Die Bücherdiebin, 6 Audio-CDs - Zusak, Markus

Markus Zusak 

Die Bücherdiebin, 6 Audio-CDs

Gekürzte Lesung. 470 Min.

Sprecher: Boris Aljinovic
Audio CD
 
52 Kundenbewertungen
***** ausgezeichnet
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Die Bücherdiebin, 6 Audio-CDs

Liesel lebt während des Zweiten Weltkrieges bei Pflegeeltern in der Himmelstraße in Molching, wo sie die Juden nach Dachau ziehen sieht und die Bombennächte über München erleidet. Das Mädchen überlebt, weil der Tod - in dieser Zeit beschäftigter denn je und Erzähler dieses außergewöhnlichen Romans - Liesel in sein Herz geschlossen hat. Sie und die Menschen aus der Himmelstraße. "Die klare, bildhafte Sprache Markus Zusaks wird in der Hörbuchfassung wunderbar vorgetragen von Boris Aljinovic." WDR 5 "Niemand anders als Boris Aljinovic hätte dieses Hörbuch sprechen können, er fängt die Wichtigkeit, die Dramatik und das Gefühl der Geschichte ein und fesselt den Hörer bis zur letzten Minute. (...) Ein Hörbuch für alle Buchliebhaber und Menschen, die sich einmal auf völlig andere Art und Weise mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen möchten." www.literaturreport.com "Vielleicht kennen Sie Boris Aljinovic (...) er liest diesen Roman (...) wie man es vom Träger des Deutschen Hörbuchpreises 2007 erhofft: einfach großartig!" Brigitte

"Mehr als einmal rühren Zusaks bildhafte, kraftvolle, nie kitschige Sprache und Aljinovics eindringliches Lesen zu Tränen." -- Die Rheinpfalz, Ludwigshafen

"Die klare, bildhafte Sprache Markus Zusaks wird in der Hörbuchfassung wunderbar vorgetragen von Boris Aljinovic." -- WDR 5

"Interpret Boris Aljinovic gelingt das Kunststück, nicht nur die formalen Besonderheiten des Romans akustisch deutlich zu machen, vor allem kann er sich je nach Situation auf die jeweilige Stimmung einzelner Szenen einlassen. Emotional, ohne jemals überbordend zu agieren, wird auch im Hörbuch die große Faszination des Stoffes deutlich, denn was ist es für eine grandiose Idee, nicht nur eine historische Geschichte zu erzählen, sondern auch so etwas Phantastisches zu schildern..." -- Doppelpunkt


Produktinformation

  • ISBN-10: 3866048254
  • Best.Nr.: 23327758
  • Laufzeit: 470 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.03.2008

Der Tod liebt die Farben des Himmels
Markus Zusaks „Die Bücherdiebin” ist anrührend und aufwühlend
Der Horizont hatte die Farbe von Milch. Kalt und frisch. Herausgelaufen zwischen den Leichen.” So sieht der Tod, als Erzähler des Romans die Bücherdiebin, die Welt: zuerst die Farben, dann die Menschen. Nur einmal macht er eine Ausnahme - als er Liesel Meminger begegnet. Fortan erzählt er uns die Geschichte des Mädchens, das Bücher stiehlt, um sich und andere mit ihnen zu trösten, während die Welt um sie herum untergeht. Am Grab ihres kleinen Bruders klaut Liesel ihr erstes Buch. Es ist dem Totengräber aus der Tasche gefallen. Sie nimmt es mit als Erinnerung und Brücke zum alten Leben. Denn die politisch verfolgte Mutter gibt Liesel bald in einer Pflegefamilie nahe München ab. Dort, in der Himmelstraße, erwartet die Kleine zunächst die Hölle: eine ständig schimpfende und fluchende Pflegemutter und Albträume. Doch da gibt es auch den Akkordeon spielenden Pflegevater, der sie des Nachts tröstet und in ihr die Liebe zum geschriebenen Wort weckt. Mit ihm liest sie vom Handbuch Wie man ein guter Totengräber wird bis zu Hitlers Mein Kampf alles, was sie …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.03.2008

Das Leben seiner Eltern

Markus Zusak ist jung, lebt in Australien und hat eines der besten Jugendbücher seit langem geschrieben: über Deutschland im Nationalsozialismus

Am Ende kriegt er sie doch. Er nimmt sie fest in seine Arme, nachdem er sie jahre-, jahrzehntelang lediglich von weitem anstarren konnte, und Liesel hat gegen seine Umarmung nichts einzuwenden. Nur als er ihr das alte Schreibheft in die Hand drückt, schaut sie ihn verwundert an. Ob er es gelesen hätte, fragt sie, und, als er nickt: "Hast du es verstanden?"

Der Tod, der Liesel von kleinauf kennt, der sie jetzt zu sich holt und sich ihr gegenüber endlich erklären kann, hat viele Male in Liesels Schreibheft geblättert. Dort hatte sie einst, ein Kind noch, am Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt, was ihr bei den Pflegeeltern in einer bayerischen Kleinstadt widerfahren ist, mit fanatischen Nazis und Mitläufern, mit dem im Keller versteckten Juden und dem Nachbarsjungen, der so hoffnungslos in sie verliebt war und nun einem Bombenangriff zum Opfer gefallen ist wie ihre Pflegeeltern auch. Der Tod hatte all dies beobachtet, er, der so sehr darauf achtet, nichts Menschliches an sich …

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"Gelesen wird das Hörbuch von Boris Aljinovic, der jederzeit den rechten Ton trifft, nicht ins Sentimentale abrutscht und dennoch viel Gefühl beweist." Kölnische Rundschau

"Interpret Boris Aljinovic gelingt das Kunststück, nicht nur die formalen Besonderheiten des Romans akustisch deutlich zu machen, vor allem kann er sich je nach Situation auf die jeweilige Stimmung einzelner Szenen einlassen. Emotional, ohne jemals überbordend zu agieren, wird auch im Hörbuch die große Faszination des Stoffes deutlich, denn was ist es für eine grandiose Idee, nicht nur eine historische Geschichte zu erzählen, sondern auch so etwas Phantastisches zu schildern..."

