Die Mittagsfrau (eBook) - Julia Franck

Julia Franck 

Die Mittagsfrau (eBook)

Roman

eBook
 
Format: EPUB
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Produktbeschreibung zu Die Mittagsfrau (eBook)

In der Lausitz verlebt Helene eine idyllische Kindheit, die jäh endet. Wie geht man mit den Schicksalsschlägen um, die das Leben bereit hält? Ihr Vater kehrt nur zum Sterben aus dem Ersten Weltkrieg heim, ihre jüdische Mutter zieht sich zunehmend vor den Anfeindungen ihrer Umgebung in die Verwirrung zurück. Herzensblindheit nennt Helene das und fürchtet die zunehmende Kälte der Mutter. Helene möchte Medizin studieren, ein ungewöhnlicher Traum für eine Frau zu Beginn des Jahrhunderts, doch sie träumt ihn weiter. Sie zieht mit ihrer Schwester Martha nach Berlin, erlebt die wilden Zwanziger, und während Martha ihrer Freundin Leontine wieder begegnet, lernt Helene Carl kennen. Als der kurz vor der Verlobung stirbt, hilft auch ihr die Herzensblindheit, das Leben zu überleben. Eine schnell scheiternde Ehe mit einem überzeugten Nazi führt Helene nach Stettin, wo ihr Sohn zur Welt kommt. Die Liebe und Nähe, die der kleine Junge fordert, werden ihr zunehmend unerträglich, und bald schon geht ihr der Gedanke vom Verschwinden nicht mehr aus dem Kopf. Dann trifft sie eine ungeheuerliche Entscheidung …

Produktinformation


  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783104000299
  • ISBN-10: 3104000298
  • Best.Nr.: 28243595
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.10.2007

Das kalte Herz
Was ist eine Familie? Julia Francks Roman "Die Mittagsfrau" rührt an eine Schicksalsfrage unserer Gesellschaft / Von Edo Reents

Wenn wir über Familie sprechen, dann geht es meistens um zwei Fragen: Wo kann man tagsüber sein Kind abgeben? Und was ist, wenn sich die Eltern nicht mehr verstehen? Jetzt kommt eine Siebenunddreißigjährige aus Berlin daher und zeigt uns, was passiert, wenn mit den Banden zwischen Eltern und leiblichen Kindern, die wir für viel elementarer halten als die etabliertesten Patchwork-Strukturen, etwas nicht stimmt. Zwar wissen wir schon aus der Bibel, dass Kinder ausgesetzt werden, und aus den Kindsmördergeschichten des achtzehnten Jahrhunderts kennen wir noch Schlimmeres - aber wie es ist, wenn eine Mutter ihr Kind nun einmal nicht liebt, das wird in der Literatur selten verhandelt; das ist eher Stoff für die vermischten Meldungen in der Zeitung.

Julia Francks Roman "Die Mittagsfrau" bringt die Begriffe, die wir uns unter dem Beschuss durch wohlmeinende politische Verlautbarungsprosa von "Familie" mittlerweile gebildet haben, so gehörig durcheinander, dass wir am Ende nicht mehr wissen, was das …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.09.2007

