L' inconnu\Der Unbekannte, französische Ausgabe - Green, Julien

Julien Green 

L' inconnu\Der Unbekannte, französische Ausgabe

Et autres récits

Broschiertes Buch
 
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L' inconnu\Der Unbekannte, französische Ausgabe

L'inconnu, le plus long des sept récits qui composent ce recueil, raconte l'histoire d'un dédoublement. Suivent des histoires d'époques diverses, presque toutes d'Amérique.

Als Vivien, zwanzig Jahre, in Paris aus dem Haus stürmt, wird ihm ein teuflischer Pakt vorgeschlagen: Ein etwa doppelt so alter Herr fordert seine Jugend, er will die Welt noch einmal mit den Augen des Jüngeren sehen. Obwohl Vivien entrüstet ablehnt, stürzt er jetzt in einen Strudel, in dem sein Leben wie im Zeitraffer vergeht. Seine geheimsten Handlungen notiert er dabei in einem Tagebuch - bis hin zu einem Mord. Julien Green erzählt auf verblüffend heitere Weise vom Tagtraum eines jungen Mannes und stellt die zentrale Frage: Wer ist der Unbekannte in mir, der Ich sagt?


Produktinformation

  • Abmessung: 175mm x 109mm x 10mm
  • Gewicht: 105g
  • ISBN-13: 9782253126454
  • ISBN-10: 2253126454
  • Best.Nr.: 33670035
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.10.2011

Dorian Gray hat noch einen Doppelgänger in Paris
Als Julien Green 1998 starb, fand sich im Nachlass ein Roman: "Der Unbekannte", verfasst mit Mitte neunzig und dann verworfen, beendet ein Jahrhundert-OEuvre

In seinem fast hundertjährigen Leben ließen den amerikanisch-französischen Romancier Julien Green drei Themen nie los: sein Glaube, seine Homosexualität und die Zeit. Was ist Jugend? Weshalb zeitigt das Älterwerden nicht Reife, sondern Unwirklichkeit? In Werken, die über fast achtzig Jahre hinweg entstanden, lotete Green das Verschwinden der Lebenswirklichkeit aus. Kein anderer Autor des letzten Jahrhunderts vereint so vielfältige Traum- und Albtraumdarstellungen, Spiegelgeschichten und Doppelgängermotive. Wo Nabokov hintergründiger sein mag und Borges vielleicht bizarrer ist, öffnet sich der Greensche Abgrund umso unerbittlicher mitten im Leben. In die Kluft des Wahns blickt ein Junge mit den Augen eines Greises und umgekehrt. Der Gott des Julien Green wacht auch darüber, dass sich jeder vor die eigenen Abgründe gestellt sieht.

Als Julien Green 1998 in seiner Geburtsstadt Paris starb, fand sich in seinem Nachlass auch ein kurzer …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.11.2011

Déjà-vu im Tränengasrausch
Mit dem postumen Roman„Der Unbekannte“ kommt das Werk Julien Greens nun auch auf Deutsch zum Abschluss
Das Wort Adornos im Zusammenhang Beethovens, Spätwerke brächten in der Kunst die Katastrophe, trifft für Julien Green nicht zu. Er war ein Frühreifer der Katastrophen und der ästhetischen Brüche. So bringt dieser schmale, auf dem Schreibtisch des 1998 verstorbenen Autors liegengebliebene und postum veröffentliche Text eher eine Bestätigung: Dieser Mann bearbeitete gleichzeitig verschiedene und zu unterschiedlichen Zeiten stets das selbe Register. Der Fremde, der in diesem Buch auf der Straße an den zu einem Rendez-vous eilenden jungen Vivien herantritt und ihm einen teuflisch wirkenden Pakt anbietet, erinnert an frühere Situationen der Selbstspiegelung, angefangen mit der 1926 erschienenen Novelle „Fremdling auf Erden“, wie Wolfgang Matz im Nachwort zu diesem Buch treffend anmerkt. Nur, dass die Perspektivenschnitte hier schwindelerregende Dimensionen annehmen.
Zwischen dem Moment, wo Vivien auf der ersten Seite des Buchs aus seinem Haus in die Pariser Rue Vaneau tritt und auf der letzten durch die selbe Straße …

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Julien Green wurde am 6.September 1900 in Paris geboren. Nach einem Studienaufenthalt in den USA kehrte er 1922 nach Paris zurück, hier erschienen auch seine ersten beiden Veröffentlichungen, darunter die Romane "Mont-Cinere" und "Leviathan".
Während einer USA-Reise wurde Green vom Ausbruch des zweiten Weltkrieges überrascht und verbrachte daher einige Zeit als Lehrer am College in Baltimore. 1945 kehrte er nach Paris zurück und blieb dort, nur unterbrochen von zahlreichen Reisen, bis zu seinem Tod.
Julien Green erhielt viel renommierte Preise und war seit 1971 Mitglied der Academie Francaise.
Er starb am 13.08.1998 in seiner Pariser Wohnung.
Schon seit Erscheinen seines ersten Buches, 1926 auch in Deutschland, hatte er enthusiastische Leser wie Walter Benjamin, Klaus Mann und Hermann Kesten. Seine Bücher sind geprägt von Leidenschaft und Askese, atmosphärisch dichter Beschreibung und psychologischem Scharfblick.
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