"Mehr noch als die offenkundige Message die Macht der Worte wird die herzzerreißende Wahrheit dieser Geschichte über Liesels Begegnung mit der entsetzlichen Brutalität und ihre Entdeckung der Menschenfreundlichkeit an den ungeheuersten Orten transportiert." (Booklist)<br/><br/>"Ein sehr ergreifendes und weises Werk." (BILD AM SONNTAG)

"Mehr noch als die offenkundige Message - die Macht der Worte - wird die herzzerreißende Wahrheit dieser Geschichte über Liesels Begegnung mit der entsetzlichen Brutalität und ihre Entdeckung der Menschenfreundlichkeit an den ungeheuersten Orten transportiert." Booklist<br/><br/>"Eine suggestive Geschichte, die einen zusammenzucken lässt." The Washington Post<br/><br/>"Exquisit erzählt ... Eine Tour de Force, die man nicht liest, sondern durchlebt." Horn Book<br/><br/>"Dies ist eines jener Bücher, die Leben verändern können, weil es Hoffnung vermittelt, ohne je die tiefe Unmoral und Willkür der Zeit zu leugnen." New York Times<br/><br/>"Beunruhigend und unsentimental und trotzdem höchst poetisch." USA Today<br/><br/>"'Die Bücherdiebin' gehört ins Bücherregal neben Anne Franks Tagebuch und Elie Wiesels 'Nacht'." USA Today<br/><br/>"Zusak versüßt rein gar nichts, und dennoch macht er sein scheinbar sinistres Thema auf die gleiche Weise erträglich wie Kurt Vonnegut in 'Schlachthof 5': mit grimmigem, düster tröstlichem Humor." Time Magazine<br/><br/>"Das Buch wird uns aus den Regalen gerissen, hauptsächlich von Erwachsenen, obwohl es ein Jugendbuch ist." Full Circle (Buchhandel)<br/><br/>"[Das Buch] verunsichert, regt zum Nachdenken an, ist lebensbejahend ebenso sehr wie tragisch, eröffnet einen atemberaubenden Horizont und ist meisterhaft erzählt. Ein wichtiges Buch und ein wunderbarer Page-turner gleichermaßen, das ich nicht eindringlich genug empfehlen kann." Philip Ardagh für den Guardian<br/><br/>"Außergewöhnlich, nachhallend und bewegend, wunderschön und zutiefst wütend." Sunday Telegraph<br/><br/>"Ein bewegendes Werk, das einem Tränen in die Augen treibt." Independent on Sunday<br/><br/>"Magisch." Elle<br/><br/>"Eine bewegende Geschichte über das ganz normale Alltagselend und das Überleben der Deutschen während des Dritten Reichs. [Das Buch] preist die Kraft der Worte und der Liebe im Angesicht des unaussprechlichen Leidens." Mail on Sunday<br/><br/>"Ein Meisterwerk, das man langsam lesen und auskosten muss. Wunderbar und wichtig." Kirkus Review<br/><br/>"Ein literarisches Juwel." Good Reading<br/><br/>"Ein gewichtiger Roman mit universeller Aussage. Angst jagt den Leser durch die Seiten dieses wunderbaren Buches." The Daily Express<br/><br/>"Zusaks Art und Weise, mit Sprache umzugehen, vervielfacht den Schrecken und macht das Thema umso nachhallender ... Obwohl man von Anbeginn weiß, dass die Protagonisten todgeweiht sind, ist es nicht weniger erschütternd, als der Tod ihnen schließlich gegenübersteht." Publishers Weekly<br/><br/>"Zusaks Roman ist ein Hochseilakt literarischer Erneuerung und sprachlicher Geschmeidigkeit." The Australian<br/><br/>"Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie nicht mehr anders können als es jedem zu empfehlen, mit dem Sie sprechen." The Herald-Sun<br/><br/>"Ein großer Wurf." People<br/><br/>"Atemberaubend gut." Bookseller<br/><br/>"Dies ist eines jener Bücher, die Leben verändern können." New York Times

