Die klinische Wertigkeit biochemischer Faktoren beim Polytrauma
In einer prospektiven klinischen Studie wurden bedeutsame
Mediatoren bzw. Indikatoren des Entzündungsprozesses im Hinblick
auf ihre klinisch-diagnostische und prognostische Relevanz beim
Polytrauma erstmals an einem großen Krankenkollektiv über einen
14tägigen Untersuchungszeitraum untersucht. Analysiert wurden neben
einer Reihe klinisch-chemischer Routineparameter 17 spezifische und
unspezifische Entzündungsfaktoren. Das Verhalten dieser Faktoren
wurde abhängig vom Krankheitsverlauf sowie bei Sepsis und Infektion
dargestellt. Damit wurde der Nachweis geliefert, daß die
Freisetzung biochemischer Faktoren weder ein spezifisches
Organversagen noch eine bakterielle Infektion wiederspiegelt,
sondern ausschließlich die Schwere des allgemeinen systemischen
Organversagens ausdrückt. Eine Reihe dieser Parameter (Laktat,
Elastase, Kathepsin B, AT III, Prothrombin etc.) erwies sich als
geeignet zur Vorhersage späteren Organversagens und Versterbens,
wobei bereits heute einige für den klinischen Routinebetrieb als
wertvolle Zusatzhilfen empfohlen werden können. Dieses Buch bildet
eine wichtige Grundlage für weitere klinische und experimentelle
Mediatorenforschung beim Polytrauma. Daneben vermittelt es Lesern,
die mit dieser Materie nicht so vertraut sind, anschaulich die beim
schweren Trauma ablaufenden Pathomechanismen und zeigt gleichzeitig
deren klinisch-praktische Relevanz und Anwendbarkeit auf.