Der Fall - Camus, Albert

Albert Camus 

Der Fall

Roman (1956)

Übersetzer: Meister, Guido G.
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Der Fall

"Wenn die Zuhälter und Diebe immer und überall verurteilt würden, hielten sich ja alle rechtschaffenen Leute ständig für unschuldig!" - Dieses Bekenntnis eines gescheiterten Anwalts steht am Anfang von Camus beeindruckender Gesellschaftskritik, die bis heute nichts an Aktualität verloren hat: Für Camus besteht die eigentliche Schuld, die letztlich zur fundamentalen Krise gesellschaftlicher Freiheit und damit von Demokratie führt, in der mangelnden Solidarität der Menschen untereinander. Dieser Band der von Prof. Dr. Dr. Thomas Vormbaum herausgegebenen Reihe "Recht in der Kunst - Kunst im Recht" enthält Camus Roman aus dem Jahr 1956 in der Textfassung der deutschen Erstauflage, die um ausdrucksstarke Illustrationen des Herforder Künstlers Günter Frecksmeier ergänzt ist. Den sich anschließenden Kommentaren der Romanistin und ausgewiesenen Camus-Forscherin Prof. Dr. Brigitte Sändig und des Juristen Dr. Sven Grotendiek, die das Werk aus ihrer jeweils fachspezifischen Sicht untersuchen, ist daran gelegen, die zeitgeschichtlichen Hintergründe aufzuzeigen, die zur Entstehung des Romans beigetragen haben, aber auch das Interesse an einem Denken wie dem Camus gerade in einer Zeit, in der es erkennbar nachgelassen hat, neu zu beleben und damit für die heutige Zeit fruchtbar zu machen.


Produktinformation

  • Verlag: Bwv - Berliner Wissenschafts-Verlag
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 111 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 105
  • Juristische Zeitgeschichte, Abt.6, Recht in der Kunst - Kunst im Recht Bd. 34
  • Best.Nr. des Verlages: 1573
  • Deutsch
  • Abmessung: 239mm x 172mm x 15mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783830515739
  • ISBN-10: 3830515731
  • Best.Nr.: 25414486
Am 7. November 1913 wurde Albert Camus in Mondovi/Algerien als Sohn eines elsässischen Landarbeiters und einer Spanierin geboren. 1932 begann er in Algier Philosophie zu studieren. Er erlitt wiederholt Tuberkuloseanfälle. Nach Theatertourneen mit der Truppe von Radio-Alger und dem Ausschluss vom Staatsexamen - aus gesundheitlichen Gründen - gründete er 1937 das "Théâtre de l'Equipe". Als Jornalist prangerte er die kolonialen Ungerechtigkeiten in Algerien an. 1939 meldete er sich als Freiwilliger für den Kriegsdienst, wurde aber aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. 1940 wurde er aus Algerien ausgewiesen und ging als Reporter der Zeitung "Paris-Soir" nach Paris. Noch im gleichen Jahr kehrte er nach Algerien zurück, zog aber 1942 wieder nach Frankreich, wo er der Widerstandsgruppe "Combat" beitrat. 1943 wurde er von "Combat" nach Paris geschickt, wo er als Lektor beim Verlag Gallimard arbeitete. Hier wurde er Mitbegründer der illegalen Zeitung "Combat". 1947 verließ er die inzwischen legale Zeitung, da das Blatt den Besitzer und die politische Linie wechselte. 1957 wurde er Direktor im Pariser Verlag Gallimard und erhielt den Nobelpreis für Literatur für seine "bedeutende literarische Schöpfung, die mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Gewisse

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Kundenbewertungen zu "Der Fall" von "Albert Camus"

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Bewertung von Hartmut Zimmer aus Alzenau am 02.11.2010 ***** sehr gut
Das System der Selbsttäuschung

„La Chute“ wurde 1956 veröffentlicht. 1957 folgte der Nobelpreis für Albert Camus.

Camus schildert ein selbstgefälliges Doppelleben, bei dem tatsächliches Tun und wahre Überzeugung auseinanderfallen. Die Lüge liegt in der Diskrepanz zwischen rollengemäßen, öffentlichen Bekundungen und tatsächlichen, inneren Empfindungen. Das Gewissen hält diesen Zwiespalt schließlich nicht mehr aus: Das den fortgesetzten Selbstbetrug erkennende Individuum wird aus seiner angestammten Bahn geworfen.

Das Komödiantisch-Ironische des Romans wurzelt in der Philosophie Camus‘: Alles Ernsthafte erscheint dem Autor absurd. Nur im Spielerischen könne Unschuld liegen, weil nur das Spielerische ohne verdeckte, hintergründige Intentionen agiere.

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