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Als ebenso mutige wie aufregende Variante von NS-Literatur feiert Rezensentin Hilde Elisabeth Menzel diesen Jugendroman des jungen Australiers Markus Zusak, der zu ihrem großen Erstaunen trotz seines Gegenstands und seiner jugendlichen Zielgruppe ein internationaler Bestseller ist. Der Erfolg hängt, wie sie vermutet, mit dem ungewöhnlichen Erzähler und Protagonisten des Buchs zusammen: dem Tod nämlich, dessen Ton die Rezensentin als "ironisch, ja gelegentlich sarkastisch" beschreibt, weshalb Distanz zum ungeheuerlichen Geschehen entstehe und man als Leser selbst das Pathos des Buchs nie unangenehm finde. Im Zentrum steht, wie die Rezensentin schreibt, das Mädchen Liesel, deren Familienangehörige einer nach dem anderen sterben. Für jeden Toten stiehlt sie ein Buch. Aber auch die Freundschaft des Mädchens zu einem Mann, der in einem Kellerversteck ausharren muss, weil er als Jude verfolgt wird, gehören für die Rezensentin zu den Highlights des Buchs, das sie durch eine etwas andere Perspektive auf bekannte und schreckliche Gegebenheiten, insbesondere den Holocaust besticht. Interessant auch ihre Information, dass der Roman in Deutschland einmal als Jugendroman und dann als Roman für Erwachsene auf den Markt gekommen ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Die Bombenangriffe des zweiten Weltkrieges und den Holocaust kennt Markus Zusak, der 1975 in Sydney geboren wurde, nicht aus eigener Erfahrung. Aber seine Eltern und Großeltern haben ihm erzählt, zum Beispiel von einer Brotrinde, die ein Mann einem sterbenden Juden reichte, oder vom Geräusch, das eine Bombe auf dem Weg zu ihrem Vernichtungsziel macht. Er hat diese Geschichten gesammelt und daraus einen Roman geschaffen, in dessen Mittelpunkt das Mädchen Liesel Meminger steht. Aber nicht sie selbst erzählt, sondern der Tod als Person, der fasziniert ist von dieser besonderen jungen Frau. Es gibt unzählige Vorstellungen vom Tod. Oft handeln sie von der Angst der Menschen vor dem Moment, in dem sie ihm gegenüberstehen. In diesem Buch jedoch treffen wir auf einen Tod, der die Menschen liebt. Er nimmt ihnen nicht das Leben, sondern er ist lediglich zur Stelle, um behutsam ihre Seelen in Empfang zu nehmen. Dieser Tod verspürt kein Mitleid mit den Sterbenden, aber die übrig Gebliebenen rühren ihn zutiefst. Liesel ist so eine Zurückbleibende, die die Trauer kaum ertragen kann. Aber sie findet einen entscheidenden Trost: die Bücher, die ihr in allen möglichen und unmöglichen Situationen buchstäblich in die Hände fallen. Obwohl sie zunächst gar nicht selber lesen kann, weckt jedes Buch einen Hunger, der nur durch geschriebene Wörter und Buchstaben gestillt werden kann. So wird sie zur Leserin und zur Bücherdiebin, weil das die einzige Möglichkeit für sie ist, an die begehrten Schätze zu kommen. Und so überlebt sie den Tod ihres kleinen Bruders, die Trennung von den Eltern, die Zeiten, in denen sie vom Hunger todkrank danieder liegt, und die Stunden in einem Keller, wo eine dicht gedrängte Menschenmenge sich von ihrer Stimme wegtragen lässt - von allen Bomben und Sirenen, wo sie mit ihrem Vorlesen ihre eigene Seele und die der anderen rettet. Der Tod erzählt diese Geschichten mit einer Liebe zum Detail, manchmal erläuternd, mal prägnant und oft fröhlich. Gerade diese Unbekümmertheit aber ist es, die den erwachsenen Lesern oft den Atem anhalten lässt. Jüngere Leser werden den schwarzen Humor des Autors sicher nicht ganz erfassen, aber sie werden mit ihrem oft untrüglichen Gespür für Wahrhaftigkeit den eigentlichen Gehalt dieses Romans begreifen. Sie werden mit Liesel Fußball spielen und sich auf dem Schulhof prügeln, das Lesen mühsam erlernen, die Angst vor den Bomben spüren, mit ihr Bücher stehlen gehen und ihre letzte Brotrinde auf der Straße liegen lassen, damit sie von jüdischen Kindern gefunden werden kann. Sie werden mit Liesel entdecken, dass der Hunger manchmal kleiner wird, wenn man sein Brot mit anderen teilt, und dass sogar Schläge manchmal weniger schmerzlich sind als das Gefühl, einen anderen Menschen im Stich gelassen zu haben. "Hunger?", fragte Rudi. Liesel erwiderte: "Bärenhunger! Auf ein Buch!" Zum Beispiel auf dieses! (Rezension von Gabriele Hoffmann aus dem Libri-Fachkatalog Harry & Pooh 2008/2009)
Markus Zusak, 1975 geboren, lebt und arbeitet in Sydney, spielt Fußball und schreibt Romane, die international für Furore sorgen. Für "Der Joker" wurde er dutzendfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2007. Sein Roman "Die Bücherdiebin" stürmte die internationalen Bestsellerlisten über Nacht. Zusaks Bücher wurden bis jetzt in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Leseprobe zu "Die Bücherdiebin, 6 Audio-CDs" von Markus Zusak

TOD UND SCHOKOLADE

Zuerst die Farben. Dann die Menschen. So sehe ich die Welt normalerweise. Ich versuche es zumindest.

EINE KURZE BEMERKUNG AM RANDE
Ihr werdet sterben.

Ich bin nach Kräften bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen, aber die meisten Menschen haben einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen. Bitte glaubt mir: Ich kann wirklich fröhlich sein. Ich kann angenehm sein. Amüsant. Achtsam. Andächtig. Und das sind nur die Eigenschaften mit dem Buchstaben »A«. Nur bitte verlangt nicht von mir, nett zu sein. Nett zu sein ist mir völlig fremd.
REAKTIONEN AUF DIE OBEN GENANNTE TATSACHE
Mache ich euch Angst? Ich bitte euch inständig - keine Sorge. Man kann mir alles nachsagen, nur nicht, dass ich ungerecht bin.