Ein Macho wie die Axt im Walde
Julia Franck hat sich mit ihrem Roman „Die Mittagsfrau” ganz dem historischen Genre verschrieben. Nur warum?
Zunächst einmal muss man es bewundern, dass eine junge Frau fremde Schicksale aus zwei Weltkriegen und der Zeit dazwischen schildert, als wäre sie dabei gewesen. Wie viel Empathie und Phantasie gehört dazu, man könnte auch sagen: wie viel Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen, von der Kühnheit des Unterfangens gar nicht zu reden. Dennoch stellt sich die Frage, welchem dunklen Drang die Hinwendung zu einer fiktiven Familiengeschichte aus der deutschen Vergangenheit eigentlich entspringt, wenn sie nicht mit der epischen Überzeugungskraft erzählt wird, die den Stoff für sich selbst sprechen ließe.
Die Mittdreißigerin Julia Franck, die ihre Prosa anfangs in der Gegenwart ansiedelte, um sich dann mit dem Roman „Lagerfeuer” in die späten siebziger Jahre zurückzubegeben, was ihr viel Beifall eintrug, zeigt sich nun ganz dem Historischen verpflichtet. Ihr neues, naturgemäß mit hohen Erwartungen befrachtetes Werk „Die Mittagsfrau” handelt von einer Krankenschwester aus der Lausitz, die in der ersten Hälfte …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensentin Kristina Maidt-Zinke fühlt sich angesichts des opulenten historischen Romans von Julia Franck an ein Brötchen erinnert, dessen krosses Äußeres, sprich Prolog und Schlussteil, zwar durchaus überzeugt, im Inneren aber einen allzu weichen Kern offenbart. Der Roman spielt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und erzählt von einer Lausitzer Krankenschwester, die nach einem schweren Leben den kleinen Sohn im Nachkriegschaos einfach auf einem Bahnhof zurücklässt, fasst die Rezensentin zusammen. Der Roman hebt mit der Innenperspektive dieses Kindes an, und zunächst ist Maidt-Zinke durchaus eingenommen von der atmosphärischen Dichte und der sprachlichen Konzentration, die Franck hier an den Tag legt. Dann aber wird, für die Rezensentin viel zu ausladend und detailgetreu, die Lebensgeschichte der Protagonistin und ihrer Familie nachgeliefert. Klischees werden aufeinander gehäuft, zu intensiv, nämlich bis in die sexuellen Intimitäten spürt die Autorin den Beziehungen der Heldin nach, kritisiert die Rezensentin. Dazu kommen "sprachliche Ausrutscher". Auch wenn Fanck dann im Epilog noch mal zu beeindruckender Dichte in der Erzählung findet, hat Maidt-Zinke insgesamt das ungute Gefühl, hier sei für den Markt und zudem noch unachtsam geschrieben worden.

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Nun hat Julia Franck also den Deutschen Buchpreis 2007 bekommen. Kein Wunder, denn Buchmarkt und Feuilleton gieren zurzeit nach menschelnden Jahrhundertschauen. Historische Familienromane sind Trendthema - und mit "Die Mittagsfrau" liefert Julia Franck eine Chronik über zwei Weltkriege und die Zeit dazwischen. Bei der Flucht aus Pommern setzt Krankenschwester Helene ihren siebenjährigen Sohn auf einem Bahnsteig aus. Per Rückblende folgt die Biografie einer Mutter, die zu dieser Tat fähig ist: Da ist die Kindheit in der Lausitz, mit einem Vater, der schwer verletzt aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrt, und einer gefühlskalten Mutter. Es folgt der Umzug zur Tante nach Berlin, wo Helene gemeinsam mit ihrer Schwester Martha die üblichen Ausschweifungen der Goldenen Zwanziger mitnimmt. Als ihre große Liebe, der Philosophiestudent Carl, tödlich verunglückt, zerbricht Helene. Apathisch gibt sie einige Zeit später dem Werben des Nazis Wilhelm nach, durchleidet die Ehehölle - und bekommt einen Sohn. Liest man "Die Mittagsfrau" als Psychogramm einer zerstörten Frau, dann zählt Julia Francks Roman ganz sicher zu den Höhepunkten der Saison. Es sind Detailbeobachtungen, die …

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"Mir hat :Die Mittagsfrau9 von Julia Franck den Atem geraubt - ganz großartig." Christian von Zittwitz, BuchMarkt, Juni 2007

"Mir hat "Die Mittagsfrau" von Julia Franck den Atem geraubt ganz großartig.
Julia Franck wurde 1970 in Berlin (Ost) geboren. 1978 reiste die Familie aus. Sie wurde u. a. mit dem 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs 2000 ausgezeichnet und mit dem Marie-Luise Kaschnitz-Preis 2004. Julia Franck lebt mit ihren zwei Kindern in Berlin.

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Kundenbewertungen zu "Die Mittagsfrau (eBook)" von "Julia Franck"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4.1 von 5 Sterne bei 7 Bewertungen ***** sehr gut
(aus 7 Bewertungen)
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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 13.05.2010 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch hat Lieblingsbuch-Qualitäten...

