Schulze, Adam und Evelyn (eBook) - Schulze, Ingo

Ingo Schulze 

Schulze, Adam und Evelyn (eBook)

eBook
 
Format: EPUB
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Produktbeschreibung zu Schulze, Adam und Evelyn (eBook)

Die Frauen lieben Adam, weil er ihnen Kleider schneidert, die sie schön und begehrenswert machen. Adam liebt schöne Frauen. Wenn sie erst seine Kleider tragen, begehrt er sie alle, und abgesehen davon liebt er Evelyn. Die ertappt ihn eines heißen Augusttages 1989 in flagranti mit einem seiner Geschöpfe. Statt mit Adam fährt Evelyn gemeinsam mit einer Freundin und deren Westcousin nach Ungarn an den Balaton. Adam setzt sich mit seinem alten Wartburg dem roten Passat auf die Spur. Für Evelyn würde er bis ans Ende der Welt fahren - und vielleicht muss er das auch, denn Ungarn will die Grenze gen Westen öffnen. Plötzlich ist die verbotene Frucht greifbar, und alle müssen sich entscheiden. In der Ausnahmesituation jenes Spätsommers 1989, dem Schwebezustand plötzlicher Wahlfreiheit, entdeckt Ingo Schulze die menschliche Urgeschichte von Verbot und Verlockung, Liebe und Erkenntnis und nicht zuletzt der Sehnsucht nach dem Paradies. Doch wo ist das zu finden? In der Verheißung des Westens, der Ungebundenheit eines endlosen Feriensommers am Plattensee oder doch im vertrauten Amtsstubenduft einer frisch geöffneten Brotkapsel und dem eigenen Garten? Im Spiel mit dem biblischen Mythos von Adam und Eva gelingt Ingo Schulze eine grandiose Tragikomödie. Mit seinem ironisch gebrochenen Begriff vom Sündenfall findet er eine Chiffre für den Eintritt in unsere heutige Welt.

Produktinformation


  • ISBN-13: 9783827070142
  • ISBN-10: 3827070147
  • Best.Nr.: 28190098
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.08.2008

Bis die Schildkröte einschläft

Wie man mit dem Wendehammer philosophiert: Ingo Schulze hat eine Mauersündenfallgeschichte aus Alltagsperspektive geschrieben.

Von Oliver Jungen

Plötzlich" ist das erste Wort dieses Romans, und es scheint, als hätten wir eine mit der Hans-Dampf-Metaphysik Karl-Heinz Bohrers kurzgeschlossene Theologie vor uns, denn was sich hier so plötzlich vollzieht, ist die Schöpfung, zweiter Akt, aber ohne allen Hokuspokus: "Plötzlich waren sie da, die Frauen." Es handelt sich freilich um Kreativität zweiter Ordnung im Zeitalter der fototechnischen Reproduzierbarkeit. Im Entwicklerbad schwimmt das Papier, auf dem von einem Moment auf den nächsten ein Konterfei erscheint. Dann folgen Stoppbad und Fixierer, damit die Schönheit von Dauer ist.

Wir befinden uns in der Deutschen Demokratischen Provinz, und zwar im brodelnden August 1989. Über die Schulter schauen wir Adam, der eigentlich Lutz Frenzel heißt und freischaffender Damenmaßschneider ist, gewissermaßen das Design seiner Kundinnen nachbessert. Eine charmante Idee und zudem historisch unterfüttert: Kurt Flasch hat in seinem klugen, ironischen "Eva und …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.08.2008

