American Idiot - Green Day
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Green Day 

American Idiot

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American Idiot

Green Day gelingt mit ihrem neuen Album, "American Idiot", ein musikalischer Befreiungsschlag, den der Band nur noch wenige zugetraut haben. Vor zehn Jahren zählten Green Day zu den erfolgreichsten Rockbands. Von "Dokkie" verkauften sie allein in den USA mehr als acht Millionen Einheiten. Danach jedoch zeigte die Karrierekurve stetig nach unten. Mit den drei nachfolgenden Longplayern, "Insomniac" (1995), "Nimrod" (1997) und "Warning" (2000), konnte die Band weder musikalisch noch inhaltlich Akzente setzen. Umso erstaunlicher jetzt "American Idiot". Sänger, Gitarrist und Songwriter Billie Joe Armstrong, Bassist Mike Dirnt und Schlagzeuger Tr8E Cool haben unter der Regie von Produzent Rob Cavallo wieder zur alten Stärke zurückgefunden. Mit 13 packenden Songs zeigen Green Day, dass sie nicht verlernt haben, richtig zu rocken. Auch inhaltlich bezieht die Band eindeutig Stellung. Bereits im Opener und Titelsong "American Idiot" nimmt Billie Joe Armstrong kein Blatt vor den Mund, wenn er die Missstände in seinem Land anprangert. Und mit der gleichen hohen Geschwindigkeit geht es bei "Jesus Of Suburbia" sowie dem kompromisslos voranschreitenden "Holiday" weiter. Erst bei Track Nr. 4, "Boulevard Of Broken Dreams", geht das Trio dann etwas vom Tempo herunter. In der Folgezeit wechseln sich kurze, prägnante Rock-Nummern wie "Extraordinary Girl" in schöner Regelmäßigkeit mit deutlich ruhigeren Stücken wie "Are We The Waiting" ab. Green Day weichen dabei zunehmend von ihrer klassischen Drei-Minuten-Formel für den perfekten Rock-Song ab und präsentieren mit "Jesus Of Suburbia" und "Homecoming" zwei neun Minuten lange, in fünf Teile untergliederte Kompositionen, die trotz ihrer Komplexität nichts an Eingängigkeit zu wünschen übrig lassen. Auch wenn Green Day bereits in den 90er-Jahren ein breites Stilspektrum pflegten: Mit "American Idiot" ist die Band auf einem neuen Level an gekommen.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Jetzt, da ich hier in meinem Krankenhausbett an unheilbarem Krebs sterbe, werde ich von Erinnerungen an das Jahr 2004 überflutet. Das war das Jahr, als man mich bat, eine Dokumentation über die Studioarbeit von GREEN DAY an ihrem Album American Idiot zu drehen. Heute kennt es jedes Kind, dieses Album, das als eines der größten aller Zeiten in die Geschichte einging. Ein künstlerischer Sprung nach vorn und musikalisch höchst ambitioniert, steht es in Konkurrenz mit Sgt. Pepper als wichtigstes Album der Geschichte. Aber niemand macht sich mehr klar, was es für ein Risiko bedeutete, das Projekt American Hero anzugehen. Damals waren viele Dinge anders, und wenn ich heute zu Talk-Shows eingeladen werde, stellt man mir immer dieselben Fragen: "Wie war es, dabei zu sein?", "Lief alles reibungslos?", "Was gab es zu essen?" und "Würden sie bitte aufhören, an mir herum zu fummeln?" Und ich antwortete jedesmal das gleiche: "Es war eine besondere Erfahrung, mit diesen drei Genies zusammen zu sein...", "Ja, alle kamen gut miteinander aus und es gab eine Menge Gelächter und Gefurze...", "Lunch und Dinner bestanden aus der heute umstrittenen Zone/Atkins-Diät" und "Sorry, ich dachte, es wäre meine Hosentasche."