Was fehlt?
Natürlich - eine Bekanntmachung. Ein Beginn.
Wo ist nur mein gutes Benehmen geblieben?
Ich könnte mich ganz förmlich vorstellen, aber das ist gar nicht nötig. Ihr werdet mich schon bald recht gut kennen; wie bald - das hängt von einer Reihe von Umständen ab. Nur so viel sei gesagt: Irgendwann einmal werde ich über euch allen stehen, so freundlich, wie es mir möglich ist. Eure Seelen werden in meinen Armen liegen. Auf meiner Schulter wird eine Farbe ruhen. Sanft werde ich euch davontragen.
Ihr werdet vor mir liegen. (Es passiert nur selten, dass ich Menschen stehend antreffe.) Ihr werdet in der Kruste eurer eigenen Körper gefangen sein. Vielleicht gibt es ein Erkennen; ein Schrei tröpfelt zu Boden. Die einzigen Geräusche, die ich danach hören werde, sind mein eigener Atem und der Klang des Geruchs, meine eigenen Schritte.
Die Frage ist, welche Farbe die Welt angenommen haben wird, wenn ich euch holen komme. Was wird der Himmel uns erzählen?
Ich persönlich mag einen schokoladenfarbenen Himmel. Dunkle Bitterschokolade. Die Leute behaupten, das passt zu mir. Ich versuche trotzdem, mich an jeder Farbe zu erfreuen, die ich sehe, an dem ganzen Spektrum. Etwa eine Milliarde Schattierungen, keine wie die andere, und ein Himmel, der sie langsam in sich aufsaugt. Das nimmt dem Stress die Schärfe. Und es hilft mir, mich zu entspannen.
EINE KURZE ZWISCHENBEMERKUNG
Die Menschen beachten die Farben eines Tages lediglich an seinem Anfang und an seinem Ende. Dabei wandert ein Tag durch eine Vielzahl von Farbtönen und Schattierungen,
und zwar in jedem Augenblick. Eine einzige Stunde kann aus Tausenden von unterschiedlichen Farben bestehen. Wachsgelb, regenbesprühtes Blau. Schlammige Dunkelheit.
In meinem Geschäft habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, darauf zu achten.

Wie schon angedeutet, ist Ablenkung meine einzige Rettung. Sie allein hilft mir, bei Verstand zu bleiben. Sie hilft mir, mit meiner Arbeit klarzukommen, was nicht so einfach ist, wenn man bedenkt, wie lange ich diese Tätigkeit schon ausübe. Das Problem ist: Wer könnte mich ersetzen? Wer könnte für mich einspringen, während ich in einem Vier-Sterne-Hotel irgendwo am Meer Urlaub mache oder in den Bergen Ski fahre? Die Antwort ist: Niemand. Genau dieser Umstand hat mich dazu veranlasst, die Ablenkung zu meiner Erholung zu machen, mich damit zu zerstreuen. Also mache ich Urlaub in Farben, in Schattierungen.
Dennoch fragt ihr euch möglicherweise, warum ich überhaupt Urlaub brauche. Ihr wollt wissen, wovon ich mich ablenken muss?
Was mich zum nächsten Punkt bringt.
Es sind die übrig gebliebenen Menschen.
Die Überlebenden.
Sie sind es, deren Anblick ich nicht ertrage, und in meinem Bemühen, sie nicht anzusehen, versage ich häufig. Ich konzentriere mich absichtlich auf die Farben, um die Überlebenden aus meinen Gedanken zu verbannen, aber hin und wieder werde ich Zeuge, wie die Zurückbleibenden zwischen den Puzzlestücken der Erkenntnis, Überraschung und Verzweiflung zusammenbrechen. Sie haben zerstochene Herzen. Sie haben zerschlagene Lungen.
Was mich wiederum zu dem Thema bringt, über das ich heute Abend - oder heute Mittag, oder welche Stunde und Farbe es auch immer gerade sein mag - mit euch reden will. Es ist die Geschichte von einer beständig Überlebenden - von einer Expertin im Zurückbleiben.
Es ist eigentlich nur eine kleine Geschichte, und sie handelt unter anderem von:
- einem Mädchen
- ein paar Worten
- einem Akkordeonspieler
- ein paar fanatischen Deutschen
- einem jüdischen Faustkämpfer
- und einer ganzen Menge Diebstählen

Ich sah die Bücherdiebin drei Mal.

NEBEN DEN BAHNGLEISEN

Das erste Mal war es weiß. Gleißend.
Einige von euch werden wahrscheinlich denken, dass Weiß gar keine Farbe ist. Völliger Blödsinn. Das stimmt nicht. Weiß ist zweifellos eine Farbe, und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ihr mit mir streiten wollt.

EIN WORT ZUR BESÄNFTIGUNG
Bitte bleibt ruhig, trotz dieser offenkundigen Drohung. Ich tue nur so. Ich bin nicht gewalttätig. Ich bin nicht bösartig. Ich bin das Ergebnis.

Ja, es war weiß.
Es war so, als ob der ganze Erdball in Schnee gekleidet wäre. Als ob er ihn angelegt hätte, so wie ihr einen Pullover anzieht. Neben der Bahnstrecke verliefen Fußspuren, eingesunken bis zum Schienbein. Die Bäume trugen Decken aus Eis.
Wie ihr euch vielleicht schon gedacht habt, war jemand gestorben.

Sie konnten ihn nicht einfach auf dem Boden liegen lassen. Im Augenblick wäre das kein Problem gewesen, aber schon bald würde das Gleis geräumt sein, und der Zug würde weiterfahren.

Da waren zwei Wachmänner.
Da waren eine Mutter und ihre Tochter.
Und eine Leiche.
Die Mutter, die Tochter und die Leiche verharrten, hartnäckig und still.

»Was willst du denn von mir?«
Die Wachmänner waren groß und klein. Der Große sprach stets zuerst, obwohl er nicht das Kommando führte. Er sah den rundlichen Kleinen an. Den mit dem feuchtroten Gesicht.
»Nun«, lautete die Erwiderung, »wir können ihn doch wohl nicht einfach hier liegen lassen?«
Der Große verlor die Geduld. »Und warum nicht?«
Der Kleinere explodierte beinahe. Er schaute zu dem Kinn des Großen auf und schrie: »Spinnst du?« Die Abscheu auf seinen Wangen wuchs mit jedem Moment. Seine Haut weitete sich. »Komm«, sagte er und stapfte durch den Schnee. »Wir tragen sie alle drei zurück, wenn es sein muss. Und wir melden es der nächsten Station.«


