Der Landkreis Neubrandenburg mit einer Größe von 656
Quadratkilometern, den der Bildreporter Benno Bartocha in seiner
Schönheit und Attraktivität und besonders mit seinen fleißigen
Menschen in diesem Band vorstellt, entstand erst nach einem Erlass
des Staatsrates der DDR vom 4. November 1968.
Wirksam wurde dieser am 1. Januar 1969, wonach die bisherige
Kreisstadt Neubrandenburg jetzt als selbstständiger Stadtkreis und
Bezirksstadt aus dem Territorium des Landkreises ausgegliedert
wurde.
Im praktischen Leben blieben aber die wechselseitigen
Verantwortungen und Verbindungen beider Kreise durch viele
sichtbare und unsichtbare Fäden weiter bestehen und lösten oder
verselbstständigten sich nie vollständig. Für die Neubrandenburger
war der Landkreis immer auch möglicher Wohnstandort,
Naherholungsgebiet, Sportstätte und Ausflugsziel.
Etwa 27550 Einwohner zählte der Landkreis Neubrandenburg, die in
den beiden Kleinstädten Friedland und Burg Stargard sowie in den 78
Dörfern wohnten undzumeist auch arbeiteten. Ein eigener Kreistag
mit 110 Abgeordneten und weitere 1100 Volksvertreter in den 31
Gemeinden und den beiden Städten trugen in dieser Zeit
Verantwortung für die Entwicklung des Territoriums. Die
Landwirtschaft mit einer nutzbaren Fläche von 48620 Hektar, die
Forstwirtschaft mit 11800 Hektar Wald und Holzungen, die
Nahrungsgüterwirtschaft mit Molkerei, Zuckerfabrik, Stärkefabrik
und Getreidewirtschaft sowie die Bauwirtschaft, die Melioration und
produzierendes Handwerk und Dienstleistungsbetriebe waren die
Hauptproduktionszweige im Landkreis.
In der Landwirtschaft wurden zum Beispiel allein im Jahr 1989 16600
Tonnen Fleisch, 52170 Tonnen Milch und 712 Millionen Eier
produziert.
Beim Betrachten der Bilder in diesem Buch werden ganz
unterschiedliche Erinnerungen wach, fröhliche und ernste. Sie legen
Zeugnis ab von Schönem, von Manchem, das bereits in Vergessenheit
geraten ist, aber trotzdem wert ist, die Erinnerung daran
aufzufrischen und es vielleicht auch neu zu beurteilen. Die
interessante und schöne Landschaft mit den Brohmer Bergen, dem
Galenbecker See, dem Tollensegebiet oder mit der Burg in Burg
Stargard lockte Künstler wie Heidemarlies und Joachim
Lautenschläger, Barbara und Gottfried Löffler, Anita und
Hans-Joachim Schubert und Erhard Großmann in das Territorium, um
hier ihren ständigen Wohn- und Arbeitsort zu finden, um hier
kreativ tätig zu sein. Eine besondere Bedeutung hatte auch im
Landkreis Neubrandenburg der Sport. Turnen, Tennis, Fußball,
Pferdesport und der Breitensport für Kinder und Jugendliche seien
hier stellvertretend genannt. Besonders in Friedland wurden die
alten Traditionen mit dem TSV 1814 immer hoch gehalten und weiter
entwickelt. Nur zur Erinnerung, Carl E. Leuschner und Friedrich
Ludwig Jahn legten hier mit der Gründung im Jahr 1814 den
Grundstein für die sportlichen Aktivitäten in der kleinen
Stadt.
Aber auch viele andere Geschichten, die das Leben schrieb, werden
durch die Fotos wieder lebendig.