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Bewertung von Nicole T. am 11.11.2009 ***** ausgezeichnet
Julia Frank erhielt für die "Mittagsfrau" den deutschen Buchpreis - und zwar zu recht!
Wirklich wunderschön und mitreißend geschrieben!

Der Charakter von Helene ist vielschichtig. Man kann gar nicht fassen, wie übel das Schicksal dieser jungen, gebildeten Frau mitspielt. Ihr Leben führt sie in eine absolute Sprachlosigkeit und lässt sie emotional abstumpfen. Durch das Kind und die Art wie sie mit ihrem Sohn umgeht, wird erst deutlich, wie sehr das Leben seine Spuren bei ihr hinterlassen hat.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Bittersüß und mit überraschenden Wendungen.

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Bewertung von katzenemily aus essen am 16.03.2009 ***** ausgezeichnet
Ein aufregendes und ein trauriges Buch. Ein Buch, das einen nicht so schnell wieder losläßt. Gut geschrieben, angenehme Sprache sehr authentisch. Übersichtliche Personenbeschreibung, die auch nach einer Pause gleich wieder präsent ist.

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10 von 15 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Louisa aus Bruchsal am 23.02.2008 ***** ausgezeichnet
Ich finde, es ist klar, warum Helene ihr Kind "einfach" zurücklässt. Ihre Schwester war ihr schon immer sehr wichtig. Zwar haben´sie sich mittlerweile auseinandergelebt, doch Helene kann es nicht ertragen, dass sie nicht weiß, wie es Martha geht. Leontines letzter Brief hat sie sichtlich erschüttert.
Außerdem kann sie mit ihrem Kind über nichts reden, das wird an mehreren Stellen deutlich. Sie ist praktisch gefangen und kann sich niemandem anvertrauen. Eine solche Situation auszuhalten ist fast unmöglich. Es fällt ihr garantiert nicht leicht, Peter zurückzulassen, aber, wenn sie selber nicht kaputtgehen will, hat sie keine andere Wahl.
Ich fand das Buch äußerst realitätsnah und spannend. Zu deprimierend war es keinesfalls, da die Situation damals nunmal so war.
Dieses Buch gehört zum Besten, was ich in letzter Zeit gelesen habe.

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8 von 21 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 22.02.2008 ***** schlecht
Eine gute Geschichte schlecht erzählt, spießige gestelzte Sprache, jede Menge Plattheiten, detailwütige Beschreibung körperlicher Vorgänge im Sexualbereich, es fehlt nur noch die Beschreibung des Stuhlgangs.....
bedauerlich, daß man immer wieder auf geschicktes Marketing hereinfällt.

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12 von 26 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Lilligrid aus Frankfurt am 07.12.2007 ***** gut
Es ist eine spannende Geschichte, die erzählt wird. Die Charaktere sind überwiegend glaubwürdig geschildert. Doch letztlich wird für mich nicht überzeugend beschrieben, warum Helene ihr Kind irgendwo einfach aussetzt, warum ihre Schwester wichtiger ist. Warum Helene ihr Leben nur erduldet. Und alle anderen Frauen im Roman ebenfalls.
Es gibt trotz des Aufbruchs und neuer Möglichkeiten in der Weimarer Republik keine wirkliche Freude für Helene - und die anderen Frauengestalten.
So darf ein Roman natürlich sein. Doch ich finde ihn zu deprimierend.
Und manche Passagen lesen sich nicht gut. Wie in einem Dreigroschenroman. Andere wiederum sind hervorragend. Darum ein gutes, aber kein ausgezeichnetes Buch.

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7 von 14 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Eric Thomsen aus Husum am 13.11.2007 ***** ausgezeichnet
Das Buch ist sehr nah dran am wirklichen Leben! Vieles von dem, was mir ältere Verwandte - immer die Frauen übrigens, die Männer glorifizierten gern die Kriegs- und Fluchtzeit - berichteten, fand ich packend und stilistisch souverän erzählt in diesem Buch wieder.

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5 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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