Die Publikation liefert eine erste umfassende Übersicht über die
Entwicklung des Jugendstils in der führenden Industriestadt Bayerns
um 1900. Über 250 Objekte aus den verschiedensten Bereichen der
angewandten Kunst führen dabei das international bedeutende
Spektrum des Jugendstils aus Nürnberg vor Augen. Der Jugendstil,
der aus Nürnberg kam, ist in den verwendeten Materialien vielfältig
und in seinen Dekoren vielseitig. Zwar bildet das
metallbearbeitende Kunsthandwerk den Schwerpunkt,doch gibt es dabei
neben dem künstlerischen Zinnguss auch Bronzeguss, Kupfer- und
Silbertreibarbeiten, Elfenbein- und Holzschnitzerei, Schmuck,
Textilien und Keramik. Die sogenannten
artistischen"Fayencen"der Firma Johann von Schwarz
gehören zum Besten, was an Kunstkeramik des Jugendstils in
Deutschland hergestellt wurde. In fünf einleitenden Kapiteln werden
die Voraussetzungen für die Entstehung des damals neuen Stilwollens
analysiert. Es zeigt sich dabei, dass Einflüsse von außen ebenso
wichtig waren wie die"typisch deutsche"Organisation des
Ausbildungswesens und des Erschließens von Absatzmärkten. Letzteres
hat auch internationale gestalterische Einflüsse, vor allem aus
Großbritannien, möglich gemacht.