Leseprobe zu "Die Bücherdiebin, 6 Audio-CDs" von Markus Zusak

EIN TRÜMMERBERG / / Es wirken mit: / der Erzähler - Farben -und die Bücherdiebin / / TOD UND SCHOKOLADE / / Zuerst die Farben. Dann die Menschen. So sehe ich die Welt normalerweise. Ich versuche es zumindest. / / EINE KURZE BEMERKUNG AM RANDE / Ihr werdet sterben. / / Ich bin nach Kräften bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen, aber die meisten Menschen haben einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen. Bitte glaubt mir: Ich kann wirklich fröhlich sein. Ich kann angenehm sein. Amüsant. Achtsam. Andächtig. Und das sind nur die Eigenschaften mit dem Buchstaben "A". Nur bitte verlangt nicht von mir, nett zu sein. Nett zu sein ist mir völlig fremd. / REAKTIONEN AUF DIE OBEN GENANNTE TATSACHE / Mache ich euch Angst? Ich bitte euch inständig - keine Sorge. Man kann mir alles nachsagen, nur nicht, dass ich ungerecht bin. / / Was fehlt? / Natürlich - eine Bekanntmachung. Ein Beginn. / Wo ist nur mein gutes Benehmen geblieben? / Ich könnte mich ganz förmlich vorstellen, aber das ist gar nicht nötig. Ihr werdet mich schon bald recht gut kennen; wie bald - das hängt von einer Reihe von Umständen ab. Nur so viel sei gesagt: Irgendwann einmal werde ich über euch allen stehen, so freundlich, wie es mir möglich ist. Eure Seelen werden in meinen Armen liegen. Auf meiner Schulter wird eine Farbe ruhen. Sanft werde ich euch davontragen. / Ihr werdet vor mir liegen. (Es passiert nur selten, dass ich Menschen stehend antreffe.) Ihr werdet in der Kruste eurer eigenen Körper gefangen sein. Vielleicht gibt es ein Erkennen; ein Schrei tröpfelt zu Boden. Die einzigen Geräusche, die ich danach hören werde, sind mein eigener Atem und der Klang des Geruchs, meine eigenen Schritte. / Die Frage ist, welche Farbe die Welt angenommen haben wird, wenn ich euch holen komme. Was wird der Himmel uns erzählen? / Ich persönlich mag einen schokoladenfarbenen Himmel. Dunkle Bitterschokolade. Die Leute behaupten, das passt zu mir. Ich versuche trotzdem, mich an jeder Farbe zu erfreuen, die ich sehe, an dem ganzen Spektrum. Etwa eine Milliarde Schattierungen, keine wie die andere, und ein Himmel, der sie langsam in sich aufsaugt. Das nimmt dem Stress die Schärfe. Und es hilft mir, mich zu entspannen. / EINE KURZE ZWISCHENBEMERKUNG / Die Menschen beachten die Farben eines Tages lediglich an seinem Anfang und an seinem Ende. Dabei wandert ein Tag durch eine Vielzahl von Farbtönen und Schattierungen, / und zwar in jedem Augenblick. Eine einzige Stunde kann / aus Tausenden von unterschiedlichen Farben bestehen. Wachsgelb, regenbesprühtes Blau. Schlammige Dunkelheit. / in meinem Geschäft habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, darauf zu achten. / / Wie schon angedeutet, ist Ablenkung meine einzige Rettung. Sie allein hilft mir, bei Verstand zu bleiben. Sie hilft mir, mit meiner Arbeit klarzukommen, was nicht so einfach ist, wenn man bedenkt, wie lange ich diese Tätigkeit schon ausübe. Das Problem ist: Wer könnte mich ersetzen? Wer könnte für mich einspringen, während ich in einem Vier-Sterne-Hotel irgendwo am Meer Urlaub mache oder in den Bergen Ski fahre? Die Antwort ist: Niemand. Genau dieser Umstand hat mich dazu veranlasst, die Ablenkung zu meiner Erholung zu machen, mich damit zu zerstreuen. Also mache ich Urlaub in Farben, in Schattierungen. / Dennoch fragt ihr euch möglicherweise, warum ich überhaupt Urlaub brauche. Ihr wollt wissen, wovon ich mich ablenken muss? / Was mich zum nächsten Punkt bringt. / Es sind die übrig gebliebenen Menschen. / Die Überlebenden. / Sie sind es, deren Anblick ich nicht ertrage, und in meinem Bemühen, sie nicht anzusehen, versage ich häufig. Ich konzentriere mich absichtlich auf die Farben, um die Überlebenden aus meinen Gedanken zu verbannen, aber hin und wieder werde ich Zeuge, wie die Zurückbleibenden

Kundenbewertungen zu "Die Bücherdiebin, 6 Audio-CDs" von "Markus Zusak"

52 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.8 von 5 Sterne bei 52 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
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(6)
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(1)
***** weniger gut
 
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Bewertung von EW am 10.04.2012 ***** ausgezeichnet
Ich habe dieses Buch letzten Sommer gelesen und es hat mich so tief bewegt, dass ich es immer noch gut in Erinnerung habe.
Markus Zusak versteht es, dem Leser die persönliche Geschichte von Liesel Nahe zu bringen und würzt seinen Roman mit detalierten Fakten über die Zustände der damaligen Zeit und über die Örtlichkeiten. Dadurch verbindet er geschickt eine spannende und fesselnde Geschichte mit Hintergrundwissen.
Besonders erscheint mir die Art der Darstellung und der Erzählung. Aus der Sicht des Todes erzählt, grenzt sich dieses Buch von anderen Romanen über diese Zeit ab, da dem Leser einen ganz anderen Einblick gewährt wird.
Das Buch vereint auf eine sehr ansprechende Weise Spannung, Tragik und auch Identifikation des Lesers mit einem der Romanfiguren.
Auf jeden Fall empfehlenswert, nicht nur für Jugendliche sondern auch für jung gebliebene Erwachsene ;-)