Die Erinnerungen fließen aus mir heraus wie der Inhalt meiner Bettpfanne, also werde ich mich beeilen, alles aufzuschreiben, bevor die Schwester kommt und mich dafür anpfeift, dass ich Mais gegessen habe (ich bin strikt auf Non-Stärke-Diät). Es waren andere Zeiten damals. Ein grausamer und harter König regierte uns, und die Gemeinde der Künstler hatte Angst davor, ihre Meinung zu äußern, wenn sie sich dem allmächtigen König entgegenstellte. Soweit ich mich erinnere, liebten GREEN DAY aber die Herausforderung und machten sich ohne zu zögern oder Kompromisse zu schließen, an das größte Album ihrer Karriere. Freilich, der König würde sauer werden, aber wir würden ihm ein konstenloses Promo-Exemplar zukommen lassen. American Idiot, das wissen inzwischen alle, ist mehr als nur ein Konzeptalbum, mehr als eine Rockoper und mehr als 60 Minuten lang. Jene Band, die einst den perfekten 3-Song geschrieben hatte, schrieb nun den perfekten 9- Minuten-Song. Natürlich, ich spreche von Jesus of Suburbia, das erste Werk auf dem Album und der am perfektesten durchstrukturierte Song, der je aufgenommen wurde. Ich habe mir ausgebeten, dass dieser Song gespielt wird, wenn man meinen toten Körper aus der Kirche trägt (vorausgesetzt, ich habe genug Kohle zurückgelassen, um Warner Bros. dafür zu bezahlen). Aber ich greife mir selbst vor; mein Körper muss warten, bis er sich in seinem Sarg zusammenrollen kann. Die Geschichte muss erst erzählt werden!

Die Aufnahmen für das Album starteten am Tag des Präsidenten, und sofort als die Band mit dem ersten Song begann, brach ein Feuer aus. War es Gott selbst, der eifersüchtig wurde, dass diese anmaßenden Sterblichen die größte Musik machten, die jemals aufgenommen wurde, so dass er sie zerschmettern wollte? Oder nur ein Kurzer im Amp? Wir werden es niemals wissen. Aber eines wissen wir: Die Jungs setzten ihre künstlerische Reise fort und schrieben ein Album, dass Jahrhunderte überdauern wird. Ich erinnere mich vage, dass Rob Cavallo anwesend war, der langjährige Producer und Teilzeit-Schauspieler. Immer drauf und dran, seine "Ich bin in einer Kiste gefangen und ersticke gerade"-Show abzuziehen, die uns immer verstörte, besonders als wir feststellten, dass er wirklich in einer Kiste saß und tatsächlich erstickte. Es schien uns damals, dass er besser fürs Producing ausgerüstet war als für die Schauspielerei, die auf lange Sicht aber besser lief... Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, nach dem Feuer, der Überschwemmung und Billy Joes diabetes- kranker Katze nahmen die Jungs einen Song nach dem anderen auf, jene, die jetzt Klassiker sind und die Playlisten in den Radios ausfüllen. Muss ich Euch wirklich daran erinnern, was Ihr tatet, als Ihr zum ersten Mal On Holiday hörtet? Oder wen Ihr gerade im Arm hattet, als What's Her Name im Radio lief? Es sind mehr als nur Songs, es sind wundervolle Erinnerungen, und meine Erinnerungen an ihre Entstehung ist so lebhaft und frisch, als wäre ich jetzt selbst da. (Okay, die Doku zu sehen hilft natürlich dabei.) Okay, okay!, hört auf zu kriechen, ich werde weiter erzählen, aber ich werde keine Fragen beantworten, wer St. Jimmy ist oder wer Jesus Of Suburbia ist oder so. Die Antworten darauf finden sich auf dem Album. Und schließlich: Seid Ihr wirklich so kopflahm, dass Ihr es Euch nicht denken könnt?

Dies war das Album, das jene Tage zurück brachte, in denen man sich in seinen Sessel setzen, die Lyrics lesen und mitsingen konnte. Jenes Album, das einen ganzen Kult ins Leben rief, in dem Leute sich mit den Charakteren auf dem Album identifizierten und nach ihren Handgranaten- Herzen griffen (Ihr glaubt mir nicht, dass der Einfluss des Albums immer noch so stark ist? Als ich in dieses Krankenhaus, oder Todeshaus, wie wir Insaßen es liebevoll nennen, gebracht wurde, sah ich das Albumcover, das Leute vor Jahren auf den Gehweg gesprayt hatten!). Denn das Album wurde von Herzen geschrieben, und es berührt tief und ist äußerst persönlich, wir alle konnten uns damit identifizieren. September Song hat eine wichtige Bedeutung für mich, und ich bin sicher auch für Billy, als er den Song schrieb. Aber als erfahrener Komponist hielt er den Text für viele Deutungen offen, so dass jeder sich damit identifizieren konnte. Jeder Song auf dem Album hat seinen Platz, an den er gehört. Es ist wirklich ein Album. Kein Haufen von Songs, die einfach nur zusammengeworfen wurden, sondern Songs, die perfekt miteinander verknüpft sind und ein Album bilden, das von Anfang bis Ende einfach brillant ist. Und wenn man dieses Album als Konzeptalbum betrachten sollte, dann deshalb, weil dies ein Konzept ist, das dringend gebraucht wurde.

