Als wir träumten (eBook) - Clemens Meyer

Clemens Meyer 

Als wir träumten (eBook)

Roman

eBook
 
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Produktbeschreibung zu Als wir träumten (eBook)

»Ein großartiges Buch, eine neue Stimme, ein junger, reifer Schriftsteller, von dem man ganz gewiss wieder hören wird.« Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau
»Dieser Ton nimmt von Anfang an gefangen. Meyer schreibt so gekonnt, wissend und mitfühlend wie schon lange keiner mehr.« Eberhard Falcke, Die Zeit
»Ein großer Roman.« Tilmann Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Sein Roman nimmt den Leser auf den ersten Seiten gefangen und wirft ihn in eine überbordende Geschichte.« KulturSpiegel
Ein Buch wie eine Faust. Ein solches kraftvolles, unbeirrtes Debüt hat die deutsche Literatur lange nicht mehr erlebt, ein Buch voller Wut, Trauer, Pathos und Aberwitz.« Felicitas von Lovenberg, FAZ

Produktinformation


  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783104001180
  • ISBN-10: 3104001189
  • Best.Nr.: 27348515
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.03.2006

Der Duft der grünen Nächte
Schlaflos in Leipzig: Clemens Meyers wüste ostdeutsche Jugend / Von Tilman Spreckelsen

Kehlmann ist ein Feigling, soviel steht fest: Irgendwo im Hintergrund wartet er ab, bis seine Skinheads den jungen Daniel Lenz zusammengeschlagen haben. Dann läßt er sich kurz blicken, zeigt auf seine Freundin und sagt zu seinem Opfer: "Bedank dich bei ihr, daß du noch lebst!" Schließlich schnippt er eine Zigarettenkippe auf Daniel herab, setzt sich ins Auto und braust mit der Freundin davon. Die übrigens Daniels große, unerfüllte Liebe Estrellita ist.

Das klingt nicht zufällig wie ein erzählter Gangsterfilm: Was Daniel und seinen Freunden Rico, Walter, Mark und Paul im Leipzig der Wendejahre widerfährt, trägt die Farben eines Banden-Epos, wie man es aus dem Kino kennt, jedenfalls wenn Daniel davon erzählt. Die allgegenwärtige Gewalt, die Saufgelage, die Diebstähle und Einbrüche, das Leben in der Jugendstrafanstalt, all dies scheint in "Als wir träumten", dem Debüt des Leipziger Autors Clemens Meyer, wie in einer Doppelbelichtung desselben Motivs festgehalten: Da ist die Wirklichkeit, nicht selten blutig, häßlich …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.04.2006

In Schmutz und Dreck Dinge finden, die leuchten
Von wegen neue Bürgerlichkeit: Die deutsche Literatur begibt sich in die sozialen Randzonen und entdeckt die Helden der Unterschicht
Eigentlich beginnen alle großen Leipziger Straßen in der Mitte der Stadt. Von da aus führen sie schnurgerade in alle Himmelsrichtungen und jeweils tief in die Peripherie hinein. Je weiter sie sich dabei vom Zentrum entfernen, desto schwächer werden sie. Steht am Anfang noch Haus neben Haus und findet sich ein Geschäft neben dem anderen, so lösen sich die Straßen, ganz wie Strahlen der Sonne, immer weiter auf, bis die Löcher zwischen den Häusern schließlich größer sind als diese selbst und aus dem Körper der Stadt längst sanft eine Landschaft geworden ist.
An solch einem ausfransenden Ende wohnt Clemens Meyer. Hier schrieb er sechs Jahre lang an seinem Roman „Als wir träumten” (erschienen im S. Fischer Verlag). Er blickt von seiner Wohnung aus auf eine riesige, wilde Brache, an deren Ende die Umrisse einer stillgelegten Fabrik zu sehen sind. Im Haus links davon wohnt keiner mehr, der Bauch des Gebäudes ist mit Plakaten verklebt, in den Stockwerken darüber schauen …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Recht unausgegoren scheint Rezensentin Dorothea Dieckmann dieser Roman über eine Jugend im Leipzig der Nachwendezeit, den Clemens Meyer vorgelegt hat. Dabei bestreitet sie keineswegs, dass der junge Autor schreiben kann. Sie hält ihm nur vor, nicht gelernt zu haben, Unnötiges wegzulassen. Die 518 Seiten des Romans sind für sie mindestens 300 zuviel. Der im jugendlichen Kleinkriminellenmilieu zwischen Schule und Strasse, illegaler Disco und Swingerclub, Knast und Kneipe angesiedelte Roman liest sich für Dieckmann wie eine locker verbundene Sammlung von Kurzgeschichten. Eine große erzählerische Gesamtkomposition kann sie beim besten Willen nicht erkennen. Dennoch gibt es auch Lob: die Kapitel über den ehemaligen Stasi-Werklehrer oder den Außenseiter mit der Hasenscharte etwa bestechen nach Ansicht Dieckmanns durch "intensive szenische Porträts". Geradezu "atemberaubend" findet sie schließlich das Kapitel "In der Silberhöhe", in dem betrunkene Stammtischler dem kleinen Daniel die Festnahme seines Vaters kundtun.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Selbstverständlich ist Meyer viel zu jung. Aber so ist das mit guten Schriftstellern. Sie tauchen plötzlich auf und die ergrauten Kollegen kratzen sich am Kopf: Wieso kann der eigentlich schon so viel?« (Sten Nadolny)
Clemens Meyer, geb. 1977 in Halle/Saale, lebt in Leipzig. Nach dem Abitur arbeitete er als Bauhelfer, Möbelträger und Wachmann. Von 1998 bis 2003 studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2002 erhielt er ein Literatur-Stipendium des Sächsischen Ministeriums f. Wissenschaft und Kunst, 2001 belegte er den 1. Platz des MDR-Literaturwettbewerbs, 2003 den 2. Preis und 2006 erhielt er den Rheingau Literatur Preis.

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Kundenbewertungen zu "Als wir träumten (eBook)" von "Clemens Meyer"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** sehr gut
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von Polar aus Aachen am 08.11.2007 ***** sehr gut
Clemens Meyer ist ein Glücksfall für die deutsche Literatur. Er schert sich nicht um die literarhistorische Tradition der Nachkriegszeit, er verfällt nicht der Dreiecksbeziehung des "ich habe eine große Liebe, aber sie geht mit einem anderen ins Bett" oder puscht Geschichten mit tiefgründigem philosophisch Aufgewärmten, auch sucht man vergeblich nach Esoterischem, nach Mainstream. Meyer schaut sich um, erzählt von dem, was er sieht. Das geht weit über den Bukowski-Kosmos der individuellen Verweigerung hinaus. Saufen ist nicht Lebenszweck, saufen tun alle, schlagen tun alle. Is so. Wenn schon alles den Bach runtergeht, dann wenigstens cool bleiben. Clemens Meyer besitzt die Sprache, um davon zu erzählen, wie man von der Zeit überrollt wird, nicht dagegen ankommt und trotzdem nicht depressiv wird. Solange ich schreie, lebe ich. Ob Leipzig begreift, daß hier ein Autor einen Roman über eine Stadt geschrieben hat, wie Thomas Mann es für Lübeck in seiner Zeit getan hat? Thomas Mann ist das nicht zu hoch gegriffen, werden die Literaturschergen fragen. Was sonst vermag gute Literatur, als ihre Zeit einzufangen? Zahnlos kommt der Autor dabei nicht daher. Er besitzt ein hohes Tempo und den notwendigen Humor, über seine Helden zu lachen. Gut so, Clemens Meyer.

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