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Bewertung von streuner am 07.03.2012 ***** ausgezeichnet
Die Macht der Worte...
Mein Kampf (nicht der von Hitler) um die Entscheidung, ob ich mich auf dieses Buch einlasse oder nicht:
Will ich das wirklich lesen? Eine Geschichte aus Nazi-Deutschland? Kennt man die nicht schon aus den unterschiedlichsten Medien? Aus Erzählungen von Eltern oder Großeltern? Aus der Schule, wo man sich durch Geschichtsbücher gearbeitet hat?
Und dann lässt der Autor auch noch den Tod höchstpersönlich erzählen.
Ich sehe schon vor Lesebeginn eine ausgeprägte Depression auf mich zukommen.
Will er (Autor oder Tod) mir ein schlechtes Gewissen einreden?
Ich kann doch gar nichts dafür. War damals noch lange nicht geboren.
Egal – ich will jetzt endlich wissen, warum dieser Roman so hochgelobt wird und bereits auf den ersten Seiten weiß ich, dass ich ein weiteres Lieblingsbuch gefunden habe.

In oft nur knappen Sätzen schildert der Tod als Ich-Erzähler die Erlebnisse eines Mädchens, einer Straße, einer fiktiven Kleinstadt in der Nähe von München.
Es regiert der Nazi-Wahnsinn – kurz vor und während des zweiten Weltkrieges.

Es ist kein Krimi und ich zapple nicht vor atemloser Spannung auf dem Stuhl hin und her.
Leise, poetisch und unaufgeregt lässt mich Markus Zusak Alltagsepisoden aus einer stets hungrigen Zeit miterleben.

Kann sich heute noch jemand vorstellen, welche Glücksgefühle ein geteiltes Bonbon auslösen kann?
Mit welcher Begeisterung man ein Buch mit dem Titel "Handbuch des Totengräbers“ lesen würde, wenn das das einzig erreichbare Buch wäre. Ein Sachbuch! Kein Krimi, wie man vielleicht vermuten könnte.

Kleine Geschichten, die man so in keinem Geschichtsbuch finden kann. Sie sind nicht real. Es ist keine Biographie, die ich hier lese. Aber es könnte, sieht man vom Tod als Erzähler einmal ab, durchaus eine gewesen sein.

Ich genieße die Macht der Worte.
Worte - zu Sätzen zusammengewürfelt - wie ich sie niemals vorher gelesen habe.
Sätze, die Platz für die eigene Fantasie lassen und die mich sofort zu Stift und Papier greifen lassen, um sie nur ja nicht wieder zu vergessen (was eigentlich Blödsinn ist, denn dieses Buch wird nie wieder mein Haus verlassen). Nicht, solange ich lebe.

Ich schmunzele vor mich hin und staune über die Fähigkeit so mitreißend und einfühlsam schreiben zu können. Der Tod wird mir sympathisch – er hat Humor – und er hat ein Herz. Schöne Vorstellung!

Es ist kein einfaches Buch. Nicht unbedingt wegen den bedrückenden Ereignissen der Kriegsjahre, sondern eher wegen dem außergewöhnlichen und anspruchsvollen Schreibstil. Sehr beeindruckend, wie es dem Autor und natürlich auch der Übersetzerin Alexandra Ernst gelingt, dem schwierigen Thema dennoch etwas Leichtes zu geben.

Ein Kinderbuch ist "Die Bücherdiebin“ sicher nicht. Ob es für Jugendliche geeignet ist, kommt darauf an, wie viel Leseerfahrung schon vorhanden ist.

Ein großes literarisches Erlebnis und ganz nebenbei auch ein Appell an das Erinnern und Nichtvergessen. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Mit sehr viel Gefühl, aber ohne anschließende Depression. Erhöhten Taschentuchverbrauch sollte man trotzdem einplanen.

Lasst euch darauf ein und ihr könnt eine Geschichte erleben, die ihr nie wieder vergessen werdet.
*
*
*
Was jetzt kommt, hat mit der Bücherdiebin nur noch bedingt zu tun. Es liegt mir aber am Herzen und deshalb erwähne ich es noch.
Lesen muss man es nicht.
Mein Kampf (dieses Mal doch der von Hitler) liegt bei mir zu Hause. Verbannt in den hintersten Winkel im Keller. Es fand seinen Weg zu mir, fast wie eines der Bücher zur Bücherdiebin.
Gelesen habe ich es nicht. Ist nicht lesbar (natürlich war ich neugierig und habe es versucht). Ob es damals Menschen gab, die es komplett und dann auch noch mit Genuss gelesen haben, entzieht sich sowohl meiner Kenntnis, als auch meiner Vorstellungskraft.
Manchmal fällt es mir wieder e

