In seinem letzten Buch hat Freud mehrere seiner Lebensthemen
gebündelt: sein Judentum, seine Leidenschaft für die Archäologie
und speziell das Alte Ägypten, seinen Ehrgeiz und sein Ethos als
Forscher und seine Lust am Schreiben als Selbstanalyse. Anregungen
gingen von der Lektüre der ersten beiden Bände von Thomas Manns
monumentalem Josephsroman aus, und ein politischer Anstoß lag im
wachsenden Antisemitismus in Deutschland und Österreich. Das
Mosesbuch entwickelte sich zu einem der größten Dokumente jüdischer
Selbstthematisierung und zu einem der wichtigsten Bücher des 20.
Jahrhunderts, dessen enorme kulturwissenschaftliche Bedeutung in
der Neuausgabe durch ein glänzendes Nachwort des großen Ägyptologen
Jan Assmann hervorgehoben wird.
Sigmund Freud wurde 1856 in Freiberg (Mähren) geboren. Nach dem Studium der Medizin wandte er sich während eines Studienaufenthalts in Paris, unter dem Einfluss J.-M. Charcots, der Psychopathologie zu. Anschließend beschäftigte er sich in der Privatpraxis mit Hysterie und anderen Neurosenformen. Er begründete die Psychoanalyse und entwickelte sie fort als eigene Behandlungs- und Forschungsmethode sowie als allgemeine, auch die Phänomene des normalen Seelenlebens umfassende Psychologie. 1938 emigrierte Freud nach London, wo er 1939 starb.
Inhaltsangabe
I. Moses ein Ägypter II. Wenn Moses ein Ägypter war ... III. Moses, sein Volk, und die monotheistische Religion Erster Teil Vorbemerkung I Vorbemerkung II A. Die historische Voraussetzung B. Latenzzeit und Tradition C. Die Analogie D. Anwendung E. Schwierigkeiten Zweiter Teil Zusammenfassung und Wiederholung a) Das Volk Israel b) Der große Mann c) Der Fortschritt in der Geistigkeit d) Der Triebverzicht e) Der Wahrheitsgehalt der Religion f) Die Wiederkehr des Verdrängten. g) Die historische Wahrheit h) Die geschichtliche Entwicklung Zu dieser Ausgabe Literaturhinweise Nachwort
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