Wie man Revolution mit Beischlaf verwechselt
Die Geschichte von „Adam und Evelyn” – Ingo Schulzes ebenso leichte wie tiefe Allegorie eines Systemwandels
In der kapitalistischen Gesellschaft kann man jedem Menschen einen Wert zuordnen, entsprechend seiner finanziellen Leistungsfähigkeit. Dabei wissen wir natürlich, dass Reichtum nichts über den wahren Wert eines Menschen aussagt – seinen Fleiß, seine Intelligenz, seinen Erfindungsreichtum, seine Bildung, geschweige denn seine Güte. Aber weil wir das wissen, können wir über den lauten Großkotz im Porsche-Cabriolet verächtlich „Parvenü” grummeln und beim Anblick seiner Grünwalder Villa murmeln: „Guten Geschmack kann man mit Geld eben nicht kaufen.” Und schon stimmt unser inneres psycho-ökonomisches Gleichgewicht wieder.
Da hatten es die Bürger der früheren DDR nach 1989 schwerer. Sie fanden sich im wiedervereinigten Land ständig in Situationen der Unterlegenheit. Jene legendäre „Gabi (Ost) und ihre erste Banane” der Titanic hatte ja keinen geringeren IQ als ihre westliches Pendant, es mangelte ihr nur an einem, an sich extrem primitiven Erfahrungswissen. Viele DDR-Bürger …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Einige Bewunderung zollt Rezensent Hubert Winkels dem neuen Buch von Ingo Schulze, das er besonders für seine Leichtigkeit und "erotisch entzündeten Sprechakte" lieben lernte. Wie bereits bei dem Wenderoman "Neues Leben" handelt es sich aus Winkels Sicht auch diesmal um ein "groß gedachtes und konstruiertes Wendeepos", das allerdings diesmal die Geschichte in einen "volatilen Stimmenchor" fasse. Geradezu entzückt zeichnet Winkels Skizzen von Schulzes biblisch verortetem Personal, das aus dem Paradies der "einfachen Genüsse" und "schönen Dingbeziehungen" DDR vertrieben wird, freut sich besonders am Protagonisten Adam, diesem Genussmenschen, in dem Winkels eine Mischung aus Manfred Krug und Brechts Baal erkennt, sowie der "fiebrigen Unruhe" der Pärchen am ungarischen Plattensee im Sommer 1989, die er vom "Treibstoff des Begehrens" beflügelt findet.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Das Thema vom Zusammenbruch des Ostblocks und vom Chaos der Wendezeit wäre nichts Neues, wäre da nicht das wunderbar doppelbödige Spiel des Ingo Schulzes mit der ewigen Geschichte von Liebe, Lust und nicht zuletzt Verlockung - der Geschichte von Adam und Eva. Souverän und mit leichter Hand verquickt Ingo Schulze biblischen Mythos und Zeitgeschichte zu einem gelungenen Roman." (artour)

"Mit Adam und Evelyn hat Ingo Schulze nach Neue Leben einen zweiten wunderbar lesbaren und zugleich literarisch hoch komplexen Roman über die Wiedervereinigung geschrieben." (Die Welt)

"Obwohl man diese ausgesprochen süffig durcherzählte Geschichte ziemlich schnell gelesen hat, entfaltet sie eine Fülle an Themen und Motiven. (...) Adam und Evelyn ist ein makelloser Roman." (Süddeutsche Zeitung)

"Adam und Evelyn ist ein mit leichter Hand geschriebenes Roadmovie, in 55 kurzen Szenen. Es besteht fast nur aus Dialogen und liest sich wie ein fertiges Filmdrehbuch. ... Es macht den Reiz dieses Romans aus, dass es Schulze gelingt, die Dinge und die Bedeutungen und die Bedeutungen offenzuhalten." Jörg Magenau, Lieteraturen, September 2008

21.8.2008: FAZ, Der Tagesspiegel, Die Welt, BZ, Börsenblatt und Buchreport: Alle berichten über die zwanzig Kandidaten für den Deutschen Buchpreis, zu denen auch Ingo Schulze gehört. Tilman Krause wagt in der Welt sogar die Prognose eines 'Kopf-an-Kopf-Rennens' zwischen Ingo Schulze und Uwe Tellkamp.

