte Fassung konnte erscheinen. Der Berliner Rotbuch-Verlag brabrachte 1984 eine überarbeitete Fassung heraus. Nach „Niederungen” konnte Herta Müller in Rumänien nicht mehr veröffentlichen. Sie war fortan Verhören, Hausdurchsuchungen, dem gesamten Repertoire an Zersetzungsmaßnahmen durch die Securitate ausgesetzt, bis sie 1987 nach Deutschland übersiedelte.
Gemeinsam mit Marlen Diekhoff und Albert Kitzl liest die Nobvelpreisträgerin Herta Müller nun vier Erzählungen aus der erweiterten Neuasgabe des Bandes (Herta Müller: Niederungen. Eine Auswahl. Gelesen von Marlen Diekhoff, Albert Kitzl und Herta Müller. 3 CD, 225 Minuten. Hörbuch Hamburg, 19,95 Euro). Es geht um Kindheit und Familie auf dem Lande, aber es wird kein Idyll daraus, sondern ein Panorama menschlicher Enge und Schäbigkeit. „Die Grabrede” heißt die erste Erzählung. Die Erzählerin soll auf der Beerdigung ihres schuldbefleckten …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.04.2010

Im deutschen Frosch steckt kein Prinz

Der Teufel im Satzspiegel: Erstmals liegt die vollständige Fassung der "Niederungen" vor. Mehr denn je liest sich Herta Müllers berühmtes Debüt als Schlüssel zu einem Werk, das Aufklärung und große Literatur zugleich ist.

Herta Müllers erster Prosaband "Niederungen" spiegelt nicht nur in Form und Inhalt, sondern peinlich auch in der Publikationsgeschichte die Lebensumstände der Autorin. 1982 erschien in Bukarest die lange verhinderte erste Buchfassung, die trotz der erheblichen Eingriffe der Zensur in der deutschsprachigen Literaturkritik Rumäniens als so kunstvoller wie widerständiger Text wahrgenommen wurde. Nicht nur die "außerordentliche Plastizität der Sätze", die "Genauigkeit der Benennung" und die "makellose, rhythmisch durchgestaltete" Sprache erregten Bewunderung, sondern merkwürdig verquer formuliert auch der Versuch, "gegen die Wirkungslosmachung von Literatur bei uns anzukämpfen".

Gleichzeitig aber riefen die Texte des Bändchens schon die Aggressionen und Verleumdungen hervor, unter denen Herta Müller lange zu leiden hatte. 1981 war in der "Neuen Banater Zeitung" das kurze Stück …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Friedmar Apel feiert die nun erstmals vollständig und unverfälscht vorliegende Ausgabe von Herta Müllers Prosadebüt "Niederungen" als "Schlüssel" zum Gesamtwerk der Nobelpreisträgerin. An diesem Band lässt sich die üble Publikationsgeschichte von Zensur und Bevormundung von Herta Müllers Werk sowohl unter der rumänischen Diktatur wie im westdeutschen Rotbuch-Verlag mit seinen massiven Eingriffen in die Texte exemplarisch ablesen, erklärt der Rezensent. Jetzt kann man, wie der begeisterte Apel betont, die vervollständigte Fassung in der von Müller vorgesehenen Reihenfolge lesen, in der auch die Stücke enthalten sind, die über den in den anderen Texten als einzigen Handlungsort erscheinenden banatschwäbischen Dorf hinausführen und direkte Erfahrungen mit dem rumänischen Staatsapparat verarbeiten. Das Schreiben Müllers, die manche Leser an symbolistische oder surreale Erzählweisen erinnert, zeigt sich hier deutlich als "Widerstand gegen die Angst" und Selbstbehauptungsstrategie, wobei es insbesondere die Landschaftsbeschreibungen sind, die den Rezensenten nachhaltig berührt und mitgerissen haben. Mit diesem Band kann man nun endlich Müllers Entwicklung als Schriftstellerin "ganz nachvollziehen", als Schreiben darüber, was man nicht äußern durfte und als "radikal persönliche" Form der Wahrnehmung, die sich verordnetem Denken widersetzt, so Apel beeindruckt.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ein außergewöhnliches Debüt." Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.10 "Mehr denn je liest sich Herta Müllers Erstling nun als Schlüssel zu einem Werk, das wie kein anderes Aufklärung zugleich und große Literatur ist." Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.10
Herta Müller, geb. 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf/Rumänien, studierte 1973-76 deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes Buch 'Niederungen' lag danach 4 Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1989-2001 Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland. Seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 2006 den Würth-Preis für Europäische Literatur für ihr literarisches Gesamtwerk, den Walther-Hasenclever-Werkpreis sowie die Ehrengabe der Heine-Gesellschaft. 2009 erhielt Herta Müller den Nobelpreis für Literatur und den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis. Die Autorin lebt in Berlin. Die vielbeschäftigte Bühnenschauspielerin Marlen Diekhoff stammt aus Bremerhaven. Nach ihrer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover übernahm sie Engagements in Hannover, Stuttgart und Frankfurt, bis sie 1980 festes Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg wurde. 1994 wurde sie zur Schauspielerin des Jahres gewählt. Trotz ihrer intensiven Theatertätigkeit findet sie Zeit für hochkarätige Hörbuchlesungen (wie z.B. Der Clan der Otori, Tausendundeine Nacht). Sie ist immer wieder in Fernsehfilmen zu sehen, u.a. in Schulz und Schulz, Polizeiruf 110 und Dr. Sommerfeld und zuletzt im Kinofilm "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" (2008) von Leander Haußmann. Albert Kitzl ist Schauspieler und wurde 1943 im rumänischen Bakowa geboren, das nur wenige Kilometer von Herta Müllers Geburtsort entfernt liegt. Über den Erzählband Niederungen wurde er auf Herta Müller aufmerksam, nahm Kontakt zu ihr auf und ist seitdem mit ihr befreundet

Leseprobe zu "Niederungen"

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Trackliste zu "Niederungen" von Marlen Diekhoff


CD 1
1 Die Grabrede
2 Die Grabrede
3 Meine Familie
4 Niederungen
5 Niederungen
6 Niederungen
7 Niederungen
8 Niederungen
9 Niederungen
10 Niederungen
11 Niederungen
12 Niederungen
13 Niederungen
14 Niederungen
15 Niederungen
16 Niederungen
17 Niederungen

CD 2
1 Niederungen
2 Niederungen
3 Niederungen
4 Niederungen
5 Niederungen
6 Niederungen
7 Niederungen
8 Niederungen
9 Niederungen
10 Niederungen
11 Niederungen
12 Niederungen
13 Niederungen
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