Geraubte Identität - Hopfer, Ines

Ines Hopfer 

Geraubte Identität

Die gewaltsame "Eindeutschung" von polnischen Kindern in der NS-Zeit

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Geraubte Identität

Sie wurden ihrer Identität beraubt, gedemütigt und entwürdigt: Tausende polnische Kinder wurden aufgrund ihres "arischen" Erscheinungsbildes von Dienststellen des Deutschen Reiches als "eindeutschungsfähig" bewertet, gewaltsam aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und in das "Altreich" und in die "Ostmark" deportiert. Im "Lebensborn"-Heim "Alpenland" nahe Gmunden wurden die Jungen und Mädchen schließlich rigoros mit diversen "Eindeutschungsmaßnahmen" konfrontiert, um als "deutsche" Pflegekinder an österreichische Familien vermittelt zu werden.
Wie Betroffene dieses Verfahren persönlich erlebt haben, zählt zu den Kernfragen dieses Buches. Anhand ihrer Erinnerungen und Berichte zeichnet die Autorin erstmals ein sehr plastisches Bild der "Eindeutschungs"-Thematik, das den LeserInnen auch subjektive Einblicke ermöglicht.


Produktinformation

  • Verlag: Böhlau
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 288 S. m. 21 Abb. 240 mm
  • Seitenzahl: 288
  • Deutsch
  • Abmessung: 240mm x 170mm
  • Gewicht: 685g
  • ISBN-13: 9783205784623
  • ISBN-10: 3205784626
  • Best.Nr.: 28030214
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.12.2010

Geraubte Identität
Eindeutschung polnischer Kinder während des Zweiten Weltkriegs

Die Schlüsselrolle der Rassenideologie ist in der Forschung über das "Dritte Reich" unumstritten. In der Besatzungspolitik in Polen fanden terroristische und bürokratische Orgien wie in kaum einem anderen Land statt. Die besetzten polnischen Gebiete waren eine Art Laboratorium und Exerzierfeld für das, was Heinrich Himmler in seiner berüchtigten Denkschrift vom Mai 1940 "Gedanken über die Behandlung Fremdvölkischer im Osten" schriftlich fixiert hatte. Die spezifisch nationalsozialistische Form der Germanisierung gehörte zu den Kernpunkten. Eindeutschung, Rückdeutschung oder Wiedereindeutschung hieß der anfangs begrenzte, später systematischer betriebene Raub polnischer Kinder, die den Überprüfungskriterien der Rassespezialisten für "wertvolles deutsches Blut", das gerettet werden sollte, entsprachen.

Über 20 000 polnische Kinder, so die nur grob mögliche niedrigste Schätzung, wurden ins Altreich und in die "Ostmark" (Österreich) verbracht. Das Thema ist nicht unbekannt. Aber wie im Einzelnen der Prozess der Erfassung, Prüfung, Verschickung, …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Gelungen findet Christoph Klessmann dieses Buch über die Eindeutschung polnischer Kinder in der NS-Zeit von Ines Hopfer. Dass im Zuge von nationalsozialistischen Germanisierungsbemühungen - Polen war in dieser Hinsicht für die Nazis eine Art Experimentierfeld - über 20 000 polnische Kinder ins deutsche Reich verschleppt wurden, war seines Erachtens "nicht unbekannt". Wie dieser Prozess - Erfassung, Prüfung, Verschickung, Unterbringung der Kinder in Heimen und Pflegefamilien - aber im Einzelnen ablief, darüber war laut Klessmann kaum etwas bekannt. Bei Hopfer findet er diesbezüglich genaue Auskünfte. Er attestiert der Autorin nicht nur akribische Quellenrecherche und wertvolle Interviews mit Betroffenen, sondern auch große Empathie für die Kinder als Opfer. Dargestellt werden auch die Schwierigkeiten der Rückkehr nach Kriegsende.

© Perlentaucher Medien GmbH
Ines Hopfer, geboren 1979, Historikerin, Forschungsschwerpunkt Eindeutschung von Kindern und Jugendlichen in der NS-Zeit, Forschungsaufenthalte in Polen und Deutschland, Ehrenmedaille des Vereines Zrzeszenie Dzieci Polskich Germanizowanych przez rezim hitlerowski für Wahrung des Andenkens und wissenschaftliches Engagement.

Inhaltsangabe

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