American Idiot war ein Album, das die Leute überraschte, und das die Zeitgenossen von GREEN DAY überraschend einnahm. Es gab danach noch viele weitere GREEN DAY-Alben - alle großartig, alle anders - , aber American Idiot drückt den wahrhaften Moment der Band zu jener Zeit aus. Es war eine Zeit, die immer In Time sein wird. Nicht einmal die krankhafte Faszination von Bassist Mike Dirnt an Selbstbedienungsmassagesalons konnte dem herausragenden Ruf dieser großartigen Band und ihrem Werk schaden. Ich fühle mich geehrt, dass ich, wenn auch nur für kurze Zeit, in das innerste Heiligtum der Band geladen wurde. Es war ein aufregender Prozess, dem beizuwohnen und es zu dokumentieren, und ich fühle mich geadelt. Ich kann mit Worten nicht beschreiben, wie ich mich fühlte, als ich miterlebte, wie die Band diese Edelsteine schrieb, aufbaute, aufnahm und schließlich polierte. es ist umwerfend, die Geburt großer Kunst zu erleben. Zu sehen, wie Letter Bomb aus dem Nichts kam und dann zu diesem gottgebenen Meisterwerk wurde, lässt immer noch meine mittlerweile grauen Haare aufstehen (und unglücklicherweise auch meine Venen). Ich bin froh, dass ich dabei war, und ich würde alles dafür geben, könnte ich dorthin zurück gehen. Aber ich werde immer dieses Album besitzen, das mich und meine Bettpfanne glücklich macht. Ist es eine Ironie, dass mein Körper intravenös mit Pamadhyd versorgt wird, während ich Novocain höre? Nein, es ist keine Ironie, sondern eine Tatsache.

Rückblickend jedoch fühle ich immer noch die Inspiration, so wie Millionen andere, und wenn ich als der Mann, der während der Aufnahmen immer mit der Kamera im Weg stand, in die Geschichte eingehen werde - so sei es. Wie könnte ich je vergessen, wie der große Tre seine Trommeln trommelte, oder wie ich ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, weil ein umherschwirrender Drumstick mich bewusstlos schlug? Oder meinen geliebten Mike Dirnt, Bassmann Extraordinaire, der diese komische Gitarre mit nur vier Saiten spielte? Und Mister Billie Joe Armstrong - was aus aus seinem Hirn kommt, ist immer noch ein Rätsel für mich. Wenn ich auf die alten Zeiten zurückblicke, habe ich manchmal das Gefühl, sie wären meine Kinder, aber ich bin froh, dass sie es nicht waren, denn ich würde wegen Kindesmisshandlung ins Gefängnis kommen. Nach all den Jahren aber verehre ich die Jungs immer noch, und nicht einmal die schärfste Anweisung kann mich daran hindern (kapiert, Pat?)!

American Idiot macht Dich stolz dafür, wer Du bist, und wo Du herkommst. Sicher, ich weiß, als das Album erschien, waren Leute auf der ganzen Welt eifersüchtig, dass sie keine American Idiots waren, aber sie können ihre eigenen Idioten sein. Englische Idioten, japanische Idioten usw. Wir diskriminieren niemanden. Es gibt keine Grenzen in der Kunst (Anmerkung - diesen Satz streichen, bevor ich sterbe). Nichts rockt und bewegt so sehr wie diese Platte. Nicht einverstanden? Dann verschwinde, Buddy...

