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Schulze, Adam und Evelyn (eBook)
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Produktinformation
- Verlag: Berlin Verlag
- 2010
- Seitenzahl: 320
- Deutsch
- ISBN-13: 9783827070142
- ISBN-10: 3827070147
- Best.Nr.: 28190098
Produktbeschreibung zu "Schulze, Adam und Evelyn (eBook)"
Beschreibung
Detailinfo
09.08.2008
Bis die Schildkröte einschläft
Wie man mit dem Wendehammer philosophiert: Ingo Schulze hat eine
Mauersündenfallgeschichte aus Alltagsperspektive geschrieben.
Von Oliver Jungen
Plötzlich" ist das erste Wort dieses Romans, und es scheint,
als hätten wir eine mit der Hans-Dampf-Metaphysik Karl-Heinz
Bohrers kurzgeschlossene Theologie vor uns, denn was sich hier so
plötzlich vollzieht, ist die Schöpfung, zweiter Akt, aber ohne
allen Hokuspokus: "Plötzlich waren sie da, die Frauen."
Es handelt sich freilich um Kreativität zweiter Ordnung im
Zeitalter der fototechnischen Reproduzierbarkeit. Im Entwicklerbad
schwimmt das Papier, auf dem von einem Moment auf den nächsten ein
Konterfei erscheint. Dann folgen Stoppbad und Fixierer, damit die
Schönheit von Dauer ist.
Wir befinden uns in der Deutschen Demokratischen Provinz, und zwar
im brodelnden August 1989. Über die Schulter schauen wir Adam, der
eigentlich Lutz Frenzel heißt und freischaffender Damenmaßschneider
ist, gewissermaßen das Design seiner Kundinnen nachbessert. Eine
charmante Idee und zudem historisch unterfüttert: Kurt Flasch hat
in seinem klugen, ironischen "Eva und …
09.08.2008
Wie man Revolution mit Beischlaf verwechselt
Die Geschichte von „Adam und Evelyn” – Ingo Schulzes ebenso leichte wie tiefe Allegorie eines Systemwandels
In der kapitalistischen Gesellschaft kann man jedem Menschen einen Wert zuordnen, entsprechend seiner finanziellen Leistungsfähigkeit. Dabei wissen wir natürlich, dass Reichtum nichts über den wahren Wert eines Menschen aussagt – seinen Fleiß, seine Intelligenz, seinen Erfindungsreichtum, seine Bildung, geschweige denn seine Güte. Aber weil wir das wissen, können wir über den lauten Großkotz im Porsche-Cabriolet verächtlich „Parvenü” grummeln und beim Anblick seiner Grünwalder Villa murmeln: „Guten Geschmack kann man mit Geld eben nicht kaufen.” Und schon stimmt unser inneres psycho-ökonomisches Gleichgewicht wieder.
Da hatten es die Bürger der früheren DDR nach 1989 schwerer. Sie fanden sich im wiedervereinigten Land ständig in Situationen der Unterlegenheit. Jene legendäre „Gabi (Ost) und ihre erste Banane” der Titanic hatte ja keinen geringeren IQ als ihre westliches Pendant, es mangelte ihr nur an einem, an sich extrem primitiven Erfahrungswissen. Viele DDR-Bürger …
Kundenbewertungen zu "Schulze, Adam und Evelyn (eBook)" von "Ingo Schulze"
Bewertung von Max aus Penzberg am 11.01.2011
Spannende finde ich, dass nicht alle sofort in den goldenen Westen wollen, sondern auch mit der Möglichkeit hadern, wenn auch nicht alles in der DDR gut war.
Ich finde den Roman sehr flott und sehr aufschlussreich, ohne dass er bedeutungsüberladen wäre.
Bewertung von Geza aus Dresden am 13.02.2009
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14.08.2008
Einige Bewunderung zollt Rezensent Hubert Winkels dem neuen Buch
von Ingo Schulze, das er besonders für seine Leichtigkeit und
"erotisch entzündeten Sprechakte" lieben lernte. Wie
bereits bei dem Wenderoman "Neues Leben" handelt es sich
aus Winkels Sicht auch diesmal um ein "groß gedachtes und
konstruiertes Wendeepos", das allerdings diesmal die
Geschichte in einen "volatilen Stimmenchor" fasse.
