Und dann diese Stille (eBook) - Harriet Köhler

Harriet Köhler 

Und dann diese Stille (eBook)

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Produktbeschreibung zu Und dann diese Stille (eBook)

Der ganze Schrecken und der ganze Trost, den Familie bedeuten kann Wie ist es, wenn man in hohem Alter seine Frau verliert und auf einmal merkt, dass man nie mit ihr geredet hat – zumindest nicht über das, was einem seit sechzig Jahren das Herz zuschnürt? Wie ist es, wenn man als Rentner wieder bei seinem Vater einzieht – und einen Mann pflegt, der einem ein Leben lang fremd geblieben ist? Und wie ist es, wenn man immer sicher war, anders zu sein als die Eltern – und nun, da man zum ersten Mal liebt, erkennen muss, dass man genauso verstockt und unfähig ist wie sie? Walther sitzt an Grethes Krankenbett und sieht hilflos die letzte Chance verstreichen, ihr alles zu erzählen. Jürgen will seinem Vater zur Seite stehen, aber der wehrt seine Hilfe ab. Dennoch entsteht zwischen den beiden Männern eine Nähe, die neu für sie ist. Als Walther damals aus dem Krieg und der Gefangenschaft kam, war Jürgen bereits zehn, er hat seinen Sohn nicht aufwachsen sehen. Diese Jahre haben sie immer getrennt, Jahre, in denen viel geschehen ist, Erlebnisse, für die es keine Worte gibt. Doch nun wird Walther zum Pflegefall und Jürgen zum Pfleger, und Vater und Sohn entkommen sich nicht mehr. Als dann auch noch Jürgens Sohn Nicki sie besucht, der mit Ruth gerade zum ersten Mal erfährt, wie schön und schwer es ist zu lieben, wird die Mauer des Schweigens rissig und die Vergangenheit blitzt hervor. Alte, bislang nie ausgesprochene Konflikte bahnen sich wütend ihren Weg an die Oberfläche und führen zu einer vorsichtigen und zarten Annäherung. Nach ihrem hochgelobten Debüt »Ostersonntag« erweist sich Harriet Köhler erneut als feinfühlige und genaue Beobachterin familiärer Bindungen. Mit beeindruckender Sprache und in intensiven Bildern erzählt sie von Trauer und Sehnsucht, von Wut und Liebe, aber auch von der Möglichkeit, zu verstehen und zu verzeihen – und umspannt, fast nebenbei, die Geschichte dreier Generationen, geprägt von den Spätfolgen des Krieges.

Produktinformation


  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783462301878
  • ISBN-10: 346230187X
  • Best.Nr.: 28875763
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.03.2010

Nur im Auto schweigt die Welt

In ihrem zweiten Roman erkundet Harriet Köhler erneut familiäre Abgründe. Wortmächtig belauscht sie die Stille zwischen den Generationen.

Von Sandra Kegel

Walther Augustin war in Neuanfängen geübt. Als er aus russischer Kriegsgefangenschaft zu seiner Familie ins Vogtland heimkehrte, erkannte er seine alte Umgebung kaum wieder. Als er mit seiner Frau aus der DDR nach Westdeutschland floh, wusste er nichts über die neue Welt. Doch mit Grethes Tod nach sechzig gemeinsamen Jahren ist er am Ende. "Es würde nichts mehr kommen", schreibt Harriet Köhler in dem für sie typischen rauhen, lakonischen Ton. Walther ist fünfundachtzig, und der Himmel, "auf den letztlich ja doch alle hoffen", ist ihm bestenfalls ein Versprechen, das schon auf Erden gebrochen wurde. Auch nach einem halben Menschenleben wird er die Erinnerungen an den Krieg nicht los, die Stunden und Tage in den Panzerlöchern verfolgen ihn noch immer bis in den Schlaf. Er ist nicht der Einzige, der darunter leidet.

Wie in ihrem Debüt "Ostersonntag" (2007) erkundet Harriet Köhler auch in ihrem zweiten Roman die Abgründe innerhalb einer Familie - …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Hin- und hergerissen ist Ursula März bei der Lektüre von Harriet Köhlers neuem Roman über drei Generationen, die sich mit den innerfamiliären Folgen der Nachkriegszeit auseinandersetzen müssen. Eigentlich habe man genug von diesen Traumatavererbungsromanen und auch Köhlers didaktische, beinahe mathematisch streng angeordnete Erzählung droht in dieser Masse unterzugehen, so März. Wäre da nicht der zweite Teil des Romans mit einer wunderbaren Schlussszene, welche März -den Leser um Verzeihung bittend - in ihrer Rezension vorweg nimmt. Während einer metaphorischen Hausputzaktion werden zugleich die jahrzehntelang andauernden Konflikte bereinigt. Dort, wo die Gegenwart die Vergangenheit ablöst, kann die junge Autorin ihr frisches und unverstelltes Können zeigen, freut sich Ursula März.

© Perlentaucher Medien GmbH

Die Medien über Harriet Köhlers Debütroman Ostersonntag: Das erstaunliche Debüt einer dreißigjährigen Autorin, deren Beobachtungsschärfe und sardonischer Witz den Leser in hohem Maß verblüffen. Neue Züricher Zeitung Was Harriet Köhler aus ihren Hauptfiguren heraushört, ist schon ungeheuerlich. Und sticht heraus aus einem Chor ungeheuerlicher Familie-ist-die-Hölle-Romane. Hoffnungsvolles Talent. Die Welt Am Literaturhimmel geht ein neuer Stern auf. Ein Debüt wie ein Donnerschlag. Abendzeitung Es sind lebendige Bilder, die Harriet Köhler gestaltet hat. Szenen wie Bilder von Francis Bacon: drastisch, grotesk, stark und traurig und vor allem eines: leider wahr! Saarländischer Rundfunk KulturRadio Kraftvoll. Grandios. Auf unprätentiöse Art ist Köhler mit diesem Debüt sehr nah an der überreizten Stimmung in Deutschland heute Die Medien über Harriet Köhlers Debütroman "Ostersonntag": "Das erstaunliche Debüt einer dreißigjährigen Autorin, deren Beobachtungsschärfe und sardonischer Witz den Leser in hohem Maß verblüffen." Neue Züricher Zeitung "Was Harriet Köhler aus ihren Hauptfiguren heraushört, ist schon ungeheuerlich. Und sticht heraus aus einem Chor …

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Harriet Köhler, geboren 1977 in München, hat Kunstgeschichte studiert und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

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