© 2004 WMGG/Übersetzung: Tom Beege


Produktinformation

  • Anzahl: 1
  • Datenträger: CD
  • Erscheinungstermin: 01.10.2004
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Green Day scherten sich noch nie um Konventionen, auch nicht um die eigenen. Erst brachten sie einer weiteren Generation hungriger junger Menschen den Punk zurück, um diesen anschließend an den Pop zu verraten. Und jetzt das: "American Idiot" ist ein Konzeptalbum, fast eine Rockoper geworden. Wie einst in "Quadrophenia" (The Who, 1973) geht es ums Erwachsenwerden in einer wenig lebenswerten Welt, um Rebellion und Freundschaft, um Gewalt und den Tod aller Illusionen. Man braucht nur Brightons 60er Jahre Bäderidylle mit der grünen Hölle amerikanischer Vorstädte zu vertauschen und quasiromantische Messerstechereien mit der Gewalt heutiger Straßengangs. Was die drei hier zelebrieren, ist nicht nur die Wiederauferstehung eines Genres, sondern die ganz private Versöhnung von Punk mit Pop. Und mit "Jesus of Suburbia" gelingt Green Day ihr definitives Meisterwerk. Neun Minuten und sieben Sekunden - auch ein Novum im Punk! (kw)
10 Millionen verkaufte Alben weltweit! Wenn man eine Band als "angesagt" bezeichnen kann, dann sind es GREEN DAY aus dem sonnigen Kalifornien. Im letzten Jahr präsentierte das Punktrio die erste Punkoper der Musikgeschichte und sahnte dafür jede Menge Preise ab: Allein sieben MTV Video Music Awards, einen Grammy (von sieben Nominierungen!) und einen Echo gab es in diesem Jahr, zusätzlich wurden GREEN DAY in zwei Kategorien von den Lesern der international anerkannten Zeitschrift Kerrang! und Kerrang.com zur Best Live Band und Best Band On The Planet erwählt!

In Deutschland wurde American Idiot zum GREEN DAY-Album mit dem höchsten Charteinstieg ever: es ging von 0 auf 5 in die Charts und konnte mittlerweile eine Platinauszeichnung einfahren. Fast eine halbe Million Fans erwarben das Album bis heute (legal) in Deutschland. Im Januar gingen Billy Joe, Mike Dirnt und Tre Cool auf Deutschlandtournee, die mit über 30.000 verkauften Tickets komplett ausverkauft war. Über eine Million Zuschauer sahen Billy, Mike und Tré zudem am 13. Januar in Stefan Raabs TV Total. Im Januar spielte sich American Idiot wieder in die Top-10 der Charts (#7), kurz nachdem es in den USA kurzerhand noch einmal auf die Billboard-1 ging. In Kanada, Schweden, Irland, Norwegen und England erreichte es ebenfalls die Number 1! Mehr Beweise braucht es wohl kaum, um festzustellen: GREEN DAY gehören 15 jahre nach ihrer Gründung zu den größten Bands, die den Planeten beschallen!

Trackliste zu "American Idiot" von Green Day


CD
1 American Idiot 02:53
2 Jesus Of Suburbia 09:08
3 Holiday 03:52
4 Boulevard Of Broken Dreams 04:20
5 Are We The Waiting 02:42
6 St. Jimmy 02:55
7 Give Me Novacaine 03:25
8 She's A Rebel 02:00
9 Extraordinary Girl 03:33
10 Letterbomb 04:06
11 Wake Me Up When September Ends 04:45
12 Homecoming 09:18
13 Whatsername 04:12

Kundenbewertungen zu "American Idiot" von "Green Day"

5 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.6 von 5 Sterne bei 5 Bewertungen **** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(4)
***** sehr gut
***** gut
 
(1)
***** weniger gut
***** schlecht
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Bewertung von Deifel aus Schwäbisch Gmünd am 30.06.2011 ***** gut
Bin sehr zufrieden, wer auf Punck-Rock steht wird bestens bedient.

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Bewertung von lisa56 aus Mainz-Kastel am 20.06.2011 ***** ausgezeichnet
Endlich, ich hab´die CD von Green day und auch noch so preiswert. Die CD ist einfach superklasse.Kenn mittlerweile jeden Song auswendig.

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Bewertung von Anton Zimmermann aus Münsingen am 04.04.2008 ***** ausgezeichnet
Ein wirklich sehr gelungenes Album mit abwechslungsreichem Sound... Aus meiner Sicht das bisher beste Album von Green Day!

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von nina am 17.06.2006 ***** ausgezeichnet
Super Album. Gehört in jede CD-Sammlung!! Jeder Song hat einen Hintergrund.

4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 07.03.2006 ***** ausgezeichnet
Dieses Album ist perfekt!!!

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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