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Bewertung von leserattebremen aus Bremen am 18.02.2012 ***** ausgezeichnet
Liesel Memminger ist neun Jahre alt, als ihr Vater, ein Kommunist, von den Nazis ermordet wird. Ihre Mutter will sie und ihren Bruder zu einer Pflegefamilie bei München bringen, doch ihr Bruder überlebt die Reise nicht. Er stirbt auf der Zugfahrt und der Tod begegnet Liesel zum ersten Mal persönlich. Auf der Beerdigung ihres Bruders klaut sie ihr erstes Buch, das Handbuch für Totengräber. Den Zweiten Weltkrieg erlebt Liesel bei ihren Pflegeeltern, den Hubermanns in Molching. Mit ihrem Freund Rudi klaut sie Lebensmittel, um nicht hungern zu müssen und Bücher, um in den Geschichten die Realität zu vergessen. Eine Realität, in der ihr geliebter Pflegevater auf offener Straße ausgepeitscht wird, weil er einem Juden Brot gibt, der in einer großen Gruppe durch das Dorf nach Dachau getrieben wird. Und im Verlauf der Jahre bekommt Liesel sogar ein Buch, dass nur für sie geschrieben wurde, die Geschichte der Wortschüttlerin. Diese Fabel hat Max für sie geschrieben, einen Juden, den die Hubermanns im Keller vor den Nazis verstecken.
"Als alles still war, bin ich hinaufgegangen, und im Flur habe ich gesehen, dass der Vorhang im Wohnzimmer einen Spalt offen stand.... Ich konnte nach draußen sehen. Ich habe nur ein paar Sekunden lang geschaut."
Er hatte die Welt da draußen seit zweiundzwanzig Monaten nicht mehr gesehen
Keine Wut. Kein Tadel.
Papa stellte eine Frage.
"Wie hat es ausgesehen?"
Max hob den Kopf. In seinem Blick standen Trauer und erstaunen. "Da waren Sterne", sagte er. "Sie haben meine Augen verbrannt."
Die Geschichte von Liesel Memminger und den Menschen in ihrer Umgebung ist von einer unglaublichen Intensität, als Leser wird man in die Handlung hineingezogen und kann nicht mehr wegsehen. Dem Autor Markus Zusak ist es gelungen, eine Geschichte über den Zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung in Deutschland zu schreiben, ohne in eine moralische Litanei zu verfallen und ohne die ganze Zeit den erhobenen Zeigefinger zu schwenken. Er erzählt einfach eine Geschichte, wie sie wohl Tausenden in der damaligen Zeit passiert sein könnte und lässt uns daran Teil haben, wie Liesel und die Hubermanns im Kleinen rebellieren. Und welche Folgen das nach sich zieht.
Dass die Geschichte vom Tod erzählt wird, wirkt am Anfang vielleicht etwas komisch, im Verlauf des Romans wird jedoch schnell klar, dass es auch diese Perspektive ist, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Markus Zusak sagt dazu in einem Interview, dass im Anhang des Buches abgedruckt ist:

„Was, wenn nicht der Tod die Menschen jagte, sondern wenn sie, die Menschen, in Wirklichkeit den Tod jagten? Wenn der Tod Angst vor uns Menschen hätte? Nicht Angst im klassischen Sinne, sondern Angst vor den schrecklichen Dingen, die wir Menschen einander antun. Und wenn er dann nach Menschen sucht, die es wert sind, sie näher zu betrachten. Und wenn er versucht, in dieser fürchterlichen Zeit, die schönen Dinge zu finden.“
Liesels Geschichte ist es ganz sicher Wert, näher betrachtet zu werden und Markus Zusak hat sie wunderschön für uns Leser erzählt.

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Bewertung von cathy65 am 27.12.2011 ***** ausgezeichnet
In all dem Unglück scheint immer noch die Liebe... Und die freuden eines 12 jährigen Mädchens!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Rebekka aus Groß Naundorf am 23.11.2011 ***** ausgezeichnet
Liesel ist ein Mädchen, das mit ihren elf Jahren schon viel erlebt hat. Sie musste zum Beispiel nach Molching in der Nähe von München zu einer Pflegefamilie. Eigentlich sollte sie mit ihrem Bruder dort ankommen, doch er überlebte die Reise nicht. Er starb während der Zugfahrt und wurde nur flüchtig unterwegs beerdigt. Aber in Molching wird alles anders. Ihre Pflegeeltern Rosa und Hans Hubermann sind gegen die Regierung um 1930 und das zeigen sie ihr auf verschiedener Art und Weise. Ihr Pflegevater ist Liesel am sympathischsten, denn er lernt mit ihr viel und es entsteht eine dicke Freundschaft zwischen den beiden. Auch lernt sie schnell neue Freunde in ihrem Alter kennen und sie stellen viele verrückte Sachen an. Aber die Welt ist nicht nur Friede Freude Eierkuchen, sondern hat viele Gesichter. Das erfährt Liesel dort und lernt damit umzugehen, denn sonst ist sie in Gefahr.
Ich finde dieses Buch gut, denn es ist wunderschön geschrieben und erzählt sehr gut die Geschichte von Liesel. Auch sind die Kleinen Bemerkungen zwischen durch sehr praktisch, denn sie helfen dir den Text besser zu verstehen. Dieses Buch ist ein Muss für alle die Abenteuer Romane. Es geht in die Richtung in der ich auch Anne Franks Tagebuch einordnen würde.

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Bewertung von Kerry aus Berlin am 14.10.2011 ***** weniger gut
Januar 1939 in Deutschland zu Zeiten des 2. Weltkrieges. Dieser währt noch nicht lange und um die Kinder in Sicherheit zu wiegen, wurden sie damals in kleinere Städte oder aufs Land in Pflege gegeben. So auch Liesel Meminger, 9 Jahre alt, die sich mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder auf den Weg nach Molching bei München gemacht hat. Wirklich weg will sie nicht von ihrer Mutter, doch sie ist bereit, sich zu fügen. Doch auf der Reise geschieht das Undenkbare: Ihr kleiner Bruder wird krank und stirbt noch auf der Zugfahrt - und ihr begegnet sie dem Tod zum erstem Mal.

Noch nicht am Ziel angekommen, müssen die Mutter und Liesel den kleinen Jungen begraben lassen. Bei dem Begräbnis fällt einem der beiden Totengräber ein Buch in den Schnee und Liesel nimmt es an sich. Es ist das "Handbuch für Totengräber" und es ist ihr erster Bücherdiebstahl.

In Molching angekommen, fällt es Liesel nicht leicht die Tatsache zu akzeptieren, dass sie dort jetzt leben wird. Doch schnell findet sie Vertrauen zu ihrem Pflegevater Hans Hubermann, der ein ruhiger, ausgeglichener Mann ist. Rosa Hubermann hingegen ist eher laut und aufbrausend, doch von einer herzlichen Art. Es dauert nicht lange und die beiden haben Liesel fest in ihr Herz geschlossen und diese nennt sie auch Mama und Papa.

