Warum Frauen zu viel denken - Nolen-Hoeksema, Susan

Susan Nolen-Hoeksema 

Warum Frauen zu viel denken

Wege aus der Grübelfalle

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Produktbeschreibung zu Warum Frauen zu viel denken

Was habe ich bloß wieder falsch gemacht? Wie hat er das gestern nur gemeint?
Eine flapsige Bemerkung über die Figur, und wir sind verunsichert. Ein sarkastischer Kommentar des Chefs, und wir überlegen stundenlang, ob wir uns vielleicht nicht korrekt verhalten haben. Frauen machen sich das Leben durch zu viel Nachdenken unnötig schwer. Die Psychologin Susan Nolen-Hoeksema erklärt, warum gerade Frauen so schnell aus dem emotionalen Gleichgewicht geraten, und bietet konkrete Strategien an, sich aus der Spirale der negativen Gedanken zu befreien.


Produktinformation


  • Verlag: Heyne
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 251 S.
  • Seitenzahl: 256
  • Heyne Bücher Nr.67009
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 135mm x 19mm
  • Gewicht: 215g
  • ISBN-13: 9783453670099
  • ISBN-10: 3453670094
  • Best.Nr.: 20764224
Susan Nolen-Hoeksema, Professorin an der Staatsuniversität von Michigan mit dem Spezialgebiet klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie.

Leseprobe zu "Warum Frauen zu viel denken" von Susan Nolen-Hoeksema

1.

Warum ist zu viel denken negativ?

In den letzten vier Jahrzehnten haben wir Frauen so viel Unabhängigkeit und Wahlmöglichkeiten hinzugewonnen wie nie zuvor. Wir können freier entscheiden, welche Art von Beziehungen wir eingehen, ob und wann wir Kinder haben, welchen Beruf wir wählen und wie wir unser Leben führen wollen - von solchen Optionen konnten frühere Generationen nur träumen. Fortschritte in der Medizin sorgen überdies dafür, dass die Mehrheit von uns gesünder ist und länger lebt als je zuvor. Wir haben also allen Grund, glücklich und zufrieden zu sein.

Und doch werden viele von uns, ergibt sich einmal eine Pause im hektischen Alltag, von immer wiederkehrenden Gedanken und Gefühlen heimgesucht, die eine Eigendynamik entwickeln, uns die Energie rauben und uns nur noch runterziehen.

Wir leiden daran, uns zu viele Gedanken zu machen. Wir geraten in einen Teufelskreis negativer Gedanken und Gefühle, und das beeinträchtigt unser Alltagsleben und Wohlbefinden. Unsere Gedanken kreisen um die Grundfragen menschlichen Daseins: Wer bin ich? Was mache ich aus meinem Leben? Was halten andere von mir? Warum bin ich nicht glücklich und zufrieden? Je mehr wir in diesen negativen Gedankensog hineingeraten, umso düsterer wird unsere Stimmung und desto mehr große und kleine Sorgen nagen an uns: Nimmt mein Sohn Drogen?

Warum suche ich mir keine neue Stelle, obwohl ich in meinem jetzigen Job nicht vorankomme? Wie kann ich für meinen Partner weiter attraktiv bleiben? Wieso verliere ich beim Zusammensein mit meiner Mutter so oft die Beherrschung? All diese Gedanken beeinträchtigen uns je nach Stimmungslage mal mehr, mal weniger, doch wir finden selten eine Lösung für unsere Probleme.

Selbst unbedeutende Ereignisse können Anlass für stunden- oder tagelanges Grübeln sein. Der Chef macht eine sarkastische Bemerkung, und schon denken Sie Ewigkeiten darüber nach, was er wohl gemeint haben könnte. Eine Freundin sagt etwas über Ihre Figur, und sofort grübeln Sie über Ihr Aussehen und die mangelnde Sensibilität dieser Freundin nach. Ihr Partner ist eines Abends zu müde, um mit Ihnen zu schlafen, und prompt wälzen Sie die ganze Nacht Gedanken darüber, was das für Ihre Ehe bedeuten könnte.

Unter solchen andauernden trüben Gedanken leiden Frauen viel häufiger als Männer; das habe ich im Verlauf mehrerer Untersuchungen festgestellt. Ein Beispiel: Die 27-jährige Veronica, eine Frau mit rötlich-brünetten Haaren und lebhaften braunen Augen, hatte viel Freude an ihren beiden kleinen Kindern. Doch wenn sie sich nicht gerade mit ihren Zwillingen und deren Spielkameraden beschäftigte, versank sie in jenen Sumpf aus sorgenvoller Grübelei, die ich in meinen Arbeiten mit dem Begriff "Zu-viel-Denken" bezeichne:
Wieso bin ich nie richtig zufrieden mit dem, was ich tue? Ich halse mir immer mehr Aktivitäten für die Kinder auf. Was ist los mit mir? Vielleicht hat das was mit den Hormonen zu tun? Aber es geht den ganzen Monat so. Habe ich mir mein Leben falsch eingerichtet? Ich sage immer, ich bleibe gern zu Hause bei den Kindern, doch stimmt das tatsächlich? Weiß Rick überhaupt zu schätzen, was ich für unsere Kinder tue?

Irgendwann wendet Veronica sich dann ihrem Aussehen, ihrer Ehe und ihrem früheren Leben ohne Kinder zu:
Ich werde meine überflüssigen Schwangerschaftspfunde nie mehr los, und im Alter wird es ja angeblich noch schlimmer. Was ist, wenn Rick im Büro eine hübsche junge Frau kennen lernt und mir den Laufpass gibt? Wie soll ich allein mit den Zwillingen zurechtkommen? Wie soll ich wieder eine ordentliche Stelle finden?

Ich habe meinen früheren Job schon nicht gern gemacht, und mein Chef konnte mich auch nicht leiden.

Wir Frauen können uns über alles und jedes den Kopfzerbrechen - über unser Aussehen, unsere Familie, unsere Karriere, unsere Gesundheit. Wir haben das Gefühl, dass das zum Frausein dazugehört. Mag sein, aber zu viel denken ist Gift. Es kann unsere Motivation und Fähigkeit mindern, Probleme anzupacken. Es kann Freunde und Angehörige vertreiben. Und es kann unsere seelische Gesundheit gefährden. Frauen sind doppelt so anfällig für Depressionen und Angstneurosen wie Männer, und unsere Neigung, zu viel zu denken und in die Grübelfalle zu geraten, scheint einer der Gründe dafür zu sein.

Aber das muss nicht so sein. Es gibt einen Weg, diese emotionale Überempfindlichkeit und extreme Unbeständigkeit der Stimmungen zu überwinden.

Wir müssen nur lernen, unsere Emotionen zu erkennen und angemessen auszudrücken und effektiv mit den Situationen umzugehen, die uns aus der Fassung bringen. Wir können trotz Verwirrung, Konflikten, Unglück und Chaos gelassen und souverän bleiben, den schlimmsten Stürmen trotzen und unser emotionales Leben selbst beherrschen.

Leseprobe zu "Warum Frauen zu viel denken" von Susan Nolen-Hoeksema

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