Geradezu entzückt zeichnet Winkels Skizzen von Schulzes biblisch
verortetem Personal, das aus dem Paradies der "einfachen
Genüsse" und "schönen Dingbeziehungen" DDR
vertrieben wird, freut sich besonders am Protagonisten Adam, diesem
Genussmenschen, in dem Winkels eine Mischung aus Manfred Krug und
Brechts Baal erkennt, sowie der "fiebrigen Unruhe" der
Pärchen am ungarischen Plattensee im Sommer 1989, die er vom
"Treibstoff des Begehrens" beflügelt findet.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
"Das Thema vom Zusammenbruch des Ostblocks und vom Chaos der
Wendezeit wäre nichts Neues, wäre da nicht das wunderbar
doppelbödige Spiel des Ingo Schulzes mit der ewigen Geschichte von
Liebe, Lust und nicht zuletzt Verlockung - der Geschichte von Adam
und Eva. Souverän und mit leichter Hand verquickt Ingo Schulze
biblischen Mythos und Zeitgeschichte zu einem gelungenen
Roman." (artour)
"Mit Adam und Evelyn hat Ingo Schulze nach Neue Leben einen
zweiten wunderbar lesbaren und zugleich literarisch hoch komplexen
Roman über die Wiedervereinigung geschrieben." (Die
Welt)
"Obwohl man diese ausgesprochen süffig durcherzählte
Geschichte ziemlich schnell gelesen hat, entfaltet sie eine Fülle
an Themen und Motiven. (...) Adam und Evelyn ist ein makelloser
Roman." (Süddeutsche Zeitung)
Rezension
"Adam und Evelyn ist ein mit leichter Hand geschriebenes
Roadmovie, in 55 kurzen Szenen. Es besteht fast nur aus Dialogen
und liest sich wie ein fertiges Filmdrehbuch. ... Es macht den Reiz
dieses Romans aus, dass es Schulze gelingt, die Dinge und die
Bedeutungen und die Bedeutungen offenzuhalten." Jörg Magenau,
Lieteraturen, September 2008
21.8.2008: FAZ, Der Tagesspiegel, Die Welt, BZ, Börsenblatt und
Buchreport: Alle berichten über die zwanzig Kandidaten für den
Deutschen Buchpreis, zu denen auch Ingo Schulze gehört. Tilman
Krause wagt in der Welt sogar die Prognose eines
'Kopf-an-Kopf-Rennens' zwischen Ingo Schulze und Uwe
Tellkamp.
"In Adam und Evelyn nun erzählt Ingo Schulze mit geradezu
traumwandlerischer Leichtigkeit und der Lust an Paradoxien: Das
Schwere in diesem Buch wird leicht, das Leichte hat weiterhin
Bodenhaftung, das Komische wirkt nicht lächerlich, das Ernste zieht
uns nicht hinab. Und am Ende destillieren wir die aus diesem
wunderbaren Liebes- und Zeitroman eine einfach komplizierte
Lebensweisheit: Das Paradies ist immer anderswo, und auch wenn wirs
nie erreichen werden - der Weg lohnt sich." Claus-Ulrich
Bielefeld, Tages-Anzeiger vom …

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(c) bunkverlag
So, nun ist der Schulze also auch bei den Liebesromanen angelangt. Denkt man, wenn man das lustig getupfte, roséfarbene Cover sieht. Aber nein, der Großmeister der Wendeliteratur kann von seinem liebsten Thema nicht lassen und setzt seine Protagonisten erneut in die rastlose Zeit des deutschen Umbruchs. Adam ist Damenschneider in einer Stadt irgendwo im Osten und den Rundungen seiner Kundinnen durchaus nicht abgeneigt. Evelyn geht das und auch seine Zufriedenheit mit den immergleichen Tagesabläufen gehörig auf den Zeiger. Sie flüchtet an den Plattensee, doch Adam folgt ihr reuig auf Schritt und Tritt - was Evelyn nur noch mehr nervt. Zu allem Überfluss öffnen die Ungarn schließlich die Grenze. Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn Schulze erzählt seine Geschichte in Bruchstücken, in abgetrennten Gesprächssituationen, aus denen der Leser den Zusammenhang herausschälen muss und die sich nicht immer sofort erschließen. Nichts für ein paar Seitchen im Bett, bevor die Augen zufallen. Dafür aber eine interessante Fallstudie über Lieben und Leben zur Zeit des Mauerfalls. (es)
Autorenporträt zu "Ingo Schulze"
Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren, studierte klassische Philologie in Jena und arbeitete in Altenburg als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Seit 1993 lebt er in Berlin. Bereits sein erstes Buch 33 Augenblicke des Glücks (1995) wurde vielfach ausgezeichnet. Für Simple Stories (1998) erhielt er den Berliner Literaturpreis mit der Johannes-Bobrowski-Medaille. 2005 erschien sein großer Roman Neue Leben, für den er in diesem Jahr mit dem Premio Grinzane Cavour geehrt wurde. Für seinen Erzählungsband Handy (2007) bekam er den Preis der Leipziger Buchmesse. Ingo Schulze ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtkunst. Seine Bücher wurden in 27 Sprachen übersetzt. © Jim Rakete Der neue






























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