In der Nachbarschaft der Hubermanns wohnt Familie Steiner. Bereits kurz nach ihrer Ankunft freundet sich Liesel mit Rudi Steiner an und auch er wird sein Herz im Laufe der Jahre an sie verlieren. Liesel führt ein glückliches, wenn auch nicht sorgenfreies Leben in Molching, doch nach und nach kann sie dem Drang nicht wieder stehen, hier und da ein besonderes Buch zu einer besonderen Gelegenheit zu stehlen ...


Überall konnte ich lesen und vernehmen, wie toll dieses Buch sein soll und was soll ich sagen, es hat mir nicht gefallen! Mit nicht einem Charakter des Buches konnte ich mich anfreunden, den Schreibstil empfand ich als recht langatmig und die Unterbrechungen desselben ausgesprochen nervtötend. Auch die Geschichte an sich konnte mich weder fesseln noch begeistern, sie schleppte sich einfach nur so dahin. Von weiteren Büchern dieses Autoren werde ich vorerst Abstand nehmen! Jedoch will ich nicht die schlechteste Note vergeben, denn immerhin geht es in diesem Buch um die Liebe zu Büchern, wenn ich mir auch eine deutlich andere Ausführung gewünscht hätte.

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Bewertung von jasmin s aus Bad Schönborn am 26.07.2011 ***** ausgezeichnet
Die 9jährige Liesel Meminger wird von ihrer Mutter mitten im zweiten Weltkrieg zu einer Pflegefamilie nach Molching gebracht. Unterwegs verliert sie ihren Bruder, der eigentlich mit ihr in diese Familie ziehen sollte.

Allein in der Fremde und ohne ihre Mutter liebt sie ihren neuen Papa auf Anhieb, ihre neue Mutter lernt sie lieben. Des Weiteren lernt sie Rudi kennen, ihren besten Freund, mit dem sie fast jede freie Minute verbringt und Max, einen Juden, der sich in der schweren Zeit verstecken muss. Doch am Leben erhalten Sie nur die Bücher, die sie stehlen muss, da sie sonst keine Möglichkeit hat, an sie ranzukommen.
Das Buch hat mir gut gefallen. Es hat mich sehr bewegt. Ich konnte mich sehr gut in die Lage der jüdischen Kriegskinder versetzen

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Bewertung von Franziska R aus Bad Schönborn am 05.07.2011 ***** ausgezeichnet
Inhalt: Deutschland, 1939 :Ein kleines Mädchen , namens Liesel ,wird von ihrer Mutter zu Pflegeeltern nach München gebracht. Auf der Hinreise stirbt ihr kleiner Bruder.Am Grab des geliebten Bruders stiehlt Liesel ihr erstes Buch - "Handbuch für Totengräber". Es wird nicht ihr letztes Buch sein, das sie stiehlt. Jedes gestohlene Buch gibt ihr einwenig Trost ,
sogar während den Bombennächten .
Das Buch hat mir sehr gut gefallen- es hat mich sehr bewegt. Tagelang dachte ich an Liesel, ihre
Geschichte ließ mich nicht mehr los.Ich empfehle es an Jugendliche weiter, damit sie vielleicht einmal einen Einblick erhalten, was für ein schwieriges Leben Kinder während der Kriegszeit hatten, welche Entbehrungen sie hatten und vorallem , dass diese Kinder oft mit kleinen Geschenken , wie z.B. ein Buch
glücklich gemacht wurden."Die Bücherdiebin " hat 587 Seiten.Es wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

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Bewertung von buchwürmchen aus reutlingen am 30.06.2011 ***** ausgezeichnet
Warum ich mir mit diesem Buch soviel Zeit ließ, weiß ich heute nicht mehr. Aufgrund des finsteren Themas wagte ich mich einfach nicht ran. Nun, da ich es endlich gelesen habe, bin ich mehr als erleichtert: ein Stück deutscher Geschichte, aus der Perspektive eines Australiers, deutsch-österreichischer Abstammung, mit soviel Feingefühl und Poesie wiedergegeben, dass ich es mit Sicherheit noch einmal lesen werde.
Der Tod erzählt über das Mädchen Liesel, die 1939 zu einer Pflegefamilie muss, in eine Kleinstadt nähe München, wo sie das erste Mal wohl mit den Grausamkeiten der ethnischen Säuberung in Kontakt kommt. Sie erlebt hautnah wie Hass, Brutalität und Menschlichkeit auf einander prallen, wie Angst den Verstand betrüben kann, wie Egoismus eine Uhreigenschaft eines jeden Menschen ist, wenn es ums nackte Überleben geht. Erschöpft, endet der Tod seine Erzählung 1945.
Als Schmankerl, gibt es auch ein Interview mit Zusak, in dem er berichtet wie sehr er sich vor einer Veröffentlichung seines Romans in Deutschland fürchtete, er hatte wahrlich keinen Grund. Absolut empfehlenswert!

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Bewertung von lbs.6cr aus Birkenau am 15.06.2011 ***** ausgezeichnet
Es geht um ein Mädchen das alles verloren hatte, ihre ganze Familie. Sie begann Bücher zu stehlen. Für sie war es ein kleiner aber folgenreicher Ausgleich für dass was ihr passiert ist. Danach stiehl sie Äpfel und Kartoffeln. Jetzt stiehl sie Herzen von Rudi, Max, Hans und Rosa Hubermann. Nun stiehl sie das Herz des Todes, denn selbst der Tod hat ein Herz.
Mir gefällt es sehr gut, weil es aus der Sicht des Todes geschrieben ist und im dritten Reich spielt. Da gabs den Satz des Todes: Da gabs noch die 40 millionen Menschen die ich einsammelte. Ich würde es weiter empfehlen weil es spannend geschrieben ist.

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