"In Adam und Evelyn nun erzählt Ingo Schulze mit geradezu traumwandlerischer Leichtigkeit und der Lust an Paradoxien: Das Schwere in diesem Buch wird leicht, das Leichte hat weiterhin Bodenhaftung, das Komische wirkt nicht lächerlich, das Ernste zieht uns nicht hinab. Und am Ende destillieren wir die aus diesem wunderbaren Liebes- und Zeitroman eine einfach komplizierte Lebensweisheit: Das Paradies ist immer anderswo, und auch wenn wirs nie erreichen werden - der Weg lohnt sich." Claus-Ulrich Bielefeld, Tages-Anzeiger vom …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
So, nun ist der Schulze also auch bei den Liebesromanen angelangt. Denkt man, wenn man das lustig getupfte, roséfarbene Cover sieht. Aber nein, der Großmeister der Wendeliteratur kann von seinem liebsten Thema nicht lassen und setzt seine Protagonisten erneut in die rastlose Zeit des deutschen Umbruchs. Adam ist Damenschneider in einer Stadt irgendwo im Osten und den Rundungen seiner Kundinnen durchaus nicht abgeneigt. Evelyn geht das und auch seine Zufriedenheit mit den immergleichen Tagesabläufen gehörig auf den Zeiger. Sie flüchtet an den Plattensee, doch Adam folgt ihr reuig auf Schritt und Tritt - was Evelyn nur noch mehr nervt. Zu allem Überfluss öffnen die Ungarn schließlich die Grenze. Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn Schulze erzählt seine Geschichte in Bruchstücken, in abgetrennten Gesprächssituationen, aus denen der Leser den Zusammenhang herausschälen muss und die sich nicht immer sofort erschließen. Nichts für ein paar Seitchen im Bett, bevor die Augen zufallen. Dafür aber eine interessante Fallstudie über Lieben und Leben zur Zeit des Mauerfalls. (es)
Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren, studierte klassische Philologie in Jena und arbeitete in Altenburg als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Seit 1993 lebt er in Berlin. Bereits sein erstes Buch 33 Augenblicke des Glücks (1995) wurde vielfach ausgezeichnet. Für Simple Stories (1998) erhielt er den Berliner Literaturpreis mit der Johannes-Bobrowski-Medaille. 2005 erschien sein großer Roman Neue Leben, für den er in diesem Jahr mit dem Premio Grinzane Cavour geehrt wurde. Für seinen Erzählungsband Handy (2007) bekam er den Preis der Leipziger Buchmesse. Ingo Schulze ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt.

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Kundenbewertungen zu "Schulze, Adam und Evelyn (eBook)" von "Ingo Schulze"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** sehr gut
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von Max aus Penzberg am 11.01.2011 ***** sehr gut
Ingo Schulze hat mit "Adam und Evelyn" einen flotten Sommerroman geschrieben, der im Sommer 1989 die Öffnung der - zunächst nur ungarischen - Grenze aus der Sicht von vier jungen DDR-Bürgern beschreibt, die zu der Zeit Urlaub in Ungarn machen.
Spannende finde ich, dass nicht alle sofort in den goldenen Westen wollen, sondern auch mit der Möglichkeit hadern, wenn auch nicht alles in der DDR gut war.
Ich finde den Roman sehr flott und sehr aufschlussreich, ohne dass er bedeutungsüberladen wäre.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Geza aus Dresden am 13.02.2009 ***** sehr gut
Ich hatte Gelegenheit im MDR-Radio "Figaro" heute und in den vergangenen zwei Tagen einige Folgen als Lesung zu erleben. Die Handlung und die Dialoge sprachen mein inneres Empfinden sehr an und weckten in mir starkes Verlangen, dieses Buch zu lesen. Es erinnert mich ein wenig an meine Jugend. Ungarn und der Balaton waren mein erster Auslandurlaub vor knapp 32 Jahren. - Doch zurück zum Buch. Die Charakterisierung von Adam lässt mich einiges gefühlsmäßig nachempfinden. Ich hätte ihn in der Realität gern kennengelernt. - Ich halte das Buch für sehr gut, nicht zuletzt auch wegen des verwendeten Sprachschatzes, der weder vulgär noch primitiv oder ausgeflippt wirkt, und mit dem ich mich identifizieren kann. Geza

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Buch mit Leinen-Einband

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